Diese 7 Stromfresser hattest du noch nicht auf dem Schirm

7 Stromfresser, die du nicht auf dem Schirm hattest
Foto: CC0 Public Domain / Pexels - RODNAE Productions / Lisa Fotios

Stromfresser befinden sich in fast jedem Haushalt – versteckt oder offensichtlich. Wir verraten dir sieben Stromfresser, die meist vergessen werden. Wenn du sie entlarvst, kannst du ordentlich Stromkosten sparen.

Unser Leben wird zunehmend digitaler und wir sind umgeben von Geräten, die Strom verbrauchen. Unter ihnen sind teilweise wahre Stromfresser. Wir haben sieben davon ausfindig gemacht und geben Tipps, was du gegen sie unternehmen kannst.

1. Boiler zur Wasseraufbereitung

Boiler erhitzen Tag und Nacht das Wasser auf die eingestellte Temperatur. Damit sind sie laut eines Marktchecks der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz aus dem Jahr 2016 das Gerät mit dem größten Stromverbrauch im Haushalt. 500 bis 700 Kilowattstunden werden im Durchschnitt bei einer vollständigen Warmwasseraufbereitung pro Person im Haushalt benötigt.

Strom bei der Wasseraufbereitung durch einen Boiler lässt sich mit wenigen Mitteln sparen. Bei einigen Boilern kannst du die Temperatur runter drehen. Der Boiler verbraucht dann weniger Energie, um das Wasser derart heiß zu halten. Stiftung Warentest empfiehlt eine Temperatur von dennoch mindestens 60 Grad. Denn bei Temperaturen darunter können sich Legionellen vermehren, die für Lungenentzündungen und grippeähnliche Erkrankungen verantwortlich sind.

Wichtig ist ein regelmäßiges Entkalken des Boilers. Ablagerungen an den Heizstäben verhindern, dass diese Wärme abgeben können.

2. Stromfresser: elektrischer Herd

Jeden Tag eine halbe Stunde kochen kann je nach Herd bei einem Drei-Personen-Haushalt bis zu 445 Kilowattstunden pro Jahr verbrauchen. Am wenigsten effizient ist ein Herd mit Gusseisenplatten, während ein Induktionsherd am effizientesten ist.

Ein neuer Elektroherd mit Ceranfeld verbraucht etwa 0,5 Kilowattstunden. Bei 24 Cent pro Kilowattstunde (Stand Januar 2022 sind es sogar 36 Cent) kostet der Verbrauch im Jahr 45 Euro. 50 Prozent mehr verbraucht ein alter Elektroherd mit Gusseisen-Platte und kostet somit 70 Euro pro Jahr. Bei einem Induktionsherd dagegen bezahlt man 35 Euro im Jahr. Focus.de hat für diesen Vergleich die tägliche Benutzung von einer halben Stunde herangezogen.

Falls dein Ceranfeld Flecken hat, kannst du auch hier Kartoffelschalen zum Reinigen verwenden.
Stromfresser in der Küche: Ein Herd mit Ceranfeld ist zwar effizienter als ein Herd mit Gusseisenplatte, aber noch effizienter ist ein Induktionsherd. (Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign)

Auch beim Kochen lässt sich Strom einsparen; zum Beispiel durch die Wahl von qualitativ hochwertigem Kochgeschirr und die richtige Größe des Topfes. Weitere Tricks: Den Herd ein paar Minuten vor Ende der Garzeit abschalten und die Restwärme nutzen.

Erfahre hier noch mehr Tipps: Energie sparen beim Kochen: die 14 besten Tipps

3. Wäschetrockner

Ein Wäschetrockner verspricht dir mehr Zeit und weniger Arbeit: Deine Kleidung ist im Nu trocken. Doch Wäschetrockner sind keine allzu gute Idee. Etwa 325 Kilowattstunden braucht ein Trockner in einem Drei-Personen-Haushalt. Selbst das stromsparendste Gerät (Achtung: Neue Energielabels) frisst noch rund 50 Euro im Jahr, bei den derzeit steigenden Energiepreisen noch mehr.

Es sprechen noch andere Argumente gegen einen Wäschetrockner:

  • Es besteht das Risiko, dass die Wäsche einläuft: Besonders betroffen sind davon Kleidungsstücke aus Polyester und Mischgewebe mit Polyesteranteil.
  • Für die Herstellung eines Wäschetrockners fallen mehr als 200 Kilogramm CO2-Äquivalente an. Das entspricht etwa einer Autofahrt von 1.000 Kilometern, so der CO2-Rechner von quarks.de.
  • Im Sommer trocknet die Wäsche draußen manchmal schneller als im Trockner: Rund zwei Stunden dauert das Programm „schrank­trocken“ bei den meisten Modellen. In der heißen Sommersonne ist die Wäsche aber oft schon etwas früher trocken.
wäschetrockner
Am umweltschonendsten lässt du deine Wäsche an der Sonne trocknen. Oft wird die Wäsche in der Sonne auch wieder richtig weiß, weil die Sonne ein wenig bleicht. (Foto: CC0 / Pixabay / JillWellington)

Wenn du tatsächlich auf einen Trockner angewiesen bist, weil du vielleicht keinen Balkon oder Garten hast oder in einer kleinen Wohnung wohnst, in der du ohnehin mit Schimmel kämpfst, solltest du ein gutes Modell wählen. Wärmepumpentrockner sind deutlich sparsamer als andere Modelle. Ein sparsamer Energieverbrauch, eine Feuchtesteuerung und die höchste Kondensationseffizienzklasse sollten beim Kauf wichtige Kriterien sein.

Hier findest du die besten Geräte: Wäschetrockner-Test: Diese Testsieger sparen Strom und Geld. Außerdem solltest du den Trockner nur voll beladen in Betrieb nehmen.

4. Stromfresser: Monitore

Ein weiterer Energiefresser im Haushalt schlägt vor allem seit dem vermehrten Homeoffice zu Buche: der Computermonitor. Die Bildschirme von Laptops sind im Gegensatz zum Computermonitor auf den Batteriebetrieb eingestellt und verbrauchen somit weniger Strom.

„Nutzen Sie beispielsweise Ihren PC bzw. Notebook etwa vier Stunden pro Tag für Standardanwendungen, verbrauchen Sie mit einem PC inklusive Monitor mit circa 60 Watt Leistungsaufnahmen 87 Kilowattstunden pro Jahr. Im Vergleich dazu sind es bei einem Notebook mit 15 Watt nur 22 Kilowattstunden pro Jahr. Das entspricht einer jährlichen Einsparung von circa 19 Euro.“, laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

5. Fernseher

Ähnliches gilt auch für Fernsehgeräte. Klingt logisch, wird aber meistens nicht bedacht: Je größer der Fernseher ist, desto mehr Strom verbraucht er auch. Wer beim Fernseher also Strom sparen möchte, sollte nicht unbedingt den größten Fernseher kaufen und auf die Energieeffizienz des Geräts achten.

Auch andere Geräte wie TV-Receiver, Spielekonsolen, DVD-Player, Computer oder Laptops, die permanent an Steckdosen angeschlossen sind, werden zwar nicht dauernd benutzt, befinden sich aber dennoch im Dauerbetrieb.

Den Fernseher auszuschalten, reicht nicht: Der läuft dann noch auf Standby
Stecker ziehen statt Standby: Mit der Fernbedienung kannst du den Fernseher nicht vollständig ausschalten. (Foto: CC0 Public Domain / Alehandra13)

Dr. Dietlinde Quack, Projektleiterin von EcoTopTen am Öko-Institut, bestätigt dies in einer Pressemitteilung: „Klassische Stromfresser wie Kühlschrank oder Waschmaschine fallen beim Gesamt-Stromverbrauch immer weniger ins Gewicht, umgekehrt steigt der Gesamt-Energieverbrauch von Medienausstattung, Unterhaltungselektronik und Computer.“

Hier findest du bessere Fernseher: Weniger Stromverbrauch beim Fernsehen: 9 stromsparende Smart TVs.

6. Stereoanlage im Standby-Modus

Während einige Hersteller von Fernsehgeräten nachgebessert haben und neue Fernseher maximal nur noch ein halbes Watt im Wartemodus schlucken, sieht das bei der Stereoanlage ganz anders aus. Wie wir bereits in der Vergangenheit berichteten, verbraucht eine Stereoanlage im Standby-Modus Strom für 35 Euro im Jahr. Damit toppt sie Fernseher und Computer im Standby-Modus.

Frage dich deshalb: Wie oft habe ich die Anlage wirklich in Betrieb? Vielleicht solltest du dir angewöhnen, den Stecker erst einzustöpseln, wenn du tatsächlich Musik hören möchtest und ansonsten bei Elektrogeräten immer den Stecker ziehen oder abschaltbare Steckerleisten verwenden.

Lies hier weiter für mehr Informationen: Der schlimmste Stromschlucker heißt Standby: 12 fiese Fakten.

7. (Smarte) Haushaltsgeräte

Beim Stromverbrauch nicht zu unterschätzen sind smarte Haushaltsgeräte, die ständig mit dem WLAN verbunden sind. Die meisten Geräte im Smart Home versprechen zwar einen effizienten Umgang mit und eine Kontrolle über den verbrauchten Strom. Allerdings vergeuden einige von ihnen selbst eine Menge Energie.

Smart Home Heizung
Smart Home-Geräte mit Display verbrauchen mehr Strom als ohne. (Foto: Colourbox.de)

Das Magazin connect.de hat bei den gängigsten Komponenten nachgemessen, wie hoch der Stromverlust tatsächlich ist: Minilautsprecher wie der Amazon Dot verbrauchen im Jahr etwa 13 Kilowattstunden, deutlich mehr verbraucht der Echo Show mit Display mit etwa 40 Kilowattstunden.

Wir finden: Viel Kleinvieh macht auch Mist. Daher kann es ratsam sein, die elektrische Zahnbürste nicht nach jedem Gebrauch wieder in die Ladestation zu stellen. Im Jahr kann sie so immerhin auch 45 Kilowattstunden verbraten. Noch weniger Strom und stattdessen die höchste Körperenergie verbrauchst du, wenn du auf eine Handzahnbürste umsteigst, am besten auf eine Bambus-Zahnbürste.

Stromverbrauch messen und weitere Stromfresser finden

Wenn du jetzt noch wissen möchtest, wie viel Strom die Geräte in deinem Zuhause ganz genau verbrauchen, kannst du das auch leicht selbst berechnen und nachmessen. Im folgenden Artikel findest du eine ausführliche Erklärung dazu: Stromverbrauch berechnen und nachmessen: So viel kosten deine Haushaltsgeräte.

Zudem kannst du neben dem Gebrauch von geeignetem Kochgeschirr und dem Abstöpseln von Steckern auch auf andere Weisen Stromsparen. Dazu findest du hier mehr Informationen (klick einfach auf den Kasten):

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