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Elektrische Zahnbürsten im Test 2023: Die besten und nachhaltigsten Testsieger bei Stiftung Warentest und Öko-Test

Elektrische Zahnbürsten Öko-Test
Fotos: ÖKO-TEST

Zähneputzen gehört einfach zum Tag dazu! Elektrische Zahnbürsten sollen besonders gut zur Zahnhygiene beitragen. Doch sind sie auch so nachhaltig wie die gute alte Handzahnbürste? Wir zeigen euch die besten elektrischen Zahnbürsten im Test – und natürlich auch die nachhaltigsten Modelle, die ihr zurzeit finden könnt.

2022 nahm Öko-Test 15 elektrische Zahnbürsten unter die Lupe, die Stiftung Warentest hat 2023 zwölf neue Modelle untersucht. Getestet wurden auch Modelle der Marken Happybrush und Boombrush, die als besonders nachhaltig vermarktet werden. Wir fragen uns: Kann man beides haben? Eine gründliche Zahnreinigung als per Handzahnbürste UND ein klimafreundliches Produkt?

Du interessierst dich nur für die Testergebnisse von Stiftung Warentest und Öko-Test? Hier gelangst du direkt zu den Testsiegern und unseren Empfehlungen.

Inhaltsverzeichnis dieses Beitrags:

Viele elektrische Zahnbürsten im Test halten sechs Jahre

Die Ökobilanz eines Produkts wird bekanntlich immer besser, je länger es genutzt wird. Die Stiftung Warentest konzentriert sich bei ihren Tests im Punkt „Umwelteigenschaften“ deshalb in erster Linie auf eine lange Haltbarkeit. In einem Dauertest wurde dabei eine sechsjährige Nutzung durch zwei Personen simuliert. Zudem mussten sich die Produkte in einem Fall- und einem Spritzwasser-Test behaupten. Ein weiterer Pluspunkt war ein austauschbarer Akku (den leider kaum ein Hersteller anbietet).

Die meisten elektrischen Zahnbürsten im Test der Stiftung Warentest erhielten in Bezug auf ihre Haltbarkeit das Testurteil „gut“, was bedeutet, dass sie sechs Jahre lang täglich benutzt werden können. Öko-Test simulierte dagegen nur drei Jahre Nutzungsdauer (die alle Modelle durchhielten). Zwischenstand: Was die Nutzungsdauer betrifft, kann der aktuellen Technik also zurzeit ein gutes Durchhaltevermögen attestiert werden.

Ökobilanz von elektrischen Zahnbürsten  

Elektrisch Zahnbürsten geben ein Gefühl von sauberen Zähnen. Timer-Funktionen in den Bürsten helfen beim Einhalten der Putzzeit.
Elektrische Zahnbürsten geben ein Gefühl von sauberen Zähnen. Timer-Funktionen in den Bürsten helfen beim Einhalten der Putzzeit. (Foto: CC0 / Pixabay / slavoljubovski)

2020 veröffentlichten Forschende im British Dental Journal eine Studie, die die Ökobilanz von elektrischen Zahnbüsten, Bambus-Zahnbürsten, Kunststoffbürsten und Kunststoffzahnbürsten mit wechselbarem Bürstenkopf auswertete. 

Das Ergebnis: Die elektrische Zahnbürste schnitt im Vergleich zu den drei Handzahnbürsten am schlechtesten ab. Obwohl die Wissenschaftler:innen davon ausgingen, dass eine elektrische Zahnbürste fünf Jahre lang in Gebrauch ist, und eine Handzahnbürste alle drei Monate ersetzt werden muss, war die errechnete CO2-Bilanz der elektrischen Zahnbürste elfmal so hoch wie die der Bambus-Zahnbürste. Der Studie zufolge sind Bambus-Zahnbürsten und Kunststoffzahnbürsten mit wechselbarem Bürstenkopf am umweltfreundlichsten. (Die Untersuchung hat allerdings nicht berücksichtigt, dass mehrere Personen im Haushalt die gleiche elektrische Zahnbürste benutzen können.)

Unternehmen wie Happybrush werben damit, die CO2-Emissionen, die durch die Herstellung ihrer elektrischen Zahnbürsten entstehen, durch regionale Baumpflanzprojekte auszugleichen. Allerdings bestehen schon seit längerer Zeit Zweifel daran, wie sinnvoll Projekte zur CO2-Kompensation überhaupt sind. Happybrush kann immerhin noch weitere glaubhafte Bemühungen in Richtung einer nachhaltigeren Produktion nachweisen (siehe weiter unten).

Elektrische Zahnbürste vs. Handzahnbürste: Welche ist nachhaltiger?

Handzahnbürsten oder elektrische Zahnbürsten für das richtige Zähneputzen?
Auch wenn Handzahnbürsten alle drei Monate gewechselt werden, ist ihre CO2-Bilanz besser als die einer elektrischen Zahnbürste, die fünf Jahre in Gebrauch ist. (Foto: CC0 / Pixabay / Monfocus)

Im Vergleich zu anderen Elektrogeräten ist der Stromverbrauch einer elektrischen Zahnbürste gering (laut Stiftung Warentest wenige Euro pro Jahr), doch Handzahnbürsten benötigen natürlich gar keinen Strom. Am umweltschädlichsten an der Elektrischen sind die Produktion und die eventuell nicht fachgerechte Entsorgung des Akkus.

Wenn du nicht auf deine elektrische Zahnbürste verzichten willst, gibt es dennoch Möglichkeiten, sie nachhaltiger zu nutzen. Statt Aufsteckköpfen aus Plastik bieten einige Hersteller inzwischen auch Wechselköpfe aus Bambus an, zum Beispiel Truemorrow.

Außerdem solltest du beim Kauf einer elektrischen Zahnbürste auf den Akku achten: Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion) sind Nickel-Metall-Akkus (Ni-Mh) überlegen. Laut Öko-Test sind Lithium-Ionen-Akkus „im Vergleich robuster und verfügen über eine höhere chemische Stabilität und damit eine längere Lebensdauer.“ Die schwächsten Akkus machten bei den Tests des Verbrauchermagazins schon nach 100 Minuten schlapp; gute Akkus müssen erst nach über 300 Minuten aufgeladen werden.

Elektrische Zahnbürste vs. Handzahnbürste: Welche putzt besser?

Studien weisen darauf hin, dass elektrische Zahnbürsten gründlicher putzen als Handzahnbürsten. Allerdings ist eine objektive Bewertung hier sehr schwierig: Denn das Empfinden, dass einem die Zahnreinigung mit einer elektrischen Zahnbürste leichter von der Hand geht, spielt dabei eine wichtige Rolle. Dazu gehört auch der kleinere Bürstenkopf und der eingebaute Timer, der dabei hilft, tatsächlich zwei Minuten zu putzen. Manche Bürstenhersteller locken sogar mit eigenen Apps, was manche Menschen sicher motivierend finden.

Mit der richtigen Putztechnik lassen sich Plaque, Zahnbeläge und Bakterien aber genauso gut mit der guten, alten Handzahnbürste entfernen. 

Unabhängig davon gilt, dass Zahnbürsten spätestens nach dreimonatiger Nutzung ihre Reinigungswirkung um 30 Prozent einbüßen. Sobald sich die Borsten nach außen neigen, solltest du deshalb den Bürstenkopf wechseln. 

Elektrische Zahnbürste vs. Handzahnbürste: Fazit

Eine elektrische Zahnbürste ist im Vergleich zur Handzahnbürste oder etwa einem Miswak-Zweig weniger nachhaltig – insbesondere, wenn man sie mit Modellen aus Bambus oder Handzahnbürsten mit wechselbarem Bürstenkopf vergleicht. Elektrische Zahnbürsten können allerdings deine Zahngesundheit fördern. Insbesondere dann, wenn du selbst das Gefühl hast, dass du mit einer elektrischen Zahnbürste disziplinierter und gründlicher putzt als zuvor.

Du kannst vor dem Kauf also für dich abwägen, ob dir der Nachhaltigkeitsaspekt wichtiger ist – oder der möglicherweise höhere Komfort einer elektrischen Zahnbürste. Natürlich kann man eine elektrische Zahnbürste (ohne Aufsätze) auch gebraucht kaufen und so Ressourcen sparen.

Solltest du dich am Ende für den Kauf einer Elektrischen entscheiden, findest du im Folgenden die besten elektrischen Zahnbürsten im Test bei Stiftung Warentest und Öko-Test – inklusive unserer Umwelttipps zum Thema.

Elektrische Zahnbürsten im Test 2023: Die Testsieger 

Allgemeiner Testsieger 2023: Premiumzahnbürste Philips Sonicare

Die kostspielige Sonicare 9400 Schallzahnbürste „überzeugt in allen Bereichen“, so die Stiftung Warentest in ihrem Test 2023.

Testsieger 2023 bei Stiftung Warentest: Philips Sonicare 9400 DiamondClean Smart
Testsieger 2023 bei Stiftung Warentest: Philips Sonicare 9400 DiamondClean Smart ((c) Philips)

Auch schon 2021 hieß der Testsieger der Stiftung Warentest Philips Sonicare 9900; 2019 gewann das Modell Philips Sonicare 9300. Auch beim Verbrauchermagazin Öko-Test (2021) war das Modell Philips Sonicare 4300 eines von drei Testsiegern. 

Das Besondere an dem (selbsternannten) Premium-Modell Sonicare 9400 ist eine App, die dazu animieren soll, sich an die Putzzeiten zu halten und auch die „toten Winkel“ im Mundraum bei der Reinigung nicht außen vor zu lassen. 

  • Gesamturteil laut Öko-Test: „sehr gut“ (Modell Sonicare 4300) 
  • Gesamturteil laut Stiftung Warentest: „gut“ (1,9) (Modell Sonicare 9400) 
  • Testurteil „Haltbarkeit/Umwelteigenschaften“ laut Stiftung Warentest: „gut“ (2,0); Anmerkung der Tester:innen: Da der Akku nicht durch die Nutzer:innen ausgewechselt werden kann, kann das Urteil nicht „sehr gut“ lauten.
  • Betriebszeit mit einer Akkuladung: 117 Minuten 
  • Umweltfreundlichere Materialien: Nein  
  • Produktion: Die aktuelle Sonicare 9400 wird in China produziert. 

Kaufen: Philips Sonicare 9400 (Modellnummer HX9917) ab ca. 222 Euro bei Otto, Saturn oder Amazon. Philips Sonicare 4300 (Modellnummer HX6807/51) ab ca. 65 Euro bei Otto, Saturn oder Amazon

Umwelt-Tipp: Happybrush 

Happybrush ist ein Unternehmen aus München. Der Hersteller wirbt mit der Nachhaltigkeit seiner Produkte und setzt nach eigenen Angaben recycelte Materialien bei der Herstellung seiner elektrischen Zahnbürsten ein. Damit steht das B-Corp-zertifizierte Unternehmen in diesem Bereich noch recht allein auf weiter Flur und ist daher unser Umwelt-Tipp, was elektrische Zahnbürsten betrifft. Aber: Auch Happybrush produziert seine elektrischen Zahnbürsten in Asien.

Die Zahnbürste von Happybrush kann im Test überzeugen
Die Zahnbürste von Happybrush kann im Test überzeugen. ((c) Happybrush)

Bei den elektrischen Zahnbürsten war die Rotationszahnbürste Happybrush R2 unter den drei Testsiegern bei Öko-Test. Sie überzeugte insbesondere mit der Reinigungsleistung (Bestnote 1,0) und der Qualität der Bürsten.

Stiftung Warentest hat in der Vergangenheit sogar schon mehrere Happybrush-Modelle getestet. War die Reinigungsleistung im Jahr 2017 noch „ausreichend”, lautete das Urteil 2019 und 2021 jeweils „gut” – so auch beim aktuellen Schallzahnbürstenmodell Happybrush Vibe 3.

  • Gesamturteil laut Öko-Test: „sehr gut“ (Rotationszahnbürste Happybrush R2)
  • Gesamturteil laut Stiftung Warentest: „gut“ (2,3) (Schallzahnbürste Happybrush Vibe 3) 
  • Testurteil „Haltbarkeit/Umwelteigenschaftenlaut Stiftung Warentest: „gut“ (2,0) 
  • Betriebszeit mit einer Akkuladung: 199 Minuten (Vibe 3) 
  • Umweltfreundlichere Materialien: Ja. Das Gehäuse der Happybrush besteht laut Hersteller zu 100 Prozent aus recyceltem Material; die Aufsteckbürste zu (fast) 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen.
  • Produktion: Asien. Happybrush wirbt mit einem CO2-Ausgleich, der die Herstellung der Zahnbürste klimaneutral machen soll.

Kaufen: Rotationsbürste R2 für ca. 60 Euro bei Happybrush oder Amazon. Schallzahnbüste Vibe 3 für ca. 90 Euro bei Happybrush oder Amazon

In Sachen nachhaltiger Produktion ausbaufähig: Boombrush 

Unter den 2023 von Stiftung Warentest getesteten elektrischen Zahnbürsten befand sich auch die Schallzahnbürste Boombrush aus den Niederlanden. Das Start-up präsentiert sich ebenfalls als Hersteller einer nachhaltigen Zahnputz-Alternative.  

Zahnbürste von Boombrush
Zahnbürste von Boombrush. ((c) Boombrush )

Die Nachhaltigkeitsbemühungen von Boombrush beziehen sich zurzeit nach eigenen Aussagen auf CO2-Kompensationsprojekte, Verpackung, Versand sowie (etwas unklar definierte) Recycling-Projekte. Was die Produktion ihrer elektrischen Zahnbürsten betrifft, hat Boombrush daher aus unserer Sicht noch Nachholbedarf.

Dennoch gab es von Stiftung Warentest bei Haltbarkeit und Umwelteigenschaften ein „gut“ – was immerhin für ein langlebiges Produkt und eine gute Akkuleistung spricht.

  • Gesamturteil laut Stiftung Warentest: „gut“ (2,3)
  • Haltbarkeit/Umwelteigenschaften laut Stiftung Warentest: „gut“ (2,0)
  • Betriebszeit mit einer Akkuladung: 201 Minuten
  • Umweltfreundlichere Materialien: Nein
  • Produktion: Fernost; Montage in den Niederlanden. Die CO2-Emissionen für den Transport via Containerschiff werden laut Hersteller durch einen Klimapartner ausgeglichen.

Kaufen: ca. 80 Euro direkt bei Boombrush oder bei Amazon

Preis-Leistungs-Tipp: dm Dontodent Active Professional 

Wenn du eine gute elektrische Zahnbürste für wenig Geld suchst, wirst du auch im Drogeriemarkt fündig: Die elektrischen Zahnbürsten von Dontodent (= dm) schneiden nämlich in Tests regelmäßig gut ab. In den Jahren 2019, 2020 und 2023 landete jeweils ein Dontodent-Modell, das nur einen Bruchteil der Testsieger kostet, bei der Stiftung Warentest im guten Mittelfeld. Die Ersatzbürsten sind ebenfalls preiswert.

Die Stiftung Warentest attestierte auch dem dm-Modell ein „gut“ bei Haltbarkeit und Umwelteigenschaften. Allerdings konnten wir – ähnlich wie bei Philips und Boombrush – im Vergleich zur Happybrush keine nennenswerten Schritte in Richtung einer nachhaltigeren Produktion feststellen.

  • Gesamturteil laut Öko-Test: „befriedigend“ 
  • Gesamturteil laut Stiftung Warentest: „gut“ (2,5)  
  • Testurteil „Haltbarkeit/Umwelteigenschaftenlaut Stiftung Warentest: „gut“ (2,0) 
  • Betriebszeit mit einer Akkuladung: 84 Minuten 
  • Umweltfreundlichere Materialien: Nein 
  • Produktion: China  

Kaufen: rund 20 Euro online bei dm

Bitte lies unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen.

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