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Elektrische Zahnbürsten im Test: Wie nachhaltig sind die Öko-Test-Sieger?

Elektrische Zahnbürsten Öko-Test
Fotos: ÖKO-TEST

Zähneputzen gehört jeden Tag zum festen Ablauf. Dabei sollen elektrische Zahnbürsten besonders gut zur Zahnhygiene beitragen. Doch sind sie auch nachhaltig? Öko-Test hat sich 15 elektrische Zahnbürsten genauer angesehen und kommt zu einem durchwachsenen Ergebnis.

Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat 15 elektrische Zahnbürsten zwischen 9,99 Euro und 199,95 Euro getestet. Unter den drei „sehr gut“ bewerteten, befindet sich auch die als nachhaltig vermarktete Happy Brush. Kann man also doch beides haben? Eine gründlichere Zahnreinigung als per Handzahnbürste UND ein klimafreundliches Produkt?

Elektrische Zahnbürsten: Die Testsieger

Die Testergebnisse der 7 Rotationszahnbürsten und 8 Schallzahnbürsten fielen gemischt aus. Ökotest vergab unter anderem 3x „sehr gut“, 3x „gut“, aber auch 2x „ausreichend“ und 1x „ungenügend“.

Happybrush elektrische Zahnbürste
Das Gehäuse der Happybrush-Zahnbürste besteht zu 100 Prozent aus recyceltem Material (Foto: ÖKO-TEST)

Die beste Rotationszahnbürste im Test ist die Happy Brush R2. Im praktischen Test zur Reinigungsleistung erhielt sie die Bestnote 1,0. Mit 39,95 Euro ist sie dabei auch noch relativ preisgünstig. Positiv bewerten die Tester:innnen insbesondere die Qualität der Borsten. Über 70 Prozent der Borsten sind gut abgerundet. Dies war im Test nicht bei allen Modellen der Fall. Enthalten die Borsten zu viele Ecken und Kanten, kann dies das Zahnfleisch reizen.

Gut zu wissen: Das Gehäuse der Happy Brush besteht zu 100 Prozent aus recyceltem Material und die Aufsteckbürste zu (fast) 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. Zudem ist das Unternehmen durch Projekte klimaneutral.

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Auch bei den Schallzahnbürsten hat Ökotest zwei Produkte mit „sehr gut“ bewertet, die jedoch nicht als besonders nachhaltig beworben werden:

Die Philips Sonicare 4300 Protective Clean überzeugte mit einem „sehr gut“. Mit 59,95 Euro ist sie wesentlich günstiger als die mit „gut“ bewertete Philips Sonicare 9000 Diamond Care für 189 Euro.
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Die Vitis Sonic S10 wurde ebenfalls mit „sehr gut“ bewertetet und kostet nur 36,90 Euro. Die Qualität einer Zahnbürste hängt offenbar also nicht nur am Preis.
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Die gesundheitlichen Vorteile der Testsieger

Studien weisen darauf hin, dass elektrische Zahnbürsten gründlicher putzen als Handzahnbürsten. Eine wichtige Rolle spielt dabei allerdings das persönliche Empfinden, dass die Zahnreinigung mit einer elektrischen Zahnbüste einfacher ist. Zu den Gründen gehört der kleinere Bürstenkopf und der eingebaute Timer, welcher dabei unterstützt, tatsächlich mindestens 2 Minuten lang zu putzen. Mit der richtigen Technik und Zeit ist es allerdings auch möglich, mit einer Handzahnbürste Plaque, Zahnbeläge und Bakterien zu entfernen.

Wissenschaftlich belegt ist laut der Techniker Krankenkasse, dass Zahnbürsten nach spätestens dreimonatiger Nutzung ihre Reinigungswirkung um 30 Prozent einbüßen. Sobald sich die Borsten nach außen neigen, solltest du darum den Bürstenkopf wechseln.

Wie nachhaltig sind elektrische Zahnbürsten im Vergleich zur Handzahnbürste?

In einer britischen Studie (2020 im British Dental Journal veröffentlicht) wurde die Öko-Bilanz von elektrischen Zahnbüsten, Bambus-Zahnbürsten, Kunststoffbürsten und Kunststoffzahnbürsten mit wechselbarem Bürstenkopf ausgewertet.

Das Ergebnis: Die elektrische Zahnbürste schnitt im Vergleich zu den 3 Handzahnbürsten am schlechtesten ab. In 15 von 16 Umweltkriterien war die elektrische Zahnbürste Schlusslicht. Eine elektrische Zahnbürste produziert zum Beispiel in ihrem Lebenszyklus 11 mal so viel CO2 wie eine Bambus-Zahnbürste.

Handzahnbürsten oder elektrische Zahnbürsten für das richtige Zähneputzen?
Handzahnbürsten produzieren in ihrem Lebenszyklus 11 mal weniger CO2 als elektrische Zahnbürsten. (Foto: CC0 / Pixabay / Monfocus)

Im Vergleich zu anderen Elektrogeräten ist der Stromverbrauch einer elektrischen Zahnbürste gering (laut der Stiftung Warentest sind es wenige Euro aufs ganze Jahr gerechnet), doch Handzahnbürsten verwenden natürlich gar keinen Strom. Am umweltschädlichsten sind die Produktion und die eventuell nicht fachgerechte Entsorgung des Akkus der elektronischen Zahnbürsten.

Der Studie zufolge sind Bambus-Zahnbürsten und Kunststoffzahnbürsten mit wechselbarem Bürstenkopf am umweltfreundlichsten.

Wenn du nicht auf deine elektrische Zahnbürste verzichten willst, gibt es dennoch Möglichkeiten, diese nachhaltiger zu nutzen. Statt Wechselköpfe aus Plastik, bieten Hersteller nachhaltiger Kosmetikartikel für manche Modelle inzwischen Wechselköpfe aus Bambus an, zum Beispiel truemorrow.

Lebensdauer und Akkuleistung bei elektrischen Zahnbürsten

Bei Ökotest wird der Dauerbetrieb der Zahnbürsten auf 3 Jahre simuliert. So lange halten die elektrischen Modelle alle gut durch. Der britischen Vergleichsstudie zufolge reicht diese Nutzungsdauer allerdings nicht, um sie klimaneutral zu machen.

Elektrisch Zahnbürsten geben ein Gefühl von sauberen Zähnen. Timer-Funktionen in den Bürsten helfen beim Einhalten der Putzzeit.
Elektrisch Zahnbürsten geben ein Gefühl von sauberen Zähnen. Timer-Funktionen in den Bürsten helfen beim Einhalten der Putzzeit. (Foto: CC0 / Pixabay / slavoljubovski)

Bezüglich der Leistung zeigte der Test von Ökotest, dass Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion), den Nickel-Metall-hydrid (Ni-Mh) Akkus gegenüber überlegen sind. Lithium-Ionen-Akkus „sind im Vergleich robuster und verfügen über eine höhere chemische Stabilität und damit eine längere Lebensdauer.“ Die schwächsten Akkus machten nach 100 Minuten schwach, gute Akkus müssen erst nach über 300 Minuten aufgeladen werden.

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Elektro-Zahnbürsten im Test: Fazit

Eine elektrische Zahnbürste ist im Vergleich zur Handzahnbürste oder einem Miswak weniger nachhaltig, insbesondere zu den Modellen aus Bambus und denen mit wechselbarem Bürstenkopf. Elektrische Zahnbürsten können allerdings deine Zahngesundheit fördern. Insbesondere dann, wenn du selbst das Gefühl hast, dass du mit einer elektrischen Zahnbürste disziplinierter und gründlicher putzt.

Weitere Infos zu den Testergebnissen findest du in Ausgabe 12/2021 sowie auf oekotest.de.

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