Hitzewelle: So bleibt dein Auto kühl

Auto kühlen bei Hitze
Foto: CC0 Public Domain / Unsplash - William Krause

Autos heizen sich im Sommer schnell auf und werden bei hohen Temperaturen regelrecht zu Backöfen. Wie du Hitze im Auto verhinderst, erfährst du hier. Und wir geben Tipps, wie du am besten ohne Auto unterwegs bist.

Du öffnest die Autotür und dir kommt ein Hitzeschwall entgegen; so ergeht es vielen im Sommer, wenn sie sich ins Auto setzen. Nicht selten erhitzt sich der Innenraum auf über 50 Grad Celsius: fast wie in der Sauna. Damit es gar nicht erst zum Aufstauen von Hitze kommt und sich das Auto so stark erwärmt, haben wir hier Tipps. Außerdem zeigen wir dir gute Alternativen zum Auto, vor allem im Sommer.

Auto kühlen durch im Schatten parken

Sonnenstrahlen heizen Räume auf, auch Autos. Ein naheliegender, aber sehr effektiver Tipp ist deshalb, das Auto von vorneherein im Schatten zu parken und so dem Aufheizen vorzubeugen.

Apropos: Wenn du dein Auto abstellst, solltest du auf keinen Fall Kinder oder Hunde bei warmen Temperaturen im Auto zurücklassen, auch nicht „nur kurz“. Dies kann schlimmstenfalls tödlich enden!

Hund im Auto
Hunde im Auto bei Sommerhitze: Lebensgefahr schon bei mäßig warmen Temperaturen! (Foto: C0 Public Domain / Pixabay - simpleclipsbyclicks)

Abdeckfolie gegen Hitze im Auto

Die silbernen Folien für die Windschutzscheibe werden oft im Winter eingesetzt, um Vereisung vorzubeugen. Doch auch im Sommer kannst du sie verwenden, um den Innenraum deines Autos und deine Armaturen vor Erhitzen zu schützen. Vor allem, wenn du die Folie außen auf der Windschutzscheibe anbringst, kann diese schädliche UV-Strahlen abwehren, bevor sie in den Innenraum des Autos gelangen. Lege die Folie mit der silbernen Seite nach oben außen auf deine Windschutzscheibe und klemme die beiden Flügel an den Seiten in den Autotüren fest, damit die Folie nicht verrutscht.

Leider kommt die Folie nicht ohne Plastik aus; zumindest kann sie viele Male wiederverwendet werden, wenn man sie pfleglich behandelt. Möchtest du auf Plastik verzichten, parke besser gleich im Schatten (sofern möglich) und wende die folgenden Tipps für weniger Hitze im Auto an.

Lenkrad und Armaturen abdecken

Die Armaturen eines Autos sind meist schwarz und hinter der Windschutzscheibe direkt dem Sonnenlicht ausgesetzt. Entsprechend aufgeheizt können sie werden. Jede Person, die bereits auf ein heißes Lenkrad gefasst hat, weiß, wie man sich daran im Sommer die Finger verbrennen kann; wortwörtlich.

Um dem vorzubeugen, kannst du zum Beispiel Handtücher auf deine Armaturen und über das Lenkrad legen. Auf diese Weise werden sie zwar voraussichtlich etwas warm in der Sonne, aber wesentlich weniger heiß als bei direkter Einstrahlung.

Wasserfleck Autositz
Vor allem Lenkrad, Armaturen und Sitze heizen sich in der Sonne stark auf. (Foto: CC0 / Pixabay / Fotobob)

Gefahrenquelle heißes Auto

Zunächst denkt man eher daran, wie unangenehm es ist, in ein aufgeheiztes Auto zu steigen. Das heiße Lenkrad, die Schweißperlen auf der Stirn und der klebende Autositz (vor allem bei Leder!). Dass es auch gefährlich ist, kommt den wenigsten in den Sinn. Doch bei hohen Temperaturen sind Menschen oft gereizter und unkonzentrierter. Gerade im Straßenverkehr ist diese eingeschränkte Leistungsfähigkeit ungünstig und kann schnell zu Unfällen führen. In einem sehr aufgeheizten Auto gelten zudem ähnliche Gefahren wie bei extremer Hitze allgemein: Es kann schnell zu Dehydration oder zu anderen Hitzenotfällen kommen.

Auto kühlen: So geht es effektiv

Hat sich das Auto bereits aufgeheizt, dann öffne zunächst alle Fenster und sorge für Luftzug. Stelle anschließend deine Lüftung (nicht die Klimaanlage!) auf hoch und sorge für zusätzlichen Luftaustausch. Wenn das nicht ausreichend Besserung sorgt, dann kannst du die Fenster wieder schließen und deine Klimaanlage einschalten. Hier gilt aber: Nicht auf Eisschrank einstellen, sondern im Idealfall sollte die Temperatur auf etwa 6 Grad unter der Außentemperatur eingestellt werden. Das wären bei 36 Grad immer noch 30 Grad, ist aber effektiver und umweltfreundlicher, als gleich auf 20 Grad zu gehen.

Übrigens: Ventilatoren im Auto, die über USB-Anschluss betrieben werden, sind überflüssig und potenziell gefährlich. Denn sie können das Sichtfeld einschränken und sich im Falle eines Unfalls lösen. Deshalb rät auch ein Experte des ADAC davon ab.

Auto stehen lassen!

Dieser Tipp sollte jetzt nicht überraschend kommen, denn am besten ist immer noch, das Auto stehen zu lassen, vor allem bei Hitze. Umweltfreundlichere Alternativen gibt es einige, zum Beispiel:

Fahrrad

Bei sommerlichen Temperaturen macht Radfahren besonders Spaß. Natürlich kommt man dabei auch mal ins Schwitzen, vor allem während einer Hitzewelle, wahrscheinlich aber sogar weniger, als sich in ein aufgeheiztes Auto zu setzen. Außerdem kühlt der Fahrwind ein wenig beim Strampeln; je nach Geschwindigkeit.

fahrrad statt auto
Es muss nicht das Auto sein: Vor allem in der Stadt kommst du mit dem Fahrrad oft besser voran. (Foto: CC0 / Pixabay / Pexels)

Solltest du auf dem Weg in die Arbeit oder zu einem (wichtigen) Termin sein, empfehlen wir dir aber, genug Zeit einzuplanen, damit du langsamer fahren kannst. Außerdem ist es nicht verkehrt, ein Shirt oder eine Hose zum Wechseln dabei zu haben, solltest du doch mehr schwitzen als gedacht. Gegen Helm-Haare hilft zum Beispiel ein Kamm; denn ohne Helm solltest du nicht fahren: aus Sicherheitsgründen und auch, weil der Helm dir Sonnenschutz für Kopf und Gesicht bietet.

Zug, Bus und Bahn

Vor allem zu Zeiten des 9-Euro-Tickets sind die öffentlichen Verkehrsmittel eine gute Wahl. Das gilt auch im Sommer und insbesondere in der Stadt, in der die Infrastruktur meist besser ist als auf dem Land. Auch hier solltest du aber immer genug Zeit einplanen, um dich nicht hetzen (und zusätzlich schwitzen) zu müssen. Nicht alle Busse und Züge haben eine Klimaanlage oder Fenster, die geöffnet werden können. Um also zusätzliche Hitze durch große Menschenmengen zu vermeiden, fahre möglichst nicht zu Stoßzeiten. Bei längeren Strecken kann sich das Ausweichen auf Nebenzeiten auch positiv auf deinen Preis auswirken und günstigere Tickets bedeuten.

Besonders schön an den öffentlichen Verkehrsmitteln: die Zeit, die Kosten und den Ärger, den man sich wegen der unnötigen Parkplatzsuche spart (vor allem in der Stadt).

Zugfahren ist vor allem bei langen Strecken klimafreundlich.
Zugfahren ist eine gute Alternative zum Auto und es ist vor allem bei langen Strecken klimafreundlich. (Foto: CC0 / Pixabay / Didgeman)

Zu Fuß

Klar, bei großer Hitze ist es nicht immer angenehm draußen. Doch im Vergleich zum Auto bist du zu Fuß etwas achtsamer unterwegs und kannst deine Umgebung besser erkunden. Vor allem in der Stadt ist Gehen eine gute Alternative, denn es gibt immer viel zu sehen (und ohnehin wenige Parkmöglichkeiten). In ländlichen Regionen ist es natürlich ebenfalls schön, zu Fuß unterwegs zu sein, vor allem da es in der Regel grüner ist; doch sind die Wege dort meist länger. Aber auch beim Sprung zum Bäcker im Dorf gilt: Lieber zu Fuß, als „schnell mit dem Auto“.

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