Wohnung kühlen ohne Klimaanlage – Tipps und Tricks

Wohnung kühlen
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Auch ohne Klimaanlage kannst du im Sommer deine Wohnung kühlen: Hier einige Tipps, die in jeder Wohnung die Temperatur um einige Grad senken, wenn im Sommer die Hitze unerträglich wird.

Eine Klimaanlage ist nicht nur teuer und aufwendig zu installieren, sondern auch eine ökologische Katastrophe. Selbst eine kleine Kühlanlage mit zum Beispiel 880 Watt verbraucht mehr Strom als 100 Energiesparlampen. Und Klimaanlagen schieben die warme Luft nur woanders hin – doch sie erwärmen dabei zugleich die Welt noch weiter.

Dabei gibt es umweltverträglichere und günstigere Alternativen.

Wohnung kühlen: mit feuchten Handtüchern oder Laken

Am bekanntesten ist die Methode, feuchte Handtücher oder Baumwoll-Bettlaken aufzuhängen. Dabei tränkst du den Stoff mit kaltem Wasser und wringst ihn etwas aus. Anschließend hängst du das Handtuch entweder direkt vor das Fenster oder über einen Wäscheständer mitten im Raum.

Der Trick dabei: Beim Trocknen wird der Luft Wärme entzogen. Diese Wärme kühlt nicht nur das feuchte Handtuch, sondern auch die Umgebungsluft – durch die sogenannte „Verdunstungskälte“ kann man auf diese Weise die Wohnung kühlen.

Wohnung kühlen: feuchte Tücher helfen
Wohnung kühlen: feuchte Tücher helfen (Foto: Pixabay / CC0 / janpentinga)

Tipp: Teppiche im Sommer in den Keller verfrachten – sie verhindern, dass der Boden Wärme aufnimmt.

Kühl ohne Klimaanlage: per Ventilator

Ventilatoren sind die erste Wahl, wenn die Hitze unerträglich wird. Ja, auch sie verbrauchen Strom, aber dieser macht nur einem Bruchteil des Stromverbrauchs einer Klimaanlage aus und entspricht etwa ein bis zehn Energiesparlampen. Der Ventilator ist somit eine nachhaltigere Alternative und kann auch mehr, als nur die Luft zu verwirbeln, gerade im Zusammenspiel mit den oben genannten feuchten Laken.

Ausdrücklich stromsparende Ventilatoren (3 bis 17 Watt), um die Wohnung zu kühlen, gibt es zum Beispiel** bei Memolife.de.

Energiesparender Ventilator
Energiesparender Ventilator (Foto: memolife.de)

Noch besser sind theoretisch Ventilatoren mit Solar-Panel. Sie verbrauchen nur so viel Strom, wie durch die Sonne auch selbst erzeugt wird und arbeiten automatisch nur dann, wenn sie gebraucht werden. Allerdings gibt es sie in der Praxis bislang meist nur als Sets zum Einbau in Dachzimmer oder ähnliches.

So bleibt die Wohnung im Sommer kühl

Damit die Temperatur in der Wohnung erst gar nicht so hoch steigt, solltest du zum richtigen Zeitpunkt lüften und die Fenster abdunkeln.

  • Zum Lüften sollten die Fenster abends bis früh morgens offen stehen, wenn die Sonne bereits untergegangen ist. So kann die Wohnung auskühlen.
  • Während des Tages sollten umgekehrt Balkontüren und Fenster geschlossen sein, damit die Wärme nicht in die Wohnung gelangt und sie kühl bleibt.

Damit läßt sich schon viel erreichen. Was auch hilft:

Weitere Tipps:

  • Da die Sonne im Sommer schon am Morgen sehr heiß in die Wohnung scheint, sollten die Fenster auf der Ostseite der Wohnung bereits am Morgen abgedunkelt sein.
  • Da die Sonne in der Mittagszeit am stärksten ist, sollten vor allem die Fenster zur Süd- und Westseite gut abgedunkelt sein.

Ideal sind Jalousien außen vor dem Fenster, da sie bestmöglich vor der Sonneneinstrahlung schützen. Bei Innen-Rollos solltest du darauf achten, dass sie eine reflektierende Sonnen- und Wärmebeschichtung haben, sonst erwärmen sie die Luft diesseits des Fensters.

Elektrogeräte erzeugen Wärme

Eine große Wärmequelle sind Elektrogeräte, die sich im Standby befinden. Sie sorgen für zusätzliche ein bis zwei Grad, die du vermeiden kannst:

Ein Kühlschrank kühlt die Wohnung nicht!

Dich vor den offenen Kühlschrank zu stellen sorgt nicht für niedrige Temperaturen. Denn wenn der Kühlschrank lange offen steht, braucht er auch lange zum Herunterkühlen. Dafür ist viel Energie nötig – und der Kühlschrank gibt mehr Wärme an seiner Rückseite ab.

Anders gesagt: Der Kühlschrank kühlt nur nach innen, aber nicht nach außen. In unsere Wohnungen (und ins Weltklima) hinein arbeitet er stets als Heizung. Lies auch: die optimale Kühlschranktemperatur einstellen und Lebensmittel richtig lagern – ohne Kühlschrank.

Klimaanlagen: erzeugen mehr Wärme als Kälte
Klimaanlagen: erzeugen mehr Wärme als Kälte (Foto: Pixabay / CC0 / falco)

Langfristige Lösung: Wohnung dämmen

In Dachgeschosswohnungen lässt eine schlechte Isolierung die Raumtemperatur im Sommer schnell auf über 35 Grad ansteigen. Gegen eine schlechte Dämmung helfen leider auch die besten Tricks nicht viel und es ist sehr schwierig, hier die Wohnung zu kühlen. Doch bei vielen alten Häusern kann eine Dämmung auch nachträglich vorgenommen werden. Lies auch: Experten-Interview: Hitzeschutz, was Mieter wissen müssen.

Lies dazu auch unsere Tipps, was du zum Kühlen für dich selbst tun kannst: 10 nachhaltige Tipps gegen Hitze.

Weitere Beiträge dazu bei Utopia:

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(7) Kommentare

  1. Den Nasse-Handtuch-Effekt kannte ich noch nicht, alles andere setzen wir konsequent um.

    Trotzdem: in unserem neuen Niedrigenergiehaus mit sehr guter Isolation bleibt die Wärme nach einigen Tagen in den Wänden „stecken“; die Innenraum-Komfortlüftung schalte ich herunter, sobald die Außentemperatur die Innentemperatur übersteigt. Anschließend wird es – früher oder später – stickig.

    Man hat die Wahl zwischen Sauerstoffarmut und Hitzestau. – Uns helfen die beschriebenen Tipps nicht.

  2. wer mag in dem kalten Wasser für die Handtücher vorher Meersalz einrühren. Wenn man es geschickt anstellt braucht man das Meersalz nie zu ersetzen, die Handtücher schon denn die können Schaden nehmen, also eher alte Handtücher verwenden. Die Sache ist toll weil es auch das Raumklima verbessert http://ambrosia.emporion.es

  3. Der Standby-Verbrauch halbwegs moderner GEräte liegt im einstelligen Wattbereich, häufig sogar unter einem Watt. Selbst wenn man mit fünf oder sechs oder acht Geräten im Standby pro Wohnung rechnet, kommen da keine 40 oder 50 Watt zusammen. Davon ist wiederum nur ein kleiner Teil (je nach Effizienz irgend was zwischen 10 und 40 Prozent) Wärme. Diese Wärme kann niemals einen Raum um ein oder zwei Grad erwärmen. Dies ist schlicht und ergreifend Dummfug, was Utopia hier schreibt.

    Dann die feuchten Tücher. Ein halbwegs begabter Physiker oder auch Chemiker wird sehr schnell die der Umgebung entzogene Energiemenge berechnen können, die solch feuchte Tücher beim Trocknen der Umgebung entziehen. Kurz: Es ist verschwindend wenig Energie, die niemals einen normal großen Raum um mehr als vielleicht 0,05 °C kühlen kann. Und – böser Energieerhaltungssatz – diese Energie wird bei der Kondensation des Wasser wieder frei – hoffentlich nicht an der Wohnungswand (Schimmel). Dazu kommt: Eine höhere Luftfeuchtigkeit lässt uns Wärme intensiver empfinden.

    Schlimm genug, dass sich viele Menschen wegen unserer Regierung (zweithöchste Stromkosten Europas) keine Klimaanlage leisten können. Aber ich möchte lieber nicht wissen, was solche Menschen dann über diese sinnfreien Tipps denken. Fehlt jetzt nur noch, dass ich hier im November dann lese, dass Teelichte ja ein toller Ersatz für ein Heizung sind

  4. Das mit dem Dämmen ist so eine Sache: Genau wie der erste Kommentator geschrieben hat – die Wärme bleibt nach ca. einer Woche in der Dämmung, das Haus kühlt nicht mehr ab. Je schwerer die Dämmung und die Wände sind, um so länger dauert es. Sprich sommerlichen Hitzeschutz bieten nur schwerere Dämmstoffe auf der Basis natürlicher Materialien, wie z.B. Holzweichfaserplatten. Massive, dicke, schwere Wände sind das Beste gegen Hitze, und – wenige Fenster. Genau das Gegenteil von dem, wie heute gebaut wird. Und: Bäume, Fassadenbegrünung, Grünflächen. Wenn es so weiter geht mit der Erwärmung, wird man bald 200% mehr Grün in den Städten pflanzen müssen, um sie bewohnbar zu halten. In meinem alten Bauernhaus aus Bruchsteinen und OHNE Perimeterdämmung (d.h. der Boden ist nicht gedämmt und hat keine Betonsohle) ist es auch bei 35 Grad Aussentemperatur noch 25 Grad. Und das bleibt so, weil die Erde unter dem Gebäude kühl ist und auf dem Grundstück viele Bäume, alte und neu gepflanzte stehen, zum Teil sehr nah am Haus, und kein Fitzelchen des Aussenbereichs versiegelt ist. Im Winter braucht das Haus durch die Wandheizung auch nicht allzu viel Wärmeenergie, da die Wandtemperierung die Vorteile der großen Masse ausnützen kann. Als Mieter hat man darauf wenig Einfluß, aber als Eigentümer: Leute, pflanzt Bäume und lasst sie groß werden!

  5. Der Verdunstungseffekt ist ja das Prinzip, das dem Schwitzen zu Grunde liegt. Der Effekt funktioniert jedoch schlechter, je mehr die Luft bereits mit Wasserdampf gesättigt ist. Es gibt Hersteller, die werben mit Kühlgeräten, die ohne Schläuche nach außen bis zu 12 Grad Abkühlung leisten sollen. Vorsicht! Hirn einschalten! Wärme kann nicht einfach so verschwinden. Es handelt sich hierbei um Geräte, die den Verdunstungseffekt nutzen (beim Kondensieren wird die Wärme wieder frei). Die versprochenen 12 Grad Abkühlung schaffen diese Geräte nur unter Laborbedingungen, d. h. bei absolut trockener Luft.
    Im Sommer haben wir aber oft das Problem, dass das Schwitzen nicht mehr viel hilft, weil die Luft bereits einen hohen Feuchtigkeitsgehalt hat! In einer solchen Situation ist der Kühlungseffekt dieser Geräte nur noch minimal, aber die Luft im Raum wird fast bis zur Sättigungsgrenze mit noch mehr Feuchtigkeit angereichert – ein Eigentor, denn viel wichtiger als die Reduzierung der Lufttemperatur um ein oder zwei Grad wäre die Reduzierung der Luftfeuchtigkeit im Raum, damit die körpereigene Klimanalage wieder funktioniert (Schwitzen, ohne dass der Schweiß einen Flüssigkeitsfilm bildet).
    Es ist also der blanke Unsinn, im Sommer Luftbefeuchter oder Kühlgeräte zu verwenden, die auf dem Verdunstungseffekt beruhen. Abgesehen von der erhöhten Schimmelgefahr!

    Es kann gar nicht ausreichend darauf hingewiesen werden, wie wichtig das richtige Lüften ist – und wenn man dazu auch im Urlaub mal früh aufstehen muss. Morgens ist die Luft noch kühl. Kühle Luft kann zudem nicht so viel Feuchtigkeit aufnehmen wie warme. Denn der Partialdruck von Wasserdampf steigt mit der Temperatur stark an. D. h. bei kühler Luft ist selbst bei hoher relativer Luftfeuchtigkeit die absolute Feuchtigkeit (also Mol-Anteile Wasserdampf in der Luft) vergleichsweise gering. Dann rechtzeitig die Fenster schließen und die Wohung abschatten, bevor es über den Tag warm wird. So vermeidet man das Eindringen von noch mehr Wasserdampf in die Wohnung. D. h. selbst wenn diese sich in Folge einer unzureichenden Isolierung im Laufe des Tages erwärmt, fällt einem in der Wohnung das Schwitzen leichter – angewandte Physik!

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