Diese Bio-Jeans sind billiger als Markenjeans

Foto: Unsplash, CC0

Jeans von Fair-Fashion-Labels wie Armedangels, Nudie Jeans oder Kuyichi sehen gut aus, sind bio, fair, langlebig – und oft billiger als so manche Markenjeans. Wir zeigen dir Modelle, die das beweisen und dabei eine bessere Figur machen als Levi’s, Diesel und Co.

Wegen gut gemachter Werbekampagnen denken wir bei Marken wie Diesel, Levi’s oder G-Star an gute, solide Jeanshosen. Die Preise für sogenannten Markenjeans liegen bei um die 100 Euro, manchmal drunter, oft drüber. Dabei gewährleistet der Preis noch lange keine faire oder umweltfreundliche Produktion – sondern in erster Linie, dass sich die Hose als Statussymbol eignet.

Markenjeans: nicht nur teuer, sondern oft auch unfair

Faire und umweltfreundliche Produktionsbedingungen findet man bei den wenigsten konventionellen Jeans. Praktisch alle belasten die Umwelt durch den Einsatz von giftigen Pestiziden beim Baumwollanbau und gefährlichen Chemikalien bei der Produktion. Und diesen sind wiederum Arbeiter:innen ausgesetzt, die viel zu geringe Löhne erhalten.

Hersteller wie Nudie Jeans, Armedangels und hessnatur machen es besser. Sie zeigen, dass eine faire und umweltfreundlichere Produktion möglich ist und können dabei was Aussehen und Qualität betrifft mit den bekannten Marken mithalten. Wir zeigen Jeans, die sogar günstiger sind als so manche Markenjeans.

An welchen Siegeln du faire Jeans aus nachhaltigen Materialien erkennst, erfährst du in unserem Artikel: „Was kann eigentlich an Jeans bio, fair oder vegan sein?“

Günstige Bio-Jeans von Nudie Jeans

Nudie Jeans billiger als marke
Nudie Dry Jeans sollen möglichst lange halten. (Foto: © Nudie Jeans )

Für regulär 109 Euro bekommt man beim schwedischen Label Nudie Jeans eine sogenannte Dry Denim. Die Jeans in dunklem Indigo sind unbehandelt und kommen ohne Waschungen aus. Sie sollen von ihren Besitzer:innen selbst eingetragen werden – damit sie „zu einem Teil von uns selbst wird – wie eine zweite Haut“, schreibt das Label auf seiner Webseite.

Das nachhaltige Ziel des Labels: Diese Jeans sollen für immer halten. Sicherstelle will Nudie das mit einem eigens entwickelten Eco-Cycle: In den Concept Stores des Labels kann man Nudie-Jeans umsonst reparieren lassen (in Deutschland in Berlin und München) oder sich alternativ online ein kostenloses Repair-Kit bestellen, um die Hose selbst zu reparieren. Wenn wirklich gar nichts mehr geht, nimmt das Label deine Jeans zurück, recycelt sie oder verkauft sie als Secondhand-Ware weiter.

Dry Jeans von Nudie sind günstiger als die nachbehandelten Modelle. Die Schnitte sind vielfältig: Von High, Mid oder Low Waist über eng anliegend bis locker. Die Hosen sind zudem unisex, fast jedes Modell ist für Frauen und Männer geeignet.

Jeans von Nudie bestehen aus Bio-Baumwolle und sind  GOTS-zertifiziert. Schon seit 2009 ist das Label Mitglied der Fair Wear Foundation.

Kaufen**: Jeans von Nudie erhältst du unter anderem im Avocadostore (Damen oder Herren) oder bei Greenality.

Faire Bio-Jeans von Kuyichi

Das holländische Fair-Fashion-Label Kuyichi gehört zu den Wegbereitern moderner Öko-Mode. Bereits seit 2001 macht das Label faire Öko-Jeans.

Kuyichi Jeans
Kuyichi Jeans (Fotos: © Kuyichi)

Die Jeans bestehen überwiegend aus GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle oder enthalten recycelte Baumwolle. Die Baumwolle stammt aus Kirgistan oder der Türkei, in der Türkei werden die Hosen auch unter fairen Bedingungen produziert: Kuyichi ist Mitglied der Fair Wear Foundation und gibt auf seiner Webseite einen Einblick in einige seiner Produktionsstätten. So kann man sich einen Eindruck über den Fertigungsprozess verschaffen.

Viele Jeans von Kuyichi gibt es ab 99 Euro. Zu kaufen** etwa bei Avocadostore und Greenality und (mit etwas Glück) beim Eco-Fashion-Laden um die Ecke.

Fairjeans ab 99 Euro

Das Freiburger Label Fairjeans ist mit seinem minimalistischen Konzept erfolgreich: Das Label bietet fünf verschiedene Jeans-Modelle an, zwei für Damen und drei für Herren. Die Fairjeans bekommt man in verschiedenen Waschungen schon ab unter 100 Euro – zum Beispiel die Slimmy für Damen in dunkelblau.

Die GOTS-zertifizierten Jeans bestehen aus Bio-Baumwolle aus der Türkei, produziert wird unter fairen Bedingungen in Polen. Die Jeans sind zudem vegan.

Kaufen: Ab ca. 99 Euro direkt im Onlineshop von Fairjeans, im Avocadostore**.

Fairjeans: Eine BIo-Jeans, die billiger als Markenjeans ist
Eine Faire Jeans vom Freiburger Label Fairjeans. (Foto: Fairjeans)

Jeans von Armedangels ab 99,90 Euro

Das bekannte Fair-Fashion-Label Armedangels ist GOTS-zertifiziert und Mitglied der Fair Wear Foundation. Damit gewährleistet es die faire und umweltverträgliche Produktion Jeans.

Die gesamte Jeans-Kollektion besteht aus zertifizierter Bio-Baumwolle, wird mit umweltfreundlichen Methoden gebleicht und ist vegan. Statt Leder verwendet Armedangels für den Label-Patch Jacron-Papier.

Kaufen**: Die Modelle Tillaa, Mairaa und andere gibt es ab rund 100 Euro im Onlineshop von Armedangels und in vielen lokalen Eco-Fashion-Stores.

Bio-Jeans von Armedangels
Jeans-Modell Mairaa von Armedangels. (Foto: Armedangels )

Immer noch zu teuer? Stichwort: Sale

In den Onlineshops der jeweiligen Fair-Fashion-Labels oder bei fairen Online-Shops wie Avocadostore** findest du reduzierte Modelle älterer Kollektionen. Für den kleinen Geldbeutel ist das eine tolle Möglichkeit, um an faire, umweltfreundliche Bio-Jeans zu kommen. Hier findest du alle aktuellen Sales für grüne und faire Mode im Überblick.

Noch mehr Bio-Jeans mit fairem Anspruch findest du in unserer Bestenliste und in unserem Artikel Jeans ohne Ausbeutung und Gift: 5 empfehlenswerte Labels.

Habt ihr Empfehlungen für faire Bio-Jeans? Schreibt uns in den Kommentaren!

Bio Jeans

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(32) Kommentare

  1. Mir fehlen in dieser Aufzählung zwei wichtige Hersteller. Zum einen gibt es die für faire Produktion vielfach ausgezeichneten Manomama Jeans „made in Augsburg“ sowie die arbeitsteilig in Deutschland und Kolumbien hergestellten Joker Jeans.

  2. BILLIG, BILLIG, BILLIG!
    Es geht doch nicht nur um den Preis!?
    Vor allem sollte die Redakteurin mal die Bedeutungen des Wortes „billig“ mit der des Wortes „günstig“ abgleichen. Und dies auch beim Schreiben eines Artikels, insbesondere auf der Plattform utopia.de, berücksichtigen.

    Und den beiden Vorschreibern kann ich mir voll und ganz anschließen!

  3. Ich finde es im hohen Maße bedauerlich, dass Biojeans nicht in Sonderlängen produziert werden. Ich trage längen von 37/38 inch und habe nur die Wahl zwischen zu kurz in Bio oder lang genug in „schlechter“ Produktion. Sonderlängen kosten dabei genauso viel wie Biojeans…

  4. leider wird faire kleidung offenbar nicht für ältere frauen produziert (ich bin 64), die keine idealfigur mehr haben und sich nicht einzwängen lassen wollen. mit anderen worten: ich suche schon länger verzweifelt eine faire bio – jegging, die nicht 5 m lange beine hat – naja, etwas übertrieben. ich bin 1,60. kann mir jemand einen tipp geben?

  5. Hallo,

    mir geht es auch nicht um billig. Ich würde auch gern ein paar mehr Euro ausgeben, aber mein Problem ist, dass faire Jeans für Damen meist nicht in meiner Größe hergestellt werden. Ich brauche eine 36 Länge. Außer bei Nudie wird man da leider nicht fündig. Armedangel stellt immerhin 34 Länge her, die gerade so ok ist, aber einen Tick länger wäre wirklich besser. Andere Hersteller haben nur 30 oder 32 Länge im Programm. 🙁

  6. Billig billig billig… darum geht es schon! Ich finde es gut, dass Utopia darauf hinweist, dass Ökoprodukte eben NICHT immer teurer sind als andere. Öko hat in unserer achsopolitischekorrektenSUVbioladengesellschaft oft das Etikett des Elitären und Exklusiven. Insofern: Immer gut, darauf hinzuweisen, dass die Endpreise oft NICHTS mit den Produktionsmethoden, -orten und -wegen zu tun haben, sondern schlicht mit dem Gewinnmaximierungsstreben der Industrie.

  7. Ich liebe meine Augschburg-Denim von Manomama. Die mag ich gar nicht mehr ausziehen! Auf Wunsch wird sie auch maßgeschneidert. Und der Preis von 89 Euro für eine ökologische Jeans, die in Deutschland genäht wird, ist einfach unschlagbar.

  8. Ich wundere mich schon über Euch von Utopia:
    1.
    Bei der Überschrift „Bio-Jeans“ habe ich gleich an Sina Trinkwalder gedacht, also an Jeans von „manomama“. Aber Fehlanzeige – seltsam!
    2.
    Welche Frau kann/mag unisex-Jeans tragen, gerade wenn frau schon der Schulzeit entwachsen ist – wie ich im 68. Lebensjahr!

    Schade, schade!

  9. sind die Jeans auch ohne Plastik, Kunststoff, Stretch oder sonstige nicht biologisch abbaubare Stoffe, die auch im Waschwasser in Flüsse und Meere wandern, also plastikfrei?

  10. Gibt es auch eine Herren-Jean, welche einen hohen Schritt und (leichte) Karotte hat? Bei den Damen nennt frau das nun Modern-Fit High-Waist. Wichtig ist auch, dass in den Hosentaschen nicht nur ein Tampon (quer) zum liegen kommen kann.