Lupinenkaffee: Was du über die regionale Kaffeealternative wissen musst

Foto: CC0 / Pixabay / kaboompics

Lupinenkaffee ist eine der besten regionalen Alternativen für Kaffee. Doch kann er geschmacklich mithalten? Wir zeigen dir die Vorzüge des koffeinfreien Getränks.

Lupinenkaffee ist eine regionale Alternative zu traditionellem Kaffee aus Kaffeebohnen, die aus Lupinensamen hergestellt wird. Lupinen werden auch „Wolfsbohnen“ genannt und gehören zur Familie der Hülsenfrüchtler.

Laut dem Bundeszentrum für Ernährung (BZFE) wurde Lupinenkaffee zum ersten Mal 1918 bei einer Lupinentagung vorgestellt. 1926 kamen Süßlupinen in Deutschland auf den Markt. Wirklich bekannt wurde die Hülsenfrucht bei uns aber erst in den letzten Jahrzehnten.

Der Kaffee-Experte Stefan Meyer-Götz der Dresdner Kaffee und Kakao Rösterei erklärte dem MDR, dass sich Lupinen und Kaffeebohnen sowohl in ihrer Verarbeitung als auch im Geschmack ähneln: Sie werden beide goldbraun bis braun geröstet und anschließend zu Pulver vermahlen. Beide besitzen sie ein eigenes Röstaroma und einen „malzigen“ Geschmack. Die Ähnlichkeit mit dem Kaffeegeschmack liege vor allem an der Röstung, aber auch daran, dass die Lupinen ebenfalls einen hohen Eiweißanteil haben.

Der große Unterschied: Lupinen enthalten kein Koffein. Wenn du also bewusst auf Koffein verzichten willst, könnte Lupinenkaffee die richtige Alternative für dich sein. 

Lupinen sind sehr gesund, denn sie enthalten einen hohen Gehalt an Proteinen: Mit 40% haben sie ungefähr so viel wie Sojabohnen und sind ein guter Ersatz für Veganer. Dazu kommt ein hoher Ballaststoffgehalt: 100 Gramm Lupinen enthalten rund 15 Gramm Ballaststoffe, das ist die Hälft des Mindesttagesbedarfs. Außerdem sind sie reich an Mineralien wie Kalzium, Kalium, Magnesium und Eisen. Wie viel davon im Lupinenkaffee zurückbleibt, ist aber nicht klar.

Eigentlich enthalten die Lupinen giftige Lektine. Indem die Lupinen zu Kaffee gemahlen und geröstet werden, werden die Schadstoffe jedoch verändert und zerstört. Achte trotzdem darauf, dass das Produkt ausschließlich aus „Süßlupinen“ oder „entbitterten Bitterlupinen“ hergestellt wurde.

Hinweis: Solltest du unter einer Erdnuss- oder Sojaallergie leiden, solltest du die Finger von Lupinenkaffee lassen. Denn bei Lupinen handelt es sich ebenfalls um Hülsenfrüchte.

Wieso Lupinenkaffee? Umweltschonend und regional

Lupinen wachsen bei uns auf vielen Feldern ganz von selbst.
Lupinen wachsen bei uns auf vielen Feldern ganz von selbst.
(Foto: CC0 / Pixabay / mystraysoul)

Lupinenkaffee könnte zu einer lokalen Kaffeespezialität werden, denn: Lupinen werden in Deutschland angebaut, zum Beispiel in Bayern. Anders als Bohnenkaffee müssen sie also keine langen Transportwege zurücklegen. Zudem gelten in Deutschland strengere Arbeitsschutzrichtlinien – regionaler Lupinenkaffee wird also in der Regel unter fairen Bedingungen hergestellt.

Laut MDR gelten die Hülsenfrüchte als Bodenverbesserer. Die sogenannten „Knöllchenbakterien“ an den tiefen Wurzeln der Lupinen speichern Stickstoff, welcher zukünftigen Pflanzen als Dünger dient. Zudem haben Lupinen eine kräftige Hauptwurzel, die auch verdichteten Boden durchdringen und auflockern kann. 

Auch beim Rösten haben Lupinen Vorteile: Sie speichern Wärme laut dem MDR viermal länger als Kaffeebohnen und verlieren in der Trommel kaum an Volumen. Zudem brauchst du nur halb so viel Kaffeepulver, um Lupinenkaffee zuzubereiten, da Lupinen sehr intensiv schmecken.

Lupinenkaffee zubereiten und selber machen

Lupinenkaffee bereitest du am besten mit einem Filter oder einer French Press zu.
Lupinenkaffee bereitest du am besten mit einem Filter oder einer French Press zu.
(Foto: CC0 / Pixabay / sawangthongdee)

Wenn du Kaffee aus entbitterten Zuchtlupinen gekauft hast, kannst du ihn ohne Bedenken zubereiten. Wir raten dir zu einem Bio-Produkt, da es ohne chemisch-synthetische Pestizide angebaut wurde. Der Preis ähnelt dem von normalem Biokaffee. Lupinenkaffee findest du zum Beispiel im Bioladen oder online auf Amazon.de**.

Lupinenkaffee erinnert optisch an Kakaopulver, verströmt aber nicht den typischen Kaffeegeruch. Er schmeckt kräftig nach Röstaromen. Der Experte des MDR beschreibt den Geschmack als „malzig und nach Schoko und Popcorn riechend“.

Lupinenkaffee mit Filter:

  1. Spüle deinen Handfilter oder die Maschine mit heißem Wasser aus, damit der Kaffee nicht sofort abkühlt.
  2. Schwenke auch den Papierfilter kurz mit heißem Wasser aus, damit das Papier das Aroma nicht beeinträchtig.
  3. Gib pro Tasse ein bis zwei Teelöffel Lupinenkaffee in den Filter.
  4. Übergieße ihn vorsichtig mit heißem Wasser (90 Grad) beziehungsweise schalte die Filtermaschine ein.

Lupinenkaffee mit Espresskocher (Herdkanne):

  1. Heize das Wasser vor, damit der Kaffee keinen metallischen Geschmack annimmt und verbrüht.
  2. Fülle es in den Wasserbehälter.
  3. Fülle pro Tasse ein bis zwei Teelöffel Lupinenkaffee in das Kaffeefach.
  4. Stelle den Herd auf mittlere Hitze.
  5. Wenn es zischt und brodelt, kannst du die Kanne vom Herd nehmen.
  6. Schenke sofort ein.

    Lupinenkaffee aus der French Press 

    1. Spüle die French Press mit heißem Wasser (90 Grad) aus.
    2. Fülle ein bis zwei Teelöffel des Lupinenkaffees pro Tasse in die French Press.
    3. Giese den Kaffee mit heißem Wasser auf.
    4. Rühre 30 Sekunden kräftig um.
    5. Lasse den Lupinenkaffee für acht Minuten ziehen.
    6. Rühre noch einmal kräftig um.
    7. Drücke den Pressstempel runter und schenke sofort ein.

    Für eine Espresso-Maschine mit Siebträger ist Lupinenkaffee nicht geeignet, da er in der Regel zu grob gemahlen ist. 

    Lupinenkaffee: Was du noch beachten solltest

    Du kannst Lupinenkaffee theoretisch selber rösten und mahlen. Jedoch raten die Experten des MDR davon ab, da die Lupine giftig sein kann und nur erfahrene Röster*innen sich damit auseinandersetzen sollten. Lupinen können gefährliche Lektine enthalten, die falsch verarbeitet zu gestörtem Sauerstofftransport im Blut führen können.

    Selbst ernten solltest du die Lupinensamen für deinen Kaffee nur, wenn du dir über die richtige Sorte sicher bist. Nur bestimmte Zuchtsorten wie Süßlupinen sind frei von giftigen Alkaloiden. Das Bundesministerium für Risikobewertung (BfR) verzeichnete in den Jahren 2010 bis 2016 ungefähr 30 Vergiftungsfälle durch Lupinen. 

    Weiterlesen auf Utopia.de:

    ** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.

    Gefällt dir dieser Beitrag?

    Vielen Dank für deine Stimme!

    Schlagwörter: