Milka-Schokohasen vor Gericht – wegen der Zutatenliste

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Eine nicht zu entziffernde Zutatenliste brachte den Lebensmittelkonzern hinter den Milka-Schokohasen in Erklärungsnot. Aufgrund mangelnder Transparenz dürfen die schlecht deklarierten Süßwaren nun nicht mehr verkauft werden.

Die beliebten lilafarbenen Schokohasen von Milka waren rund um Ostern in fast jedem Supermarkt zu sehen. Doch trotz der schmunzelnden Gesichter bergen die Hasen ein grundlegendes Problem: Die Zutaten standen in lilafarbener Schrift auf nur geringfügig hellerem lilafarbenem Hintergrund und waren so kaum zu entziffern. Falten in der Verpackung erschwerten das Lesen zusätzlich.

Aufgrund dieser mangelnden Transparenz ging die Verbraucherzentrale Hamburg nun gerichtlich gegen den Lebensmittelkonzern Mondelez vor.

Urteil gegen Mondelez: Mangelnde Transparenz

Mangelnde Transparenz macht den lächelnden Osterhasen zum Problem für den Mondelez-Konzern.
Mangelnde Transparenz macht den lächelnden Osterhasen zum Problem für den Mondelez-Konzern. (Foto: CC0 / Pixabay / 14184437)

Aus Respekt vor den Konsument:innen sollte es eigentlich selbstverständlich sein, dass die Inhaltsstoffe eines Produktes präzise und gut lesbar auf der Verpackung vermerkt sind. Nur so können Verbraucher:innen zum Beispiel bei einer Allergie oder Unverträglichkeit diejenigen Stoffe meiden, die der Gesundheit schaden.

Das Urteil des Landgerichtes Bremen gegen Mondelez zeigt, welche Konsequenzen mangelnde oder ungenügende Kennzeichnung für Firmen haben kann:

  • Alle mangelhaft deklarierten Produkte darf Mondelez nicht länger verkaufen.
  • In der nächsten Ostersaison will die Verbrauchzentrale Hamburg genau überprüfen, ob sich Mondelez tatsächlich gebessert hat. Sonst droht dem Konzern ein Bußgeld von bis zu 250.000 Euro.

Milka: Schokolade mit Schattenseiten

Unter welchen Bedindungen der Kakao für die Milkaschokolade angebaut und geerntet wird, ist bis heute unklar.
Unter welchen Bedindungen der Kakao für die Milkaschokolade angebaut und geerntet wird, ist bis heute unklar. (Foto: CC0 / Pixabay / marcovasquez)

Dass die beliebte Milkaschokolade schon allein aufgrund des hohen Zuckergehaltes nicht gerade gesund ist, ist sicherlich kein Geheimnis. Doch das ist nicht das einzige Problem des Mondelez-Produktes: Eine Untersuchung von Öko-Test aus dem Jahr 2019 ergab, dass die Alpenmilch-Schokolade von Milka stark mit Mineralöl belastet war. Sie schnitt deshalb nur mit einem „mangelhaft“ ab. Mehr dazu erfährst du in diesem Artikel: Öko-Test Schokolade: Mineralöl und intransparente Kakaoproduktion.

Außerdem ist nicht klar ist, woher der Kakao für die Schokoladen stammt. So verweigerte Mondelez Öko-Test einen Einblick in die Lieferkette. Zudem ist Milkaschokolade weder fairtrade- noch bio-zertifiziert. Somit fehlen glaubwürdige Zertifikate, die Mondelez einen Einsatz gegen die typischen Probleme der Schokoladenindustrie bescheinigen: Pestizide, fragwürdige Tierhaltungsbedingungen bei den Milchkühen, ausbeuterische Arbeitsbedingungen.

So liegen die Hauptanbaugebiete für Kakao in Ghana und der Elfenbeinküste. Aus diesen Gebieten gibt es immer wieder Berichte über die Rodung von Regenwäldern für Kakaoplantagen, Kinderarbeit, Hungerlöhne und unmenschliche Arbeitsbedingungen. Eine klare Positionierung zu diesen Missständen seitens der weltweit größten Schokoladenhersteller fehlt nach wie vor – genauso wie ein glaubhaftes Versprechen, sich zu bessern. Utopia empfiehlt deshalb auf Fairtrade- und biozertifizierte Schokolade zurückzugreifen.

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