Mütze stricken: bebilderte Anleitung für Anfänger

Mütze selber stricken
Foto: Charlotte Gneupel / Utopia

Eine Mütze zu stricken ist auch als Anfänger nicht schwer. Unsere Anleitung zeigt dir, wie du in kurzer Zeit eine schicke Mütze im Stil einer „Inside Out Beanie“ selbst strickst.

Mütze selbst stricken: ökologische und vegane Wolle

Mütze selbst stricken
Mütze selbst stricken
(Foto: CC0 / pixabay / Engin_Akyurt)

Eine Mütze zu stricken ist nicht so schwer, wie es auf den ersten Blick aussieht. Selbst wenn du ein kompletter Anfänger bist, eignet sich dieses Projekt für dich gut. Du strickst die Mütze nicht mit einem Nadelspiel, sondern mit Rundstricknadeln – das ist deutlich einfacher. Die Beanie ist in wenigen Stunden fertig und passt zu jedem Kleidungsstil. Besonders an der Mütze ist, dass du sie von beiden Seiten tragen kannst.

Kleidung selbst zu stricken macht Spaß und trainiert die Feinmotorik. Die selbstgemachten Mützen sind kleine Unikate und du kannst Form, Farbe und Größe individuell gestalten. Achte bei der Auswahl deiner Materialen besonders auf deren Nachhaltigkeit. Tipps zu ökologischer und veganer Wolle findest du am Seitenende.

Mütze stricken: Materialien

Materialien für eine selbst gestrickte Mütze.
Materialien für eine selbst gestrickte Mütze.
(Foto: Charlotte Gneupel / Utopia)

Für eine Mütze für einen Erwachsenen benötigst du folgende Materialien:

  • 100g Bio-Wolle in der Stärke 6 bis 15,
  • Rundstricknadeln in der Stärke 6 bis 15,
  • Maßband,
  • Schere,
  • Stopfnadel.

Tipp: Je dicker die Wolle und die Stricknadeln sind, desto schneller ist die Mütze fertig. Für Anfänger eignet sich eine besonders dicke Wolle zum Stricken. Dann wird die Mütze auch schön dick und flauschig.

1. Maschenprobe für die Mütze anfertigen

Mit der Maschenprobe errechnest du, wie viele Maschen du anschlagen musst.
Mit der Maschenprobe errechnest du, wie viele Maschen du anschlagen musst.
(Foto: Charlotte Gneupel)

Bevor du mit der Mütze beginnen kannst, musst du eine Maschenprobe durchführen. Damit kannst du ausrechnen, wie viele Maschen du für deinen Kopfumfang anschlagen musst.

  • Schlage 10 Maschen an und stricke diese im glatt rechts Muster 10 Reihen hoch. Stricke die Maschen schön locker in dem du den Arbeitsfaden nicht fest anziehst. In diesem Video findest du eine ausführliche Anleitung für die Maschenprobe:

  • Miss nun das Strickstück von links nach rechts aus, ohne es zu dehnen.
  • Anschließend errechnest du, wie viele Maschen in einen Zentimeter passen. Dafür teilst du zehn Maschen durch die Länge deines Strickstücks. In unserem Beispiel sieht das wie folgt aus:

10 Maschen entsprechen 14 cm. Folglich rechnen wir 10:14=0,71. 1 cm entspricht also 0,71 Maschen.

  • Jetzt misst du den Kopfumfang oder orientierst dich an einer Standard-Größe. Von diesem Umfang ziehst du 10 cm ab, damit die Mütze am Ende eng genug am Kopf sitzt. In unserem Fall verwenden wir einen Kopfumfang von 58 cm.

58cm – 10cm= 48 cm

  • Zum Schluss rechnest du aus, wie viele Maschen du anschlagen musst, um einen Umfang von 48 cm zu erreichen. Dafür rechnest du den gewünschten Umfang mal der Anzahl der Maschen, die in einen Zentimeter passen. In diesem Fall sieht die Rechnung folgendermaßen aus:

48 x 0,71 = 34. Also entsprechen 48 cm genau 34 Maschen.

Nun weißt du, wie viele Maschen du anschlagen musst, damit die Mütze die richtige Größe hat.

2. Maschen anschlagen

Maschen für die Mütze anschlagen
Maschen für die Mütze anschlagen
(Foto: Charlotte Gneupel / Utopia)

Im zweiten Schritt kannst du bereits mit dem Stricken der Mütze beginnen: Dafür schlägst du die errechnete Anzahl von Maschen an sowie eine zusätzliche Masche für das Rundstricken. In diesem Video wird dir erklärt, wie du Maschen anschlägst:

Teile deine angeschlagenen Maschen in zwei Teile und fädele sie auf die Nadeln auf. Halte die beiden Nadeln nebeneinander. Auf der Hinteren muss eine Masche mehr liegen. Führe den Arbeitsfaden in der Mitte zwischen den beiden Nadeln nach oben durch und halte ihn mit dem Finger fest.

3. Mit Rundstricken beginnen

Um mit dem Rundstricken zu beginnen, überträgst du die erste Masche von der hinteren auf die vordere Nadel.
Um mit dem Rundstricken zu beginnen, überträgst du die erste Masche von der hinteren auf die vordere Nadel.
(Foto: Charlotte Gneupel)

Jetzt kannst du mit dem Rundstricken beginnen.

  1. Übertrage zuerst die extra angeschlagene Masche von der hinteren auf die vordere Nadel.
  2. Lege den Arbeitsfaden vor die vordere Nadel, um linke Maschen zu stricken.
  3. Ziehe die hintere Nadel vorne heraus und steche mit ihr in die ersten beiden Maschen der vorderen Nadel, um diese zusammen zu stricken. So verbindest du den Anfang und das Ende des Strickstücks.

Dieses Video erklärt dir detailliert, wie das Rundstricken funktioniert:

4. Den Rand der Mütze stricken

Der Rand der Mütze besteht aus einer linken, einer rechten und noch einer linken Masche.
Der Rand der Mütze besteht aus einer linken, einer rechten und noch einer linken Masche.
(Foto: Charlotte Gneupel / Utopia)

Der Rand der Mütze besteht aus drei Reihen rechter und linker Maschen. Versuche in diesen ersten Reihen den Arbeitsfaden so fest wie möglich anzuziehen. Das ist wichtig, damit der Rand fest genug ist und die Mütze gut auf dem Kopf sitzt. Die Nadeln werden sich durch den gespannten Faden etwas schwerer bewegen lassen.

  • Zuerst strickst du eine komplette Reihe linker Maschen. Wenn du am Ende einer Nadel ankommst, drehst du das Strickstück um und fädelst die vordere Nadel auf die Maschen auf. Stricke mit der hinteren Nadel auch die zweite Seite in linken Maschen ab. Das Video zeigt dir, wie du linke Maschen strickst:

  • Die zweite Reihe strickst du in rechten Maschen.
  • In der dritten und letzten Runde strickst du erneut eine Reihe linker Maschen.

5. Den Hauptteil der Mütze stricken

Der Hauptteil der Inside Out Beanie.
Der Hauptteil der Inside Out Beanie.
(Foto: Charlotte Gneupel / Utopia)

Nachdem du den Rand fertiggestellt hast, beginnst du mit dem Hauptteil. Diesen strickst du glatt rechts. In den ersten drei Reihen solltest du den Arbeitsfaden langsam immer weiter lockern, um einen flüssigen Übergang vom Rand zu erhalten. Nach den drei Reihen strickst du ganz entspannt und locker weiter, ohne den Arbeitsfaden stark anzuziehen. So wird deine Beanie schön weich und locker.

Stricke das Strickstück ca. 20 cm nach oben. Du kannst die Länge der Mütze je nach Kopfgröße variieren.

5. Die Abnahmereihen

In den zwei Abnahmereihen verringerst du die Maschenanzahl.
In den zwei Abnahmereihen verringerst du die Maschenanzahl.
(Foto: Charlotte Gneupel)

Wenn deine Mütze lang genug ist, beginnst du mit den Abnahmereihen. Dabei verringerst du die Maschenanzahl, indem du Maschen zusammenstrickst. Dadurch wird die Mütze oben schmaler. Die Reihen strickst du wie den Hauptteil glatt rechts.

  1. In der ersten Abnahmereihe strickst du immer die erste und zweite Masche zusammen. Anschließend strickst du zwei Maschen rechts ab. Danach strickst du wieder zwei Maschen zusammen und zwei weitere normal rechts. Die Abfolge wiederholst du, bis du am Ende der Reihe ankommst.
  2. Die nächste Reihe ist eine „Pausenreihe“, in der du alle Maschen rechts abstrickst.
  3. In der zweiten Abnahmereihe und der letzten Reihe überhaupt strickst du abwechselnd zwei Maschen zusammen und anschließend eine ganze normal ab. In unserem Fall befinden sich am Ende noch 16 Maschen auf den Nadeln.

6. Die Mütze beenden

Die selbst gestrickte Mütze beenden.
Die selbst gestrickte Mütze beenden.
(Foto: Charlotte Gneupel / Utopia)
  1. Um die Mütze fertig zu stellen, schneidest du zuerst den Arbeitsfaden 30 cm lang ab.
  2. Fädle die Stopfnadel auf den Rest des Arbeitsfadens auf.
  3. Stich dann mit der Stopfnadel zweimal der Reihe nach durch alle Maschen hindurch und entferne die Stricknadeln. Führe den Faden auf die Innenseite der Mütze und ziehe die Maschen zusammen. Ziehe so fest, dass kein Loch mehr zu sehen ist. Vernähe den Arbeitsfaden unauffällig mit der Stopfnadel an der Innenseite der Mütze. Schneide den Rest des Fadens ab.
  4. Zum Schluss versäumst du noch den Anfangsfaden.
  5. Fertig ist deine Inside Out Beanie!

Nachhaltige Wolle: Gut für Mensch, Tier und Umwelt

Schöne Inside Out Beanie
Schöne Inside Out Beanie
(Foto: Charlotte Gneupel)

Herkömmliche Wolle wird oft unter großem Tierleid und hohen Umweltbelastungen hergestellt. Die Schafwolle stammt meist aus Neuseeland oder Australien und hat weite Transportwege hinter sich, bevor sie bei uns verkauft wird. Schafe werden bei der Wollproduktion häufig schwer verletzt oder getötet. Genauso ergeht es Alpakas, Kaninchen und Ziegen, die zur Wollproduktion benötigt werden. Um die Wolle zu verarbeiten und zu färben, werden oft giftige Chemikalien verwendet. Doch es gibt einige gute umwelt- und tierfreundliche Alternativen:

  • Nachhaltige Wolle findest du beispielsweise bei Schefer’s oder von Izzy Lane. Diese Firmen legen großen Wert auf das Wohl der Tiere.
  • Wolle kann auch aus pflanzlichen Materialien hergestellt werden. Dazu zählt zum Beispiel Bio-Baumwolle, Wolle aus Brennnesseln, Bambus, Leinen oder Mais.
  • Vegane Wolle, bei deren Produktion keine Tiere beteiligt sind, findest du zum Beispiel bei Mesh’made oder Pascuali.

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