Ökostrom: Diese 7 Anbieter empfiehlt dir Utopia

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Der Stromkonzern RWE will den Hambacher Forst abholzen, um dreckigen, klimaschädlichen Kohlestrom zu fördern – obwohl die Bundesregierung den Kohleausstieg beschlossen hat. Die Gelegenheit zu Ökostrom zu wechseln. Das ist nicht nur einfach, sondern auch sinnvoll.

Nur beim echten Ökostrom-Tarif fließt dein Geld in die saubere Erzeugung, fördert aktiv den Ausbau erneuerbarer Energien und stoppt langfristig die Gewinnung von umweltschädlichem Kohle- und Atomstrom. Es gibt viele Ökostrom-Produzenten, die Auswahl kann komplex sein.

Daher empfehlen wir an dieser Stelle eine reduzierte Zahl von 7 Anbietern, weil 1. der Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt wird, 2. diese Ökostromanbieter unabhängig sind von den vier großen Atomkonzernen, 3. sie oft auch von namhaften anderen Organisationen empfohlen werden und 4. sie den Ausbau erneuerbarer Energien aktiv fördern, und das schon länger. Die Liste ist wertungsfrei alphabetisch sortiert, eine längere Liste mit mehr Anbietern, Nutzerbewertungen und Ranking findest du im Beitrag Die besten Ökostromanbieter.

Ökostrom: diese 7 Anbieter empfehlen wir

  1. Ökostrom Bürgerwerke
    Die Bürgerwerke (© Bürgerwerke)

    Die Bürgerwerke

    5,0

    von 155 Bewertungen

    Utopia Empfehlung

    Die Bürgerwerke sind ein Zusammenschluss von über 60 lokalen Energiegenossenschaften und mehr als 10.000 Menschen, die gemeinsam die Energiewende von unten voranbringen. In diesem Verbund versorgen sie bundesweit Menschen mit 100 % Ökostrom aus Sonnen-, Wind- und Wasserkraft.

    • zu 100% im Eigentum von Energiegenossenschaften
    • Transparenz bei der Stromherkunft durch die Veröffentlichung der Strom-Erzeuger
    • 100% Ökostrom aus deutschen Erneuerbare-Energien-Anlagen
    • kein Einsatz von tierischen Produkten
    Wechseln zu**: Die Bürgerwerke
  2. Ökostromanbieter Greenpeace Energy Ökostrom
    Greenpeace Energy (Logo: Greenpeace Energy)

    Greenpeace Energy

    4,8

    von 91 Bewertungen

    Utopia Empfehlung

    Greenpeace Energy wird regelmäßig durch unabhängige Gutachter auf die Einhaltung der Greenpeace Deutschland e. V. Kriterien für sauberen Strom kontrolliert. Der Ökostrom-Anbieter fördert den Bau neuer Ökokraftwerke, investiert in ökologisch ausgerichtete Versorgungskonzepte und setzt sich auch politisch für die Energiewende ein.

    • 100 % Ökostrom aus Wind- und Wasserkraft in Österreich und Deutschland
    • alle Lieferanten werden mit Angabe der Energiequellen veröffentlicht
    • veganer Innovationspreis 2012, empfohlen von Robin Wood, BUND, Albert Schweitzer Stiftung u.a.
    Wechseln zu**: Greenpeace Energy, Tarif Solarstrom plus, Tarif Ökostrom aktiv
  3. Ökostrom Naturstrom
    Naturstrom (© Naturstrom)

    Naturstrom

    4,8

    von 202 Bewertungen

    Utopia Empfehlung

    Die Naturstrom AG gilt als der bundesweit erste Ökostrom-Anbieter, der von Kohle- und Atomindustrie unabhängig ist. Private Haushalte werden zu 100 % mit Strom aus heimischen Quellen beliefert.

    • 100 % Ökostrom aus deutscher Wasser- und Windkraft
    • Empfohlen von BUND und NABU
    • 1 Cent für jede gelieferte kWh gehen in den Ausbau erneuerbarer Energien
    • Über 300 Öko-Kraftwerke errichtet oder gefördert
    Wechseln zu**: Naturstrom
  4. Polarstern
    Polarstern (Logo: Polarstern)

    Polarstern

    5,0

    von 67 Bewertungen

    Utopia Empfehlung

    „Wirklich Ökostrom“ von Polarstern wird mit dem Innkraftwerk Feldkirchen bei Rosenheim erzeugt. Jährlich werden 204 Millionen Kilowattstunden Ökostrom produziert, mit denen 58.000 Haushalte versorgt werden. Polarstern bietet auch Spezialtarife an, zum Beispiel ein Tarif für E-Autos, Nachttarif, Bündeltarif oder ein Tarif mit Smart Metern.

    • 100 % Ökostrom aus deutscher Wasserkraft
    • investiert 1 Cent für jede gelieferte kWh in neue Energiewende-Projekte
    • Unternehmen der Gemeinwohlökonomie; erstellte akkreditierte Gemeinwohlbilanz
    • empfohlen von der Umweltorganisation Robin Wood
    Wechseln zu**: Polarstern
  5. Ökostrom EWS Schönau
    EWS Schönau (© EWS Schönau)

    EWS Schönau

    5,0

    von 131 Bewertungen

    Utopia Empfehlung

    EWS Schönau ist eine Bürgerinitiative, die die Idee einer bürgereigenen und ökologischen Energieversorgung trägt. Der Ökostrom stammt zu 100  % aus erneuerbaren Energien von unabhängigen Anlagen, an denen keine Atom- oder Kohlekonzerne direkt oder indirekt beteiligt sind. EWS Schönau fördert Energie-Genossenschaften, Energiewende-Aktivitäten von Umweltverbänden und vieles mehr.

    • 2.600 bürgereigene Rebellenkraftwerke durch Förderung ermöglicht
    • mindestens 70 % der Ökostrom kommt aus Neuanlagen
    • alle Tarife enthalten den „Sonnencent“ zur Förderung ökologischer Projekte
    • fördert Projekte in wirtschaftlich benachteiligten Regionen
  6. Ökostrom Mann Strom
    MANN Strom (© Mann Strom)

    MANN Strom

    5,0

    von 13 Bewertungen

    Utopia Empfehlung

    MANN Strom stammt zu 100 % aus erneuerbaren Energiequellen, wobei großer Wert auf regionale Erzeugung gelegt wird. MANN Energie fördert verschiedene Anlagen, wie das Pflanzenöl BHKW, die Photovoltaikanlage mit intelligentem Batteriespeichersystem oder die Freiflächen-Solaranlage in Langenbach.

    • Ökostrom aus Wasserkraftwerken und regionalen Erzeugungsanlagen
    • „MANN Cent“-Tarif zur Förderung und zum Ausbau regenerativer Energiequellen
    • empfohlen von der Umweltorganisation Robin Wood
    • unterstützt soziale Projekte und Organisationen
    Wechseln zu**: MANN Strom
  7. Lichtblick Ökostrom Ökostromanbieter
    Lichtblick (Logo: Lichtblick)

    Lichtblick

    4,4

    von 86 Bewertungen

    Utopia Empfehlung

    Lichtblick zählt mit mehr als 1 Million Kunden zu Deutschlands größten Ökostrom-Anbietern und entwickelt darüber hinaus intelligente Lösungen für eine saubere Energie-Versorgung. Der Ökostrom stammt zu 100 % aus erneuerbaren Quellen, hauptsächlich aus deutscher Wasserkraft.

    • Monatlich wird für jeden Kunden mindestens ein Quadratmeter Regenwald in Ecuador unter Schutz gestellt
    • SchwarmEnergie-Konzept: Bereitstellung von Energie, wenn sie gebraucht wird
    • Partnerschaft mit WWF, um die Energiewende zu beschleunigen
    • kein unabhängiger Stromanbieter mehr (wurde an Eneco verkauft)
    Wechseln zu**: Zu Lichtblick

Auf Ökostrom umsteigen

So gelingt der Umstieg:

  1. Ökostrom-Tarif wählen: Die oben genannten Unternehmen empfehlen wir auf Basis unserer Marktbeobachtung und unserer Leserwertungen. Leider gibt es derzeit keinen einfachen Preisvergleich, der sich auf diese Anbieter konzentrieren würde. Vorsicht vor typischen Preisvergleichssystemen im Web: sie listen auch weniger grüne „Ökostrom“-Produzenten unterschiedslos auf.
  2. Ökostrom-Bedingungen prüfen: Es gibt natürlich auch bei Ökostrom-Tarifen Kündigungsfristen, Zahlungsmodalitäten, Preisgarantien und so weiter, die Auswirkungen auf den Preis haben.
  3. Ökostrom-Antrag stellen: Auf der Website des gewählten Ökostrom-Verkäufers übertrage deine Daten (Stromverbrauch, Adress- und Kontodaten) in das Onlineformular („Antrag zur Stromlieferung“). Schicke ihn nach sorgfältiger Prüfung samt Kopie der letzten Stromrechnung (vor allem: Angabe deiner Stromzählernummer) an deinen neuen Anbieter. Den Rest erledigt der für dich.

Lies dazu auch: Ökostrom: der Umsteiger-Ratgeber (ausführlicher)

Ökostrom: Fragen und Antworten

Wie lange dauert die Umstellung auf Ökostrom? Bis zur Umstellung können zwei Wochen bis zwei Monate vergehen, mit Kündigungsfristen beim alten Stromanbieter auch mal mehr.

Kann ich in meiner Stadt umstellen? Ein Wechsel zu Ökostrom ist meist bundesweit möglich. Das ist auch unabhängig davon, ob du zur Miete wohnst oder im Eigenheim. Aber: Bei einigen Anbietern gilt bundesweit ein einheitlicher Tarif, bei anderen können Tarife regional abweichen.

Besteht Gefahr, dass das Licht ausgeht? Keine Sorge: Bei der Umstellung auf einen Ökostrom-Tarif geht niemals dein Licht aus, denn anders als bei DSL und Telefon stellen wirksame Gesetze die Stromversorgung sicher.

Was ist eigentlich öko an diesem Strom? Ökostrom ist Strom aus erneuerbaren Energiequellen, also Biomasse, Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft und andere regenerative Formen der Stromerzeugung. Ökostrom-Verkäufer kaufen solchen Strom entweder irgendwo im Ausland ein, was besser ist als nichts, oder produzieren ihn selbst – was wir ausdrücklich empfehlen.

Wo ist der Unterschied zum normalen Strom? Ökoenergien unterscheiden sich von konventionellen Energien erstens dadurch, dass sie deutlich weniger bis keine Klimagase erzeugen – anders als die Brennstoffe Braunkohle, Steinkohle, Öl, Gas. Zweitens hinterlassen sie weniger bis keine Abfallprodukte, erst recht keine, die so problematisch sind wie radioaktiver Atommüll, dessen bedingt sichere Aufbewahrung enorme Gelder verschlingt. Sie sind erneuerbar, was bedeutet, dass sie praktisch endlos zur Verfügung stehen – anders als Kohle, Öl, Gas und Uran, die in begrenzter Menge vorliegen.

Bezahle ich nicht schon die EEG-Umlage? Ja, aber beim Umstieg auf einen Ökostrom-Tarif geht es auch darum, wer das Geld bekommt, das du für Strom ausgibst. Die oben genannten Unternehmen gestalten aktiv den Ausbau erneuerbarer Energien, statt ihn zu behindern.

Kann ich mich nach Ökostrom-Siegeln richten? Aber ja. Wir empfehlen Grüner Strom Label und ok-power, mehr im Beitrag Ökostrom-Label: die wichtigsten Siegel im Vergleich. Diese Liste hier basiert aber nicht auf Siegeln.

Es gibt doch viel mehr Anbieter – warum empfehlt ihr die anderen nicht? Vor allem aus Gründen der Übersicht. Diese 7 Anbieter empfiehlt die Utopia-Redaktion – weitere Anbieter findest du in der Liste Die besten Ökostromanbieter. Noch mehr Anbieter im Ökostromanbieter-Preisvergleich.

Ist Ökostrom nicht immer Ökostrom? Nein. Viele sogenannte „Ökostrom-Anbieter“ stehen in eigentumsrechtlichen Verbindungen zu den großen vier Atomkonzernen Vattenfall, E.on, EnBW und RWE; diese produzieren fast 80% des Stroms in Deutschland und betreiben aktiv Lobbyarbeit für Kohle- und Atomstrom. Sie sind an einigen hundert regionalen Stromversorgern beteiligt und für den Vertrieb ihres „Ökostroms“ haben sie „grüne“ Tochterunternehmen gegründet – um diese Anbieter geht es hier eben nicht, anders als in Stromvergleichsportalen wie check24**.

Zugleich wollen wir dir die Auswahl so einfach wie möglich machen: Mit unseren Empfehlungen machst du nichts falsch. Diese Liste befindet sich im Aufbau und wird laufend erweitert.

Gesamte Bestenliste: Gute Ökostrom-Anbieter

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(39) Kommentare

  1. Vorsicht Biogas – als Imker habe ich mich vor ein paar Jahren bewußt dafür entschieden von Lichtblick zu GreenpeaceEnergy zu wechseln, weil ich es falsch finde, Biogas zu fördern. Die Nutzung von Feldern als Energielieferanten ist ein Fehler. Unsere Kulturlandschaft wird zerstört, die Insektenwelt bricht zusammen, mit schlimmen Folgen für’s Ökosytem. Biogas von Biofeldern mit Fruchtfolge? Nicht das ich wüßte.

  2. Hi Micha – Ich will wechseln und ich wüsste gerne mehr über die Schäden für Bienen durch Stromerzeuger. Grade die beiden Anbieter hatte ich mir ausgesucht, die du erwähnst, und da wir mit einigen Familien wechseln möchten, und Bienenschutz eines unserer wichtigsten Themen ist, wäre ich dir dankbar, wenn du mir etwas genauer erläuterst, unter welchen Beingungen bei der Stromerzeugung, BVienen leiden. LG Claudia

  3. Micha meint, daß die Flächen, die für Energiepflanzen verwendet werden, keine Nektarpflanzen für Bienen haben.
    Die Energiepflanzen sind natürlich immer ein Problem, weil sie meistens in Monokulturen angebaut werden und außerdem die Pachtpreise für echte (Bio-)Landwirte in die Höhe gehen.
    Und weil kostbare Flächen für Lebensmittelgewinnung eigentlich nicht für Energiepflanzen verwendet werden sollten.
    Auf der anderen Seite gucken die Bienen fast immer in die Röhre, wenn es um industrielle Landwirtschaft geht (außer vielleicht bei Raps).
    Bei uns gibt es inzwischen sehr viele Ackerrandstreifen, die mit Bienenfreundlichen Pflanzen eingesät wurden.
    Davon würde ich meine Entscheidung für Ökostrom nicht abhängig machen.
    Natürlich hat jede Form der Energiegewinnung ihre Nachteile.
    Windenergie schadet den Vögel, Wasserenergie den Fischen…
    Aber alles besser, als Atomkraft oder Kohle.
    Letztendlich liegt es in Deiner Hand, weniger Energie zu verbrauchen.

  4. Genaugenommen sind die Energiefelder eine Katastrophe, der Boden wird ausgebeutet und zu Grunde gerichtet:
    * Humusaufbau – gibt es nicht, der Boden wird für Generationen verwüstet
    * Pestizide – immer drauf damit, es sind ja keine Lebensmittel
    * Kunstdünger – solange es geht und sich rechnet immer drauf damit
    * riesige Monokulturen – Wüsten für Insekten, Vögel …

    Der Boden ist über kurz oder lang nur noch Schrott. Die Pestizide werden dazu führen, dass Insekten und Kleinstlebewesen langfristig keine Chance mehr haben. Zur Zeit ist ein Zusammenbruch der Insektenwelt zu erleben – die Menge der Insekten und die Anzahl der Arten nimmt stark ab. Die Nahrungskette ist in Gefahr.
    Bienenhalten auf dem Land ist meist nicht mehr sinnvoll. Die Jäger beklagen mißgestaltet geborene Jungtiere bei Jagdwild. Pestizide und Dünger belasten die Gewässer, Trinkwassergewinnung wird zum Problem.

    Die einzige Chance ist der Bio-Anbau mit Fruchtfolge. Ökologisch bewirtschaftet Energiefelder – gibt es so etwas in nennenswerten Umfang? Die Energiefelder sind ein großer Fehler, wie er gut zu Mao in China gepaßt hätte. Ein Fehler, den man sich einzugestehen schwer tut.

    Den Schaden durch Energiefelder kann man nicht mit dem von Windrädern vergleichen. Der Schaden durch diese Art von Landwirtschaft wird noch Generationen beschäftigen und ist in vielen Bereichen nicht umkehrbar. Was weg ist brummt nicht mehr, – nie mehr an diesem Ort. Es gibt viele Wildbienenarten die zur Zeit auf Nimmerwiedersehen verschwinden und die man nicht zurückholen kann. So, wie man bei einem Flugzeug einzelne Nieten entfernen kann, so kann man ein Ökosystem langsam zerstören. Wann es zuviel ist, läßt sich nicht vorhersagen, aber der Punkt ist irgendwann erreicht.

    Stichwort: Bienenfreundliche Pflanzen – viele Wildbienenarten benötigen für ihre Brut den Pollen spezieller Pflanzen. In den Blühmischungen sind viele von ihnen nicht enthalten und würden auch in den Streifen nicht wachsen. Der Großteil der Wildbienen lebt in der Erde, in kleinen Gängen. Wenn der Bauer nur mal kurzfristig einen Blühstreifen anlegt, lockt er auch Wildbienen an, die ihre Nester vor Ort anlegen. Wenn er dann im Herbst die Streifen als Gründünger umpflügt, dann wird der Blühstreifen zur Falle, zum Todesstreifen.

    Nun ja, wir haben uns für Greenpeace Energy entschieden.

    Übrigens, zum Thema Wildbienen und Hummeln kann ich nur die beiden Bücher von Dave Goulson empfehlen. Wunderschön geschrieben, sehr informativ.

  5. Da hast Du natürlich in allen Punkten recht, was die Energiepflanzen angeht.
    Ich möchte nur vermeiden, daß die Leute denken, dann bleibe ich doch lieber bei meinem Atom+Kohle-Anbieter.
    Aber man sollte natürlich schon auf den Mix schauen.

  6. Habe ich das irgendwo geschrieben, daß Bürgerwerke keine Alternative sind?
    Mußt Du falsch verstanden haben, oder ich habe was nicht richtig rüber gebracht.
    Ich finde die natürlich gut.
    Persönlich bin ich allerdings bei Naturstrom.

  7. Zur Biogasdiskussion: Ich finde das Konzept von Polarstern interessant. Hier wird Biogas aus Abfällen gewonnen. In meinen Augen ist das die beste Alternative zur Zeit!

  8. Eine wirklich ökosozial verträgliche Energieversorgung ist (leider) viel komplizierter. Im Glauben an den einfachen guten Ökostrom bin ich auch vor 15 Jahren schon zu einem der Ökostromanbieter gewechselt. Aber was hat sich seither entwickelt? Die Probleme und Folgen der Lebensraumvernichtung durch Biomasseanbau wurden oben bereits angesprochen. Wind- und Sonnenenergie werden mit „ … so viel Haushalte können versorgt werden“ Propaganda bejubelt, dabei ausser acht lassend das beide Energieträger nicht grundlastfähig sind. Wenn man neben der mengenmäßige Versorgung auch die Verfügbarkeit berücksichtig können sie 0 Haushalte versorgen. Die Stromlücken werden mit zugekauftem Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland gefüllt – darüber redet aber lieber keiner groß. Die Vorstellung ein großflächiger Ausbau würde die Versorgungslücken schließen ist nicht aufgegangen. Die Spanne zwischen Nullertrag und Maximalleistung wird durch weiteren Alagenzubau nur weiter erhöht. Eneregiespeicherung in den tatsächlich erforderlichen Mengen ist bislang techn. Utopie. Speziell in der Windindustrie hat sich inzwischen eine giergetriebene Lobby entwickelt die mit Ihren 200m-Kolossen mitten in Wäldern massivst Natur vernichten. Durch Bodenverdichtung und Zerstörung von brut- und Lebensräumen selbst geschützter Arten wird hier, ebenso wie in der Biomasselandwirtschaft, Unwiederbringliches vernichtet. Die Gesundheitsschäden bei Menschen durch Onshore-WKA sind in Deutschland jetzt schon dabei die der Atomenergie zu überholen. Mindestabstände zu Wohnbebauung, wie etwa die 10H-Regel, werden, wie oben auf dem Werbebild meines Noch-Energielieferanten zu sehen, regelmäßig missachtet.
    Wenn man sich die Fakten mal ideologifrei ansieht kann man dem Satz „alles ist besser als beim Atom-/Kohlestrom zu bleiben“ nun wirklich nicht mehr so einfach zustimmen. Was bleibt also? Wasserkraft? Für das eigene Gewissen eine Beruhigung, ja. Die Ausbaupotentiale für Wasserkraft sind in Europa aber praktisch ausgeschöpft. So wird lediglich, ohne Umweltnutzen, vorhandene Wasserkraft separat vermarktet.
    Und wenn man all die hier nur angerissenen Thematiken vertiefter anschaut wird´s noch komplexer.

    Es gibt aktuell keine einfache Antwort für eine verantwortbare Stromversorgung. Deshalb würde ich mir von einer Plattform wie Utopia wünschen sich mit einem solch komplexen Thema deutlich differenzierter auseinanderzusetzen, als im FastFood-Stil Artikel a la “So musst Du es machen, dann ist alles gut.“ zu schreiben.

  9. (Ohne die Formulierungen der Utopia News Artikel verteidigen zu wollen.)

    „Wenn man sich die Fakten mal ideologifrei ansieht kann man dem Satz „alles ist besser als beim Atom-/Kohlestrom zu bleiben“ nun wirklich nicht mehr so einfach zustimmen.“

    Ich kann noch ohne Gewissensbisse dieser einfachen Wahrheit zustimmen: Atomstrom mit Atommüll ist das verantwortungsloseste was wir als Verbraucher wählen können.

    Das Erneuerbare Energien Gesetz wurde in den Jahren permanent angepasst, als Naturschützer geht einem das „Reparieren“ von negativen Auswirkungen natürlich zu langsam, man wünscht sich einen durchgehend begleitenden Prozess, auf der anderen Seite wollte die Regierung den Unternehmen eine Planbarkeit bei Investitionen ermöglichen.

    Etwas bewegen ohne Dauerbremsen im Kopf ist ein schwieriges Unterfangen.

    „Es gibt aktuell keine einfache Antwort für eine verantwortbare Stromversorgung.“

    Doch: den eigenen Strombedarf selbst erzeugen. Das kann sich weder jeder leisten noch hat jeder Haushalt dafür die bauliche Grundlage, dafür gibt es es Anlegemöglichkeiten für Kapital. Wer zu wenig Einkommen hat und dennoch einen hohen Strombedarf im Haushalt, den er mit billigem, innländischen oder ausländischem Atomstrom deckt, der hat tatsächlich ein Problem mit Verantwortbarkeit seiner freien Konsumentscheidung.

    Utopia will in den News Anreize setzen, sich mit dem eigenen Konsum zu beschäftigen. Diskutiert wurde seit Gründung von Utopia intensivst, welche Alternativen es gibt, was weshalb welche Folgewirkungen hatte, schief gelaufen ist. Klar ist, der Privatmensch in Deutschland hat nur begrenzt Einfluß, über seine Kaufentscheidungen das große Ganze in eine ökologisch verträgliche Richtung zu lenken. Viele Menschen wollen umweltfeindlich konsumieren, weil es ihnen egal ist, sie können es sich HIER UND HEUET leisten, die nachkommenden Generationen sind selbst bei Familien mit Kindern weit, weit weg.

    Deswegen war und ist die Regierung gefordert, „grüne Politik“ zu betreiben gegen eine Industrie, die wirtschaftlich argumentiert.

    Als Verbraucher bleibt uns, die uns für richtig eingeschätzte Politik zu unterstützen und im Alltagskonsum jene bestmöglichen Entscheidungen zu treffen, die unserem Geldbeutel wie unserem Verantwortungsgefühl entspricht.

  10. Atommüll zu fördern (!) indem man den Konzernen noch das Geld gibt für Rücklagen, die sie beim Atomrückbau benötigen, wäre natürlich die allerschlaueste Entscheidung. Weil sie das Weiterproduzieren von generationengefährdende Substanzen maximal verlängert.

  11. Das Atomkraft u.a. aufgrund der Nichtverantwortbarkeit von sog. Restrisiken und Müllproblematik ein Irrweg war/ist, ist meinerseits unumstritten. Die Verbrennung fossiler Energieträger kann aus bekannten Gründen nicht die Zukunft sein. Sonne, Wind, Biomasse, etc. schienen Auswege zu sein. Nachdem diese mit gigantischen Subventionen forciert wurden zeigen sich nun jedoch die Folgen. Eine gesundheitsgefährdende umweltzerstörende Atom- u- KohleIndustrie, wird durch eine andere, nicht minder destruktive Windkraftindustrie und Landausbeutungswirtschaft (Biomasse) ersetzt. Die Biomasseproblematik rückt langsam in´s Bewusstsein und wer als (Stadt-)Öko noch von der friedlichen Windkraft träumt, dem empfehle ich mal einen Besuch bei den Menschen (und in Wäldern), denen diese 240-Meter-Kolosse (und ein Ende des Größen- und Machbarkeitswahns ist nicht absehbar) mit allen begleitenden Destruktionen (Landschafts-/Lebensraumzerstörung, Bodenverdichtung, Tiertötung, dauerhafter Betriebslärm, Gesundheitsschäden, usw.) vor die Tür und damit mitten in´s Leben geballert werden.
    Nur als ein Detailbeispiel zeigt die Tatsache, dass pro WKA Jahrespachten zwischen 30.000 und 70.000 € gezahlt werden, wie hier in kürzester Zeit eine Gierindustrie entstanden ist, welche an Destruktivität der Atomindustrie schon mindestens ebenbürtig ist. Für weitere Informationen empfehle ich http://www.vernunftkraft.de . An der Seite bzw. ihren Machern mag man einen atom- und kohleindustrieaffinen Backround durchaus kritisieren, aber die hier aufgezeigten Zusammenhänge und Folgen der deutschen Energiewende sind wesentlich für eine ehrliche Diskussion. Da ich selbst mal unkritischer Anhänger der erneuerbaren Energieträger war und Ihre Kritiker bei Veränderungsverweigerern und Atomlobbyisten verortete, ist es mir ein Anliegen, das ein freier Blick entsteht.

  12. Es braucht nicht ein wenig “Reparieren“ an der “grünen Politik“, sondern ein fundamentales Hinterfragen. Was jetzt unter dem Begriff Energiewende betrieben wird ist der Austausch bisheriger destruktiver Energiegewinnung gegen andere nicht minder destruktive Formen lediglich im grünen Mäntelchen. Letztlich führen alle Fragen zur Energieversorgung zur Grundfrage aller Umwelt-, Natur und Menschenschutzfragen. Nämlich dem Infragestellen des konsumistisch, industrialisierten, digitalisierten Lebens. (Ein Großteil des Stromverbrauchs findet, ähnlich, wie beim Wasser, nicht an der privaten Steckdose statt, sondern steckt in Konsumprodukten, Dienstleistungen, Mobilität und der immer-Jederzeit-Verfügbarkeitserwartung all dessen) Ist der Mensch zu dieser Frage bereit??? Die “grüne Politik“ liefert dazu lediglich Beruhigungspillen und Feigenblätter. Selbst besagte gleichnamige Partei, einst mit Werten angetreten, schielt nur noch nach möglichst viel Wählerstimmen und da wäre eine unbequeme Grundsatzdiskussion des modernen Gesellschaftsmodells mindestens so lästig und wählervergraulend wie die Veggiedaydebatte.
    Gerade aufgrund des Mangels an Ehrlichkeit in der Parteipolitik wünsche ich mir von einer Plattform die den Namen UTOPIA trägt und auch verdient hätte, gerade bei wesentlichen Zukunftsthemen, wie Energieversorgung, eine hintergründige fundierte Themenbearbeitung. Dies auch wenn es dann vielleicht keine einfachen Gewissensberuhigungshandlungsanweisungen gibt.

  13. Sehr schön geschrieben und das trifft es aus meiner Sicht voll.
    Ich bin gerade noch bei Greenpeace Energy möchte aber den Ausbau der Windkraft nicht mehr weiter fördern. Die Anlagen sind in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen. Insbesondere in den ländlichen Gebieten mit besonders schützenswerten Ökosystemen wird der Ausbau der Großanlagen vorangetrieben. Seltene Vögel wie Schreiadler, Seeadler oder Schwarzstörche werden getötet oder vertrieben um den Ausbau möglich zu machen. Die aktuelle Gesetzeslage reicht bei weitem nicht aus, um die seltenen Vogelarten und Ihren Lebensraum vor den geldgierigen Investoren zu schützen.
    Eine nachhaltige Energiegewinnung muss in jedem Fall nicht nur CO2 neutral sein, sondern den Lebensraum für Mensch und Tier in einem gesunden Gleichgewicht bewahren. Das ist sowohl mit dem auf intensiver Landwirtschaft begründeten Biogasanlagen, als auch mit den gigantischen Windenergierädern leider nicht möglich.
    Die umweltfreundlichste Variante ist eben doch Energie zu sparen.
    Auf der anderen Seite sind wir nun mal eine Industrienation die sehr viel Energie für die Produktion benötigt. So wie wir Nahrung importieren werden wir auch Ökostrom oder eben Gas aus Ökostromanlagen vom Ausland importieren müssen. Aktuell kommen Öl und Gas ja auch nicht aus Deutschland.
    Zu versuchen unseren Lebensraum so auszuquetschen, dass wir uns selbst versorgen können, führt am Ende zu eine Industrielandschaft in der keiner mehr wohnen und arbeiten mag.
    Der intensive Ausbau der Ökoenergie im eigenen Land hat bereits eine erheblichen Biodiversitätsschaden angerichtet. Unser Feldvögel und Insekten verschwinden in atemberaubender Geschwindigkeit. Vieles davon geht auf die intensive Landwirtschaft zurück, die von dem Verbrauch von Biokraftstoffen getrieben wird.
    Aktuell soll jetzt die ganze Landschaft mit Windenergieanlagen zu gepflastert werden. Dabei können wir die Auswirkung auf unsere Vogelwelt noch gar nicht richtig einschätzen. Insbesondere bei den lange lebenden Großvögeln stellt der aktuelle Zustand vermutlich schon eine existenzielle Bedrohung dar. Natürlich verschwinden die Vögel nicht von heute auf morgen, aber schon geringe Verschiebungen der Mortalitätsraten zur Reproduktionsrate entscheiden, ob diese Arten bei uns eine Zukunft haben. Sollten wir da nicht vorsichtiger agieren ?
    Ich denke wir brauchen klare Visionen mit welcher Energiegewinnung wir was erreichen können und wo die Grenzen sind !!

  14. Bitter ist, wie oberflächlich Utopia arbeitet. Die ökologischen Ansprüche scheinen sehr gering zu sein oder Inkompetenz ist vorherrschend. Das erste Bild mit dem Maisfeld und den Windrädern und dazu „…Utopia empfiehlt…“ ist zum heulen. Wir haben ein riesen Problem und es wird dennoch vorangetrieben, als besonders lobenswert hervorgehoben. Auf diesen Weg wird Deutschland ganz zur Industriewüste, was es zum Großteil schon ist.

    Liebes Utopia Team, bitte überdenkt den Artikel noch einmal und setzt eine Korrektur an den Anfang. Auch wenn es schwer fällt, solche groben Fehler müssen korrigiert werden. Ihr handelt sonst wie die Grünen, die keine dringend notwendige Kurskorrektur beginnen, da sich fürchten, ihr Gesicht zu verlieren.

  15. Stromsparen ist mit Sicherheit das beste Mittel. Ich kann ehrlich gesagt überhaupt nicht verstehen wofür die Leute ihren ganzen Strom verbrauchen. Jedes mal wenn wir uns irgendwo in einer Gruppe über Stromverbrauch und Kosten unterhalten sind die Leute Baff wie wenig wir verbrauchen. Dabei wird bei uns so gut wie jeden Tag gekocht und ich wasche jede Woche alleine 2 Maschienen Arbeitskleidung von meinem Mann. Gut, ich hänge Wäsche in den Keller, wir schalten alle Geräte über Steckerleisten komplett aus, unsere Großgeräte sind alle ab 2010 angeschafft worden, keins ist älter. Spielkonsolen gibt es nicht und das Laptop wird nur selten ( höchstens 1. Pro Woche ) angemacht und dann nach möglichkeit von allen nacheinander genutzt damit es eben nicht ständig Hochfahren muss. Aber wir gucken Tv und ich Bügel Wäsche. Licht brennt natürlich auch nur wo es gerade benötigt wird und nicht zur Deko. Wir Sparen nicht extrem aber so wie es selbstverständlich sein sollte. Bei den ganzen Gesprächen kam nie raus wofür unsere Bekannten viel mehr brauchen. Das wäre mal ein interessantes Thema. Ist es wirklich nur Pc und X Box?

  16. Hallo Regina,
    da sagst du etwas sehr wahres. Die umweltfreundlichste Energie, ist die, die eingespart wird. Auch ich bin der Meinung, dass hier ein sehr großes Potential zu heben ist! Viele könnten ohne viel Komfortverlust viel einsparen (teilweise sogar ganz ohne Komfortverlust).
    Leider darf man der heutigen Wählerschaft offensichtlich nicht mit dem Wort „sparen“ kommen, sonst wird man nicht gewählt, bzw. als website, man wird nicht besucht.
    Aber es ist einfach die Wahrheit und würde die Energiewende so viel weiter bringen. Mehr konventionelle Kraftwerke könnten abgestellt werden, weniger Speicher und Leitungen wären nötig, weniger neue Anlagen wären nötig.

  17. Auch mir ist das Startbild des Beitrages unangenehm aufgefallen. Windräder in einer Maiswüste mögen oberflächlich betrachtet ökologischer sein als Kohlekraftwerke. Für eine wirklich ökologische, sprich „nachhaltige“ Energiegewinnung bedarf es aber mehr als nur des Faktes der Erneuerbarkeit von Ressourcen. Zumal selbst diese beim intensivlandwirtschaftlichen Anbau von Energiepflanzen fraglich ist. Der derzeit übliche wechselweise Anbau von stark zehrenden Energiepflanzen wie Mais und Raps, die darüber hinaus noch einen hohen Einsatz an Pestiziden erfordern, vernichtet langfristig die Ressource Boden.

    Der massive Pestizideinsatz führt darüber hinaus zu einem beängstigenden Rückgang an Insekten, einschließlich unserer wichtigsten Bestäuber, den Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen. Rapsfelder, die früher von Imkern als gute Trachtquellen beliebt waren, werden von diesen heute eher gemieden, da der Imker um seine Bienen fürchtet. Ebenso vermeidet er es, seine Bienen in der Nähe von Maisfeldern aufzustellen. Um die wilder Bestäuberinsekten sorgt sich dagegen niemand, diese verschwinden leise und unbeachtet. Und wo Insekten fehlen, finden auch viele unserer heimischen Vögel keine Nahrung und verschwinden ebenso. Blühstreifen helfen da wenig, weil sie für Insekten durch die Abdrift von Pestiziden zur Todesfalle werden können.

    Traurige Ironie: Bei Entomologen gelten mittlerweile die durch den Abbau von Braunkohle entstandene Mondlandschaften der Oberlausitz als einer der letzten Rückzugsorte für seltene Insektenarten. Nicht, weil diese Tagebaufolgelandschaften so ökologisch wertvoll sind, sondern weil dort keine landwirtschaftliche Bewirtschaftung mehr möglich ist.

    Es empfiehlt sich daher, auch beim Ökostromanbieter genauer hinzuschauen. Zum Beispiel handelt es sich beim Ökostrom „aus regionalen Erzeugungsanlagen“ vermutlich um Strom aus Biogasanlagen, sprich: vom Maisfeld. Erneuerbar ja – aber nicht ökologisch.

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