Weg mit dem Smartphone! 7 Strategien, Kinder sinnvoll zu beschäftigen

Kinder beschäftigen ohne Bildschirm
Foto: CC0 Public Domain - Unsplash / Kelly Sikkema

Smartphone, Tablet und Co. – die neuen Medien bestimmen nicht nur unseren Alltag, sondern auch den unserer Kinder. Wir zeigen Strategien, wie man Kinder beschäftigen kann, ohne sie vor den Bildschirm zu klemmen.

Kinder, die stundenlang stillsitzen und sich selbst beschäftigen? Das geht ganz einfach, dank Smartphone. Für Eltern mag das bequem sein, eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung ist es nicht.

Einer aktuellen Studie zufolge schadet es Kindern sogar: Demnach könne die intensive Nutzung digitaler Medien zu einer großen Bandbreite an Entwicklungsstörungen führen. Das beginne bei Fütter- und Einschlafstörungen bei Babys, gehe über Sprachentwicklungsstörungen bei Kleinkindern bis hin zu Konzentrationsstörungen im Grundschulalter.

Ist die Nutzung digitaler Geräte schädlich für Kinder? (Foto: CC0 Public Domain - Unsplash / Hal Gatewood)

Das Problem: Vor allem Smartphones sind inzwischen ein so selbstverständlicher Teil unseres Alltags geworden, wie der Backofen Teil einer Küche ist: Man könnte drauf verzichten – will man aber ehrlich gesagt nicht. Wer seine Kinder trotz der ständigen Smartphone-Präsenz vom Bildschirm wegkriegen will, muss sich Alternativen einfallen lassen, die vor allem mindestens so unterhaltsam sind, wie die Geräte mit den faszinierenden Bildschirmen.

Wir zeigen euch ein paar solcher Alternativen. Die meisten davon verursachen wahrscheinlich mehr Dreck, Lärm und Aufwand, als wenn Kinder einfach vor einen Bildschirm gesetzt werden. Sie sorgen allerdings auch dafür, dass sich Kinder benehmen, wie man es von ihnen erwartet: Fröhlich, chaotisch und fantasievoll.

Basteln, Bausteine und eine Bibliothek: So beschäftigt man Kinder drinnen

1. Basteln und Werken

Statt Kinder mit dem Smartphone ruhig zu stellen, gibt es genug Möglichkeiten, die Kleinen sinnvoll zu beschäftigen: Mit Wasserfarben oder Fingerfarben, Knete (kann man auch selber machen), Buntstiften und anderen Bastelmaterialien können sie kreativ sein und selbstständig etwas schaffen.

Kinder beschäftigen: mit basteln
Kinder beschäftigen mit Basteln, Malen, Zeichnen (Foto: CC0 Public Domain - Unsplash / Rawpixel.com)

Vor allem ältere Kinder haben Spaß daran, sich handwerklich zu betätigen. Zum Stricken und Häkeln etwa braucht man nur wenige Materialien: Wolle und die richtigen Nadeln.

Im Internet findet man unzählige Selbermach-Blogs mit Bastelanleitungen. Auf Utopia findest du unter dem Tag DIY Ideen für Dinge, die man selber herstellen kann.

2. Analoges Spielzeug

Der Klassiker Kinder zu beschäftigen funktioniert auch in Zeiten von Smartphone, Gameboy und Nintendo noch: analoges Spielzeug. Dabei kommt es nicht auf die Menge an Spielzeug an, sondern auf die Qualität, den pädagogischen Wert und seine Vielseitigkeit.

Mit Bausteinen beispielsweise können Kinder ganz ohne Bildschirm ihre eigene kleine Welt bauen, sie umstrukturieren und neu zusammensetzen. Den konventionellen Klassiker Lego gibt es auch in nachhaltig**: Ankersteine, Bausteine von „Bioblos“ oder Holzbaukästen von Matador.

Kinder beschäftigen: Bauklötze
Mit Bauklötzen können die Kinder ihre eigene Welt ganz einfach analog gestalten. (Foto: CC0 Public Domain - Unsplash / Jelleke Vanooteghem)

3. Bücher bereitstellen

Auch Geschichten werden noch analog erzählt – in Büchern. Wer Kindern Zugang zu guten Büchern schafft und ihnen regelmäßig vorliest, fördert ihre Leidenschaft fürs Lesen. Schöne Kinderbücher findest du bei** Buch7Ecobookstorebooklooker.de

4. Alltagsaufgaben verteilen

Kinder sinnvoll beschäftigen Pinterest
Kinder sinnvoll beschäftigen: in der Natur spielen (C0 Public Domain - Unsplash / Jelleke Vanooteghem, Michael Podger, Rawpixel.com)

Eine weitere Möglichkeit Kinder drinnen zu beschäftigen ist, sie in Alltagsaufgaben miteinzubeziehen. Je älter Kinder werden, desto mehr können sie im Haushalt helfen. Ob Spülmaschine ausräumen, Tisch decken, beim Backen und Kochen helfen – häufig finden die Kleinen sogar Gefallen an solchen Aufgaben. Hier findest du drei Rezepte für Kinder.

Im Freien spielen: So beschäftigt man Kinder draußen

5. Kindern eine spielfördernde Umgebung schaffen

Wenn Kinder draußen spielen, brauchen sie Materialien, mit denen sie etwas anfangen können: Bäume zum Klettern, Stöcke zum Trommeln, Blätter zum Stapeln, Schlamm und Sand zum matschen. Der Garten sollte so gestaltet sein, dass Kinder kreativ sein können.

Wer keinen Garten hat, kann eine Ecke auf dem Balkon einrichten – oder einfach vor die Tür gehen. Der nächste Spielplatz, Park oder Wald ist sicher nicht weit. In speziellen Spielstraßen hält man Kinder mit Straßenmalfarben, Dreirad und Fahrrad bei Laune.

Bei Spaziergängen im Wald können Kinder Stöcke sammeln und schnitzen, Blumen pflücken und Blumenkränze basteln, Blätter sammeln und in Büchern pressen oder im Winter Schneefiguren bauen.

Kinder beschäftigen: draußen spielen
Mit dem richtigen Outfit können Kinder jederzeit draußen spielen. (Foto: CC0 Public Domain - Unsplash / Michael Podger)

Die richtigen Voraussetzungen schaffen

6. Gute Ausrüstung für draußen

Damit Kinder ungehindert draußen spielen können, brauchen sie das richtige Outfit. Die Kleidung sollte schnee- und regenfest sein und von Kopf bis Fuß dicht, sie dabei aber nicht in ihrer Bewegungsfreiheit einschränken.

Solche Kleidung findest du zum Beispiel bei** Avocado Store.

7. Vorbild sein

Die besten Strategien Kinder zu beschäftigen bringen nichts, wenn die Eltern selbst ständig am Smartphone oder Tablet hängen. Wer am Frühstückstisch sitzt und Nachrichten checkt oder in der U-Bahn auf Facebook unterwegs ist, der kann seinen Kindern das Smartphone nicht verbieten.

Von einem radikalen Verbot raten Experten übrigens ohnehin ab. Kindern schade in erster Linie nicht unbedingt, dass sie Zeit vor dem Bildschirm verbringen, sondern wie sie diese verbringen. So sehen Experten kein Problem darin, wenn Kinder 20 Minuten lang mit der Oma skypen, für die Schule im Internet recherchieren oder ein E-Book lesen.

Aus der Studie von Madeleine J. George, erschienen in Perspectives on Psychological Science, ging sogar hervor, dass neue Medien die Kommunikationsfähigkeit und Freundschaft bei Jugendlichen stärken. Wichtig hierbei ist kein exaktes Minuten-Kontingent, sondern viel eher, dass Kinder einen ausgewogenen Tag haben und eintönige Aktivitäten nicht zu lange am Stück machen.

Lesen, im Freien spielen und Freunde treffen stehen bei Kindern hoch im Kurs

Beruhigend ist übrigens, was die Kinder-Medien-Studie 2017 zeigt: Hier rangierten bei der Frage, wie Kinder ihre Freizeit gestalten, die Aktivitäten „mit Freunden zusammen sein“ und „im Freien spielen“ an oberster Stelle.

Kinder beschäftigen: Lesen
Machen Kinder trotz digitaler Medien gerne: lesen. (Foto: CC0 Public Domain - Unsplash / Ben White)

Bei den Medien, die sie mindestens einmal die Woche benutzen, ist das Lesen von Büchern, Zeitschriften und Comics bei Kindern aller Altersgruppen auf Platz drei und konkurriert mit Fernsehen (Platz 1), chatten und telefonieren. Letzteres wird beliebter, je älter die Kinder werden.

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(8) Kommentare

  1. Und ein wenig Studienmaterial

    WIRKUNGEN AUF GEHIRN – UND LERNLEISTUNGEN

    Wirkung von subchronischer Mikrowellenstrahlung niedriger Intensität auf das Rattenhirn. Effect of Low Level Subchronic Micro-wave Radiation on Rat Brain. Von: Deshmukh PS, Megha K, Nasare N, Banerjee BD, Ahmed RS, Abegaonkar MP, Tripathi AK, Me-diratta PK. Erschienen in: Biomed Environ Sci, 2016; 29 (12), 858–867 Seite 4

    Biochemische und histologische Studien zu schädlichen Wirkungen von Mobilfunkstrahlung auf Rattenhirne. Biochemical and histological studies on adverse effects of mobile phone radiation on rat’s brain. Von: Hussein S, El-Saba AA, Galal MK. Er-schienen in: Journal of Chemical Neuroanatomy 78 (2016) 10–19 Seite 4

    Wirkung von 900 MHz-EMF in der pränatalen Phase auf Hippocampus und Lernverhalten. Effects of 900 Megahertz EMF in the prenatal period on hippocampus and learning behavior. Von: İkinci A, Ersan Odacı E, Yıldırım M, Kaya H, Akça M, Hancı H, Aslan A, Sönmez OF, Baş O. Erschienen in: NeuroQuantology 11 (4) 2013, 582–590 Seite 5

    Wirkung von Mobilfunkstrahlung auf Glutamat-induzierten oxidativen Stress in HT22-Hippocampuszellen von Mäusen. Effects of radiofrequency field exposure on glutamate-induced oxidative stress in mouse hippocampal HT22 cells. Von: Kim JY, Kim HJ, Kim N, Kwon JH, Park MJ. Erschienen in: International Journal of Radiation Biology 2016 Seite 6

    Wirkung von Mobilfunkstrahlung auf die Pentylentetrazol-induzierte Anfall-Schwelle bei Mäusen. Effect of mobile phone radiati-on on pentylenetetrazole-induced seizure threshold in mice Von: Kouchaki E, Motaghedifard M, Banafshe HR . Erschienen in: Iran J Basic Med Sci 2016; 19: 800–803 Seite 7

  2. FERTILITÄT, EMBRYO, POSTNATALE WIRKUNGEN

    Wirkung von vor- und nachgeburtlicher Einwirkung von Strahlung einer 1880–1900 MHz-DECT-Basisstation auf die Entwicklung von Ratten. Effects of pre- and postnatal exposure to 1880–1900 MHz DECT base radiation on development in the rat. Von: Stasinopoulou M, Fragopoulou AF, Stamatakis A, Mantziaras G, Skouroliakou K, Papassideri IS, Stylianopoulou F, Lai H, Kosto-mitsopoulos N, Margaritis LH. Erschienen in: Reproductive Toxicology 65 (2016), 248–262 Seite 8

    900-MHz-induzierte DNA-Schädigung und Zellzyklusstopp in Hodenkeimzellen von Swiss Albino-Mäusen.
    Radiofrequency radiation (900 MHz)-induced DNA damage and cell cycle arrest in testicular germ cells in swiss albino mice. Von: Pandey N, Giri S, Das S, Upadhaya P. Erschienen in: Toxicology and Industrial Health 2016, 1–12 Seite 9

    Wirkung von Langzeitbestrahlung eines 2G-Mobiltelefons (900–1900 MHz) auf die Hoden von Mäusen. Effects of Long Term Exposure to a 2G Cell Phone Radiation (900–1900 MHz) on Mouse Testis. Von: Mugunthan N, Anbalagan J, S Meenachi S. Er-schienen in: International Journal of Science and Research 3 (9) 2014, 523–529 Seite 10

  3. GENTOXIZITÄT

    2100-MHz-Strahlung eines 3G-Mobiltelefons und die oxidative DNA-Schädigung im Gehirn. The 2100 MHz radiofrequency radi-ation of a 3G-mobile phone and the DNA oxidative damage in brain. Von: Şahin D, Özgür E, Güler G, Tomruk A, Ünlü I, Sepici-Dinçel A, Seyhan N. Erschienen in: J Chem Neuroanat 2016; 75 Pt B: 94-98 Seite 10

    Mobiltelefonsignale lösen eine Hormese-ähnliche Wirkung in Atm+/+ und Atm−/− embryonalen Fibroblasten von Mäusen aus. Mobile phone signal exposure triggers a hormesis-like effect in Atm+/+ and Atm−/− mouse embryonic fibroblasts. Von: Sun C, Wei X, Fei Y, Su L, Zhao X, Chen G, Xu Z. Erschienen in: Scientific Reports 2016, 6:37423 Seite 11

  4. WIRKMECHANISMUS ROS / OXIDATIVER STRESS, GENEXPRESSION, APOPTOSE

    Schutzwirkung von Vitamin E gegen oxidative Parameter durch 3-mT-Magnetfelder in der Substantia nigra von Ratten. Protecti-ve effects of vitamin E consumption against 3MT electromagnetic field effects on oxidative parameters in substantia nigra in rats. Von: Ghanbari AA, Shabani K, Mohammad Nejad D. Erschienen in: Basic and Clinical Neuroscience 2016, 7 (4), 315–322 Seite 12

    Mobilfunkstrahlung-induzierte Störung von Genexpression, Redox-Gleichgewicht und Regulation sporadischer Apoptose in Eier-stöcken von Drosophila melanogaster. Mobile-phone Radiation-induced Perturbation of Gene-expression Profiling, Redox Equilibrium and Sporadic-Apoptosis Control in the Ovary of Drosophila melanogaster. Von: Manta AK, Papadopoulou D, Polyzos AP, Fragopoulou AF, Skouroliakou AS, Thanos D, Dimitrios J, Stravopodis DJ, Margaritis LH; Erschienen in: Fly (Austin) 1-21.Dec 2016 Seite 13

  5. Eine kleine Auswahl aus dem Netz

    Kurzsichtigkeit – https://www.welt.de/gesundheit/article131798051/Spielen-am-Bildschirm-macht-viele-Kinder-kurzsichtig.html

    Prof. Teuchert-Noodt – Frühkindliche Entwicklung https://www.diagnose-funk.org/download.php?field=filename&id=381&class=DownloadItem

    Deshmuk et al. – WLAN und DECT-Telefone vermindern Gedächtnisleistung

    Chip – Wie unser Denken durch das Internet verflacht http://www.chip.de/artikel/Das-Internet-beeintraechtigt-unser-Denkvermoegen-2_46819911.html

  6. Also, die obigen Kommentare lassen mich nur schmunzeln und ich habe sie gar nicht vertieft und genauer angeschaut.
    Wieso brauche ich wissenschaftliche Nachweise für Hinweise, die ich für selbstverständlich halte?
    Wenn Kinder selbst tätig sind, dann können sie sich gut entwickeln.
    Kinder brauchen über alle Sinne Input und Erfahrungen. Alle Sinne brauchen vielfältige Anregung und die wachsenden Knochen brauchen Bewegung.
    Vor allem ein Tätigsein statt eines Beobachtens, Konsumierens hilft Kinder die Welt im wahrsten Sinne des Wortes zu be-greifen.
    Und dann brauchen Kinder Abwechslung, wechselnde Belastung und Entlastung des Körpers – wie alle Menschen. Lang andauernder Bildschirm-Konsum ist Blödsinn – schon immer gewesen. Und das kann jede/r bei sich selbst merken – ohne wissenschaftliche Zahlen.

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