Pilze trocknen: Im Ofen oder an der Luft

Foto: CC0 / Pixabay / halibaba

Pilze zu trocknen ist einer der besten Wege, um sie länger haltbar zu machen. Wie du Pilze bei dir zu Hause am besten trocknest, erfährst du hier.

Wie mache ich Pilze haltbar?

Gehörst du auch zu den Leuten, die begeistert Waldpilze sammeln? Da kann es vorkommen, dass du nach der Sammeljagd einige Pilze mehr hast, als du sofort essen kannst. Die überschüssigen Pilze kannst du haltbar machen, indem du sie trocknest.

Trocknest du Pilze, entziehst du ihnen Wasser. Damit beugst du bakteriellen Verderb durch Mikroorganismen vor, da diese sich ohne frei verfügbares Wasser nicht auf den Pilzen ansiedeln können.

Bist du dann bereit, die getrockneten Pilze zu verzehren, so kannst du sie einfach mit kochendem Wasser übergießen. Die getrockneten Pilze saugen sich dann wieder mit Wasser voll. Die Textur ist zwar nicht ganz so gut wie die von frischen Pilzen, dafür schmecken sie intensiver.

Studien deuten darauf hin, dass getrocknete Pilze mehr freie Aminosäuren enthalten können. Ob das für alle Pilzarten gilt, ist allerdings noch unklar. Wenn du die getrockneten Pilze auf über 50 Grad Celsius erhitzt, entfalten sich die in ihnen enthaltene Proteine. Diese Proteine bestehen selbst aus Aminosäuren – darunter die Glutaminsäure (Glutamat). Diese wird freigesetzt, wenn die Proteine aufgefaltet werden. In ihrer freien Form bindet sich die Glutaminsäure an die Rezeptoren auf unserer Zunge und verleiht den Pilzen so einen fleischigen Geschmack.

Pilze trocknen: Diese Pilzsorten eignen sich besonders

Du kannst Pilze auf verschiedene Arten trocknen. Die geläufigsten Methoden für Zuhause sind an der Luft, im Backofen und mit dem Dörrapparat. In der Lebensmittelindustrie werden Pilze in den meisten Fällen gefriergetrocknet.

Zum Trocknen eignen sich folgende Pilzarten am besten:

  • Steinpilze
  • Champignons
  • Austernpilze
  • Butterpilze
  • Rotkappen
  • Maronen

Pfifferlingen, Milchlingen, und Maipilzen solltest du hingegen nicht trocknen. Diese Pilzarten verlieren stark an Geschmack wenn du sie trocknest und werden zäh.

Das musst du bei einer Lufttrocknung beachten

Pilze an der Luft zu trocknen ist einfach und bietet sich insbesondere im Sommer an. Da die Luft an warmen und trockenen Tagen nicht mit Wasserdampf gesättigt ist, entzieht sie den Pilzen Wasser.

Anders sieht es in den kalten und regnerischen Monaten aus. Je niedriger die Außentemperatur, desto weniger Wasser kann die Luft aufnehmen. In den Wintermonaten solltest du deine Pilze daher bei dir im Haus an der Luft trocknen. Du kannst sie beispielsweise in der Nähe von Heizkörpern trocknen.

Gehe folgendermaßen vor, um deine Pilze an der Luft zu trocknen:

  1. Lege deine Pilze auf einem Gitter ab, sodass sie sich gegenseitig nicht berühren und von allen Seiten gut durchlüftet werden.
  2. Stelle die Pilze nach draußen an einen sonnigen Platz. Im Winter kannst du das Gitter in der Nähe eines Heizkörpers platzieren.
  3. Sollte es in deiner Umgebung nachts stark abkühlen, stelle die Pilze über Nacht ins Haus. So stellst du sicher, dass sie kein Wasser aus der Umgebung ziehen.

Die Pilze sind nach etwa 20 Stunden trocken. Bewahre sie in einem dicht verschlossenen Einmachglas auf und stelle sicher, dass du deine getrockneten Pilze in einer trocknen Umgebung aufbewahrst. Auf diese Weise sind deine Pilze für mehrere Monate haltbar.

Tipp: Trockne deine Pilze unbedingt im Sonnenlicht und nicht im Schatten. Bekommen deine Pilze UV-Strahlung ab, wandeln sie das in ihnen enthaltene Ergosterol in Vitamin D um. Insbesondere in der Winterzeit leiden viele Menschen in Deutschland unter Vitamin-D-Mangel. Vitamin D kann sich nur unter dem Einfluss von UV-Licht bilden, sodass andere Trocknungsmethoden diesen Vorteil nicht mit sich bringen.

Der größte Vorteil dieser Methode ist, dass sie keinen Strom verbraucht. Die Sonne scheint ohnehin. Aus ökologischen Gründen solltest du Pilze also möglichst immer an der Luft trocknen.

So trocknest du Pilze im Backofen oder Dörrapparat

Aus ökologischer Sicht solltest du deine Backofentür beim Trocknen geschlossen lassen.
Aus ökologischer Sicht solltest du deine Backofentür beim Trocknen geschlossen lassen.
(Foto: CC0 / Pixabay / Couleur)

Die Pilze im Backofen oder Dörrapparat zu trocknen funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie an der Luft. Die heiße, trockene Umgebungsluft entzieht den Pilzen Wasser. Da die Luft dauerhaft zirkuliert, also immer wieder neue trockene Luft zur Verfügung steht, trocknen die Pilze um einiges schneller. Die Umgebungsluft kann bei den erhöhten Temperaturen im Ofen zudem mehr Wasser aus den Pilzen aufnehmen, bevor sie gesättigt ist.

Gehe folgendermaßen vor, um deine Pilze im Backofen zu trocknen:

  1. Heize deinen Backofen auf 50 Grad Celsius Umluft vor.
  2. Verteile deine Pilze auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech, sodass sie sich gegenseitig nicht berühren. (Oder nutze eine Alternative zu Backpapier)
  3. Platziere das Backblech auf der mittleren Schiene des Backofens.

Nach vier bis sechs Stunden sind deine Pilze getrocknet. Bewahre sie in einem luftdicht verschlossenen Einmachglas auf und stelle dieses in einen trocknen Raum, damit die Pilze kein Wasser ziehen. Auf diese Weise sind die getrockneten Pilze für mehrere Monate haltbar.

Alternativ kannst du auch deinen Dörrapparat verwenden. Bei Backofen und Dörrautomat ist der Energieverbrauch allerdings höher als beim klassischen Lufttrocknen. 

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