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Mit Rasiermesser oder Rasierhobel: So gelingt die Zero-Waste-Rasur

Foto: Colourbox.de, Olivenholz erleben, EcoYou

Selbst beim Rasieren kannst du Müll und Schadstoffe vermeiden. Wir zeigen, wie die Zero-Waste-Rasur mit Rasierhobel, Rasiermesser und Co. gelingt.

Für seidig glatte Frauenbeine oder Männerwangen brauchst du einen besonders sanften, ergonomisch getesteten Drei-Klingen-Rasierer – das will uns zumindest die Werbung weismachen.

In Wahrheit gibt es eine ganze Reihe von Mitteln gegen Stoppeln – und einige sind umweltfreundlicher als andere. Handelsübliche Rasierer aus Plastik und Einweg-Klingen landen zum Beispiel schnell im Müll – Rasiermesser, Rasierhobel, Sugaring und Co. hingegen produzieren so gut wie keinen Abfall.

Utopia zeigt dir die nachhaltigsten Rasuren für Männer und Frauen.

Nicht nur Stoppeln: Das größte Problem beim Rasieren ist der Müll

Rasieren ist für viele von uns eine wahre Sisyphusarbeit: Kaum hat man alle Haare aus Achseln, Intimbereich und den Beinen entfernt, sprießen bereits neue nach. Weil viele handelsübliche Rasierer aus Plastik und Einweg-Klingen bestehen, hat auch die Umwelt mit den Folgen unseres haarlosen Schönheitsideals zu kämpfen.

Denn die meisten Frauen und Männer nutzen sogenannte Systemrasierer: Diese besitzen eine wiederverwendbare Halterung und austauschbare Scherköpfe. Allerdings halten die Klingen nur wenige Monate: Entweder verstopfen sie oder sie werden stumpf. Außerdem sind die Scherköpfe von Systemrasierern teuer. Deshalb sind auch billige Einweg-Rasierer weit verbreitet. Diese landen allerdings noch schneller im Müll und produzieren mehr Abfall.

Rasierhobel: Glatte Haut, weniger Müll

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Der Rasierhobel von EcoYou ist komplett plastikfrei. (Foto: © EcoYou)

Natürlich musst du der Umwelt zu liebe nicht auf glatte Haut verzichten. Mach es einfach wie Oma und Opa ihrerzeit – und benutze einen Rasierhobel. Anders als viele konventionelle Rasierer bestehen Rasierhobel komplett aus Edelstahl. Die Folge: Sie halten meist ein Leben lang.

Ein Rasierhobel kostet um die 40 Euro. Auf den ersten Blick scheint er also deutlich teurer als ein Plastikrasierer mit Wechselkopf. Doch seine Klingen sind um einiges günstiger: 25 Stück kosten im Schnitt nur etwa 6,50 Euro. Einige Marken wie zum Beispiel Astra verpacken ihrer Klingen nicht in Plastik, sondern nur in einem dünnen Pappkarton. Du kannst sie online bestellen oder im Fachhandel für Rasierbedarf danach fragen.

Eine Rasierhobel-Klinge hält im Schnitt etwa 15 Rasuren lang, bevor du sie austauschen musst. Danach kannst du die Schneide einfach umdrehen – so hast du automatisch neue scharfe Kanten zum Rasieren. Wenn du die Klinge nach dem Duschen aus der Halterung nimmst und abtrocknest, kannst du außerdem Rost vorbeugen.

Trotzdem solltest du die Klingen nicht ewig verwenden, sonst leidet deine Haut eventuell bald unter Rasurbrand. Das Metall-Blatt kann aber – genau wie der Rasierer – komplett recycelt werden. Wo genau du die Klingen abgeben musst, unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland. Erkundige sich am besten beim Wertstoffhof oder auf deiner Gemeinde.

Kaufen**: Nachhaltige Rasierhobel wie den von EcoYou findest du zum Beispiel im Avocadostore.

Rasieren mit dem Rasiermesser: Die Königsdisziplin

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Vorsicht beim Rasiermesser: Ungeübte können sich leicht schneiden. (Fotos: CC0 Public Domain / Unsplash – Josh Sorenson)

Einen Rasierhobel kannst du wie jeden Nassrasierer benutzen – das Rasiermesser ist bloß etwas schwieriger zu handhaben. Der richtigen Technik haben sich ganze Websites verschrieben. Eine ausführliche Anleitung findest du zum Beispiel hier.

Dafür ist diese Alternative ganz und gar Zero Waste. Du musst die Messer-Klinge nur gut pflegen – dann bleibt sie dir ein Leben lang erhalten. Hochwertige Modelle bestehen oft aus rostfreiem Edelstahl, die Griffe aus Holz, Horn oder anderen Naturmaterialien. Sie sind also komplett recycelbar; im Normalfall kannst du die edlen Klingen aber auch verkaufen oder weitervererben (lies auch: Dinge, die ewig halten).

Allerdings musst du beim Rasieren extrem vorsichtig sein. Mit einem Spiegel kann Mann Gesichtshaare relativ präzise entfernen, Frau kann es an den Beinen und eventuell unter den Achseln anwenden. Für andere Körperstellen ist das Messer jedoch ungeeignet.

Tipp: Kaufe ein Rasiermesser am besten im Fachhandel für Rasierbedarf. Da die Messer mitunter recht teuer sind, solltest du dich vor dem Kauf gut beraten lassen.

Rasierseife: Zero-Waste statt Schadstoffschaum

Wenn du dich für die nachhaltige Rasur mit Rasierhobel und -messer entscheidest, fehlt nur noch das nötige Zubehör: Für die Retro-Nassrasur ist Rasiercreme unverzichtbar.

Schaum aus der Sprühdose kannst du ganz leicht durch Rasierseife ersetzen. Bevor du sie kaufst, solltest du jedoch einen zweiten Blick auf die Inhaltsstoffe werfen. Denn 2017 hat Öko-Test in Rasiergelen Schadstoffe wie das potentiell krebserregende Anilin nachgewiesen.

Kaufen**: Im Avocadostore gibt es Rasierseifen auf Basis von fair gehandelter Bio-Shea-Butter – plastikfrei verpackt in einer Papp-Schachtel.

Für DIY-Rasierschaum: vegane Rasierpinsel

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Veganer aufgepasst: Viele Rasierpinsel bestehen aus Dachshaar. (Foto: CC0 Public Domain / Unsplash – Patrick Coddou)

Mit einem Rasierpinsel kannst du den Rasierschaum aufschlagen und gleichmäßig verteilen. Veganer sollten jedoch aufpassen: Die meisten Pinsel bestehen aus Dachshaar.

Alternativen ohne Tierhaar findest du** zum Beispiel im Avocadostore. In gut sortieren Drogerien oder Fachgeschäften für Rasierbedarf kannst du die Pinsel teilweise verpackungsfrei erstehen.

Elektrischer Rasierer und Epilierer: Das solltest du beachten

Verfechter der Trockenrasur schwören auf Elektro-Rasierer (gibt es auch für Frauen) beziehungsweise Epilierer: Sie seien schnell anzuwenden, unkompliziert, und verursachen keinen unnötigen Müll. Trotzdem sind viele Modelle nicht so nachhaltig, wie sie auf den ersten Blick scheinen.

Gerade Billig-Rasierer haben eine begrenzte Lebensdauer. Um sie herzustellen, werden teils knappe Ressourcen und Energie verbraucht – und oft muss man sie bereits nach wenigen Jahren ersetzen. Später schlucken sie außerdem regelmäßig Strom.

Deshalb solltest du für deinen Elektro-Rasierer ruhig tiefer in die Tasche greifen. Achte vor dem Kauf auf den Verbrauch und bringe defekte Rasierer zum Beispiel in ein Repair Café. Benutze am besten ein Gerät mit Stromkabel – dem Bund Naturschutz zufolge benötigen Rasierer mit Netzteil weniger als 0,5 Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Akkus hingegen müssen regelmäßig ausgetauscht werden – und verursachen so Müll. Wenn du sie nicht richtig entsorgst (also sie nicht bei einer Sammelstelle abgibst), können die Speicherzellen sogar die Umwelt gefährden. So können sich beispielsweise die enthaltenen Schwermetalle in der Umwelt anreichern. Für Menschen, Tiere und Pflanzen sind sie hochgiftig.

Tipp: Kauf Elektrogeräte wie Rasierer und Epilierer am besten in einem Fachgeschäft und lass dich vor Ort beraten. Orientiere dich auch an Testergebnissen wie denen von Stiftung Warentest.

Sugaring: Lang anhaltend und Zero Waste

Sugaring zur Haarentfernung selber machen
Sugaring-Paste kannst du ganz leicht zuhause herstellen. (Foto: Colourbox.de)

Zucker, Wasser und Zitronensaft: Wie du aus diesen drei Zutaten eine Paste anrührst, erfährst du in unserem Artikel Sugaring selber machen. Sobald die Masse abgekühlt ist, kannst du sie auf deinen Körper auftragen – und mit einem beherzten Ruck Achsel- sowie Beinhaaren Adieu sagen.

Das beste: Alle Zutaten gibt es im Unverpackt-Laden deines Vertrauens absolut verpackungsfrei. (Wenn du im Supermarkt oder Bio-Laden einkaufst, fällt an Müll lediglich die Papiertüte der Zuckerpackung an.) Nachdem du mit der Enthaarung fertig bist, kannst du die Reste der Zuckermischung in einem Marmeladenglas im Kühlschrank lagern und beim nächsten Mal wiederverwenden.

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