Szechuan-Pfeffer: Herkunft, Anwendung und Besonderheiten

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Szechuan-Pfeffer ist bekannt für sein prickelndes Aroma. Doch er wird nicht nur in der Küche eingesetzt: In der Traditionellen Chinesischen Medizin gilt der besondere Pfeffer als Heilpflanze.

Szechuan-Pfeffer: Herkunft des exotischen Pfeffers

Szechuan-Pfeffer trägt seine Herkunft im Namen: Ursprünglich stammt er aus der chinesischen Provinz Sichuan, wo er wichtiger Bestandteil der traditionellen Küche ist. Angebaut wird die Pflanze heute hauptsächlich in China, Japan, Nepal, Tibet und Korea, teilweise aber auch in Afrika und Amerika.

Für Szechuan-Pfeffer gibt es verschiedene Bezeichnungen, so ist er unter anderem auch als Japanischer Pfeffer, Chinesischer Pfeffer, Anis- oder Bergpfeffer bekannt. Streng genommen ist Szechuan-Pfeffer kein Pfeffer, sondern gehört als Teil der Gattung Zanthoxylum zur Familie der Rautengewächse und ist damit mit den Zitruspflanzen verwandt.

Szechuan-Pfeffer: Aroma und Verwendung als Gewürz

Szechuan-Pfeffer wird traditionell in der chinesischen Küche verwendet.
Szechuan-Pfeffer wird traditionell in der chinesischen Küche verwendet. (Foto: CC0 / Pixabay / YashilG)

Bekannt ist der Szechuan-Pfeffer weniger für seine Schärfe, als viel mehr für seine prickelnde Wirkung im Mund. Aufgrund der enthaltenen Amide, die bis zu drei Prozent der Samenkapseln ausmachen, werden Zunge und Lippen beim Verzehr leicht taub. Szechuan-Pfeffer verfügt außerdem eine feine Zitrusnote.

Traditionell wird Szechuan-Pfeffer häufig mit scharfen Gewürzen wie Chili oder scharfer Paprika kombiniert. So ist der intensive Pfeffer auch Teil des asiatischen „Fünf-Gewürze-Pulvers„. Typische Gerichte mit Szechuan-Pfeffer sind beispielsweise der chinesische „Feuertopf“, eine Art Eintopf auf Fleischbasis, sowie „Momo“. Letzteres ist ein Gericht aus in Dampf gegarten Teigtaschen, das in Nepal, Bhutan und Tibet gegessen wird. Szechuan-Pfeffer wird häufig mit Fleischgerichten kombiniert, aber auch zu Hülsenfrüchten oder Gemüse wie Kürbis oder Karotten passt er sehr gut.

Übrigens: Szechuan-Pfeffer solltest du möglichst nicht erhitzen, da bei zu heißen Temperaturen das Aroma verloren geht. Am besten gibst du das Gewürz daher erst am Ende der Garzeit hinzu.

Als Gewürz werden meist nur die Samenschalen verwendet, die das intensive Aroma in sich tragen. Erntezeit der Früchte ist im August. Danach werden die Samen bei 40 bis 60 Grad Celsius getrocknet. So lassen sich die verrunzelten rotbraunen bis schwarzen Samenkapseln besser ablösen. Die Schalen werden anschließend entweder zu Pulver vermahlen oder im Ganzen verkauft, wodurch ihr flüchtiges Aroma länger erhalten bleibt.

Auch die unreifen Früchte, die Blüte und die jungen Blätter kann man essen. In Japan werden diese zum Beispiel in Miso-Pasten verwendet.

Szechuan-Pfeffer als Heilkraut

Die Blätter von Szechuan-Pfeffer eignen sich zum Aufbrühen von Tee.
Die Blätter von Szechuan-Pfeffer eignen sich zum Aufbrühen von Tee. (Foto: CC0 / Pixabay / 8425937)

Szechuan-Pfeffer werden zahlreiche heilbringende Wirkungen nachgesagt. In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird die Pflanze beispielsweise als Mittel gegen Kälte und Feuchtigkeit eingesetzt. Wissenschaftlich erwiesen sind diese aber nicht.

Die Samen, Früchte und Blätter enthalten Antioxidantien, die bei Magen-Darm-Problemen und Blasenerkrankungen helfen sollen. So wird Szechuan-Pfeffer etwa gegen Völlegefühl eingesetzt und soll die Verdauung anregen. Traditionell fand Szechuan-Pfeffer außerdem als Mittel gegen Würmer Anwendung, da er antibakteriell und antiparasitär wirken soll. Szechuan-Pfeffer gilt außerdem als harntreibend, blutdrucksenkend und appetitanregend.

Um dir die besonderen Heilwirkungen zu Nutze zu machen, kannst du die Blätter des Szechuan-Pfeffers als Tee aufbrühen.

  1. Gib dazu ein bis zwei Teelöffel der Blätter in eine Tasse.
  2. Übergieße sie mit kochendem Wasser.
  3. Lasse sie zehn Minuten ziehen.
  4. Entferne anschließend die Blätter.

Szechuan-Pfeffer kaufen

Szechuan-Pfeffer wird hauptsächlich in der Himalaya-Region angebaut.
Szechuan-Pfeffer wird hauptsächlich in der Himalaya-Region angebaut. (Foto: CC0 / Pixabay / Free-Photos)

Szechuan-Pfeffer findest du im Fachhandel, in gut sortierten Supermärkten oder im Online-Handel. Für den besten Geschmack solltest du unbedingt den Pfeffer im Ganzen kaufen und erst bei Bedarf in der Pfeffermühle selbst mahlen oder im Mörser zerstoßen. So erhältst du ein intensiveres Aroma.

Szechuan-Pfeffer solltest du luftdicht verschlossen an einem kühlen und trockenen Ort aufbewahren. So ist der Pfeffer bis zu einem Jahr haltbar.

Wichtig: Kaufe Szechuan-Pfeffer, wie andere Gewürze auch, am besten aus ökologischem Anbau. So vermeidest du Schadstoffe und unterstützt einen nachhaltigen Anbau. Mehr über Bio-Gewürze kannst du hier nachlesen: Bio Gewürze kaufen: die wichtigsten Marken und Online-Shops.

Da das Gewürz hauptsächlich in der Himalayaregion angebaut wird, sind bis zu uns ins Supermarktregal lange Transportwege nötig. Wenn du also ein großer Fan des exotischen Pfeffers bist und die Ökobilanz etwas verbessern willst, kannst du Szechuan-Pfeffer einfach selbst anbauen. Der Strauch ist recht anspruchslos und winterhart und gedeiht damit auch in Mitteleuropa. Die Pflanzen sind in gut sortierten Gärtnereien oder online erhältlich.

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