Das Twike – eines der sparsamsten Elektroautos überhaupt

Twike 4 Elektroauto
Foto: © FINE Mobile GmbH

Das Twike darf als eines der sparsamsten Elektroautos gelten – dafür sorgt nicht nur das windschnittige Design, sondern die besondere Weise, in der es die Passagiere einbindet.

Das Twike hat nämlich nur drei Räder und zusätzlich zum starken Elektromotor auch Fahrradpedale zum Mittreten. Wer in die Pedale tritt, entlastet den Motor und steigert so die Reichweite seines Elektroflitzers.

Pedale zum Mittreten? Klingt nach einem E-Bike. Doch bei Geschwindigkeiten von 85 km/h und 600 Kilometer Reichweite hat das Twike 3 nicht mehr viel mit einem Fahrrad zu tun. Das neuste Modell soll sogar 200 km/h Spitzengeschwindigkeit auf den Tacho bringen.

Das Fahrzeug hat einen vollverglasten Pilotensitz, wird per Joystick gesteuert und macht jede Menge Spaß. Scheibenwischer, Licht und Blinker – es ist alles mit an Bord, was auch ein großes Auto hat. Mit 270 Kilogramm ist das Modell 3 aber viel leichter und kommt so auch auf eine besonders hohe Reichweite; das künftige Modell 5 kommt auf maximal 500 Kilogramm (etwas mehr als ein Drittel des Gewichts eines BMW i3).

600 km Reichweite sind gut – lies dazu Elektroautos und ihre Reichweiten.

Twike 3: Mini-Elektroauto für Stadt und Autobahn

Einen Parkplatz zu finden ist mit dem Twike 3 kein Problem mehr. Der kleine Flitzer ist für die Stadt ideal und kann dank seinen 85 km/h in der Spitze auch auf der Autobahn fahren.

TWIKE 3

Das Twike 3 kann online konfiguriert und bestellt werden.In der Basisversion ist ein einzelner Akku verbaut. Mit dem kann das Gefährt etwa 50 bis 65 Kilometer zurücklegen. Wer auch weitere Strecken fahren will, kann bis zu sechs weitere Akkus einbauen lassen. Dann fährt der Mix aus Elektroauto und E-Bike dank äußerst geringem Akkuverbrauch bis zu 600 Kilometer am Stück.

Technische Daten des Bike-Autos:

  • Höchstgeschwindigkeit: 85 km/h
  • Beschleunigung von 0 auf 60 km/h: 9 Sekunden
  • Ladezeit: ca. 1 Kilometer pro Minute
  • Energieverbrauch: 4-7 kWh/100 Kilometer
  • Integrierter Tempomat
  • Länge x Breite: 2,65 x 1,2 m
  • Kofferraum: 250 Liter Volumen
  • Preis: ab ca. 29.000 Euro

Twike 4, der Prototyp

Mit dem Twike 4 entwickelte die Fine Mobile GmbH ein Fahrzeug, das zwischen Motorrad und Auto angesiedelt ist und eine hohe Kurvenstabilität zeigt. Das Modell 4 war von Anfang an nicht als Serienmodell konzipiert, sondern als Zwischenschritt zu neueren Modellen. Mit dem Prototyp nahm das Unternehmen an mehreren internationalen Wettbewerben teil: 2010 kam das E-Car-Bike beim renommierten X-Prize auf den 3. Platz, 2012 gewann es die Elektrofahrzeug-Rallye „E-Miglia“.

Twike 4: ein E-Bike ist das nicht mehr...
Twike 4: ein E-Bike ist das nicht mehr… (Foto: © FINE Mobile GmbH)

Die technischen Daten sind sportlich:

  • Höchstgeschwindigkeit: >130 km/h
  • Beschleunigung von 0 auf 96 km/h: <18 Sek.
  • Reichweite: >160 km
  • Energieverbrauch: <12 kWh/ 100 Kilometer

Twike 5: bis 200 km/h, 550 km Reichweite

„Leistungsfähiger und komfortabler“, so soll das seit 2015 entwickelte Modell 5 werden. Mitte bis Ende 2017 kommt es in limitierter Stückzahl von 500 Exemplaren auf den Markt. Allerdings ist es nur auf Vorbestellung erhältlich, denn jedes Twike 5 wird einzeln und in Handarbeit gefertigt. Lackierung und Ausstattung können individuell bestimmt werden, ebenso die Anzahl der Akkus. Grundsätzlich gilt: Mehr Akkus = höhere Reichweite und Geschwindigkeit.

TWIKE 5
Das Twike 5 wirkt weitaus robuster als das Modell 3. (Foto: © FINE Mobile GmbH)

In der Basisversion mit einem einzigen Akku sind 130 km/h Spitzengeschwindigkeit und eine Reichweite von 185 Kilometern drin. Das leistungsstärkste Modell bringt es dagegen auf starke 200 km/h und 550 Kilometer Reichweite, bevor es wieder aufgeladen werden muss. Diese enorme Reichweite ist für Elektroautos beeindruckend. Stabil gebaut ist es auch – selbst Schnee und Windböen sind für das Twike 5 kein Problem.

Technische Details:

  • Höchstgeschwindigkeit: je nach Modell 130 bis 200 km/h
  • Ladezeit: ca. 4,5 Kilometer pro Minute (Schnelllade-Säule)
  • Energieverbrauch: 6-13 kWh/100 Kilometer
  • Integrierter Tempomat
  • Länge x Breite: 3,04 x 1,55 m
  • Kofferraum: 300 Liter Volumen
  • Preis: ab ca. 32.000 Euro

Bevor das neue Modell 5 hergestellt wird, müssen mindestens 200 Bestellungen eingegangen sein. Wer nicht so lange warten will, kann auch erst einmal den Vorgänger nehmen und es später gegen das Twike 5 tauschen.

TWIKE 5
Das Vorabmodell gibt Einblick in die Mechanik. (Foto: © FINE Mobile GmbH)

Twike: Vorteile und Nachteile

Ja, das Twike ist eher ein Lifestyle-Produkt als ein E-Auto für Alle: Es ist ökologisch und sportlich – aber auch vergleichsweise teuer. Fast so teuer wie ein echtes Elektroauto. Auch in Sachen Sicherheit kann sich der kleine Elektroflitzer 3 nicht mit herkömmlichen Autos messen. Bei einem frontalen oder seitlichen Aufprall soll es aber vergleichsweise sicher sein, so Berechnungen des ETH Zürich.

Dennoch hat das Twike 3 inzwischen Kult-Status erlangt und ist auf der Straße ein Hingucker. Um ihn dreht sich auch eine Fahrer-Community, die sich regelmäßig trifft. Außerdem hat das Modell 3 den niedrigsten Energieverbrauch eines Autos überhaupt: Nur vier Kilowattstunden Energie benötigt es für 100 Kilometer.

Förderung und Prämien

Wie bei allen neu zugelassenen Elektrofahrzeugen ist auch das Twike die ersten zehn Jahre von der KFZ-Steuer befreit. Die Elektroauto-Prämie in Höhe von 4.000 Euro können Käufer aber nicht beantragen. Denn sie gilt nicht für Leichtfahrzeuge wie Twizy oder Microlino, zu denen eben auch das Twike gehört. Bis Ende 2016 hat der Hersteller deshalb selbst eine Prämie in Höhe von 1.000 Euro ausgelobt, wenn Kunden ihr Fahrzeug mit Strom aus regenerativen Energien betankt haben.

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(1) Kommentar

  1. „Preis: ab ca. 29.000 Euro“

    Laut Twike3 Konfigurator beträgt der Basispreis 26.849 Euro.
    – 22.399 Euro Fahrzeug ohne Akku
    – 4.450 Euro für den günstigsten Akku Pack, 19kg + max. 80 km Reichweite

    Für mich bleibt das Twike ein Elektrofahrzeug, ab einem „Auto“ lassen sich mehr Personen und v.a. Gepäck bzw. Transportgut befördern. Ich mag die kleinen E-Fahrzeuge für den reinen 1(-2) Personentransport, sie machen Sinn und wären für viele Berufstätige ausreichend. Doch ich fürchte der Segelflugzeug Eindruck im Inneren hält die meisten Interessenten ab.

    Persönlich kann ich kurze Strecken deutlich leichter und mit noch weniger Parkplatzproblemen als beim Twike bewältigen, wir fahren auch bei Regen auf dem Rad, 15-20 km Gesamtstrecke sind normal bei uns. Doch ich muss zugeben, bei längeren Strecken und Zeitdruck wäre ein E-Motor eine tolle Sache, Zweiräder dürften weiterhin die effizientesten E-Fahrzeuge bleiben.

    Und die Preise bei Twike sind viel Geld. Mag gar nicht nachrechnen, wieviel konventionellen Erdöl Treibstoff man dafür bekommt, das reicht mir fast für den Rest des Lebens. 🙁

    Also nein, ich verzichte gern auf Kult, nutze das schnöde Fahrrad und bewege mich trotzdem umweltfreundlich und u.U. gesünder als sitzend im Twike. Obwohl … der Rundum Schutz vor Regen hält vermutlich die Abgase besser aus der Nase fern. Gutes Argument, v.a. mitten im dichten Berufsverkehr. Nachteil: man verpasst die schönen Radstrecken fern des Autoverkehrs.

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