E-Auto-Förderung 2020 – so kassierst du bis zu 9.000 Euro

E-Auto-Prämie | Foto: © vitiukviktor - Fotolia.com

Elektroautos werden schon länger gefördert: Bis zu 9.000 Euro Umweltprämie kann einsammeln, wer 2020 in Deutschland ein E-Auto, einen Plug-in-Hybrid oder ein Wasserstoff-Fahrzeug kauft. Utopia sagt dir, was du zu Prämie und Förderung wissen musst.

Mit der Elektroauto-Prämie (offiziell: Umweltbonus zur Förderung der Elektromobilität) will die Bundesregierung die Anzahl der E-Autos im Lauf des Jahres 2020 weiter erhöhen – zurzeit dümpelt sie noch vor sich hin: Nur 3 bis 4 % der Fahrzeuge, die zurzeit in Deutschland neu zugelassen werden, sind E-Autos.

Der Bonustopf, der vor einigen Jahren mit Prämien für 300.000 Fahrzeuge gefüllt worden war, wurde 2020 massiv aufgestockt. Der Grund: Corona hat für einen Auftragseinbruch in der Automobilindustrie gesorgt – und der soll durch Kaufanreize wie eine besonders hohe E-Auto-Prämie abgefangen werden. Es ist also jetzt noch mehr Geld zu holen als früher; auch, weil die Politik den (Klima-)Wandel verschlafen hat und die Unternehmen dringend Aufträge brauchen. Jetzt sind sogar bis zu 9.000 Euro Prämie drin.

E-Auto-Förderung: Höherer Umweltbonus für 2020

Die Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass die Bundesregierung die E-Auto-Prämie deutlich erhöht hat. Damit sind nun Elektroautos pro Kilometer sehr oft günstiger als Fahrzeuge mit Diesel- oder Benzin-Antrieb. Die neue Prämie gilt bis Ende 2021 und ist abhängig vom Kaufpreis. Vor allem günstige E-Autos kosten auf diese Weise nur noch rund 10.000 Euro. Die Boni in Zahlen:

Fahrzeuge bis 40.000 Euro Nettolistenpreis:

  • E-Autos: 9.000 Euro Prämie
  • Plug-in-Hybride: 6.750 Euro Prämie

Fahrzeuge mit 40.000–65.000 Euro Nettolistenpreis:

  • E-Autos: 7.500 Euro Prämie
  • Plug-in-Hybride: 5.625 Euro Prämie

Die Kosten der Prämie teilen sich Hersteller und Bund. Bei der 9.000-Euro-Prämie gewährt der Hersteller beispielsweise einen Nachlass von 3.000 Euro, der Bund erstattet weitere 6.000 Euro des Kaufpreises.

Die Prämie selbst musst du beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) beantragen – am einfachsten geht das direkt online. Die erhöhte Prämie gilt auch rückwirkend für Fahrzeugkäufe ab dem 4. Juni 2020 sowie für Fahrzeuge mit Brennstoffzelle (d.h. Wasserstoffautos). Wenn der Nettolistenpreis eines Fahrzeugs über 65.000 Euro liegt, wird es allerdings nicht mehr gefördert. Beim Bafa findest du eine Liste aller förderfähigen Fahrzeuge als PDF.

Übrigens: Wenn du darüber nachdenkst, dir ein Elektroauto zuzulegen, lass am besten zuerst deinen alten Pkw einschätzen. Das geht online kostenlos und in wenigen Minuten – wir empfehlen dafür z.B. die Website wirkaufendeinauto.de**.

Beliebtestes E-Auto bei der Förderung: BMW i3
Beliebtes E-Auto bei der E-Auto-Prämie: der BMW i3. (Foto © BMW)

E-Auto-Förderung – auch für Gebrauchtwagen

Von der Prämie profitieren inzwischen nicht mehr nur Neuwagen, sondern auch gebrauchte Fahrzeuge. Hier gibt es 5.000 Euro für E-Autos und 3.750 Euro für Plug-in-Hybride.

Voraussetzung ist aber, dass die gebrauchten Stromer aus zweiter Hand (genauer: zweite Zulassung) und dem Inland stammen. Außerdem darf der Umweltbonus nicht schon beim Ersterwerb ausgezahlt worden sein.

E-Auto-Förderung: Bonus durch Mehrwertsteuersenkung

Wer sich privat ein Elektroauto kauft, profitiert bis Ende 2020 außerdem noch von der Mehrwertsteuersenkung, die Elektroautos (wie andere Güter auch) zurzeit günstiger macht. Das hat auch zu Folge, dass der Herstelleranteil an der Umweltprämie bis Jahresende nur mit 16 % statt mit 19 % besteuert wird – sodass der Herstelleranteil (netto: bis zu 3.000 Euro) für Endkunden von bis zu 3.570 Euro auf maximal 3.480 Euro brutto sinkt. Der Anteil des Bundes wird hingegen als einmaliger Zuschuss ‚brutto für netto‘ gezahlt, sodass er rechnerisch einfach am Ende vom Kaufpreis abgezogen wird (egal ob sie privat kaufen oder geschäftlich).

Insgesamt war der Zeitpunkt, sich ein E-Auto anzuschaffen, aber nie günstiger. Da es preiswerte E-Autos schon für rund 20.000 Euro gibt, können Sie zurzeit bis zu 50 % des Kaufpreises sparen, wenn Sie die volle Fördersumme und die Mehrwertsteuervergünstigung zugleich mitnehmen.

Prämie für E-Autos mit Kaufdatum vor Juni 2020 und ab 2022

Der Umweltbonus für Fahrzeuge, die vor dem 4. Juni 2020 gekauft wurden, fällt geringer aus. Denn zu diesem Zeitpunkt war das neue Konjunkturprogramm der Bundesregierung aufgrund der Corona-Pandemie noch nicht aufgelegt. Dieses Konjunkturprogramm läuft zudem Ende 2021 aus.

Das bedeutet, dass ab 2022 wieder der alte, niedrigere Umweltbonus gilt – wenn sich bis dahin nicht wieder etwas ändert (was durchaus vorstellbar ist). Die Boni betrugen:

Fahrzeuge bis 40.000 Euro Nettolistenpreis

  • E-Autos: 6.000 Euro Prämie
  • Plug-in-Hybride: 4.500 Euro Prämie

Fahrzeuge mit 40.000–65.000 Euro Nettolistenpreis

  • E-Autos: 5.000 Euro Prämie
  • Plug-in-Hybride: 3.750 Euro Prämie

Auch hier galten die Prämien für reine Elektroautos, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenautos. Teurere Fahrzeuge waren auch hier nicht förderfähig.

Elektroauto
Ein Plug-in-Hybrid kann 2020 mit bis zu 6.750 Euro gefördert werden. (CC0 / Unsplash.com / Vlad Tchompalov)

Förderungen für E-Dienstwagen und Elektro-Lieferfahrzeuge

Gute Nachrichten für Elektrofans: Die Regierung hat im Sommer 2019 erklärt, dass Stromer und andere weniger umweltschädliche Verkehrsmittel steuerlich bessergestellt werden:

  • Rein elektrische Dienstwagen müssen seit Januar 2020 nur mit 0,25 % des Listenpreises (als geldwerter Vorteil) monatlich versteuert werden – normal ist die vierfache Steuerlast. Ein Renault Zoe als Dienstwagen müsste beispielsweise nur mit rund 53 Euro versteuert werden.
  • Die Fördergrenze für reine Elektro-Dienstwagen wurde Mitte 2020 von 40.000 Euro auf 60.000 Euro angehoben. Teurere E-Autos und Hybridfahrzeuge müssen mit 0,5 % des Listenpreises versteuert werden.
  • Dürfte nicht viele betreffen, trotzdem sinnvoll: Der Strom, mit dem Fahrer ihre E-Auto beim Arbeitgeber aufladen, muss bis 2030 nicht versteuert werden.
  • Schon besser: Eine Sonderabschreibung von 50 % im Anschaffungsjahr für kleine und mittelgroße Elektro-Lieferfahrzeuge – ebenfalls bis 2030.

Die beliebtesten E-Autos der Deutschen

Wenn man nach den Anträgen geht, die zwischen 2016 und Juli 2020 beim Bafa einliefen, waren in Deutschland vor allem folgende E-Autos gefragt (unterschiedliche Modellversionen kumuliert):

  1. Renault Zoe (ca. 27. 500Anträge)
  2. Smart fortwo (ca. 19.500 Anträge)
  3. BMW i3/i3s (ca. 17.000 Anträge)
  4. VW e-Golf (ca. 15.700 Anträge)
  5. Tesla Model 3 (ca. 12.500 Anträge)

Hier findest du die beliebtesten E-Autos der Utopia-Community:

Die meisten Anmeldungen kamen aus Nordrhein-Westfalen (ca. 62.000), Bayern (ca. 43.500) und Baden-Württemberg (ca. 37.500). Gemessen an den einzelnen Automarken profitierten von der Kaufprämie am meisten:

  • BMW (32.500 Anträge)
  • Volkswagen (29.200 Anträge)
  • Renault (29.200 Anträge)
  • Smart (20.000 Anträge)
  • Mercedes-Benz (16.000 Anträge)

Antragsteller waren häufiger Unternehmen (134.000 Anträge) als Privatpersonen (96.000 Anträge), außerdem einige kommunale Betriebe (1.200 Anträge), Vereine und Stiftungen.

Elektroauto-Prämie: Kein Problem beim Volkswagen e-Golf
Förderung fürs Elektroauto: Kein Problem beim Volkswagen e-Golf. (Foto: Volkswagen)

Umweltbonus auch für Hybrid-Fahrzeuge? Jein!

Stellt sich die Frage, ob es auch eine E-Auto-Prämie für Hybrid-Fahrzeuge gibt, also für solche Pkw, die sowohl mit einer Batterie als auch mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet sind? Die Antwort lautet: Ja und nein.

Prämien gibt es nämlich nur für Autos mit Stecker! So erhalten lediglich Plug-in-Hybride den Umweltbonus. Dabei beträgt die Fördersumme bis Ende 2021, wie oben geschrieben, 6.750 Euro, wieder teilen sich Amt und Hersteller die Prämie.

Für die Plug-in-Förderung kommen über 50 Modelle infrage, darunter auch der Audi A3 sowie halbe Stromer von BMW, Ford, Hyundai, Kia, Mercedes, Mitsubishi, Toyota, VW, Volvo und anderen.

Ein Beispiel für ein förderbares Fahrzeug dieser Klasse ist der Toyota Prius Plug-In, ein Hybrid-Elektroauto mit Solardach (Listenpreis: ca. 38.000 Euro).

Hybridprämie: auch für den Toyota Prius Plug-In
Hybridprämie: Auch für den Toyota Prius Plug-In. (Foto: © Christoph Schwarzer)

Der Umweltnutzen von Plug-in-Hybriden ist umstritten, weil sie im elektrischen Modus mehr Energie verbrauchen als reine Stromer und im Verbrennungsbetrieb mehr als Hybride ohne Stecker. Hinzu kommt, dass Kunden das Fahrzeug regelmäßig aufladen müssen, damit der Elektromodus überhaupt ins Gewicht fallen kann. Außerdem ist die Doppeltechnik kompliziert und schwer.

Sparsame Hybridautos ohne Ladestecker – am bekanntesten sind Modelle von Toyota, etwa der Toyota Yaris Hybrid – gehen dagegen leider leer aus.

Umweltprämie für Brennstoffzellen-Fahrzeuge

Übrigens: Käufer von Autos mit Brennstoffzellen (die mit Wasserstoff betankt werden) können ebenfalls in den Genuss von 9.000 Euro Umweltprämie kommen.

Allerdings gibt es zurzeit nur zwei Modelle, die lauf Bundesamt infrage kommen: der Hyundai ix35 Fuel Cell sowie das Modell Nexo desselben Herstellers.

Tesla: Modell 3 kann noch gefördert werden

Während der Tesla Model S sich nur zwischen März 2018 und Januar 2019 auf der Liste förderbarer Elektrofahrzeuge befand, kann die Förderung für den Tesla Modell 3 weiterhin beantragt werden.

Der Basis-Nettopreis des 3er-Modells liegt zurzeit bei rund 46.000 Euro; Käufer müssen außerdem mit der Tesla obligatorischen Wartezeit rechnen.

Tesla Model 3: Elektroauto-Prämie ja, aber mit Wartezeit
Tesla Model 3: Prämie ja, aber mit Wartezeit. (Foto: Tesla)

Quads & Bikes: Leider keine Elektroauto-Prämie

Der Renault Twizy ist für den Gesetzgeber kein Auto, sondern ein Mix aus Motorroller und Elektroauto – daher erhält er auch keinen Umweltbonus. Formal handelt es sich beim Twizy um ein Quad mit Pedalerie und Lenkrad, die sich fast identisch auch in einem Pkw finden. Ähnliches gilt für das Twike.

Dass kleine Fahrzeuge wie diese von der Elektroauto-Prämie ausgenommen sind, ist natürlich Unsinn per Gesetz: Denn es wäre viel klüger, wenn mehr Menschen auf leichtere Fahrzeuge umsteigen würden, statt erneut in tonnenschwere Kraftfahrzeuge zu investieren – die nur diesmal mit Elektro- statt Verbrennungsmotor fahren.

Kritik an der E-Auto-Prämie

Es gibt viel Kritik an dieser Förderung für Elektroautos.

  • Die Grünen etwa bemängeln, dass die Finanzierung aus dem allgemeinen Steuertopf erfolgt und nicht durch eine höhere Belastung konventioneller Autos mit hohem Spritverbrauch.
  • Andere sahen, angesichts der Zuschüsse für Teslas oder teure BMW-Modelle, einen Fall von Reichenförderung in der Prämie.
  • Schön wäre es auch gewesen, Kleinfahrzeuge wie den Twizy in die Förderung einzubeziehen: Auch sie helfen, die Verkehrswende voranzutreiben.
  • Große Zweifel bleiben auch an der Förderung von Plug-in-Hybriden. Aus Umweltsicht hätten eigentlich nur effiziente batterie-elektrische Autos einen Vorteil erhalten dürfen. „Zufällig“ bieten aber gerade deutsche Hersteller einige Plug-in-Hybride an, was erklären könnte, warum auch sie in den Genuss der Förderung kommen …
Attraktiv mit und ohne Elektroauto-Prämie: Renault Zoe
Attraktiv mit und ohne Prämie: Renault Zoe. (Foto © C.Schwarzer)

Förderung fürs Elektroauto: Jetzt gleich zum Autohändler?

Jein. Wer noch nie hinterm Steuer eines E-Autos saß, sollte es auf jeden Fall zunächst einmal ausprobieren. Das geht beim Autohändler, bei Freunden oder bei Carsharing-Unternehmen. So erhält man einen ersten Eindruck davon, ob man sich mit dem etwas anderen Fahrgefühl anfreunden kann.

Wichtig: Wer mit einem E-Auto liebäugelt, benötigt in jedem Fall einen eigenen Stellplatz. Zwar verbessert sich die öffentliche Ladeinfrastruktur kontinuierlich, aber an einem gut erreichbaren Zugang zu einer Steckdose oder Wallbox führt leider (noch) kein Weg vorbei.

Und: Bevor du über den Kauf eines E-Autos nachdenkst, lass den Wert deines alten Pkw einschätzen. Auf wirkaufendeinauto.de** dauert das nur eine Minute – und ist kostenlos.

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