Weidenrinde: Hausmittel bei Fieber, Schmerzen und anderen Beschwerden

weidenrinde
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Weidenrinde ist unter anderem bei Fieber oder Rheuma ein wirksames Hausmittel. Erfahre hier, welche gesunden Inhaltsstoffe in der Baumrinde stecken und wie du sie richtig anwendest.

Weidengewächse kann man an den flauschigen Blüten erkennen.
Weidengewächse kann man an den flauschigen Blüten erkennen.
(Foto: CC0 / Pixabay / suju)

Schon in der Antike war die Weide als Heilpflanze bekannt. Bevor Schmerztabletten erfunden wurden, griffen viele Menschen auf die schmerzlindernde Weidenrinde zurück. Christian Zehnter schreibt im Buch „Heilkräuter – kurz & bündig“, dass aus der Weidenrinde 1898 das erste richtige Aspirin synthetisiert wurde.

Weidengewächse wachsen auf der nördlichen Halbkugel. Da sie feuchte Standorte bevorzugen, kannst du sie vor allem an Bachläufen, Waldrändern und feuchten Wiesen finden. Es gibt unterschiedliche Arten von Weidengewächsen: Sie kommen in baum- oder strauchform vor. Zu erkennen sind sie während der Blütezeit im März – April an ihren Blüten, den Weidenkätzchen

Weidenrinde als Heilmittel

Getrocknete Weidenrinde enthält Salicin, welches sich durch die Darmflora in Salicylsäure umwandelt.
Getrocknete Weidenrinde enthält Salicin, welches sich durch die Darmflora in Salicylsäure umwandelt.
(Foto: CC0 / Pixabay / GoPlaces)

Als Heilmittel benutzt man nur die Rinde der Weide. Sie wird im Frühjahr vom Baum geschält und meistens getrocknet weiterverarbeitet. Wenn du die Weidenrinde nicht selber sammeln möchtest, kannst du auch auf Fertigpräparate zum Beispiel aus der Apotheke zurückgreifen.

Zu den gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen der Weidenrinde gehören:

Das Salicin wandelt sich in der Darmflora in Salicylsäure um. Diese wirkt fiebersenkend, entzündungshemmend und schmerzstillend. Außerdem soll Weidenrinde antirheumatisch wirken. 

Achtung! Wenn du Weidenrinde über einen längeren Zeitraum einnimmst, kann das die Blutgerinnung verzögern. Du solltest Weidenrinde nicht einnehmen, wenn du Mittel zu Blutverdünnung einnimmst, schwanger bist oder stillst. Auch Kinder unter zwölf Jahren dürfen keine Weidenrinde zu sich nehmen. Wenn du über einen längeren Zeitraum an Kopfschmerzen, Fieber oder anderen Erkrankungen leidest, solltest du zu einem Arzt gehen.

Weidenrinde als Hausmittel gegen Fieber

Weidenrinde hat fiebersenkende Eigenschaften.
Weidenrinde hat fiebersenkende Eigenschaften.
(Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign)

Du kannst Weidenrinde aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung einsetzen, um Fieber zu senken. Laut „Heilkräuter – kurz & bündig“ solltest du zuerst schweißtreibende Mittel einnehmen, um die Krankheitserreger auszuschwitzen. Dafür eignen sich zum Beispiel Linde, Holunder oder Ingwer (etwa in Form von Ingwertee).

Dann kannst du dir Weidenrindentee zubereiten, um das Fieber zu senken. Weidenrinde lässt sich auch gut mit anderen entzündungshemmenden Pflanzen wie zum Beispiel Mädesüß und Brennnessel kombinieren.

Um Weidenrindentee zuzubereiten brauchst du:

  • 1-2 TL klein geschnittene Weidenrinde
  • 1 Tasse (250 ml) kochendes Wasser

Übergieße die Weidenrinde mit dem kochenden Wasser und lass den Tee zehn bis 20 Minuten abgedeckt ziehen. Dann kannst du ihn bedenkenlos trinken.

Je nach Art deiner Beschwerden kannst du zwei bis fünf Tassen Tee täglich zu dir nehmen. 

Weidenrinde als Mittel gegen Schmerzen

Bei Kopf- und Gliederschmerzen hervorgerufen durch Erkältung kann Weidenrinde helfen.
Bei Kopf- und Gliederschmerzen hervorgerufen durch Erkältung kann Weidenrinde helfen.
(Foto: CC0 / Pixabay / Myriams-Fotos)

Du kannst Weidenrinde einsetzen, um Kopf- und Gliederschmerzen zu bekämpfen. Wegen ihrer schmerzlindernden Inhaltsstoffe kannst du mit einer Tasse Weidenrindentee eine Tablette Aspirin ersetzen.

Der Tee hat gegenüber einer Aspirin-Tablette folgende Vorteile:  

  • Dein Körper kann die Wirkstoffe besser aufnehmen.
  • Abgesehen davon kann Aspirin den Magen reizen – Weidenrinde hat diesen Effekt nicht. Ihre Wirkstoffe werden über mehrere Stunden kontinuierlich und schonend in den Körper aufgenommen. 
  • Auch andere Nebenwirkungen von Acetylsalicylsäure sind laut der Apothekenumschau für Weidenrinde nicht bekannt.

Auch bei Magen-Darm-Beschwerden kannst du Weidenrinde einsetzen, um Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu bekämpfen. 

Weidenrinde gegen rheumatische Erkrankungen

Ein Vollbad mit Weidenrindenzusatz kann bei rheumatischen Beschwerden helfen.
Ein Vollbad mit Weidenrindenzusatz kann bei rheumatischen Beschwerden helfen.
(Foto: CC0 / Pixabay / ErikaWittlieb)

Bei rheumatischen Erkrankungen leiden die Betroffenen unter schmerzenden, entzündeten Gelenken, Muskeln und Sehnen. Diese Art der Erkrankung verläuft meistens chronisch. Aufgrund ihrer schmerzlindernden, entzündungshemmenden und antirheumatischen Wirkungen kann Weidenrinde rheumatische Schmerzen lindern

Du kannst die Weidenrinde hier ebenfalls als Tee einnehmen oder als Zusatz im Vollbad verwenden. Beim Baden können die Pflanzenwirkstoffe gleichmäßig durch die Haut aufgenommen werden. Außerdem atmest du sie als Dampf ein. 

Zum Baden kannst du 50 Gramm getrocknete Weidenrinde mit zwei Litern heißem Wasser übergießen und die Mischung dann zehn bis 15 Minuten ziehen lassen. Gib den Sud dann deinem Bad hinzu. Im Buch „Heilkräuter – kurz & bündig“ wird eine Badedauer von 20 Minuten bei einer Wassertemperatur von 40 Grad Celsius empfohlen. 

Falls du unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen leidest, solltest du zuerst mit deinem Arzt Rücksprache halten, bevor du ein Vollbad nimmst.

Weiterlesen auf Utopia.de:

Quelle: „Heilkräuter kurz & bündig: verstehen – anwenden – wohlfühlen“, Christian Zehenter, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, 1. Auflage.

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