Zimt in der Schwangerschaft: Darum solltest du vorsichtig sein

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Mit Zimt während der Schwangerschaft sollten werdende Mütter vorsichtig sein. Denn die Stoffe im Zimt können dem ungeborenen Kind möglicherweise schaden. Ganz auf Zimt verzichten müssen Schwangere aber nicht.

Zimt ist ein beliebtes Gewürz, mit dem du kochen und backen kannst. Viele Schwangere fragen sich aber, ob sie Zimt auch während der Schwangerschaft essen sollten. Denn es gibt zahlreiche Gewürze und Kräuter, die Wehen fördern. Hinzu kommt bei Zimt noch, dass der natürliche Aromastoff Cumarin enthalten ist. Er steht in der Kritik, weil er Leberschäden hervorrufen kann. Sollen Schwangere also besser auf Zimt verzichten?

Zimt während der Schwangerschaft in Maßen erlaubt

Zimt in der Schwangerschaft ist in Maßen erlaubt.
Zimt in der Schwangerschaft ist in Maßen erlaubt. (Foto: Sven Christian Schulz / Utopia)

Grundsätzlich gilt, dass du Zimt in kleinen Mengen ohne Bedenken auch während der Schwangerschaft zu dir nehmen kannst.

Zimt hat zwar eine wehenfördernde Wirkung, allerdings ist diese Wirkung äußerst schwach. Im Vergleich zu anderen wehenfördernden Gewürzen und Kräutern, zum Beispiel Eisenkraut, kannst du diesen Effekt bei Zimt vernachlässigen. Du müsstest schon mehr als 250 Gramm puren Zimt essen, damit eine wehenfördernde Wirkung bemerkbar ist. Selbst in einem ganzen Blech Zimtsternen sind nur zwei Teelöffel Zimt enthalten, das sind etwa vier Gramm Zimt. In gekauften Süßwaren beträgt der Grenzwert 50 Milligramm pro Kilo.

Allerdings kann sich die Menge an Zimt gerade zur Weihnachtszeit schnell summieren. Ernährungsexperten raten deshalb Schwangeren, Zimt nur in Maßen zu sich zu nehmen. Der Grund ist aber nicht die wehenfördernde Wirkung, sondern das Cumarin im Zimt…

Cumarin im Zimt: Vorsicht in der Schwangerschaft

Schwangere sollten Zimt wegen Cumarin nur in Maßen essen.
Schwangere sollten Zimt wegen Cumarin nur in Maßen essen. (Foto: Sven Christian Schulz / Utopia)

Zimt enthält zwei wesentliche Aromastoffe, die für das typische Zimt-Aroma sorgen: Zimtaldehyd sowie Cumarin. Letzterer ist auch in Waldmeister enthalten und sorgt für den charakteristischen Duft. Allerdings ist Cumarin ein bedenklicher Stoff:

  • Wer größere Mengen an Cumarin zu sich nimmt, muss mit sehr starken Kopfschmerzen, Schwindel und Erbrechen rechnen. Und das zusätzlich zur Schwangerschafts-Übelkeit.
  • Außerdem kann Cumarin die Leber schädigen.

Cumarin steckt aber nicht in allen Zimt-Sorten: Während der billige Cassia-Zimt viel Cumarin enthält, ist der meist höherwertige Ceylon-Zimt nahezu frei von Cumarin. Zu diesem Ergebnis kommt Stiftung Warentest und empfiehlt deshalb auch den Ceylon-Zimt.

Wenn sich Zimt in verarbeiteten Lebensmitteln befindet, dann handelt es sich in der Regel um den günstigen Cassia-Zimt. Deshalb solltest du solche Lebensmittel eher meiden und das Essen selbst mit gutem Ceylon-Zimt zubereiten.

Auch das Zimtaldehyd spielt eine Rolle. Aber nur bei größeren Mengen geht eine Gefahr für das Baby aus, erklärt der Diplom-Oecotrophologe Christof Meinhold vom Bundeszentrum für Ernährung.

Wann auf Zimt verzichten?

In einigen Fällen ist es sinnvoll, komplett auf Zimt in der Schwangerschaft zu verzichten:

  • Diabetikerinnen sollten Zimtkapseln vermeiden, die den Blutzuckerspiegel senken. Sie enthalten meist hohe Mengen an Cumarin und Zimtaldehyd.
  • Ätherische Öle sind zur Entspannung sehr beliebt. Auf Zimt-Öl solltest du aber verzichten. Das Öl kann vorzeitig Wehen auslösen und ist daher nicht zu empfehlen.

Wir empfehlen dir: Backe und koche lieber selbst und verwende den hochwertigen Ceylon-Zimt. Er sollte in Bio-Qualität sein, so vermeidest du Rückstände von Pestiziden im Zimt.

Weniger ist mehr: Zimt braucht ein tropisches Klima und wird vor allem in China, Indien und Sri Lanka angebaut. Er hat also weite Transportwege hinter sich, bevor er in unserem Supermarkt-Regal liegt. Auch aufgrund der vielen CO2-Emissionen durch den Transport solltest du Zimt nur in geringen Maßen verwenden.

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