Flüssiges Duschgel ohne Müll: Das Start-up „nada“ hat eins zum Selbermixen erfunden

Foto: © nada

Zero Waste im Badezimmer scheitert manchmal an unpraktischen Produkten. Das Start-up „nada – simply care“ hat eine ganz neue Idee für die Dusche: ein Pulver aus pflanzlichen Waschsubstanzen zum Selbstmischen. Doch das Unternehmen braucht jetzt noch Crowdfunding-Unterstützung.

Seife fürs Haar und für den Körper konnte sich noch nicht flächendeckend durchsetzen: Die meisten Menschen benutzen immer noch flüssiges Shampoo und Duschgel. Das hat eine angenehme Konsistenz, schäumt kräftig, duftet – und steckt leider fast immer in einer Plastikflasche.

Vegane Bio-Naturkosmetik in nachhaltigerer Verpackung

Ein völlig neuer Ansatz, um diesen Verpackungsmüll von Kosmetik zu vermeiden, kommt von dem Start-up „nada – simply care“: Melissa Spoden hat zusammen mit ihrer Mutter ein veganes Bio-Pulver aus natürlichen Waschsubstanzen und pflegenden Stoffen entwickelt. Die Idee: Den Hauptbestandteil Wasser erst später hinzufügen – um Duschgel und Shampoo auf seine Essenz zu reduzieren.

Konkret funktioniert das Ganze so: Zu Hause benötigt man entweder eine eigene oder die immer wiederverwendbare Flasche von nada, die aus Recyclingplastik hergestellt ist. Darin mischt man das pulverförmige Duschgel, das in einer Pyramide aus nicht erdölbasierter Folie verpackt ist, mit warmem Wasser – 40 Gramm Pulver ergeben 200 ml fertiges Duschshampoo für Haut und Haar. Das soll genauso schön schäumen und pflegen wie andere flüssige Produkte.

So wird das Pulver von „nada“ zu flüssigem Duschshampoo. (Foto: © Désirée Spoden)

Die Crowdfunding-Kampagne läuft bis zum 11. Juni

Der Name „nada“ bedeutet auf Spanisch „nichts“. Dementsprechend enthält das Produkt nichts Kritisches wie Mikroplastik, Silikone, Parabene, Palmöl, Erdölprodukte oder tierische Produkte – und soll kein verschmutztes Wasser zurücklassen. Detaillierte Infos zu den Inhaltsstoffen gibt die Gründerin in einem Blogbeitrag. Den Duft beschreibt sie als „dezenten Mix aus Orange, Zitrone und einem Hauch Lavendel“.

Noch ist nada keine zertifizierte Naturkosmetik – denn die erste große Produktion ist noch gar nicht finanziert. Sobald das Fundingziel erreicht ist, stehe einer COSMOS-Zertifizierung laut dem Start-up aber nichts im Weg, da Inhaltsstoffe und Herstellung den Richtlinien entsprächen. Die Crowdfunding-Kampagne läuft noch bis zum 11. Juni. Du kannst sie hier auf Startnext mit einem Beitrag unterstützen und dir so gleich die ersten Pyramiden sichern – bevor sie es ins Sortiment der Bioläden schaffen.

Die Vorteile: „klimapositives Duschen“ und Zero Waste

Das Duschpulver ist eine innovative Lösung, die es schafft, flüssiges Duschshampoo und den Verzicht auf erdölbasiertes Plastik zu kombinieren. Die Pyramide wiegt gerade einmal 40 Gramm – weniger als ein Fünftel von einem Shampoo in einer Plastikflasche, das inklusive Verpackung rund 250 Gramm auf die Waage bringt. So wird nicht nur Verpackungsmüll gespart, sondern auch CO2-Emissionen beim Transport. Dass die Entscheidung beim Material für die wiederbefüllbare Flasche auf Recyclingplastik fiel, erklärt die Gründerin mit dem Unfallrisiko, das Glas im Bad birgt.

Die Folie für die Pyramide, in der das Pulver verpackt ist, besteht aus Maisstärke. Laut nada ist sie vollkompostierbar und kann im Biomüll entsorgt werden. Allerdings verrottet Kunststoff auf Maisbasis sehr langsam, weshalb die Abfallbetriebe es nicht verwerten können. Der pflanzliche Kunststoff gehört nach unserer Einschätzung also trotz allem besser in den Restmüll, wo er verbrannt wird.

Nada Duschpulver Duschgel Shampoo
So ähnlich könnte nada am Ende aussehen – das endgültige Design steht aber noch nicht. (Foto: © nada)

Plastikmüll bei Kosmetik vermeiden: Andere Lösungsansätze

Mittlerweile ist das Problembewusstsein für Verpackungsmüll in der Kosmetikbranche erfreulicherweise gewachsen. Einige Hersteller bieten inzwischen Refill-Systeme, um Müll zu vermeiden. Andere setzen zumindest konsequent auf Altplastik oder auf andere, nachhaltigere Materialen.

Speziell bei Shampoo und Duschgel ist die simpelste Lösung, ein festes Produkt zu wählen: Haarseifen und Naturseifen für den Körper sind verpackungsfrei in vielen (Online-)Shops zu bekommen. Bei der Herstellung einfach das Wasser wegzulassen und die flüssige Kosmetik selbst zu mischen, ist aber eine sympathische Alternative zu Pflegeprodukten in Plastikflaschen. Gerade für Menschen, die mit den festen Produkten nicht warm werden,  erweitert nada so das Spektrum an Möglichkeiten für ein Zero-Waste-Bad.

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(4) Kommentare

  1. Vielen Dank für den tollen Beitrag!
    Es ist wichtig eine Art kritische Menge der biologisch abbaubaren Plastikabfälle zu erreichen, sodass es sich auch für Enstorger rentiert die gesetzlichen 12 Wochen Kompostierung einzuhalten und den Kompostierungsprozess nicht bereits nach 6 Wochen abzubrechen. Wird diese kritische Menge erreicht, kann zukünftig Bioplastik sehr viele mineralölbasierte Produkte ersetzen und so die Forschung weiterantreiben in nachhaltige Verpackungslösungen zu investieren.

  2. Natürlich sind es Frauen, die sich auf das Wesentliche und Inhaltliche konzentrieren und nicht nur so tun als ob, um dann doch wieder nur an sich selbst zu denken. 😉
    Sorry Männer, ab das konnte ich mir jetzt echt nicht verkneifen!
    Trost: Es gibt ja auch Ausnahmen. 😀

    Herzlichen Dank an Mutter und Tocher! Tolle Teamarbeit mit Köpfchen!

  3. Für Menschen, die „sanft“ weg vom Plastikflaschen-Duschgel möchten, finde ich die Idee prima. 🙂

    Den Kritikpunkt Biokunststoff habt ihr ja schon aufgegriffen – dennoch ein Fortschritt. 🙂

    Ich bin langsam über etwa 8 Jahre von konventionellen Produkten zu handelsüblicher Bioware zu kaltgesiedeten festen Natur-Seifen (für Haut, Haar, Hände) und „gewandert“ & habe den Plastikberg so arg reduziert. Mein Mann wechselt leider zwischen Duschgels & festen Seifen.

    Make Up entferne ich mit Hydrolaten & fetten Ölen, die es oft in Glasflaschen gibt. Ich horte Tiegel, Fläschchen, Gläser etc.. 🙂

    Wasch- & Reinigungsmittel haben wir nur wenige, einige selbst gemixte. Die meisten gekauften kommen mit wenig Kunststoff aus. Wo sinnvoll, nehmen wir größere bzw. Nachfüll-Gebinde. Unseren selbstgemachten WC-Gelreiniger z.B. nutzen wir in einer Sonett-Flasche, die Ewigkeiten hält. 🙂

  4. Endlich! Wurde ja auch mal Zeit, dass einer drauf kommt. Antibiotika (!) bekommt man in der Apotheke als Trockensaft zum selber Mischen, aber Duschgel und Putzmittel müssen bereits fertig abgemischt in den Regalen stehen, obwohl ihr Hauptbestandteil immer Wasser ist. Hier kann man echt Verpackung und Transportgewicht sparen.

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