Tönnies: Hinter diesen Wurst- und Fleischmarken steckt das Unternehmen

Foto: New Africa / stock.adobe.com

Massentierhaltung, ausbeuterische Arbeitsbedingungen und mehr als tausend mit Corona infizierte Mitarbeiter*innen: Es gibt gute Gründe, Produkte der Firma Tönnies zu meiden. Das Fleisch von Tönnies steckt in vielen Marken.

Die Zahl an Corona-Infektionen bei Tönnies ist weiter gestiegen: Inzwischen wurden 1.331 Fälle bestätigt. Die meisten Betroffenen sind Leiharbeiter*innen aus Osteuropa. Dass sich so viele Mitarbeiter*innen mit dem Virus angesteckt haben, liegt vor allem an beengten Wohnverhältnissen in den Sammelunterkünften.

Generell sind die Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen problematisch: Die Angestellten sind oft nur über Werkverträge angestellt und werden für die körperlich und psychisch extrem belastende Arbeit schlecht bezahlt. Ehemalige Arbeiter*innen sprechen von Sklavenarbeit. Die Fleischwirtschaft beutet nicht nur Tiere aus, sondern auch Menschen – diese Tatsache hat die Corona-Krise ans Licht gebracht. Wer diese Ausbeutung nicht unterstützen will, sollte generell keine tierischen Produkte aus Massentierhaltung kaufen.

Aldi, Lidl und Co: Hier steckt Tönnies-Fleisch

Fleisch im Supermarkt
Fleisch von Tönnies gibt es von verschiedenen Marken. (Bild von Karamo auf Pixabay / CC0 Public Domain)

Tönnies ist Deutschlands größter Schlachtbetrieb für Schweine und betreibt auch Rinder-Schlachthöfe. Laut Unternehmenswebseite produziert Tönnies täglich 750 Tonnen Frischfleisch und 100 Tonnen Tiefkühlprodukte. In diesen Marken steckt Fleisch von Tönnies:

  • Tillmann’s
  • Meine Metzgerei – Eigenmarke von Aldi Süd
  • Landjunker – Eigenmarke von Lidl (Lidl bietet allerdings vorerst kein Fleisch mehr von Tönnies an. Mehr dazu hier.)
  • Zur Mühlen Gruppe

Die „Zur Mühlen Gruppe“ wiederum verkauft Wurst über verschiedene Firmen:

  • Gutfried
  • Zimbo
  • Hareico
  • Marten
  • Lutz
  • Weimarer
  • Dölling
  • Astro
  • Redlefsen
  • Schulte
  • Könecke
  • Jensen’s
  • Heine’s
  • Zerbster Original
  • Plumrose
  • Naumburger
  • Wilx
  • Vevia

Außerdem beliefert Tönnies Gastronomien. Diese Firmen liefern Fleisch von Tönnies an Großabnehmer:

  • Artland
  • IQF

Ob ein Fleisch- oder Wurstprodukt von Tönnies stammt, lässt sich der Verbraucherzentrale NRW zufolge außerdem an einem Code auf der Verpackung erkennen. Hinter diesen Zahlenkombinationen steckt Tönnies:

  • NW 20202 EG
  • NW 20028 EG
  • NW 20045 EG

Bei Fleisch gilt: Weniger ist mehr

Alle Tönnies-Mitarbeiter*innen von Tönnies befinden sich aktuell in Quarantäne. Viele von ihnen haben allerdings noch gearbeitet, als sie bereits mit Corona infiziert waren. Theoretisch können sich das Virus während der Schlachtung oder beim Zerlegen auf das Fleisch übertragen haben – etwa durch Husten.

Ein Risiko, sich an diesem Fleisch mit dem Coronavirus anzustecken, besteht trotzdem nicht. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung kann sich das Virus nicht lange genug auf dem Fleisch halten. Das bedeutet jedoch nicht, dass man Tönnies-Fleisch bedenkenlos essen kann. Solange die Mehrheit der Konsument*innen Billigfleisch kauft, lassen sich die katastrophalen Zustände in Massenbetrieben wie von Tönnies kaum beheben.

Wenn es Fleisch sein soll, dann lieber in Bio-Qualität, idealerweise von den Bio-Anbauverbänden Demeter, Naturland oder Bioland. Und generell gilt bei Fleisch: Weniger ist mehr.

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(4) Kommentare

  1. „Tönnies‘ Delikatessen“ – Jetzt neu mit Corona!
    Ok, wenn’s nicht so traurig wär, wäre es lustig 😉

    Vielen Dank für die Aufzählung an Firmen, die man meiden sollte. Da die Politik ja unfähig ist, die richtigen Vorgaben zu machen und durchzusetzen.

  2. SPD und CDU haben doch erst die Gesetzesgundlage für so ein Ausbeutungssystem geschaffen. Warum sind den Runänien und Bulgarien in der EU, warum gibt es denn Leih- und Zeitarbeit?
    Herrn Tönies freuts; er hat sicher Scampis und Schampus bei den „Verhandlungen im Hinterzimmer“ gezahlt. In den letzten Jahren lief alles prächtig und er expandiert mit dem gewonnenen Geld massiv,

  3. Hier oben ist ein Bild „Natürliche Heilmittel gegen Nagelpilz“ …. auf einer Seite wie Utopia erwartet man Einschlägiges – grausliche Bilder von unnötigen ärztlichen Behandlungen und angeblich hilft nichts aus der Apotheke …. aber natürlich das Mittel des Anbieters, das wegen der „deutschen Pharma-Mafia“ nicht importiert werden darf!
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