Die besten Alternativen zu Milch

Die besten Alternativen zu Milch
Foto: © Peter Atkins - Fotolia.com

Milch kann krank machen, unser Körper braucht sie nicht und das Leid der Tiere ist groß: viel spricht gegen Kuhmilch. Noch mehr spricht dafür, pflanzliche Alternativen wie Mandelmilch oder Sojamilch zu probieren. Utopia stellt die schmackhaftesten Milchalternativen vor und zeigt, wo sie sich am besten machen: im Kaffee, im Müsli oder beim Kochen.

Mit unserem Artikel 5 Argumente gegen Milch haben wir auf Utopia.de eine heftige Diskussion angestoßen. Ist Kuhmilch eher ungesund als gesund? Ist es ethisch vertretbar, Kühe zur Milchproduktion künstlich „dauerschwanger“ zu halten? Und wieso „brauchen“ wir angeblich Kuhmilch, wenn in Wirklichkeit 75 Prozent der Weltbevölkerung laktoseintolerant sind?

Viele Fragen rund um Milch lassen keine eindeutigen Antworten zu, nur unterschiedliche Meinungen. Sicher ist nur: Milch zu kaufen ist für viele eine Selbstverständlichkeit, über die wir ruhig mal nachdenken könnten. Und weil Nachdenken allein nicht reicht, können wir doch einfach mal anfangen und eine der pflanzlichen Milch-Alternativen ausprobieren. Mandelmilch, Sojamilch und andere sind viel besser als ihr Ruf.

Sojamilch: der Klassiker

Sojamilch von Alnatura
Sojamilch von Alnatura

Sojamilch ist die bekannteste Milch-Alternative. In Bio-Läden und Reformhäusern gibt es Sojadrinks bei uns schon seit vielen Jahren, inzwischen findet man Sojamilch auch in jedem Supermarkt und in Drogeriemärkten. Sie dienen vielen als Eiweiss-Produkte,

Sojadrinks enthalten gesunde Stoffe wie Folsäure und pflanzliche Proteine – und kein Cholesterin. Allerdings ist der Gehalt an Kalzium geringer als bei Kuhmilch, darum bieten die meisten Hersteller inzwischen Sojamilch mit zugesetztem Kalzium an. Strittig sind „Isoflavone“- pflanzliche Hormone, die dem weiblichen Sexualhormon Östrogen ähneln. In Asien glaubt man, dass sie vor Krebs schützen und gegen Beschwerden in den Wechseljahren helfen. Hierzulande spricht man vorsorglich von einer „unklaren Wirkung“ und das Bundesinstitut für Risikoforschung rät, Säuglingen und Kleinkindern keine Sojamilch zu geben.

Etwa die Hälfte des weltweit produzierten Sojas stammt aus Südamerika. Vor allem in Brasilien und Argentinien werden riesige Fläche Regenwald abgeholzt, um Platz für die Sojaproduktion und Lebensmittel auf Sojabasis zu schaffen. In unserer Bestenliste empfehlen wir deshalb nur Sojamilch mit Soja aus Europa. Das Bio-Siegel schützt zudem vor Gentechnik.

Geschmack: An Sojamilch pur scheiden sich die Geister. Die einen schätzen den „getreidigen“ Geschmack, den anderen ist er zu penetrant. Häufig gelobt wird Sojamilch als Ersatz im Kaffee – auch weil man sie gut aufschäumen kann. Viele Hersteller haben süße Sojadrinks in den Geschmacksrichtungen Vanille und Kakao im Programm. Es gibt auch Soja-Joghurt.

Preis: ca. 1 bis 2 Euro pro Liter Sojamilch

Hafermilch, Reismilch, Dinkelmilch – die Alleskönner

Hafermilch
Hafermilch vom Hofgut Sterzen

Getreidemilch ist bei uns kaum bekannt, aber derzeit im Kommen. Im Supermarkt gibt es sie nur selten, die meisten Bioläden und Reformhäuser haben ein große Auswahl. Getreidedrinks gibt es Hafermilch, Reismilch oder Dinkelmilch.

Alle Getreidemilchsorten sind ziemlich arm an Nährstoffen und im Gegensatz zu Sojamilch enthalten sie auch kaum pflanzliche Proteine. Letzteres muss aber kein Nachteil sein, sofern man Milch nicht extra trinkt, um Eiweiß aufzunehmen. Die meisten Leute essen ohnehin zu viel Fleisch, Wurst und Milchprodukte, da ist manchmal eine eiweißarme Getreidemilch nicht verkehrt. Viele Hersteller bieten Getreidemilch mit zugesetztem Kalzium (aus Algen) an. Kaufen Sie auch hier bevorzugt Bio-Produkte, um ungesunde Zusatzstoffe zu vermeiden

Geschmack: Bei der Herstellung wird Getreidestärke in Zucker umgewandelt – darum schmeckt Getreidemilch leicht süßlich. Hafer- und Dinkeldrinks eignen sich als Kuhmilchersatz zum Kochen und Backen. Ihre Süße macht sich außerdem gut im Müsli – genau wie Reismilch. Die schmeckt auch im Kaffee.

Preis: ca. 2 bis 3 Euro pro Liter Getreidemilch

Mandelmilch und Haselnussmilch: die Geschmackvollen

Nußmilch: Mandelmilch von Provamel
Mandelmilch von Provamel

Mandelmilch ist in den USA Trend, so langsam schwappt sie zu uns rüber. Zu kaufen gibt es Mandelmilch und auch Haselnussmilch in den meisten Bioläden und Reformhäusern.

Mandelmilch enthält im Vergleich zu Kuh- und Getreidemilch nur sehr wenig Eiweiß und auch kaum Kalzium. Spurenelemente, Vitamine und relativ wenig Fett machen Mandeldrinks zur gesunden Milchalternative. Im Vergleich dazu ist Haselnussmilch fett, nämlich ebenso fett wie Kuhmilch. Vorsicht: Nuss- und Mandelmilch wird manchmal Zucker zugesetzt!

Geschmack: Haselnussdrinks sind vielleicht mehr eine Alternative zu Kakao als zu Milch: Sie schmeckt pur schön nussig, ist dafür aber längst nicht so zuckrig (außer mit Zuckerzusatz). Mandelmilch gilt als hervorragende Alternative beim Backen, das leicht nussige Aroma bereichert je nach Geschmack auch Kaffee und Müsli.

Preis: ca. 3 Euro pro Liter Mandelmilch oder Haselnussmilch

Hanfmilch: der Geheimtipp

Hanfmilch von der österreichischen Firma Frenkenberger
Hanfmilch von der österreichischen Firma Frenkenberger

Wer bei Hanfmilch eine psychoaktive Wirkung erhofft, den müssen wir enttäuschen: Sie wird aus Hanfsamen hergestellt, nicht aber aus den Blüten oder Blättern der Hanfpflanze. Noch ist Hanfmilch nicht sonderlich bekannt, zu kaufen gibt es sie in manchen Bio-Läden und Reformhäusern sowie in vielen Edeka-Filialen.

Hanfmilch enthält kaum ungesundes Fett, dafür wertvolle Omega3- Fettsäuren und pflanzliches Protein. Derzeit gibt es zwei nennenswerte Hanfmilchhersteller. Bio-zertifiziert sind beide nicht, „Frenkenberger Hanfprodukte“ aber verwendet keinerlei Zusatzstoffe – im Gegensatz zu „Good Hemp“ (die gibt es bei Edeka).

Geschmack: Im Kaffee schmeckt Hanfmilch fast wie fettarme Kuhmilch. Man kann sie auch gut pur trinken, dann kommt ein leicht nussiges Aroma durch.

Preis: ca. 4 bis 6 Euro pro Liter


Welche Milchalternative zwischen Mandelmilch und Sojamilch nutzt ihr wofür? Welche schmeckt euch und mit welcher könnt ihr so gar nichts anfangen? Wo verwendet ihr was am liebsten? Wir freuen uns auf eure Beiträge!

Weiterlesen auf Utopia.de:

Schlagwörter: ,

(194) Kommentare


  1. Schon im Titel wird klar: Hier läuft etwas falsch. Nicht nur mit unseren Kühen, sondern mit unserer Landwirtschaft insgesamt. Sie produziert immer mehr in immer kürzerer Zeit und „erzeugt“ Kälber und Küken, die keiner braucht. In ihrem Buch „Die Wegwerfkuh“ kritisiert Tanja Busse einerseits die Vernichtungslandwirtschaft. Sie stellt die Bauern aber nicht einseitig an den Pranger, sondern beleuchtet ihre Probleme wie Verschuldung und Abhängigkeit. Ihr Ziel ist zwar keine tierlose bio-vegane Landwirtschaft, sondern ein „Weniger ist mehr und anders wäre besser“. Doch ihre fundierte Bestandsaufnahme zeigt die Dringlichkeit für eine radikale Argarwende. Tanja Busse: „Die Wegwerfkuh“, Taschenbuch, 16,99 Euro. » mehr
    Fazit: Keine milch und Milchprodukte mehr kaufen. Bauern können Pflanzenwirtschaft betreiben, um zu überleben!

  2. Hafermilch empfinde ich als die beste Alternative. Habe mich so an ihren Geschmack, egal ob beim Müsli, Kaffee oder backen, gewöhnt, dass mir fettige Kuhmilch schon zuwider ist. Außerdem ist Mandelmilch unglaublich lecker, aber dementsprechend auch teuer. Kaufe oft Mischungen aus beiden, wenn es möglich ist und an den bitteren Getreidegeschmack gewöhnt man sich!

  3. Es gibt auch noch Hirse- und Buchweizenmilch, beide sehr lecker aber auch ein Geheimtipp. Fände es schön, wenn bei der Mandelmilch auch was zu negativen Aspekten stehen würde (wird z.B. oft großflächig in Monokultur angebaut…)

Kommentar schreiben

0/2500

* Pflichtfelder