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Volksbegehren: Bienenschützer brauchen eine Million Unterschriften

Foto: © stefano - Fotolia.com

Seit 30 Jahren gibt es in Deutschland deutlich weniger Bienen, Schmetterlinge oder Käfer. In Bayern soll jetzt ein Volksbegehren die Insekten retten. Dabei könnte das Bundesland zum Vorbild werden – denn das Insektensterben betrifft uns alle.

Weltweit gehen die Insektenbestände seit Jahrzehnten drastisch zurück: In Deutschland um etwa 75 Prozent seit den 1990er Jahren. In Bayern will man jetzt etwas dagegen tun: Mit dem Volksbegehren „Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern – Rettet die Bienen!“ geht es der Kleinpartei ÖDP nicht nur um die Bienen, sondern um das Insektensterben insgesamt. Und um die damit einhergehenden Folgen, die uns alle betreffen.

Volksbegehren braucht eine Million Unterschriften

Damit die Initiative ein Erfolg wird, müssen sich zehn Prozent der Wahlberechtigten in Bayern in den Rathäusern für das Volksbegehren eintragen – das sind eine Million Unterschriften. Dafür haben die Bayern zwei Wochen Zeit: Vom 31. Januar bis 13. Februar 2019. Unterschreiben können alle, die mindestens 18 Jahre alt sind, seit mindestens drei Monaten in Bayern gemeldet und nicht anderweitig vom Wahlrecht ausgeschlossen sind.

Wenn das alles auf dich zutrifft, kannst du das Volksbegehren unterstützen, indem du vom 31. Januar bis 13. Februar in den bayerischen Rathäusern unterschreibst. Solltest du nicht in Bayern wohnen, kannst du trotzdem helfen, indem du diesen Beitrag mit Freunden, Verwandten und Bekannten (in Bayern) teilst und sie über das Volksbegehren informierst.

Eintragungsstellen in deiner Nähe findest du hier. Alle weiteren Informationen gibt es auf der Internetseite der Initiative.

Das Volksbegehren Artenvielfalt ist das erste Volksbegehren in Bayern, bei dem es um klassischen Naturschutz geht – dabei ist es eines der erfolgreichsten: Fast 95.000 Unterschriften hatte die ÖDP bis Anfang Oktober gesammelt, damit die Bayern jetzt über das Volksbegehren abstimmen können. Nur 25.000 wären für den Zulassungsantrag im Innenministerium mindestens nötig gewesen. Politische Unterstützung bekommt die Kleinpartei von der SPD und den Grünen.

Schlehenblüten bieten Bienen reichlich Nektar.
Das Bienensterben hat Folgen für uns alle. (Foto: CC0 / Pixabay / esiul)

Das Insektensterben hat Folgen für uns alle

Das Insektensterben ist kein unbekanntes Phänomen, und die Bienen als Teil der Insekten sind für den Artenschwund exemplarisch: In Bayern sind 506 Wildbienen-Arten heimisch, davon gelten 40 als ausgestorben oder verschollen. Von den übrigen Arten ist fast die Hälfte vom Aussterben bedroht oder gefährdet. Bei den Honigbienen ist die Situation ähnlich dramatisch (sz.de).

Dabei ist natürlich nicht nur Bayern betroffen, das Insektensterben lässt sich in ganz Deutschland beobachten. Vergangenen Sommer wurde immer wieder darüber berichtet, wie drastisch der Rückgang der Insektenbestände ist: In den vergangenen 27 Jahren ist die Biomasse an fliegenden Insekten um 76 Prozent geschrumpft, so eine Studie.

Die Folgen sind dramatisch: Vom Insektensterben sind Vögel, Frösche und andere kleinere Wildtiere betroffen, denen ohne Insekten die Nahrung fehlt. Ihr Aussterben hätte das Aussterben größerer Tiere zur Folge. Hinzukommt: Etwa 80 Prozent aller Wildpflanzen werden von Insekten bestäubt und etwa ein Drittel unserer Nahrungsmittel – frisches Obst und Gemüse könnte ohne Insekten zu seltenen und teuren Luxusgütern werden. Aber auch viele Kosmetikartikel und sogar ein Teil unserer Kleidung würde ohne Insekten verschwinden.

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Penny Bienen
Die Supermarktregale bleiben größtenteils leer, wenn die Bienen sterben. (Foto © utopia )

Rettet die Bienen: Initiative fordert mehr Biolandwirtschaft

Um das Insektensterben und die damit einhergehenden Folgen aufzuhalten, fordern die Initiatoren des Volksbegehrens, den Anteil der Bio-Landwirtschaft in Bayern bis 2030 von derzeit zehn auf 30 Prozent zu steigern. Im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft kommt die Bio-Landwirtschaft ohne chemische Pestizide und Dünger aus, die mitverantwortlich gemacht werden für den Insektenrückgang.

Zudem will die Initiative Bauern dazu verpflichten, Hecken, Büsche, Feldraine und Bauminseln anzulegen und so zerstörte Lebensräume für Pflanzen und Tiere wiederherzustellen. An Bächen, Flüssen und Seen sollen fünf Meter breite Randstreifen frei von Landwirtschaft bleiben, damit Fische und andere Wassertiere nicht unter landwirtschaftlichen Maßnahmen leiden (sz.de).

Bayern als Vorbild beim Naturschutz – auch du kannst etwas tun

Wenn die Initiative erfolgreich ist, wird es in Bayern eine ganze Reihe Verbesserungen für den Naturschutz geben. Doch fast noch wichtiger ist: Wenn die Initiative ein Erfolg wird, wäre das ein deutliches Zeichen für den Artenschutz und ein starkes Signal an die Politik. Denn das Insektensterben betrifft nicht nur die Menschen in Bayern – sondern uns alle.

Verschwindet die ökologische Vielfalt, hätte das verheerende Folgen für die gesamte Menschheit. Nahrungsmittel und Gebrauchsgüter würden knapp, die daraus resultierende Mangelernährung könnte weltweit zu Millionen zusätzlichen Todesfällen pro Jahr führen. Mehr Infos: Bienensterben – Was kann ich dafür?

Mit einem erfolgreichen „Volksbegehren Artenvielfalt“ könnte Bayern eine Vorbildfunktion einnehmen, was den Natur- und Artenschutz betrifft und andere Bundesländer dazu inspirieren, nachzuziehen. Bis dahin kann jeder einzelne etwas gegen das Bienen- und Insektensterben tun:

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