Balea, Nivea, Garnier: In diesen Kosmetikartikeln steckt noch immer Mikroplastik

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Kosmetik mit Mikroplastik zu vermeiden ist gar nicht so einfach – oft ist nur schwer erkennbar, ob ein Produkt die winzigen Plastikpartikel enthält. Ein neuer Einkaufsratgeber des BUND kann helfen: In dem Ratgeber sind Markenprodukte mit Mikroplastik und flüssigen Kunststoffen aufgelistet.

Shampoo, Duschgel, Make-up oder Deo: In so gut wie jedem Kosmetikartikel kann Mikroplastik stecken. Die Plastikpartikel werden dort unter anderem als Schleifmittel, Bindemittel oder für mehr Glanz eingesetzt. Kunststoff in Kosmetik muss zwar auf der Verpackung angegeben werden, verbirgt sich aber meist hinter komplizierten Fachbegriffen wie „Polypropylen“ oder „Acrylates Crosspolymer“.

Wer Mikroplastik in Kosmetik meiden möchte, hat es also gar nicht so leicht. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) will Konsumenten dabei helfen – und hat einen umfassenden Einkaufsratgeber verfasst. Das Dokument enthält eine Liste mit hunderten Produkten der beliebtesten (konventionellen) Kosmetikmarken, in denen Mikroplastik steckt.

Nivea, Balea, Dove, Garnier und viele mehr

Der BUND hat die Kosmetik in verschiedene Kategorien unterteilt und zu jedem Artikel vermerkt, welche Kunststoffart es enthält. Hier einige Beispiele aus dem Ratgeber:

Duschgel

  • Balea Cremedusche Soft-Creme
  • Dove Pflegedusche Go Fresh Granatapfel
  • Nivea Lemongrass & Oil Pflegedusche

Shampoo

  • Guhl Kopfhaut Sensitiv Shampoo
  • Bübchen Babyshampoo Sensitiv
  • L’Oréal Botanicals Fresh Care: Geranie Glanz-Ritual Shampoo
  • Yves Rocher 3in1 Shampoo – Kämmbarkeit, Sanftheit & Halt

Gesichtspflege

  • Balea Urea Tagescreme sehr trockene Haut
  • Eucerin Hyaluron-Filler Tagespflege für Trockene Haut
  • La Roche Posay Hydraphase Intense Riche

Sonnencreme

  • Garnier Ambre Solaire Sonnenmilch LSF 30
  • Nivea Sun Pflegende Sonnenmilch LSF 30
  • SunDance Transparentes Sonnenspray

Handpflege

  • Florena Handcreme Olivenöl (ACS) (ebenso: Handcreme Traubenkernöl & Sojaöl, Aloe Vera)
  • Handsan Handcreme Zart Rose
  • Neutrogena Hand & Nagelcreme

Ebenfalls im BUND-Einkaufsratgeber aufgelistet ist unter anderem Make-up, Nagellack, Fußpflege, Deodorants und Rasierschaum.

Hier findest du den BUND-Einkaufsratgeber mit allen Produkten (PDF) 

Feste oder flüssige Partikel?

Mikroplastik in Kosmetik erkennen
Acrylates Copolymer steckt häufig in Kosmetik. (Foto: © Utopia)

Prinzipiell gelten Kunststoffpartikel, die kleiner als fünf Millimeter sind, als Mikroplastik. Die meisten konventionellen Unternehmen verstehen darunter jedoch ausschließlich feste Plastikpartikel wie etwa Polyethylen (PE).

Im BUND-Einkaufsratgeber sind hingegen auch Produkte aufgelistet, die Kunststoffe in flüssiger, gelförmiger oder wachsförmiger Struktur enthalten. Die meisten Artikel aus dem Ratgeber enthalten Acrylates Copolymer (AC), Acrylates Crosspolymer (ACS) oder Polyquaternium (PQ) – also flüssiges oder gelförmiges Mikroplastik.

Es gibt auch positive Entwicklungen: So setzen die meisten Hersteller von Zahnpflegeprodukten kein Mikroplastik mehr ein. Viele Marken haben außerdem zumindest festes Mikroplastik in ihrer Kosmetik ersetzt. Die Drogeriekette dm hat dieses Jahr sogar flüssigen Kunststoff aus mehr als 80 Produkten der Eigenmarke Balea verbannt. Aber noch immer gibt es zu viel Mikroplastik in Kosmetik – das zeigt der Einkaufsratgeber des BUND: Die Liste kunststoffhaltiger Kosmetika umfasst knapp 27 Seiten.

Lieber Naturkosmetik verwenden

In vielen Kosmetik-Produkten steckt Mikroplastik.
Lieber auf Kosmetik m it Mikroplastik verzichten. (Foto: © Utopia)

Mikroplastik baut sich wie alle Kunststoffe nur sehr langsam oder gar nicht ab. Bisher können Kläranlagen die teils mikroskopisch kleinen Partikel nicht vollständig aus dem Abwasser herausfiltern. So gelangt Mikroplastik praktisch ungehindert in die Gewässer. Die Schäden für die Umwelt sind noch nicht absehbar. Schon jetzt ist Plastik jedoch tief in unsere Nahrungskette eingedrungen: Wissenschaftler fanden Mikroplastik bereits in Leitungswasser, Salz und in der Luft.

Der BUND-Einkaufsratgeber kann dabei helfen, Mikroplastik zu meiden. Wer auf der sicheren Seite sein will, greift am besten zu zertifizierter Naturkosmetik: Sie ist garantiert frei von Mikroplastik und enthält auch sonst weniger bedenkliche Inhaltsstoffe.

Die besten Naturkosmetikhersteller (mit Bewertungen der Utopia-Community) findest du hier:

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(3) Kommentare

  1. Ich finde es eine absolute Zumutung, dass man Produkte auf den Markt schmeißen darf, ohne sich an Regeln halten zu müssen. Ich als Bürger soll immer alles rechtzeitig bezahlen und folgsam alle Regeln befolgen und der Konsument wird permanent für dumm verkauft. Für jeden Mist gibt es Hinweise, aber keine Produktionsgesetze. Es kann doch nicht so schwer sein. Schweden ist seit 1 Jahr ausgestiegen. Als ob sich irgendjemand gegen Bio wehren würde. Als ob wir gegen Lederersatz wären. Als ob wir gegen Fleischersatz wären. Als ob wir nicht Tüten aus Algenmaterial benutzen würden. Es darf halt nicht mehr Probleme und Gifte enthalten als das Ursprungsprodukt. Wieviele FB-Videos muss ich mir denn noch anschauen, bevor die Verbesserung endlich wahr wird? Worauf warten wir hier? Produzieren wir nicht für ein gutes Gefühl? Produzieren wir nicht für uns? Wieso soll ich mir eigentlich dauernd Probleme kaufen. Der Produkt-Preis muss jetzt endlich mal angepasst werden an den Endwert (Produktion & ökologisch einwandfreie Entsorgung). Am Ende stellt sich dann nämlich heraus, dass Bio billiger ist. Es ist nicht zum Aushalten. Bitte stoppt das endlich jemand !!!

  2. Hier könne die Politik mal schön ordnungspolitisch wirken und für Mensch und Umwelt schädliche Produkte entsprechend sanktionieren. Im Lobbyland Dtl mit Politikern wie Klöckner wird das natürlich nicht geschehen, wenn dann nur auf europäischer Ebene. Bis dahin, müssen wir Konsumenten es ausbaden und die richtigen Entscheidungen treffen. Hier heißt die Entscheidung Naturkosmetik: https://www.blog.blanda-beauty.com/plastic-people-mikroplastik-in-kosmetik/

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