Beyond Meat Burger: Ist er wirklich besser als Fleisch?

Foto: © Beyond Meat

Er soll aussehen, schmecken und und sich im Mund genauso anfühlen wie Fleisch: Mit seinem veganen Patty will „Beyond Meat“ die Fleischindustrie revolutionieren. Wir haben uns den derzeit wohl gehyptesten Fleischersatz genauer angesehen.

Wir wollten wissen: Was ist dran an dem Hype? Und was ist drin im Burger? Schmeckt er wirklich genau wie Fleisch? Und kann somit dafür sorgen, dass weniger Fleisch gegessen wird?

Den “Beyond Burger” gibt es in Deutschland erst seit kurzer Zeit. Das vegane Burger-Patty der US-amerikanischen Firma Beyond Meat war Anfang 2019 nur in einzelnen Restaurants in Berlin erhältlich oder im Großmarkt. Seit Mai kann man es auch im Supermarkt kaufen – jedenfalls theoretisch. Denn die Nachfrage ist groß und das Unternehmen kommt mit Produktion und Auslieferung kaum hinterher. Lidl, Aldi, Edeka und Co. haben den Burger mehrfach als Aktionsangebot ins Sortiment aufgenommen – er war jedes Mal schon nach kurzer Zeit ausverkauft. Für 2020 ist ein Werk in den Niederlanden geplant, so soll der Burger künftig auch bei uns besser verfügbar sein. Derzeit kann man ihn vor allem online kaufen, z.B. bei Gourmondo** (im 10er-Pack).

Beyond Meat will vor allem Fleischesser überzeugen

Vegetarische und vegane Fleischalternativen gibt es inzwischen viele. Nur wenige schmecken tatsächlich fleischähnlich oder gar genau wie Fleisch. Beim Beyond Burger soll das anders sein. Das Fleisch-Patty soll nicht nur genauso schmecken, sondern einem echten Fleisch-Patty auch in Form, Farbe, Textur und Konsistenz zum verwechseln ähnlich sein.

Ziel war es, den veganen Burger im Kühlregal problemlos neben Rindfleisch- und Fleischburgern verkaufen zu können, ohne dass es besonders auffällt. Er soll Menschen überzeugen, die normalerweise ungern auf Fleisch verzichten. Der Beyond Burger ist neben einer Wurst und „Beef“, einem Rindfleischersatz, eines von drei Produkten, die Beyond Meat momentan vertreibt.

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Sieht Fleisch zum Verwechseln ähnlich: Der Beyond Burger. (Foto: © Utopia)

Vor allem die massiven Umweltauswirkungen der Massentierhaltung veranlassten Ethan Brown 2009 dazu, Beyond Meat zu gründen. Laut einer Studie von 2018 haben Fleisch- und Milchprodukte den größten Einfluss auf unseren ökologischen Fußabdruck. 14,5 Prozent der Treibhausgasemissionen stammen laut UN-Landwirtschaftsorganisation FAO aus der Tierhaltung, ein Großteil davon von Kühen für die Milch- und Fleischproduktion.

Beyond Burger: Das ist drin

Anders als die meisten anderen Burger-Patty-Alternativen kommt der Beyond Burger ohne Soja und Seitan (also Gluten) aus. Er basiert auf Erbseneiweiß, um die Textur von Muskelfasern nachzuahmen. Rote-Bete-Saft soll den roten Fleischsaft imitieren und dafür sorgen, dass der Patty nach dem Braten innen schön rot und saftig ist – eben wie ein echter Fleisch-Patty.  Weitere Zutaten sind Raps– und Kokosöl, verschiedene Aromen, Stabilisatoren und Antioxidantien.

Insgesamt besteht der Beyond Burger aus 21 Inhaltsstoffen. Um den gewünschten Geschmack, die Konsistenz und die Optik von Fleisch nachzuahmen, kommt der vegane Patty nicht ohne Zusatzstoffe aus – im Fall des Beyond Burgers sind diese aber unbedenklich.

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Beyond Burger: Das ist drin. (Foto: Utopia)

Bei Öko-Test kommt der Beyond Burger leider nicht so gut weg. In der Ausgabe von November 2019 konnte der vegane Burger zwar geschmacklich überzeugen, empfehlen wollten ihn die Tester aber nicht. Sie fanden Mineralölrückstände in dem Produkt, bemängelten den geschmacksverstärkenden Hefeextrakt und die langen Transportwege.

Beyond Meat: Gut für die Umwelt?

Trotz der Zusatzstoffe, trotz Plastikverpackung und auch wenn der Burger (leider!) nicht Bio-zertifiziert ist: vegane Fleisch-Patties wie der Beyond Burger sind besser fürs Klima als Rindfleisch. Sogar obwohl das tiefgefrorene Fleischimitate per Schiff aus den USA nach Deutschland kommt, sei seine Klimabilanz besser als die der hier produzierten Fleischprodukte, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg der Zeit. „Da Rinder beim Verdauen extrem viel klimaschädliches Methan ausscheiden, ist Rindfleisch diesbezüglich kaum einzuholen.“

Das stellte auch die Verbraucherzentrale Hamburg fest. Mit Blick auf Tierleid, die Umweltbelastungen und den Klimaschutz sind pflanzenbasierte Burger eine gute Wahl als Alternative zu Fleisch. Ihre Herstellung benötigt weniger Wasser, weniger landwirtschaftliche Fläche und weniger Treibhausgasemissionen als Fleisch.

Beyond Meat: So schmeckt er

Auch wir bei Utopia haben den Burger probiert. Das Gesamtfazit war relativ eindeutig: Der Burger kommt Fleisch extrem nahe, was Geschmack, Konsistenz und Aussehen angeht. Einige Kollegen haben den sehr intensiven Nachgeschmack bemängelt.

Ein paar Kommentare haben wir hier gesammelt:

Gesamteindruck:

  • „Der Hammer! Der beste Fleischersatz, den ich je gegessen habe.“
  • „Bis jetzt haben mich nur wenige Ersatzprodukte überzeugt. Da ist der Beyond Meat Burger echt gut.”
  • „Wenn man das Ganze nicht pur isst, sondern im Burger, mit Soße, Brot, Salat usw. dürfte es tatsächlich kaum auffallen, dass es kein Fleisch ist.“
  • „Erstaunlich gut, für mich trotzdem nur ein Ersatz“
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„Das Patty sah brutal nach Fleisch aus.“ (Foto: © Beyond Meat)

Aussehen:

  • „Das Patty sah brutal nach Fleisch aus.“
  • „Schwer von Fleisch zu unterscheiden, nur ganz durchgebraten ist die Farbe innen etwas anders.“
  • „In Schulnoten: ausreichend.“
  • „Man sieht schon, dass es kein Fleisch ist, sah auch aus, als wären da noch ganze Körner und Schalen drin.“
  • „Erstaunlich, wie das mit dem Rote-Bete-Saft tatsächlich den Eindruck von ‚underdone vs. well-done’ herbeiführt. Top.“

Geschmack:

  • „Würzig, sehr nah an einem Fleischburger.”
  • „Sehr sehr nah an Fleisch, für mich aber zu fettig.“
  • „Lecker, fleischähnlich, aber doch anders als Fleisch.“

Konsistenz:

  • „Knusprig, relativ ‚grob’ bzw. gröber als Fleisch.”
  • „Schulnote: zwei.“
  • „Gut zu kauen, knusprig, vielleicht ein bisschen zu knusprig im Vergleich zu Fleisch-Frikadellen.”
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Wir haben den Beyond Meat Burger probiert. (Foto: © Utopia)

Vegane Burger: Die Alternativen

Der Burger von Beyond Meat ist nicht der einzige vegane Burger, den es derzeit auf dem Markt gibt. Alternativen sind zum Beispiel:

  • der “vegane Mühlen Burger Typ Rind” von der Rügenwalder Mühle
  • der “Garden Gourmet Incredible Burger” von Tivall
  • der “Like Meat Juicy Burger aus Soja” von Like Meat
  • der “Next Level Burger” von Lidl

Laut Öko-Test sind alle vier was Aussehen, Geschmack und Mundgefühl anbelangt, zwischen “leicht” und “deutlich fleischähnlich”. Insgesamt schnitt im Test aber nur der Mühlen-Burger gut ab. Mehr zu den Testergebnissen hier.

Vegane Burger, Beyond Meat bei Öko-Test
Öko-Test hat vegane Burger getestet. (Foto: © Öko-Test)

Auch getestet wurde der “The Wonder Burger” von Aldi. Er konnte allerdings nicht überzeugen. Sein Geschmack sei “nicht fleischähnlich.”

Bio-zertifiziert ist übrigens keine der fleischähnlichen Alternativen. Genau wie beim Beyond Burger gilt aber: Sie sind dennoch besser als Fleisch.

Es gibt unzählige weitere vegane Burger-Patties. Viele davon schmecken zwar nicht wie Fleisch, sind aber dennoch gute Alternativen. Wer will, kann ja mal versuchen pflanzliche Patties selber zu machen: hier gehts zum Rezept.

Ersatzprodukte, die wie Fleisch schmecken

Der Beyond Burger von Beyond Meat ist weder Bio-zertifiziert, noch besonders umweltfreundlich verpackt und hat zudem eine lange Zutatenliste. Es gibt also einiges, das dagegen spricht, ein solches Produkt zu kaufen bzw. zu essen. Dennoch: Weil er geschmacklich wirklich nah an echtes Fleisch rankommt, hat er viele Menschen überzeugt, die sonst nicht auf Fleisch verzichten – und solche Produkte brauchen wir.

Kaufen kann man ihn derzeit vor allem online bei Gourmondo** (im 10er-Pack).

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(3) Kommentare

  1. Meiner Meinung nach sollte hier als erstes an das Tier gedacht werden , welches nicht mehr für einen Burger geschlachtet werden muss.
    Wer gerne Burger isst, und da denke ich gerade an die Konsumenten der großen Fast- Food- Ketten, der weiß auch nicht was er da gerade konsumiert und die Zutatenliste ist auch nicht wirklich vielversprechend.
    Fast Food bleibt nun mal eben Müll und wer auf seine Ernährung achtet sollte wissen, daß er damit seinem Körper nicht wirklich was Gutes antut.
    Darum halte ich nichts von Veggie Burgern oder ähnlichen Industrieprodukten, bei denen man auch nicht weiß was wirklich drin ist.
    Wenn jedoch durch fleischfreie Burger oder – Produkte weniger Rinder gehalten und geschlachtet werden müssen , finde ich das Anlass genug zu sagen, daß der Beyond Burger und seine Verwandten die Burgerlandschaft verändern sollen.
    Ich bin von Beruf Koch , lebe fast vegan und mir ist der Appetit auf Fleisch seit Jahren vergangen, weil ich beruflich zu nahe am Thema dran bin.
    Mir hat es dabei sehr geholfen meine Ernährung zu hinterfragen, also zu wissen wo kommt es her und was ist drin.
    Und bewusst Entscheidungen zu treffen ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

  2. Klar, frisch zubereitetes Essen mit wenigen und gesunden Zutaten ist immer vorzuziehen. Ob Fast Food generell Müll ist, würde ich gerne differenzierter betrachten: Inhalt und Verpackung. Ich teile die Kritik, was den Müllberg anbelangt, der nach dem Konsum von Fast Food in die Tonne wandert. Da kann der Inhalt noch so gut sein.
    Andererseits habe ich mir sagen lassen, dass z. B. in einem normalen Fleischburger auch das Fleisch von alten Milchkühen verwertet wird, das wohl ansonsten in der menschlichen Ernährung keine Verwendung finden würde. Und das führt dann auf die Frage, wie effizient denn die normale und insbesondere die gehobene Küche mit den Lebensmitteln umgeht? Wieviel wird aussortiert, wieviel vergammelt in privaten Kühlschränken weil man nur einmal die Woche einen Großeinkauf macht(*) und die Lebensmittel eben nicht frisch verarbeitet werden? Ich halte es für möglich, dass die industrielle Herstellung von Fast Food in diesem Bereich punkten kann. Hinzu kommt die Portionsgröße, die zu Hause oder auch in der Standard-Gastronomie oft zu groß ist. Wieviel bleibt hier regelmäßig auf den Tellern liegen?
    (* zu den wöchentlichen Großeinkäufen: Diese können dennoch durchaus sinnvoll sein, u.a. um unnötige Autofahrten einzusparen.)

  3. „Fleisch von alten Milchkühen verwertet wird…“. Bei solch empathielosen Worten in diesem Kommentar soll man sich über die verbreitete und immer weiter zunehmende Verrohtheit in der Gesellschaft. Schrecklich und widerwärtig!

    Zur Info: bei Kühen, die immer und immer wieder vergewaltigt werden, denen immer und immer wieder die Kinder (Säuglinge [tatsächlich!!!] = Kälber) geraubt werden, welche entweder später ebenfalls wieder diesem Teufelskreis der Vergewaltigung, des Kinds-/Säuglingsraub/mord zugeführt werden oder eben, handelt es sich um männliche Säuglinge, nach wenigen Tagen, spätestens Monaten ermordet werden, handelt es sich NICHT um irgend welche Gegenstände, sondern – ja tatsächlich –schmerz-, leid- und gefühlsempfindsame – NICHT weniger als wie es Menschen sind (zumindest die meisten… außer es sei denn, jene Menschen sind empathieunfähig, s. h., geben Verbrechen an den Tieren in Auftrag: durch Kauf/Konsum von Tierqualprodukten, hier: Omnivore und Vegetarier) – LEBEWESEN!

    Ich bin sehr erschrocken, über diese empathielosen Worte in diesem Kommentar!!!