Warum Bio-Weidemilch und Bio-Heumilch besser sind

Foto: "Kuh" von Anneke_B unter CC BY-SA 2.0

Die Zusatzbegriffe „Heu-“ und „Weide-“ sind bei Milch in Deutschland nicht geschützt. Was die Tiere tatsächlich zu fressen bekommen ist damit noch lange nicht gesagt. Eine Untersuchung von Öko-Test zeigt: Zumindest Bio-Heumilch hält, was sie verspricht.

Die meisten Verbraucher wünschen sich Milch von Kühen, die den Sommer über auf idyllischen Wiesen weiden. Daher erfreuen sich „Weidemilch“ und „Heumilch“ seit einigen Jahren steigender Beliebtheit. Verständlich – doch für beide Bezeichnungen gibt es noch keinen verbindlichen Produktstandard.

Wie „Alpenmilch“, „Bergmilch“, „Bergbauernmilch“ sind sie rechtlich nicht geschützt, können also Aussagekraft haben – oder auch nicht. Eine Ausnahme ist Österreich: Dort schreibt das sogenannte Heumilchregulativ genaue Auflagen für die Fütterung und Haltung der Tiere vor.

Weide selten gesünder als konventionell

Kennzeichnungen wie Heumilch und Weidemilch legen nahe, dass eine naturnahe Fütterung durchgeführt wurde. Wenn das der Fall ist, sollte die Milch der Kühe unter anderem deutlich mehr gesunde Omega-3-Fettsäuren enthalten. Ein hoher Gehalt dieser Fettsäuren in der Milch ist daher nicht nur ein Qualitätsmerkmal, sondern lässt auch Rückschlüsse zu, ob die Hersteller ihre Versprechen bei der Fütterung einhalten.

Öko-Test hatte Heumilch, Weidemilch und konventionelle Milch im Labor untersuchen lassen. Das Ergebnis: Die Werte unterscheiden sich meist kaum von denen in konventioneller Milch. So wies zum Beispiel die Hansano Frische Weidemilch einen niedrigen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren auf. Im Gegensatz dazu konnte die Ammerländer Molkerei laut Öko-Test nachweisen, dass ihr Produkt Unsere Milch aus Weidehaltung stammt, obwohl sie gar nicht als solche vermarktet wird.

Nur Bio hält, was sie Heu verspricht

Gute Alternativen zu konventionellen Produkten gibt es aber sehr wohl: Weidemilch und Heumilch mit Biosiegel. Die Fütterung ist hier anders geregelt, weil die Bio-Tierhaltung eigenen Gesetzen unterliegt. Auch der Verzicht auf Gentechnik in den Futtermitteln ist bei Biomilch, anders als bei konventioneller, verpflichtend vorgeschrieben.

Den höchsten Anteil an Omega-3-Fettsäuren enthielt die Unsere Heimat Bio-Vollmilch von Demeter. Sie geht einher mit einer geringen Milchleistung der Kuh, was zugleich verdeutlicht, dass Turbo-Kühe nicht sinnvoll sind.

Alle getesteten Biomilch-Sorten bekamen bei Öko-Test die Gesamtnote „gut“ bis „sehr gut“.

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