Weshalb China zum Elektroauto-Vorreiter wird

Elektroauto-Ladestationen in Oslo
Foto: BMW i3 electric car von Kārlis Dambrāns unter CC-BY-2.0

China treibt das Thema Elektroauto und Elektromobilität voran wie kaum ein anderes Land. Weil dort der größte Automarkt der Welt ist, beeinflussen die Entwicklungen in China weltweit die Autobranche.

Egal ob BMW, Tesla oder Toyota – Autobauer auf der ganzen Welt arbeiten mit Hochdruck daran, bald möglichst viele neue Elektroautos auf den Markt zu bringen. Das liegt nicht etwa an der steigenden Nachfrage oder an der größeren Beliebtheit von rein elektrischen Pkw – sondern vor allem an China. Davon geht zumindest ein Analyst der „New York Times“ aus.

Chinas investiere derzeit so stark in die Elektromobilität wie kaum ein anderes Land. Egal ob in der Forschung oder dem Ausbau von Ladestationen – China unterstütze die Entwicklungen großzügig mit Regierungsgeldern.

Elektroauto-Quote in China

Schon jetzt ist China laut New York Times der größte Produzent und Verkäufer elektrischer Autos. Allein dieses Jahr hätten chinesische Käufer fast 300.000 E-Autos gekauft – das seien dreimal so viel wie in der USA und mehr, als im Rest der Welt zusammen. E-Car-Pionier Tesla erwägt sogar, eine Fahrzeugfabrik in Shanghai zu bauen.

Ab 2019 führt das Land außerdem eine Elektroauto-Quote ein: Autohersteller in China müssen dann mindestens zehn Prozent E-Autos verkaufen. Wie der britische Guardian berichtet, will China außerdem „in naher Zukunft“ die Herstellung und den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren verbieten.

Elektroautos bieten sich in China an

Elektrische Fahrzeuge sind in China nicht ohne Grund so erfolgreich: Die Luftverschmutzung in den großen Städten erreicht regelmäßig Rekordwerte – die Verbrennungsmotoren im Straßenverkehr tragen ihren Teil zur hohen Schadstoffbelastung bei. Emissionsfreies Fahren mit Elektroautos könnte die Luftverschmutzung reduzieren.

Smog in Peking – das Elektroauto könnte eine Lösung für China sein.
Smog in Peking – das Elektroauto könnte eine Lösung für China sein. (Foto: "Beijing Air Pollution" von Kentaro IEMTOTO unter CC-BY-SA 2.0 )

Außerdem eignen sich batterieelektrische Pkw gut für die vielen dicht besiedelten Städte, schreibt die New York Times. Die Bevölkerung brauche die Autos vor allem für Kurzstrecken, für längere Distanzen habe das Land hingegen ein gut ausgebautes High-Speed-Eisenbahnnetz. Das sind genau die richtigen Voraussetzungen für Elektroautos mit geringerer Reichweite.

China kann den Automarkt formen

Wenn sich die Elektromobilität im Land weiter so entwickelt wie bisher, und China auch politische Maßnahmen wie geplant umsetzt, könnte das Land den globalen Automarkt neu formen, meint der Analyst der New York Times. Die großen Autobauer müssen mitziehen, wenn sie auf dem größten Automarkt der Welt mithalten möchten.

Die Autobranche scheint sich dessen bewusst zu sein: BMW hat angekündigt, bis 2025 insgesamt 25 Autos mit Elektroantrieb auf den Markt bringen zu wollen. Die Konzernmarken von VW sollen bis dahin mehr als 80 neue Modelle mit Elektroantrieb herausbringen, darunter rund 50 reine E-Autos.

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(10) Kommentare

  1. Hallo! Bitte nicht mehr für das Elektroauto werben! Für die Akkuproduktion ist Kobalt notwendig, das großenteils in Kinderarbeit im Kongo gewonnen wird! Zudem ist der CO2-Rucksack von E-Autos viel zu groß. Dabei geht umweltverträgliches Autofahren schon heute mit Biogas (CNG). Ein CNG-Kleinwagen kostet zudem WENIGER als der Akku eines BMW i3, über dessen Haltbarkeit keine belastbaren Aussagen existieren. Wird ein CNG-Auto mit Biogas betrieben, fährt es vom ersten Kilometer an klimaneutral. Biogas kann aus Abfällen oder per „Power-to-Gas“ aus überschüssigem Windstrom gewonnen werden. Weiterer Vorteil: Biogas kann in das normale Erdgasnetz eingespeißt werden, es lässt sich speichern und es existiert eine Tankstelleninfrastruktur. Elektroautos hingegen „killen“ den guten deutschen Motorenbau, denn auf Biogas laufen auch normale Motoren in Schiffen und LKW und sogar Flugzeugtriebwerke. Biogasmotoren können auch die Menschen in den unterentwickelten Teilen unserer Erde (sauber) mobil halten. TESLAS in Afrika? Wohl kaum möglich! Mehr dazu unter #LiebermitCNG und http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/die-batterie-entscheidet-ueber-das-e-auto-kommentar-15109179.html

  2. Die Aussage zur Akkuproduktion ist veraltet. Das früher benutzte Kobalt ist im Zuge der Kostensenkung zum größten Teil durch Eisen ersetzt worden. Auch der CO2-Rucksack von E-Autos ist nach neuesten Studien des Umweltministeriums so klein, dass sie selbst beim aktuellen Stormmix insgesamt klimaschonender sind als Benziner.

    Biogas aus Abfällen ist sicherlich eine gute Nischenlösung. Allerdings ist die dadurch zu gewinnende Menge begrenzt. Und Biogas aus extra dafür angebauten Pflanzen (z. B. Mais) führt über die nötige Anbaufläche indirekt zur Abholzung von Wäldern und verbraucht in der intensiven Landwirtschaft mehr Energie als gewonnen wird.

    Power-to-gas ist erst dann sinnvoll, wenn wir 100% Ökostrom haben. Die Verluste dabei sind nämlich so groß, dass es klimaschonender ist, den Ökostrom ins Netz zu speisen und mit Benzin zu fahren.

  3. Damit man sehen kann, wie schnell sich z.Zt. das Blatt wendet hier die Kopie eines Leserbriefs vom 14.9.17

    Grenzenlos überheblich oder einfach nur unglaublich dämlich?
    In realitätsverdrängender Selbstüberschätzung meinen die deutschen Automanager mit chinesischen Politikern das gleiche Spiel wie mit unseren Polit-Marionetten spielen zu können: die progressive Quotenvorgabe der chinesischen Politik zur Förderung des Absatzes von e-Autos (2018 8% des Flottenverkaufs und dann jedes Jahr 2% mehr) versucht man mit Hilfe der Politik aus der Welt zu schaffen und holt dazu extra das Dob-Rind aus dem Stall. Chinas Politiker akzeptieren „unter dem Eindruck dieser Drohung“ prompt die deutschen Wunschträume „zähneknirschend“ und mildern die Quotenvorgaben ab. Insgeheim klopfen sie sich – ob derart realitätsferner Überheblichkeit „made in Germany“ – vermutlich vor Lachen auf die Schenkel. Und die deutschen Manager werden erst dann aus ihrem Tiefschlaf erwachen, wenn chinesische Hersteller wie BYD oder Geely sie endgültig und absolut gnadenlos aus dem Wettbewerb gedrängt haben werden! VW ist endgültig auf dem besten Weg, ebenfalls dem vom einstigen Weltmarktführer KODAK vorgezeichneten Weg in die Pleite zu folgen. (Soweit der Leserbrief….)

    Erstaunlich:
    Jetzt „plötzlich“ kündigt der VW-Konzern an, bis 2025 bereits mehr als 50 reine E-Autos anbieten zu wollen! Als ob sie plötzlich den Schuss gehört hätten……
    (Nur leider waren die VW-Manager im Ankündigen schon immer besser, als in der Umsetzung ökologisch/technischer Innovationen oder in der Umsetzung von Verbraucherinteressen!)

    Vermutlich käme diese Innovationsbereitschaft auch zu spät (s.o.) – demnächst wird das Dob-Rind (hoffentlich dauerhaft unsichtbar) in seinem entlegenen Stall im Ammergebirge verschwunden sein und sein Nachfolger wird sich nach den aktuellen „Erfahrungen“ eine vergleichbare Kungelei mit der Autoindustrie in naher Zukunft schwer überlegen:
    Was soll’s, eine Marke weniger aus dem Diesel-Betrügerkartell – das wird dann keinen mehr interessieren!!

  4. Achtung Mogelpackung. Die Luftverschmutzung in Peking stammt vom Feinstaub der Kohlekratwerke mit denen was prodziert wird? Strom! Die Abgase der Fahrzeuge sind nicht das Problem, das merkt man in München ja auch schon. Die E-Mobility ist nicht ausgereift, die Ökobilanz der Herstellung eine Katastrophe. Die E-Autos sind fahrende Computer, von denen man noch nicht weiß, wie man die Akkus entsorgt. Ja, die Deutschen sind noch zu langsam – aber im Gegensatz zu den deregulierten USA; die 1/4 der fossilen Brennstoffe der Welt verbrennen – sind hier die Risiken bekannt, anerkannt und man weiß, dass da noch Fragen zu beantworten sind. Das wird noch ein Riesenspass!

  5. Ach ja, weil also der Feinstaub von den Kohlekraftwerken kommt, dürfen die Autohersteller nochmal die selbe Menge draufpacken – was für eine Logik!

    Den Chinesen bleibt keine Wahl: sie müssen gegensteuern! Wenn die mal unsere Autodichte (=600 Fahrzeuge/1000Einwohner) haben sollten, wären das 800 Mio Fahrzeuge und das würde nicht nur Chinas Luft/Klima killen, das wäre auch für das Weltklima tödlich!!

    Aber, wir haben ja noch Zeit – wir haben ja noch einen Globus in Reserve!
    Oder sollte ich da was verwechselt haben….

  6. Es ist richtig das sich die Chinesen diesen Markt an Land gezogen haben, nicht nur Kobalt sondern Lithium und 43 Prozent allen Nickels (seltene Erden) ist für die Hochleistungsbatterien in E-Autos notwendig. Die meisten Schürfrechte in Afrika besitzt ebenfalls China.

    Ich sehe aber zuerst den hochgiftigen Einsatz in der Herstellung/Entsorgung von Milliarden von Batterien, letzteres nebenbei gehen diese Dinger nach spätestens 7/8Jahren in die Entsorgung. Bei der Herstellung sind ebenso hochgiftige chemische Prozesse erforderlich, hinzu kommt der riesige Abbau von seltener Erden, und für die Herstellung werden unmengen von Strom benötigt ebenso für dass ständige Aufladen, kein Problem wenn man zu 100% Öko Strom hätte, hätte hätte Fahrad Kette.

    Kobalt und Kinderarbeit, man lässt diese Dinge dort Produzieren wo es sie gibt und wo es am günstigsten ist, bevor wir jetzt die hiesigen Hersteller an den Pranger stellen, sollten wir alle uns selber erst einmal an die eigene Nase fassen und zum Beispiel uns unsere Klamotten vom Leib reißen, egal ob wir bei Puma Lacoste Kick oder bei Lidl einkaufen gehen, alle Marken kommen aus Bangladesch Indien China oder Afrika wo Kinder 10 Stunden am Tag nähen.

    Was wir für den Verkehr benötigen ist ein gesunder Mix, Brennstoffzellen/Batteriezellen/Hybrid.

    Thema Wasserstoff und deren Herstellung – Dampfreformer (Erdgas), Autotherme Reformer (Methanolreformierung), Elektrolyse von Wasser, Biomasse (Vergasung, Vergärung), Kværner-Verfahren, Wasserstoff aus Grünalgen.

    Bei den Batteriezellen ist der Zug abgefahren und wir haben wieder mal versäumt am Ball zu bleiben. Für mich selber ist die Batteriezelle auch nicht die Zukunft! Keine Infrastrukturen und durch die Reichweite allemal gut genug für die City.

    Ganz wichtig auch sich nach Möglichkeit „nicht“ Abhängig zu machen wie beim Öl, schon gar nicht wenn eines Tages aus politischen Gründen China zu der Ansicht kommt seine „seltene Erden“ nicht mehr an Europa zu verkaufen. Weitsichtigkeit ist ganz wichtig. Und dann auch ganz sicher nicht immer das „wir“ einbringen, „wir“ sind nicht für alles verantwortlich und haftbar. „Wir“ haben Anfang der 50èr selber die Luft verdreckt in einem Maße wie es heute in Indien abgeht, andere Zeiten, aber heute haben nicht nur „wir“ eine Technik welche Kohle und Co unnötig macht!

  7. @majajanosch:

    Die Lösung heißt #CNG. Ganz wichtig dabei: CNG (#Biomethan) darf NICHT aus NAWAROs hergestellt wird, sondern NUR aus Grünabfällen bzw. „Power-To-Gas“. Allein die bundesdeutschen Grünabfälle können ausreichend CNG für ca. 5 Mio. Fahrzeuge liefern. P2G wäre zudem eine gute Chance für die verschuldeten Länder rund um das Mittelmeer, neue Arbeitsplätze zu schaffen und Migrationsgründe zu beseitigen. Projekte wie DESERTEC oder HELIOS sind letztendlich nur an den fehlenden (und sündteurer) Stromtrassen gescheitert. CNG aus P2G hingegen lässt sich problemlos in der bereits vorhandenen Erdgasinfrastruktur speichern, transportieren und verteilen. Mit CNG läuft JEDER Verbrennungsmotor sauber und klimaneutral, auch in LKW, Schiffen und sogar Flugzeugen. Mit Strom wird das nix, und Wasserstoff ist unrealistisch, da nicht speicherbar. Deshalb #LiebermitCNG.

  8. @hirnretter

    Was wir alle auch in Betracht ziehen sollten ist ein ganz kritischer Punkt zum Thema „China und deren Herstellung von Batteriezellen (Akkupack)“.

    Die Weltgrößten Seltene Erden-Vorkommen befinden sich in Nord Korea. Kim Jong Un und sein totalitärer Staat reiben sich schon die Hände, sitzt er doch auf einem riesigen Topf Gold damit, alleine diese Bodenschätze sind ein enormes Potential – wir reden hier von Billionen von Dollars. Mit Chinas Hilfe wird er aus seiner Isolation kommen um weiter die restliche Welt Atomar bedrohen zu können!

    Der Witz an der ganzen Sache das wir diese Vorgänge kaum kontrollieren könnten, man redet zwar viel aber Konsequenzen hat doch kaum einer zu erwarten bei unserer Kuschelpolitik.

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