Nestlé, Lidl oder Haribo: Wer hat die unsinnigste Plastikverpackung 2019?

Foto: © Deutsche Umwelthilfe

Der „Goldene Geier 2019“ zeichnet das Produkt mit der unnötigsten Plastikverpackung aus. Hier erfährst du, wer nominiert ist – und wo du abstimmen kannst.

2019 kürt die Deutsche Umwelthilfe zum ersten Mal die unnötigste Einweg-Plastikverpackung des Jahres. Der Hersteller mit der absurdesten Verpackung soll den Negativpreis „Goldener Geier“ erhalten.

Um die Kandidaten zu bestimmen, hatte die Deutsche Umwelthilfe am 12. Juni dazu aufgerufen, unsinnige Plastikverpackungen unter dem Hashtag #Verpackungswahnsinn zu nominieren. Die sechs Produkte, die am häufigsten genannt wurden, stehen nun zur Wahl. Wer den Preis bekommt, entscheiden die Verbraucher. Auch du kannst bist zum 30. August auf der Website der Deutschen Umwelthilfe abstimmen.

Hier geht es zur Abstimmung.

Goldener Geier 2019: Das sind die Nominierten

Folgende sechs Produkte stehen zur Wahl:

  1. Melonenwürfel von Rewe: 200 Gramm vorportionierte Melonenwürfel gibt es bei Rewe in rund 17 Gramm Einwegplastik zu kaufen. Zudem wirbt der Hersteller damit, dass man „der Umwelt zuliebe“ auf eine Plastikgabel verzichtet habe.

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    Einzelne Wassermelonenstückchen in Plastik. (Foto: © Deutsche Umwelthilfe)
  2. Edeka-Küchenkräuter: Edeka verkauft 15 Gramm Kräuter in 9 Gramm Plastikverpackung. Dabei könnten Kräuter auch mit einem Gummiband portioniert werden, kritisiert die Umwelthilfe.
  3. Achterpack Nestlé Vittel: Das Flaschenwasser von Nestlé ist aus vielen Gründen umstritten. Dass der Konzern acht Plastik-Wasserflaschen noch einmal zusätzlich in Plastik verpackt, macht die Öko-Bilanz auf jeden Fall nicht besser. Und von seinem französischen Abfüllort bis nach Berlin muss das Wasser ganze 920 Kilometer zurücklegen, erklärt der Umwelt-Verband.

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    Nestlé verpackt Vittel-Plastikflaschen in noch mehr Plastik. (Foto: © Deutsche Umwelthilfe)
  4. Haribo-Goldbären Minis: Auf Kindergeburtstagen sind die kleinen Gummibär-Tütchen der Hit. Doch wieso muss man jeweils fünf bis zehn Bären einzeln verpacken – und dann noch einmal in eine große Plastikhülle stecken? 250 Gramm Gummibärchen kommen hier auf zwölf Gramm Plastikfolie. Dazu sind die Minis teurer als „normale“ Haribo-Goldbären.
  5. Lidl Apfelkuchenstücke: Bei Lidl gibt es auch Apfelkuchen – die Kuchenstücke der Lidl-Eigenmarke chef select to go werden allerdings einzeln verpackt. Auf 100 Gramm Kuchen kommen somit zwölf Gramm Plastik. Dazu wird der Nachtisch im französischen Marzan hergestellt, welches über 1.200 Kilometer entfernt liegt.
  6. Finish Maschinenpflege-Tabs: Finish verkauft drei einzelne Spülmaschinentabs in einer riesigen Hartplastikverpackung. Die einzelnen Tabs sind dazu auch noch in Folie verpackt. So kommen auf 17,5 Gramm Pflegetabs rund fünf Gramm Plastik.
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Der Goldene Geier wird 2019 zum ersten Mal verliehen. (Foto: Deutsche Umwelthilfe)

Deshalb gibt es den Goldenen Geier

In den vergangenen 25 Jahren hat sich der jährliche Verpackungsmüll aus Plastik mit 37 kg pro Kopf verdoppelt, schreibt die Deutsche Umwelthilfe auf ihrer Website. Außerdem produziert kein anderes europäisches Land so viel Verpackungsmüll wie Deutschland – das zeigte eine Studie des Umweltbundesamtes.

Mit dem „Goldenen Geier“ will die Deutsche Umwelthilfe den Druck auf Handel, Hersteller und Politik erhöhen, erklärt der Verein in einer Pressemitteilung. Diese sollen endlich die Einweg-Plastikflut beenden – und innovative Mehrweg-Lösungen nutzen oder schlicht auf Verpackungen verzichten. Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, sagt: „Die nominierten Verpackungen von Lidl, Nestlé, Haribo und Co. […] zeigen, dass Hersteller und Händler noch immer in verschwenderischer Weise mit begrenzt vorhandenen Ressourcen umgehen und die Verschmutzung der Umwelt in Kauf nehmen.“

Verpackungsfrei einkaufen: So geht’s

Diese sechs krassen Beispiele bilden leider keine Ausnahme. Im Supermarkt stecken oft sogar frische Waren wie Obst und Gemüse in Plastikfolie. Allerdings gibt es einige Möglichkeiten, Plastik im Alltag zu vermeiden: Besuche zum Beispiel den Wochenmarkt. Hier ist die Ware in der Regel unverpackt und oft auch regional. Nimm eine Einkaufstasche mit, um deine Einkäufe zu transportieren – so sparst du dir die Plastiktüte. Vielleicht gibt es ja sogar einen  Unverpackt-Laden bei dir im Ort. Dort bekommst du auch Haushaltswaren und Kosmetika ohne Plastikverpackung.

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