Neu bei dm: Umweltfreundlichere Nespresso-Alternative

Fotos: © dm und CC0 Public Domain / Pixabay

Bei dm gibt es seit kurzem Kaffeekapseln für die Nespresso-Maschine zu kaufen, die einiges besser machen als das Original: Die Kapseln enthalten kein Aluminium und sind kompostierbar – außerdem ist der Kaffee bio. Aber wie nachhaltig sind die Kapseln wirklich?

Die Kaffeekapseln von „My-CoffeeCup“ passen in Nespresso-, Nescafé- und Dolce-Gusto-Maschinen. Online gibt es die Kapseln schon länger zu kaufen, jetzt hat sie auch die Drogeriekette dm in einigen Filialen ins Sortiment aufgenommen.

Das Besondere an den Kaffeekapseln: In ihnen ist kein Plastik oder Aluminium verarbeitet, stattdessen bestehen sie aus nachwachsenden Rohstoffen. Hierbei kommt Lingin zum Einsatz, ein Abfallprodukt aus der Holzverarbeitung, erklärt uns eine Sprecherin von Unicaps. Das Unternehmen produziert und vertreibt die Kapseln von „My-CoffeeCup“.

Kaffeekapseln können nicht immer in den Biomüll

dm Kaffee Kaffeekapseln
Kaffeekapseln von My-CoffeeCup (Foto: © Unicaps/My-CoffeeCups)

Entsorgen kann man die Kaffeekapseln laut Hersteller im Hauskompost. In die Biotonne dürfen sie allerdings nicht automatisch: My-CoffeeCup empfiehlt, beim lokalen Entsorger nachzufragen, ob man die Kapseln in die Biotonne werfen kann. Nicht jede Verwertungsanlage erfüllt die Voraussetzungen, die für eine Kompostierung nötig sind.

Das Problem: Biokunststoffe brauchen vergleichsweise lange zum Kompostieren. Viele Müllverwertungsanlagen sortieren sie daher aus, noch bevor sie in der Kompostieranlage landen. Letztendlich werden solche Stoffe dann doch wieder verbrannt und nicht kompostiert.

Das kosten die Kaffeekapseln bei dm

Die My-CoffeeCups gibt es bei dm in den Sorten „Espresso“ und „Lungo“. Beide Sorten bestehen aus Bio-zertifizierten Arabica-Bohnen. Eine Packung mit zehn Kapseln kostet 3,25 Euro.

Für My-CoffeeCup vereinen die kompostierbaren Kaffeekapseln mehrere Vorteile: „exzellenten Genuss, Convenience und ein gutes, grünes Gewissen“, heißt es auf der Unternehmenswebseite.

Ein hundertprozentig „grünes Gewissen“ kann man aber auch bei kompostierbaren Kapseln nicht haben – wirklich umweltfreundlich wäre es, ganz auf Einwegprodukte zu verzichten. Denn auch für kompostierbare Kapseln werden wertvolle Ressourcen und Energie aufgewendet – für ein Produkt, das nach einmaliger Benutzung im Müll landet. Immerhin nutzt UniCaps für die Produktion der Kapseln Öko-Strom.

Lieber wiederverwendbare Kapseln nutzen

Natürlich sind kompostierbare Produkte wie die von My-CoffeeCup für die Umwelt trotzdem weniger schädlich als die originalen Nespresso-Kapseln aus Aluminium. Für all diejenigen, die schon eine Nespresso-Maschine zuhause haben und sie weiter nutzen wollen, können sie eine Alternative sein.

Umweltschonender sind jedoch wiederverwendbare Kapseln, die man selbst mit Fairtrade-Kaffee befüllen kann. Mehr Informationen dazu: Kompostierbare Kaffeekapseln – sinnvolle Alternative zu Nespresso & Co? Wer Kaffee liebt, der sollte sich prinzipiell mehr Zeit  nehmen. Wir empfehlen daher die traditionelle Zubereitung mit Espressokocher, der French Press oder dem Handfilter, statt Kaffeemaschinen oder Kapselautomaten. Mehr dazu: Slow Coffee: Das sind die besten Arten, richtig guten Kaffee zu machen

Weiterlesen auf Utopia.de:

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(3) Kommentare

  1. Das kommt mir alles so schräg vor, diese Miniverpackungen für alles was es im Lebensmittelbereich gibt.
    Alles ist vorgegeben, mitdenken oder den echten eigenen Bedarf muss man dann auch nicht mehr ermitteln, schon gar nicht herausfinden, wieviel einem selbst schmeckt oder gut tut.
    Wenn ich mir vorstelle, wie die Jugendlichen und die Kinder schon voll programmiert werden, auf all das Vorgefertigte, das angeblich ach so bequem ist.
    Keine eigenen Bedürfnisse mehr ermitteln können, sondern sie an den Päckchen, Döschen, Beutelchen ausrichten.
    Und bitte nur ja keine Ware, die sichtbar ist, anfassbar oder riechbar.
    Alles schön steril, damit der Körper nur bloß keine Abwehrstoffe mehr bilden kann, sonst würde ja die Pharmaindustrie womöglich nicht mehr auf ihre Kosten kommen.

    Und letztlich bleibt man so oder so auf dem Müll sitzen.

  2. Kompoststierbar schein leider so nicht zu stimmen, genausowenig wie bei den vermeintlich kompostierbaren Bioplastiktüten. Die Teile verrotten nicht innerhalb der in der Komposttieranlage nötigen Zeit und müssen per Hand aussortiert werden. Vermeidung ist immer besser und diese Kaffeekapseln sind so üb

  3. …….sind schlichtweg überflüssig. Kaum jemand weiß auch, dass ein großer Teil der aussortierten Plastikabfälle letztlich doch (über zusätzlich umweltschädliche Transportwege) in der Müllverbrennung landen, weil die Verbraucher zu nachlässig sortieren. Auf Plastikbechern darf z.B. kein noch so kleiner Rest Alu am Deckel sein. Ich ziehe die Deckel sehr sorgfälig ab und falls dies nicht restlos gelingt, wird der Rest mit Schere weggeschnitten. Abgesehen davon entsteht Umweltverschmutzung erheblich durch Krankheiten und deren Behandlung. Was da an Giften, Tabletten, Plastikhandschuhen, Desinfektionsmitteln, Wäsche waschen, Krankenfahrten entsteht, traut sich keiner anzusprechen. Deshalb auch hier: Vorbeugung, soweit wir es in der Hand haben. Raucher, Kaffeetrinker und Zuckerkonsumenten (wie ich!) usw. müssten hier ganz erheblich zur Kasse gebeten werden, damit der vermeintliche Genuss finanziell richtig weh tut.

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.