Verbraucherzentrale: So unverschämt trickst Milka beim Schoko-Weihnachtsmann

Foto: © Verbraucherzentrale Hamburg

Wer einen Schoko-Weihnachtsmann von Milka kauft, zahlt dafür mehr als vergangenes Jahr. Milka versucht die Preiserhöhung zu verstecken – mit einem altbekannten Trick. Kritik kommt von der Verbraucherzentrale Hamburg.

2019 waren die Schoko-Weihnachtsmänner der Sorte „Alpenmilch“ von Milka noch 50 und 100 Gramm schwer. Diese Weihnachtssaison wiegen sie weniger: Der kleine Weihnachtsmann nur noch 45 Gramm, der große 90.

Wie Bilder der Verbraucherzentrale Hamburg zeigen, fällt der Unterschied optisch kaum auf. Die Verpackung ist so gestaltet, dass die Weihnachtsmänner von diesem Jahr sogar etwas größer aussehen.

Nicht nur das Gewicht der Süßigkeit hat sich geändert, sondern in einigen Fällen auch der Preis. Trotz weniger Inhalt zahle man dieses Jahr in vielen Geschäften mehr für den Milka-Weihnachtsmann, berichtet die Verbraucherschutzorganisation. Bei Rewe beispielsweise koste er 36 Prozent mehr als 2019.

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Der neue Schoko-Weihnachtsmann ist leichter, sieht aber größer aus. (Foto: © Verbraucherzentrale Hamburg)

Kund:innen können die Milka-Weihnachtsmänner nicht vergleichen

Die Preiserhöhungen sind beim Weihnachtsmann der Sorte Alpenmilch am deutlichsten. Aber auch andere Varianten haben an Gewicht verloren:

  • Der Weihnachtsmann mit Nuss sowie die Sorte „Knusper Crispy“ wiegen 95 statt 100 Gramm.
  • Beim „kleinen“ Weihnachtsmann kommen alle Sorten nur noch auf 45 Gramm.

Die Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert Milka in regelmäßigen Abständen wegen versteckter Preiserhöhungen – zuletzt an Ostern. Damals ging es um den beliebten „Schmunzelhasen“. Dass Milka ausgerechnet bei Osterhasen und Weihnachtsmännern die Preise auf diese Art erhöht, sei unfair: „Die Masche ‚Weniger drin, Preis gleich‘ bei Saisonartikeln ist besonders dreist, weil Verbraucher überhaupt keine Vergleichsmöglichkeit haben.“

Schokolade sollte bio und fair sein

Mondelēz – der Mutterkonzern von Milka – hatte die Gewichtsunterschiede im Frühjahr damit erklärt, die „Grammaturen unserer Hohlfiguren europaweit vereinheitlicht“ zu haben. Außerdem habe Mondelēz keinen Einfluss auf die Endpreise im Handel, diese bestimmen die Lebensmittelhändler selbst.

Ob nun der Einzelhandel oder Mondelēz für die Preiserhöhungen verantwortlich sind – es gibt ohnehin bessere Alternativen zu Milka. Die Schokolade der Marke ist nämlich weder Bio– noch Fairtrade-zertifiziert. Auf Kakaoplantagen ist Kinderarbeit und Ausbeutung weit verbreitet, daher gehört Schokolade zu den Produkten, die man nur fair kaufen sollte. Die Schokolade von Milka trägt zwar ein Siegel namens „Cocoa Life“, das für mehr Nachhaltigkeit stehen soll. Dahinter verbirgt sich allerdings eine Initiative von Mondelēz selbst – es ist also kein unabhängiges Siegel.

Statt des Milka-Weihnachtsmannes empfehlen wir daher diese besseren Schoko-Weihnachtsmänner.

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(3) Kommentare

  1. Schreibt doch einfach die weibliche Form. Die Männer wurden zu lange bevorzugt. Dann können Männer mal empfinden, wie es Frauen jahrzehntelang ging.
    Und übrigens: Ich bin männlich.
    Und Utopia kann irgendwo einen Hinweis unterbringen, dass immer die weibliche Form verwendet wird, aber auch die männlichen Menschen gemeint sind.
    Warum sollte das, was bei Publikationen funktioniert, hier nicht funktionieren?
    Viele Grüße