ADI-Wert: Das bedeutet er für deine Gesundheit

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Aus dem ADI-Wert kannst du herauslesen, wie verträglich die Inhaltsstoffe in Lebensmitteln sind. Wie du dabei vorgehst und was genau der Wert aussagt, liest du hier.

Die Abkürzung ADI steht für den englischen Begriff „Acceptable Daily Intake“. Das Wissensmagazin Spektrum übersetzt mit: „tolerierbare tägliche Aufnahme“. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) verwendet „duldbar“ als Übersetzung von „acceptable“ und „Aufnahmemenge“ als „intake“.

Der ADI-Wert, eine Messgröße bei Lebensmitteln

Der ADI-Wert ist ein Grenzwert aus der Lebensmittelchemie. Er gibt dir Auskunft, wie verträglich ein chemischer Inhaltsstoff ist. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erklärt, dass die Untersuchungen im Rahmen einer fachlichen, toxikologischen Bewertung erfolgen. Dabei schätzen Fachleute die möglichen gesundheitlichen Risiken ein.

Die European Food Safety Authority (EFSA) erklärt die Messgröße so: Der ADI-Wert ist die geschätzte Menge eines Stoffs, die jeden Tag im Laufe des Lebens konsumiert werden kann, ohne dabei ein Risiko für die Gesundheit darzustellen.

Den ADI-Wert findest du in Zusammenhang mit chemischen Stoffen bei Nahrungsmitteln. Die EFSA nennt Beispiele:

  • Zusatzstoffe in Lebensmitteln – Du erkennst sie an den E-Nummern bei der Angabe der Inhaltsstoffe. Einige davon sind bedenklich: Diese E-Nummern solltest du besser meiden.
  • Rückstände in Lebensmitteln oder Trinkwasser – Zum Beispiel von Pflanzenschutzmitteln oder Tierarzneimitteln, die spurenweise noch enthalten sein können.

Der ADI-Wert und was er bedeutet – Ein Beispiel

Zusatzstoffe, wie Farbstoffe haben häufig einen ADI-Wert.
Zusatzstoffe, wie Farbstoffe haben häufig einen ADI-Wert.
(Foto: CC0/pixabay/alinemais)

Die Maßeinheit des ADI-Wertes ist Milligramm und bezieht sich jeweils auf ein Kilogramm des Körpergewichts. Du siehst hinter dem Zahlenwert die Abkürzung mg/kg Körpergewicht.

Ein Beispiel kann besser verdeutlichen, was der ADI-Wert bedeutet:

  • Eine Person wiegt 60 Kilogramm.
  • Eine Limonade enthält den künstlichen Farbstoff Chinolingelb (E104). Laut einem Artikel der EFSA beträgt der ADI-Wert für diesen Farbstoff 0,5 mg/kg Körpergewicht. Chinolingelb kann in Süßigkeiten und Getränken enthalten sein. Bei Kindern kann es vorkommen, dass die täglich verzehrte Menge bedenkliche Werte erreicht. Der Farbstoff steht in Verdacht, Hyperaktivität (ADHS) auszulösen.
  • Bei 60 Kilogramm Körpergewicht sind täglich 30 Milligramm des Stoffes ohne gesundheitliche Bedenken möglich (60 Kilogramm Körpergewicht multipliziert mit dem ADI-Wert von 0,5.)

Die errechneten 30 Milligramm sind die individuelle Tagesdosierung. Die Person im Beispiel könnte also theoretisch ein Leben lang jeden Tag diese Menge an Chinolingelb verzehren, ohne gesundheitliche Risiken zu befürchten.

Doch jetzt beginnt erst die Rechnerei. Zusatzstoffe können in den unterschiedlichsten Lebensmitteln und Getränken stecken. Bei dem Farbstoff Chinolingelb sind künstlich gelbe Lebensmittel schon mal verdächtig. Ein Blick auf die Angabe der E-Nummern lohnt sich auf jeden Fall:

  1. Du solltest nun deinen täglichen Speiseplan überprüfen, welche Mengen des Farbstoffs in welchen Lebensmitteln enthalten sind.
  2. Dann addierst du die Mengen aus den unterschiedlichen Quellen. Erst damit kannst du abschätzen, ob dein täglicher Konsum unter dem ADI-Wert bleibt.

Nach diesem Muster kannst du für jeden kritischen Zusatzstoff überprüfen, ob der Konsum unter deinem individuellen Grenzwert bleibt.

Wie ein ADI-Wert entsteht

Ein ADI-Wert benötigt eine Reihe von Versuchen im Labor.
Ein ADI-Wert benötigt eine Reihe von Versuchen im Labor.
(Foto: CC0/pixabay/DarkoStojanovic)

Häufig triffst du auf einen ADI-Wert bei Lebensmittelzusatzstoffen. Diese Stoffe benötigen eine Zulassung in der Europäischen Union. In diesem Verfahren erfolgt eine toxikologische Beurteilung und oftmals die Angabe eines ADI-Wertes. In der EU ist die EFSA für die Zulassung zuständig und prüft nach den Vorgaben der EU-Verordung Nr.440/2008 das gesundheitliche Risiko.

Das BfR beschreibt, wie so ein Verfahren abläuft. Mit Versuchsreihen untersuchen die Wissenschaftler:innen, wie der Stoff auf den Körper wirken könnte. Gibt es Risiken für Organe, wie Leber oder die Nieren? Begünstigt er möglicherweise Krebserkrankungen oder schädigt er das Erbgut in den Zellen?

Die Tests finden in der Regel an Zellkulturen sowie anderen geeigneten Testmethoden statt. Wie das BfR erklärt, gibt es dabei auch Tests an Versuchstieren. Diese erfolgen nach den Auflagen des Tierschutzes für Tierversuche. Um Tierleid möglichst zu vermeiden, sind solche Versuche auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.

Bei ihren Untersuchungen testen die Forscher:innen immer wieder mit unterschiedlicher Dosierung und Konzentration. Das Ergebnis der Versuchsreihen ist meist ein Wert. Dieser Schwellenwert markiert, ab welcher Menge ein Stoff schädliche Wirkungen zeigt.

Um von dem Schwellenwert nun zu einem ADI-Wert zu kommen, teilen die Forscher:innen diesen durch einen entsprechenden (Un)Sicherheitsfaktor. Dadurch erhält der ermittelte Schwellenwert automatisch einen Sicherheitspuffer. Lassen sich keine individuellen Faktoren ermitteln, dann kommt ein allgemeiner Aufschlag, meist von 100 zum Einsatz. Der Sicherheitszuschlag ist somit in dem ADI-Wert eingebaut. Dadurch liegt er immer über dem ermittelten Schwellenwert. Auf diese Weise berücksichtigt der ADI-Wert unterschiedliche Empfindlichkeiten bei Menschen.

Die EFSA erklärt, dass sie nach Möglichkeit für jeden Zusatzstoff einen ADI-Wert erheben. In einigen Fällen reichen jedoch die vorliegenden Daten nicht aus, um einen Wert festzulegen – oder die Substanz gilt erfahrungsgemäß als ungefährlich.

Der ADI-Wert bei Trinkwasser

Der ADI-Wert bewertet Pestizidrückstände im Trinkwasser.
Der ADI-Wert bewertet Pestizidrückstände im Trinkwasser.
(Foto: CC0/pixabay/hpgruesen)

In der konventionellen Landwirtschaft kommen mitunter giftige Chemikalien zum Einsatz, wie beispielsweise Pestizide. Diese können durch Regen im Boden versickern und ins Grundwasser gelangen. Damit besteht eine Gefahr, dass sie das Trinkwasser verunreinigen.

Das BfR berichtet, wie für jedes Pestizid ein Trinkwasser-Leitwert ermittelt werden kann. Dieser basiert auf dem jeweiligen ADI-Wert für das Pestizid. Dieser Trinkwasser-Leitwert ist ebenfalls ein Grenzwert. Er gibt an, welche Menge an Rückständen im Trinkwasser noch unbedenklich sind.

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