Elektrobike: 10 Dinge, die du vor dem Kaufen wissen solltest

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Elektrobikes liegen voll im Trend. Doch wie umweltfreundlich sind sie wirklich? Was kosten sie und wo gibt es die Akkus? 10 Dinge, die du über E-Bikes wissen solltest.

Immer mehr Radfahrer satteln auf E-Bikes um. Der Berg zu hoch, der Weg zu weit? Dank integriertem Motor kein Problem. Doch sind Elektrofahrräder, auch Pedelecs genannt, überhaupt gut für die Umwelt? Für wen lohnt sich der Kauf?

1. Elektrobike: Der Antrieb

Er ist das Herz des E-Bikes. Beim Antrieb gibt es drei Varianten:

  • Vorderrad-Antrieb: einfaches Nachrüsten normaler Fahrräder ist hier fast immer möglich; es ist die kostengünstigste Variante, aber auf keinen Fall die beste; vor allem Fahrgefühl und Laufverhalten fallen hier nicht optimal aus
  • Mittelmotor: angenehmes (manche sagen: bestes) Fahrgefühl und stabiles Laufverhalten, aber auch höherer Preis für Spezialrahmen; aus unserer Sicht die empfohlene Antriebsart
  • Hinterrad-Antrieb: eher für sportliche Fahrweise, bei Berg und Nässe geeignet, auch bei Montan-E-Bikes zu haben; braucht nicht jeder

Der Motor ist also entweder im Vorderrad, am Hinterrad oder – besonders beliebt – direkt im Rahmen des Elektrobikes verbaut. Je nach Antrieb hast du das Gefühl, gezogen oder geschoben zu werden. Bevorzugst du eine stabile oder sportliche Fahrweise? Teste beim Kauf am besten alle Antriebsvarianten, um das für dich optimale Modell zu finden. Mehr dazu: Antriebe, Akkus, Trend und Tipps zu E-Bikes.

2. Geschwindigkeit von Elektrobikes

Elektrobikes können Geschwindigkeiten von 25 km/h bis zu 45 km/h erzielen. Die Leistung der Motoren beginnt bei 250 Watt und erreicht bei den sogenannten S-Pedelecs sogar bis zu 500 Watt. Wer denkt, nur Fliegen ist schöner, sollte jedoch beachten, dass die Highspeed-Flitzer nicht mehr als Fahrrad im rechtlichen Sinne gelten. S-Pedelecs gehören zur Klasse der „Kleinkrafträder mit geringer Leistung“. Sie benötigen ein Versicherungskennzeichen und eine Betriebserlaubnis.

3. Helmpflicht für Elektrobikes

Die Helmpflicht besteht nur für die schnellen S-Pedelecs, jedoch nicht für die normalen Elektrobikes. (Unterschiede E-Bike, Pedelec hier). Empfehlenswert sind Helme aber in jedem Fall.

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4. Fahrradweg oder Straße?

Da das Elektrobike mit bis zu 25 km/h Nennleistung rechtlich als Fahrrad gilt, kannst du damit alle Radwege nutzen. Das schnelle S-Pedelec darf dort jedoch nicht fahren. Es hat nur auf Fahrradstraßen freie Fahrt, die für Kraftfahrzeuge allgemein oder für Krafträder freigegeben sind.

Für Eltern: Einen Kinderanhänger mit einem S-Pedelec zu ziehen ist leider nicht erlaubt.

5. Akkus für Elektrobikes

Im Fachhandel oder Internet kannst Du ganz einfach Akkus für Dein Elektrobike kaufen. In der Regel sind das Lithium-Ionen-Akkus, die etwa 3 Kilogramm wiegen. Ihre Lebensdauer liegt zwischen drei bis fünf Jahren. Danach werden die Batterien schwächer und der Akku sollte getauscht und recycelt werden.

6. Stromkosten

Der Stromverbrauch eines Elektrofahrrads liegt bei etwa 0,7 Kilowattstunden (kWh) auf 100 Kilometer. Bei einem Preis von rund 25 Cent pro kWh bedeutet das pro 100 Kilometer 17,5 Cent.

7. Wie viel kostet ein Elektrobike?

Die günstigsten Varianten bei Fahrrad-Experten liegen bei etwa 1.700 Euro für ein Elektrobike. Es gibt auch Discounter-Angebote für 700 Euro. Wer aber auf Langlebigkeit und Qualität setzen möchte, sollte sich lieber für den Kauf im Fachhandel entscheiden.

Solarbike: Dieses Elektrobike sollen seinen Aku selbst aufladen können
Solarbike: Dieses Elektrobike sollen seinen Aku selbst aufladen können (Foto: The Solarbike)

8. Verschleiß bei E-Bike

Bei den beliebten Tretlagermotoren überträgt der Motor die Kraft direkt auf die Fahrradkette, die dadurch einem erhöhten Verschleiß ausgesetzt ist. Profis raten dazu, Kette und Kassette alle 3.000 Kilometer auszutauschen.

9. Recycling: Wohin mit dem Akku?

Sowohl Herstellung als auch Entsorgung von Lithium-Ionen-Akkus sind nach wie vor eine Belastung für die Umwelt. Umso wichtiger, sie sachgerecht zu entsorgen.

S-Pedelec- und Elektrobike-Akkus, die mehr als 500 Gramm wiegen, dürfen nicht in den herkömmlichen „grünen Plastikboxen“ entsorgt werden, in die man im Einzelhandel einfach seine alten Batterien reinsteckt. Statt dessen muß du sie in diesem Fall bitte in den nächstgelegenen Wertstoffhof bringen, wo sie als Gefahrengut entsorgt wird.

10. Sind Elektrobikes umweltfreundlich?

Wirklich umweltfreundlich ist das Fahren von E-Bikes nur, wenn es tatsächlich Autofahrten oder sogar den Kauf eines Autos ersetzt macht. Wer Pedelecs & Co. als Bequem-Ersatz fürs Normalrad nutzt oder nur als zusätzliches Genussrad, schadet eher der Umwelt und auch der eigenen Gesundheit.

  • Die Herstellung des Akkus eines Elektrobikes verbraucht etwa so viel Kohlendioxid wie 500 bis 1.000 Kilometer Autofahren. Umso sorgfältiger sollte man den Energiespeicher behandeln und die Angaben der Hersteller beachten.
  • Elektrofahrräder sind nur dann wirklich umweltfreundlich, wenn sie mit Ökostrom laufen.
  • Mehr Details dazu im Beitrag Elektrofahrrad: wie grün ist das E-Bike wirklich?

Dieses Video zu Elektrobikes macht auch deutlich, das E-Bikes nur mit Ökostrom sinnvoll nutzbar sind:

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(2) Kommentare

  1. Mittelmotor ist die teuerste aber gleichzeitig auch die beste Variante. Die Motorunterstützung wird über die Gangschaltung an die Strasse abgegeben. Deshalb muss der Mittelmotor nur in einem kleinen Drehzahlbereich arbeiten. Vorder- und Hinterradmotor müssen ihre Leistung von Null bis Höchstgeschwindigkeit ohne Übersetzung zur Verfügung stellen. Sie können deshalb am Berg leicht überhitzen und drosseln dann die Leistung oder schalten ganz ab. Also gerade da, wo man die Unterstützung am meissten braucht. Vorderradmotoren haben die schlechtesten Werte. Sie bekommen ihre Daten nur über die Raddrehung. Deshalb spürt man beim Anfahren oft einen Ruck wenn der Motor einschaltet. Und beim Bremsen läuft der Motor einen Moment nach. Beim Mittelmotor messen die Sensoren direkt an den Pedalen. Deshalb arbeitet der Mittelmotor am angenehmsten und nur dann wenn der Fahrer in die Pedalen tritt. Beim Mittelmotor ist das Gewicht in der Nähe des Schwerpunktes. Deshalb kann man das Rad leichter tragen ohne dass es nach vorne oder hinten kippt. Wo die Vorteile eines Hinterradmotors bei Nässe oder im Gelände liegen sollen ist mir schleierhaft. Beim Fahrrad sollte man wegen der geringen Antriebsleistung und des kleinen Motorgewichts dadurch nicht auf Verbesserungen beim Grip hoffen.

  2. Noch ein Nachtrag zum nachträglichen Einbau eines Motors in das Vorderrad. Das halte ich für extrem bedenklich und dumm. Die meissten Räder ohne Motor sind weder vom Rahmen noch von den Bremsen für die dauerhaft höhere Geschwindigkeit ausgelegt und getestet. Bei einem Billigrad aus dem Discounter auf keinen Fall nachrüsten! Wer sich ein gutes Rad leisten kann, kann sich auch gleich eines mit Motor kaufen. Ich habe mir aus Faulheit mal Bremsbeläge einer Supermarktmarke gekauft. Die waren nach 250 km am Berg weggebremst. Und das bei einem Fahrrad ohne Motor. Deshalb bei Fahrrädern mit Motor nur Markenbremsen in bester Qualität.

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