Frauen-Kooperativen: Was sie machen und warum sie wichtig sind

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In Frauen-Kooperativen verdienen Frauen selbst ihr Geld. Doch dahinter steckt noch mehr. Wir erklären dir, wie Kooperativen Frauen aus der Armut befreien können.

Frauen-Kooperativen bieten Frauen in Ländern wie Afrika, Asien oder Südamerika die Möglichkeit, sich selbst aus Armut oder anderen schwierigen Lebenssituationen zu befreien. Indem sie sich zusammenschließen, können sie besser ihre Ziele verfolgen und sich gegenseitig unterstützen.

Die Kooperative ist so etwas wie eine Genossenschaft, in der sich zum Beispiel Landwirtinnen zusammenschließen. Die Frauen in der Kooperative sind gleichzeitig auch die Eigentümerinnen und bestimmen selbst, wofür sie die gemeinsam erwirtschafteten Gewinne verwenden wollen.

So schaffen sie zum Beispiel Maschinen an, die ihnen die harte Arbeit auf den Feldern erleichtern. Mit dem Geld können Frauen aber auch Zugang zu Weiterbildungen oder medizinischer Versorgung erhalten. Die Kooperative ist damit auch so etwas wie eine eigne Bank und Versicherung.

Vorteile von Frauenkooperativen

Frauen-Kooperativen helfen auch anderen Menschen in der Region: Die UN-Frauen-Organisation berichtet beispielsweise von einer Frauen-Kooperative in Äthiopien, deren Mitglieder Geld an Frauen verleihen, welche sich damit beispielsweise selbstständig machen.

In ihren Kooperativen erhalten die Frauen regelmäßig einen fairen Lohn und sind sozial abgesichert. Gemeinsam können sie sich für bessere und sichere Arbeitsbedingungen einsetzten.

Dies gilt besonders für Kooperativen in Ländern wie Ägypten. Dort sind nur 25 Prozent der behördlich registrierten Landarbeiter Frauen. Schätzungen zu Folgen liegt der inoffizielle Anteil jedoch bei 75 Prozent. Ob und wie viel Lohn diese inoffiziellen Arbeiterinnen erhalten, ist nicht bekannt.

Laut der Kaffee-Kooperative Angelique’s Finest wird Frauen in gemischten Kooperativen oft der Zugang zu Weiterbildungen verwehrt. Wichtige Informationen und Verbesserungsvorschläge zu z.B. Anbaumethoden kommen also oft nicht bei den Frauen an, die auf den Plantagen die Arbeit verrichteten. In Frauenkooperativen läuft das anders: Hier erhalten auch Frauen Weiterbildungen. Das wirkt sich auf die Qualität ihrer Waren aus.

Frauen-Kooperativen: Wichtig für die Region

Frauen verdienen eigenes Geld mit ihren Waren.
Frauen verdienen eigenes Geld mit ihren Waren. (Foto: CC0/pixabay/rockyrobbie85)

Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sind Feldarbeiterinnen im globalen Süden der Schlüssel, um wirksam gegen Armut und Hunger vorzugehen.

  • Aus Studien der FAO geht hervor, dass in diesen Regionen Frauen etwa 45 Prozent der Feldarbeit erledigen. Zusätzlich dazu müssen sie auch andere Aufgaben erledigen, wie Mahlzeiten kochen und Kinder versorgen. Trotzdem gehören die Felder in den seltensten Fällen den Frauen – sie können sie teilweise auch nicht erben.
  • Aber die Studien zeigen auch, dass Frauen anders mit ihrem Geld umgehen: Bis zu 90 Prozent ihres eigenen Einkommens geben Frauen für ihre Familie aus. Sie kaufen davon hochwertige Nahrungsmittel und zahlen für medizinische Versorgung sowie die Schulbildung der Kinder.
  • Die FAO fordert daher, dass Frauen und Mädchen Zugang zu eigenem Geld, zu eigenem Land und zu Bildung erhalten. Denn, so argumentiert die FAO weiter, könnten Frauen auf die selben Ressourcen zugreifen wie Männer, könnten die Ernten um bis zu einem Drittel steigen. Dadurch könnte die Anzahl der hungernden Menschen um bis zu 150 Millionen sinken.

Die Frauen-Kooperativen sind eine direkte Möglichkeit für Frauen, über eigenes Geld zu verfügen. So können sie ihre Situation verbessern und die Zukunft ihrer Kinder sichern.

Hier findest du Produkte von Frauen-Kooperativen

Kaffee gibt es von Frauen-Kooperativen.
Kaffee gibt es von Frauen-Kooperativen. (Foto: CC0/pixabay/tristantan)

Es gibt viele Waren oder Lebensmittel zu kaufen, die von Frauen-Kooperativen hergestellt wurden. Entscheidest du dich für so ein Produkt, leistest du damit Entwicklungshilfe und unterstützt ein gemeinnütziges Projekt.

Kaffee:

Als Kaffeetrinker liegst du mit dem Kaffee von Angelique’s Finest richtig. Er stammt von einer Frauen-Kooperative aus Ruanda in Afrika.

Die Mitgliederinnen bewirtschaften die Kaffeeplantagen und rösten auch die Bohnen selbst. Dadurch können die Frauen höhere Gewinne erzielen – denn erst die Röstung macht die Bohnen teuer. In der Regel rösten die Importeure in Deutschland; den Plantagenarbeitern bleibt oft nur ein geringer Lohn.

Tipp: Besseren Kaffee gibt es auch im Supermarkt. Probiere doch mal Bio-Kaffee & Fair-Trade-Kaffee

Gewürze:

Du brauchst noch gesunde Gewürze? Bei dem Online Händler Gewürzkampagne erhältst du exotische Bio-Gewürze direkt von den Erzeugern.

Die Produkte wurden nicht erst über Zwischenhändler vermittelt – so können die Feldarbeiter und -arbeiterinnen mehr daran verdienen. Beispielsweise kauft die Gewürzkampagne Zimt und Kardamom direkt von Frauen-Kooperativen aus Sri-Lanka ein.

Weitere Informationen: Bio-Gewürze kaufen: die wichtigsten Marken und Online-Shops

Frauen-Kooperativen und Fair Trade

Ein Fair-Trade-Siegel auf der Verpackung bedeutet zwar nicht, dass ein Produkt aus einer Frauenkooperative stammt. Jedoch sind viele Produkte von Frauenkooperativen mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet.

Fair Trade setzt sich auch für Frauenrechte in den zertifizierten Betrieben ein: Das Fair-Trade-System sieht zusätzlich zum fairen Einkaufspreis auch eine Prämie für die Arbeiter und Arbeiterinnen vor. Von diesem Prämiengeld sollen Frauen Schulungen und Weiterbildungen erhalten.

Produkte mit diesem Fairtrade-Siegel findest du nicht nur in Bioläden, Biosupermärkten und Weltläden, sondern inzwischen auch in fast allen gut sortierten Supermärkten und sogar in Discountern. Eine gute Hilfe ist der Produkt-Finder.

Schon gewusst? Einige Produkte solltest du unbedingt fair kaufen!

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