Bienenfreundliche Stauden: Die schönsten Pflanzen für deinen Garten

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Bienenfreundliche Stauden verschönern nicht nur deinen Garten, sondern versorgen auch Bienen und andere Insekten mit Pollen und Nektar. Wir stellen dir fünf bienenfreundliche Stauden vor, mit denen du etwas gegen das Bienensterben tun kannst.

Bienensterben: Bienen brauchen Schutzräume

Weltweit sterben seit einigen Jahren Bienenvölker, weil sie verschiedenen Bedrohungen ausgesetzt sind: Parasiten wie die Varroamilbe befallen die Bienenbrut, Pestizide und Insektizide vergiften die Bienen, und ihr natürlicher Lebensraum wird zerstört, weil Monokulturen Wildblumenwiesen verdrängen.

Dabei sind Bienen äußerst wichtig für das ganze Ökosystem. Verschwinden sie, hat das weitreichende Auswirkungen, nicht zuletzt für uns. Schließlich entsteht fast ein Drittel aller Lebensmittel nur, weil Bienen und andere Insekten die entsprechenden Pflanzen befruchten.

Für Bienen und andere Insekten sind daher kleine Refugien nötig, in denen sie ausreichend Nahrung, Unterschlupf und Schutz vor Pestiziden finden können. Du kannst eine solches Refugium in deinem Garten oder auf deinem Balkon schaffen, wenn du bienenfreundliche Stauden pflanzt.

Was sind bienenfreundliche Stauden?

Bienen müssen an die Stauborgane gelangen, um Pollen zu sammeln
Bienen müssen an die Stauborgane gelangen, um Pollen zu sammeln (Foto: CC0 / Pixabay / PublicDomainPictures)

Nicht jede Pflanze ist für Insekten geeignet. Viele im Handel erhältlichen Sorten sind nämlich so gezüchtet, dass sie zwar für uns Menschen eine Augenweide sind, für Bienen und andere Insekten aber völlig uninteressant. Typische Gartenblumen mit gefüllten Blüten wie Geranien sind beispielsweise unattraktiv für Bienen: Die Blütenblätter dieser Blumen verdecken oder ersetzen die Stauborgane, welche die Pollen produzieren. Sie bieten den Bienen also nicht ausreichend Nahrung.

In diesem Artikel stellen wir dir fünf bienenfreundliche Stauden vor, auf die auch andere Insekten fliegen. So wird dein Garten noch abwechslungsreicher und insektenfreundlicher.

Doch zunächst einige grundlegende Tipps für einen Garten mit bienenfreundlichen Stauden:

  • Pflanze Stauden mit ungefüllten Blüten. Die Bienen können so leichter an den Nektar und die Pollen gelangen.
  • Achte darauf, bienenfreundliche Stauden mit gestaffelter Blütezeit zu pflanzen – also früh-, sommer- und spätblühende Arten. So gibt es immer Futter für Bienen und Insekten.
  • Pflanze mehrere verschiedene Stauden an. So lockst du unterschiedliche Arten von Bienen, Wildbienen und anderen Insekten an.

Lungenkraut: Wichtiger Frühblüher für Bienen

Das Lungenkraut gehört zu den bienenfreundlichen Frühblühern
Das Lungenkraut gehört zu den bienenfreundlichen Frühblühern (Foto: CC0 / Pixabay / Marigard)

Die meist rosa-violetten Blütenkelche des Lungenkrauts gehören im Garten zu den ersten Farbtupfern des Jahres. Das Lungenkraut bildet einen ansehnlichen, niedrig wachsenden Blütenteppich. Meistens blüht die bienenfreundliche Staude ab März, aber in milden Wintern öffnen sich einzelne Knospen schon im Februar. Somit ist das Lungenkraut ein wichtiger Frühblüher für Bienen und Hummeln, die aus dem Winterschlaf kommen und besonders dringend Nahrung brauchen.

Manche Arten des Lungenkrauts bieten den Insekten auch eine visuelle Hilfe bei der Nektarssuche: Ihre Blüten wechseln im Verlauf ihrer Entwicklung die Farbe von rosa zu violett und schließlich zu blau. Das liegt daran, dass sich mit der Zeit der pH-Wert des Zellsaftes ändert – er ist zunächst sauer, wird durch die Bestäubung aber basisch. Rosa Blüten zeigen den Insekten an, dass noch Nektar da ist. Blaue Blüten signalisieren dagegen, dass eine Bestäubung stattgefunden hat und es keinen Nektar mehr gibt.

  • Blütezeit: März bis Mai
  • Nektar: mäßiges Angebot an Nektar
  • Pollen: mäßiges Angebot an Pollen
  • Anbau: durchlässiger, nicht zu trockener Boden
  • Lage: schattig bis halbschattige Lage
  • Ort: gedeiht gut unter Bäumen und Sträuchern

Saat-Esparsette: Bienenfreundliche Staude mit reichem Angebot

Die Saat-Esparsette ist eine der besten bienenfreundlichen Stauden
Die Saat-Esparsette ist eine der besten bienenfreundlichen Stauden (Foto: CC0 / Pixabay / ramboldheiner)

Die Saat-Esparsette wartet mit einem außergewöhnlich reichen Nektar- und Pollenangebot auf. Die bienenfreundliche Staude gehört zu den Hülsenfrüchten, hat rosa Blüten und gefiederte Blätter. Sie dient häufig als landwirtschaftliche Nutzpflanze, da sie die Bodenqualität weniger fruchtbarer Standorte verbessern kann. Im Garten lässt sich diese bienenfreundliche Staude mit den aufrechten Stängeln gut in Staudenrabatte integrieren. Die Saat-Esparsette gedeiht auch an trockenen und ansonsten schwer bepflanzbaren Standorten.

  • Blütezeit: Anfang Mai bis Mitte Juli
  • Nektar: sehr reichhaltiges Angebot an Nektar
  • Pollen: sehr reichhaltiges Angebot an Pollen
  • Anbau: halbtrockener bis trockener Boden
  • Lage: sonnige Standorte
  • Ort: Rasen, Rabatte

Duftnessel: Dekorativer Insekten-Magnet

Auch die dekorative Duftnessel gehört zu den insektenfreundlichen Stauden.
Auch die dekorative Duftnessel gehört zu den insektenfreundlichen Stauden. (Foto: CC0 / Pixabay / mrupprechter)

Die Duftnessel ist eine bienenfreundliche Staude mit auffälligen lila-farbenen Blütenkerzen. Sie verbreitet einen erfrischenden Duft und ist nicht nur ein Hingucker im Beet, sondern auch ein regelrechter Magnet für Bienen und Insekten aller Art. Es gibt zahlreiche Sorten der Duftnessel im Handel, darunter die besonders bienenfreundliche „Black Adder“.

  • Blütezeit: Anfang Juli bis Ende August
  • Nektar: reiches Angebot an Nektar
  • Pollen: mäßiges Angebot an Pollen
  • Anbau: normaler, durchlässiger Boden ohne Staunässe
  • Lage: sonniger Standort
  • Ort: Garten, Beete und Rabatte

Wegwarte: Altes Wildkraut und bienenfreundliche Staude

Die Wegwarte bietet ein reiches Angebot an Nektar und Pollen
Die Wegwarte bietet ein reiches Angebot an Nektar und Pollen (Foto: CC0 / Pixabay / Didgeman)

Die einheimische Wegwarte ist auch als Zichorie bekannt. Sie wird seit dem Altertum als Heilpflanze verwendet und zählt zu den wichtigsten Wildkräutern in Mitteleuropa. Durch Züchtungen sind aus ihr die Gemüsesorten Radicchio und Endivie entstanden.

Im Sommer säumen die vielen blauen Blüte oft die Weg- und Straßenränder. Die Wegwarte stellt eine gute Bienenweide dar und bietet sowohl reichlich Nektar wie auch Pollen. Zudem ist die bienenfreundliche Staude winterhart und mehrjährig.

  • Blütezeit: Juni bis Oktober
  • Nektar: reiches Angebot an Nektar
  • Pollen: reiches Angebot an Pollen
  • Anbau: nährstoffreicher, durchlässiger und trockener Boden
  • Lage: sonniger bis halbschattiger Standort
  • Ort: Wildblumenwiesen, Wegränder, naturnahe Gärten

Feld-Thymian: Ausdauernde Bienenweide

Feld-Thymian ist nicht nur eine bienenfreundliche Staude, sondern zieht auch andere Insekten an.
Feld-Thymian ist nicht nur eine bienenfreundliche Staude, sondern zieht auch andere Insekten an. (Foto: CC0 / Pixabay / mbc-2016)

Der Feld-Thymian bildet duftende lila Blütenteppiche, die Bienen und andere Insekten anlocken. Die bienenfreundliche Staude wächst auch an unwirtlichen Stellen und blüht von Anfang Juni bis Ende Oktober. Somit kann der Feld-Thymian die Bienen auch mit Futter versorgen, wenn viele andere Bienenweiden schon verblüht sind.

  • Blütezeit: Anfang Juni bis Ende Oktober
  • Nektar: reiches Angebot an Nektar
  • Pollen: mäßiges Angebot an Pollen
  • Anbau: kalkarmer, sandig-steiniger, nährstoffarmer Lehmboden
  • Lage: sonnige Standorte
  • Ort: Trockenrasen, stillgelegte Flächen, Wiesen, Böschungen, Kriesgruben

Weitere Pflanzen für Insekten

Neben bienenfreundlichen Stauden gibt es noch zahlreiche weitere insektenfreundliche Pflanzen. Welche das sind, kannst du hier nachlesen:

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