Gemüse in der Wohnung anbauen: So klappt es

Gemüse in der Wohnung anbauen
Foto: CC0 / Pixabay / markusspiske

Um Gemüse in der Wohnung anzubauen, solltest du gut planen. Wir verraten dir, was Tomaten, Radieschen und Co. in deinen eigenen vier Wänden brauchen, um gut zu wachsen.

Willst du Gemüse anbauen, brauchst du dafür nicht zwingend einen Garten oder Balkon. Viele Sorten wachsen auch in der Wohnung, zum Beispiel auf der Fensterbank oder einem sonnigen Plätzchen. Natürlich ist deine Wohnung nicht 1:1 einem Gemüsegarten gleichzusetzen. Doch wenn du ein paar Sachen beachtest, klappt es auch drinnen mit der Ernte. Wir verraten dir, wie du Gemüse in der Wohnung anbauen kannst.

Gemüse in der Wohnung anbauen: Das musst du beachten

Fürs Indoor Gardening sind Standort und Pflege entscheidend. Das solltest du beachten, damit der Gemüseanbau in der eigenen Wohnung gelingt: 

  • Gemüse braucht natürlich auch in der Wohnung viel Licht, um zu wachsen und zu reifen. Als Standort eignen sich deshalb Fenster, die nach Süden beziehungsweise Südost oder -west ausgerichtet sind.
  • Auch die Versorgung mit Wasser darf in der Wohnung nicht zu kurz kommen. Die meisten Gemüsesorten musst du täglich gießen – das gilt vor allem im Sommer.
  • Auch düngen solltest du deine Pflanzen regelmäßig alle zwei Wochen. Das versorgt sie mit ausreichenden Nährstoffen und lässt sie gesund wachsen. Nur Setzlinge musst du noch nicht düngen. Greife am besten zu einem organischen Dünger. Dünger kannst du auch selbst machen.
  • Für die Pflanze ist deine Wohnung eine Art Gewächshaus. Und genau wie ein Gewächshaus musst du auch deine Wohnung lüften – mindestens dreimal täglich. Der Luftzug beugt der Verbreitung von Schimmelsporen vor. Und das ist nicht nur für die Pflanzen wichtig, sondern auch für dich. Tipps dazu findest du hier: Stoßlüften: Wie oft, wie lange und zu welcher Tageszeit?
  • Je nach Sorte, die du anbauen möchtest, brauchst du entweder einen großen Gemüsekübel oder einen kleinen Topf, der gut auf die Fensterbank passt. 
  • Auch über die Erde solltest du dir Gedanken machen. Säest du deine Pflanzen selbst aus, solltest du zu Aussaaterde greifen. Sie ist eher nährstoffarm, da zu viele Nährstoffe den Pflanzen am Anfang schaden.
  • Topfst du deine gewachsenen Pflänzchen um, achte darauf, dass die Erde keinen Torf enthält. Denn der Abbau von Torf zerstört Moore und damit den Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen. Zusätzlich dazu ist im Torf klimaschädliches CO2 gespeichert, das beim Abbau freigesetzt wird. Torffreie Erde kannst du übrigens auch selbst herstellen
  • Wähle den richtigen Zeitraum: Genau wie in einem Garten, wachsen zwischen Ende März und Oktober die meisten Gemüsesorten am besten. Das liegt an den Lichtverhältnissen im Sommer. Manche Sorten wachsen aber auch das ganze Jahr über. Zur Orientierung kannst du einen Saisonkalender zu Hilfe nehmen.

Gemüse in der Wohnung anbauen: Platzsparende Sorten

Wenn du Gemüse in der Wohnung anbauen möchtest, solltest du die Gemüsesorten bewusst auswählen.
Wenn du Gemüse in der Wohnung anbauen möchtest, solltest du die Gemüsesorten bewusst auswählen.
(Foto: CC0 / Pixabay / wenzlerdesign)

Prinzipiell lassen sich viele Gemüsesorten gut in der Wohnung anbauen. Hast du nicht all zu viel Platz, eignen sich folgende Sorten gut fürs Indoor Gardening:

  • Radieschen wachsen wohl am einfachsten und auch am schnellstens in der Wohnung. Und das beste: Sie gedeihen auch in der kalten Jahreszeit. Dafür brauchst du eigentlich nur einen circa zehn Zentimeter tiefen Topf. Je nach Menge der Radieschen, die du ziehen möchtest, sollte der Topf entsprechend breit sein. Radieschen sind ziemlich anspruchslos. Ihnen genügt es, wenn du sie circa drei Mal die Woche gießt. Radieschen mögen es in der Wohnung eher kühler. Baust du sie im Winter an, sollte der Topf deshalb nicht auf dem Fensterbrett über einer Heizung stehen.
  • Auch Salatsorten, vor allem Rucola und Feldsalat, sind pflegeleicht. Salat wächst in einer flachen Blumenschale das ganze Jahr über in der Wohnung. Dafür braucht es nur ein helles Plätzchen auf der Fensterbank. Im Sommer benötigen die Salatpflänzchen täglich Wasser, im Winter nur ein bis zweimal pro Woche. Orientiere dich dafür an der Feuchtigkeit der Erde. Der Anbau im Winter hat allerdings einen Haken: Der Salat wird nicht so schnell groß wie im Sommer. Auch Kräuter und Sprossen wachsen das ganze Jahr über in deiner Wohnung.
  • Zwiebeln, Knoblauch und Frühlingszwiebeln eignen sich ebenfalls für den Anbau in der Wohnung. Dafür brauchst du nur einen Topf mit Abfluss. Das beugt Staunässe vor. Hast du eine bereits austreibende Zwiebel oder Knoblauchzehe zu Hause, kannst du es auch mit Regrowing versuchen. Dabei steckst du die keimenden Pflanzen einfach in einen Topf mit Erde und sie wachsen nach. Zwiebeln, Knoblauch und Frühlingszwiebeln verstehen sich übrigens nicht mit Bohnen und gedeihen in direkter Nachbarschaft nicht gut. Daher sollten sie nicht nebeneinanderstehen.
  • Auch Chilis kannst du als Gemüse in der Wohnung anbauen. An einem sonnigen und warmen Plätzchen wachsen sie besonders gut. Ihr Topf sollte dabei mindestens 20 Zentimeter breit sein, damit die Erde nicht zu schnell austrocknet. Im Sommer musst du die Chilipflanze täglich gießen. Im Winter reicht auch zwei bis drei Mal pro Woche.

Diese Sorten brauchen Platz

Auch Tomaten können in der Wohnung angebaut werden
Auch Tomaten können in der Wohnung angebaut werden
(Foto: CC0 / Pixabay / Kathas_Fotos)

Wenn du ein bisschen mehr Platz zur Verfügung hast, kannst du auch mehr wagen. In der Wohnung wachsen theoretisch auch Gemüsesorten, von denen man das vielleicht nicht erwarten würde. Dazu zählen folgende Sorten:

  • Tomaten lieben Sonne und brauchen täglich viel Wasser. Beides bekommen sie auch in einer Wohnung. Am besten für den Indoor-Tomaten-Anbau eignen sich Ampeltomaten. Diese Sorte gehört zu den Buschtomaten und wächst nicht in die Höhe, sondern hängt nach unten. Daher können sie besonders gut und platzsparend in eine Blumenampel gepflanzt werden.
  • Für herkömmliche Tomatensorten brauchst du deutlich mehr Platz an einem sonnigen Standort. Außerdem musst du eine Rankhilfe und einen großen Topf mit einplanen. Dieser sollte mindestens zehn Liter fassen. In deiner Wohnung gibt es keine Insekten, die die Bestäubung der Pflanzen übernehmen können. Also musst du selbst ans Werk. Dabei reicht es eigentlich aus, die Blüten vorsichtig zu schütteln. Dadurch verteilt sich der Blütenstaub. Im Spätsommer kannst du die Tomaten ernten. Die Aussaat sollte im März erfolgen.
  • Bohnen gedeihen gut auf dem Fensterbrett. Allerdings nehmen sie dafür auch fast das gesamte Fenster in Beschlag, weil sie nach oben wuchern. Damit sie dafür eine Stütze haben, kannst du Fäden zwischen den Fensterrahmen spannen. Daran können sie sich gut entlang hangeln. Deine Bohnen solltest du nicht in der Nähe von Tomaten anbauen.
  • Ein bisschen schwieriger wird der Anbau mit Zucchini und Gurken. Sie brauchen nämlich wirklich viel Platz und wachsen in die Breite. In einem großen Blumenkübel an einem sonnigen Plätzchen sollte der Anbau in der Wohnung aber gelingen. Im Sommer wollen sie täglich gegossen werden.

Obst in der Wohnung?

Auch einige Obstsorten kannst du in der Wohnung anbauen. Vor allem Beeren gefällt es auch drinnen ganz gut: Erdbeeren, Heidelbeeren und Himbeeren kannst du in den eigenen vier Wänden pflanzen. Sie mögen es dabei sonnig. Früchte, die am Baum wachsen (wie Äpfel und Birnen) sind hingegen nicht für die Wohnung geeignet.

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