Glaubersalz: Anwendung, Dosierung und Wirkungsweise

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Glaubersalz wird vor allem als Hilfsmittel zum Fasten angewandt. Wir zeigen dir, wie du Glaubersalz richtig dosierst und welche Wirkung es außerdem hat.

Glaubersalz entsteht, wenn sich Natriumchlorid und Schwefelsäure verbinden. Das daraus resultierende Natriumsulfat schmeckt extrem bitter, weswegen Glaubersalz oft mit Bittersalz gleichgesetzt wird. Obwohl beide eine ähnliche bis gleiche Wirkung haben, handelt es sich bei Bittersalz um Magnesiumsulfat.

Wirkungsweise und Einsatzgebiete von Glaubersalz

Glaubersalz wird wegen seiner abführenden Wirkung vor allem vor dem Fasten zur Darmentleerung eingesetzt. Das sogenannte Glaubern soll alle Nahrungsreste aus dem Darm schwemmen. Auch das Hungergefühl soll dadurch geringer sein.

Neben der Darmentleerung vor dem Fasten ist Glaubersalz auch zur Darmreinigung vor einer Darmspiegelung geeignet. Außerdem kann Glaubersalz auch kurzfristig bei starker Verstopfung angewandt werden. In Heilbädern, beispielsweise in Solebecken, findest du oft auch aufgelöstes Glaubersalz.

Nebenwirkungen von Glaubersalz

Kopfschmerzen können infolge des Flüssigkeitsverlustes auftreten.
Kopfschmerzen können infolge des Flüssigkeitsverlustes auftreten.
(Foto: CC0 / Pixabay / pheee)

Du solltest Glaubersalz nicht einnehmen, wenn du:

  • einen empfindlichen Magen-Darm-Trakt hast,
  • Bauchschmerzen hast,
  • schwanger bist,
  • herzkrank bist,
  • Bluthochdruck hast, da durch Glaubersalz der Blutdruck erhöht werden kann.

Vorsicht bei der Einnahme der Anti-Baby-Pille, denn durch Darmentleerung kann sie ihre Wirkung verlieren. Auch kann es Wechselwirkung mit anderen Medikamenten geben. Wegen der starken Wirkung solltest du die Anwendung von Glaubersalz ärztlich absprechen.

Außerdem musst du gut darauf achten, genug Wasser zu trinken. Während der Darmentleerung verliert dein Körper viel Flüssigkeit und bei fehlendem Ausgleich kann es zu Schwindel oder Kopfschmerzen kommen.

Glaubersalz richtig anwenden

Glaubersalz lässt sich in kaltem und warmem Wasser lösen.
Glaubersalz lässt sich in kaltem und warmem Wasser lösen.
(Foto: CC0 / Pixabay / ExplorerBob)

Weil Glaubersalz eine relativ starke Wirkung hat, ist die richtige Dosierung wichtig. Auf Packungsanweisungen findest du meist eine Empfehlung von:

  1. Zwei bis vier Teelöffel Glaubersalz aufgelöst in 250 Millilitern Wasser.
  2. Für eine extrem schnelle Darmentleerung, besonders vor dem Fasten, ein bis zwei Esslöffel Glaubersalz aufgelöst in 500 Milliliter Wasser.
  3. Glaubersalz-Lösung trinken und mit der gleichen Menge purem Wasser nachspülen.

Die Salzkristalle sollten vor der Einnahme komplett aufgelöst sein, weswegen warmes Wasser empfehlenswert ist. Glaubersalz kann schon nach 30 Minuten wirken, oder auch erst nach einigen Stunden. Sicherheitshalber solltest du immer eine Toilette in deiner Nähe haben und nicht gerade beim Einkaufsbummel in der Stadt unterwegs sein.

Tipp gegen den bitteren Geschmack: Mische Zitronen- oder Orangensaft bei. Halte dir beim Trinken die Nase zu, um deine Geschmackssensoren zu beeinträchtigen und den bitteren Geschmack ignorieren.

Glaubersalz in der Kritik

Oft richtet sich die Kritik nicht gegen das Glaubersalz direkt, sondern gegen den Verwendungskontext des Salzes: Beispielsweise Fasten, Entschlacken oder Abführen mit Glaubersalz. Die bereits angeführten Nebenwirkungen von Glaubersalz zeigen, dass es nicht regelmäßig eingenommen werden sollte. Besonders im Kontext mit Essstörungen ist die Gefahr hoch, den Darm durch regelmäßiges Abführen mit Glaubersalz zu zerstören.

Eine regelmäßige Anwendung von Glaubersalz ist also keinesfalls zu empfehlen, wovor auch auf den Packungsbeilagen gewarnt wird. Neben der Zerstörung des Darms können auch Mineralstoffe wie Kalium verloren gehen und langfristig Herzstörungen und Muskelschwäche auftreten.  Der erhöhte Natriumgehalt im Körper kann Ödeme herbeiführen, weswegen besondere Vorsicht bei Schwangerschaft geboten ist. 

Falls dir die genannten Nebenwirkungen zu riskant sind, kannst du für eine Darmentleerung beispielsweise als Alternative einen Einlauf nutzen.

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