Globaler Klimastreik: Wie du dich trotz Corona engagieren kannst

Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / niekverlaan

Kein Grad weiter! Unter diesem Motto ruft Fridays for Future heute zu einem weiteren globalen Klimastreik auf. Auch du kannst mitmachen – vor Ort oder im Netz.

Heute, am 25. September, ist es so weit: In ganz Deutschland und vielen weiteren Ländern streiken Aktivist*innen wieder mit Fridays for Future für das Klima. Und zwar nicht mehr nur im Netz, sondern wie gewohnt auf der Straße – trotz Corona.

Damit das sicher abläuft, hat Fridays for Future klare Regeln aufgestellt. Alle Streiks sollen an Orten stattfinden, an denen weniger los ist. Abstands-, Hygiene- und Maskenvorschriften sollen streng eingehalten werden.

Die Klimaaktivistin Carla Reemtsma erklärte gegenüber Utopia, dass außerdem mehr Ordner*innen vor Ort sein würden, um die Einhaltung dieser Regeln durchzusetzen. Zudem wird es auf die lokalen Bedingungen angepasste Konzepte geben, wie beispielsweise Abstandsmarkierungen auf dem Boden. Die Teilnehmer*innen können auch in Blöcke aufgeteilt werden oder sich an verschiedenen Orten in der Stadt versammeln.

Welche Demos, Sitzproteste und Fahrraddemos in deiner Nähe stattfinden, kannst du auf dieser Karte nachlesen.

Carla Reemtsma: Wieso es jetzt wichtig ist, zu demonstrieren

Die Entscheidung für einen Streik war keine leichte, erklärte Aktivistin Carla Reemtsma auf Instagram. „Im Frühling haben wir Verantwortung übernommen und Streiks abgesagt. Aber Verantwortung zu übernehmen bedeutet für uns auch, mit unseren Protesten nicht bis zur Entwicklung eines Impfstoffs zu warten, denn die Klimakrise ist auch in der Pandemie nicht on hold. Deswegen streiken wir am Freitag wieder – mit Abstand, mit Masken.“

Gegenüber Utopia betonte die Aktivistin, dass nach wie vor keine nachhaltigen Veränderungen im Energie-, Verkehrs- oder Wirtschaftssystem erreicht wurden. „Stattdessen diskutieren wir über Abwrackprämien für Verbrenner und schenken der Lufthansa bedingungslose Milliarden.“

Mit den Demonstrationen setzt die Gruppe ein Zeichen für mehr Klimaschutz – auch anlässlich des EU-Gipfels im Oktober, bei dem ein neues europäisches Klimaziel für das Jahr 2030 verhandelt werden soll.

Wer lieber Abstand von Menschenansammlungen halten möchte oder zur Risikogruppe gehört, kann sich auf andere Weise fürs Klima engagieren. Wir zeigen dir, wie:

Helfen trotz Corona: So setzt du dich von Zuhause fürs Klima ein

1. Den Globalen Klimastreik daheim unterstützen

Den Klimastreik kannst du auch von zu Hause per Livestream verfolgen. Den Link findest du am 25.9 ab 12 Uhr unter www.klima-streik.org/. Wer aktiver mithelfen möchte, kann in Kontakt mit den Fridays-for-Future-Gruppen treten. Beim nächsten Streik kannst du dann von zuhause aus mithelfen. „Egal ob als Grafiker*in, Webdesigner*in, Veranstaltungstechniker*in etc. – wir brauchen tatkräftige Unterstützung in fast allen Bereichen“, erklärt Aktivistin Carla Reemtsma.

Die Aktivist*innen von Fridays for Future schlagen auch vor, Transparente vor die Fenster zu hängen oder die Straße mit Plakaten zu schmücken. Das kann vielleicht die Nachbar*innen zum Mitmachen motivieren. Druckvorlagen findest du hier.

globaler klimastreik fridays for future
Unterstütze den globalen Klimastreik am 25.09. – auch online. (Foto: CC0 Public Domain / Unsplash - markus spiske)

2. Auf Social Media engagieren

Online kannst du dich besonders einfach einbringen: „Am Freitag freuen wir uns vor allem über Unterstützung online, die zeigt wie viele Menschen hinter uns stehen“, so Reemtsma, „auch wenn sie nicht mit auf die Straßen gehen können, etwa durch Posts auf Social Media.“

Wirb zum Beispiel für Klimademos, indem du dein Profilbild auf Facebook anpasst, oder ein Sharepic auf Twitter oder Instagram teilst. Außerdem kannst du das ganze Jahr über in den Utopia-Gruppen über Themen rund um Nachhaltigkeit diskutieren.

3. Petitionen unterzeichnen

Mit deiner Stimme kannst du viel bewirken – auch online. Unterstütze zum Beispiel diese aktuellen Online-Petitionen für nachhaltige Zwecke:

Weitere Petitionen findest du unter anderen auf den Webseiten namhafter Umweltorganisationen.

4. Nachhaltige Projekte und NGOs unterstützen

Mitglieder von NGOs wie dem BUND arbeiten derzeit vermehrt im Homeoffice, setzen aber weiter Kampagnen um, organisieren Proteste und engagieren sich auf verschiedene Weisen für den Umweltschutz. Unterstütze diese Arbeit mit einem Mitgliedsbeitrag, indem du Fördermitglied wirst. Wer aktiver mitwirken möchte, kann sich auch teils in Online-Netzwerken einbringen, zum Beispiel bei Greenpeace. Oder du arbeitest von zuhause aus an nachhaltigen und sozialen Projekten mit. Eine Auswahl findest du zum Beispiel über Vostel.

5. Von zu Hause aus Bäume pflanzen und Wald schützen

Wenn du mit Primaklima Bäume verschänkst, unterstützt du Mischwälder.
Bäume können CO2 binden – und uns deshalb im Kampf gegen den Klimawandel unterstützen. (Foto: CC0 / Pixabay / Antranias)

Klar: Bäume allein werden die Klimakrise nicht aufhalten. Aber neue Pflanzungen können uns einen gewissen Zeitpuffer verschaffen und bilden den Lebensraum verschiedener gefährdeter Arten. Deshalb ist die Wiederaufforstung ein wichtiges Instrument im Kampf gegen den Klimawandel.

Wichtig dabei: Unterstütze nur vertrauenswürdige Organisationen – der Gold Standard oder Verified Carbon Standard helfen bei einer ersten Einschätzung. Wir empfehlen zum Beispiel Primaklima oder das Bergwaldprojekt.

Mehr Infos: Bäume pflanzen fürs Klima: 16 empfehlenswerte Organisationen – und worauf du achten solltest

6. Für nachhaltige Zwecke spenden

Plakate, Lautsprecher und Webseiten – all diese Dinge kosten Geld. Deshalb freuen sich Fridays for Future über finanzielle Unterstützung genauso sehr wie über Mitstreiker*innen vor Ort. Und anderen unterstützenswerten NGOs geht es nicht anders – fördere ihre Arbeit mit einer Spende. Weitere spannende Projekte findest du in unserem Artikel „12 sinnvolle Sach- und Geld-Spenden“ oder auf Betterplace.org.

7. Dich und andere zu Nachhaltigkeit informieren

Laptop und Handy: besser auch mal abschalten.
Nutze die Zeit zuhause, um dich über Nachhaltigkeit zu informieren. (Foto: CC0 / Pixabay / FirmBee)

Nicht jeder ist empfänglich für Argumente, wenn über Klimafragen diskutiert wird. Manche aber schon. Deshalb ist es wichtig, dass du über die Gründe für den Klimawandel und seine Auswirkungen informiert bist. Vielleicht schaffst du es ja, den ein oder anderen Bekannten für die grüne Sache zu gewinnen.

Lies dazu zum Beispiel „11 Mythen zum Klimawandel – Ursachen und Folgen im Check“,  schau dir Greta Thunbergs Ted Talk an und bilde dich online zum Thema Nachhaltigkeit weiter.

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(1) Kommentar

  1. „6. Für nachhaltige Zwecke spenden“ würde ich um den Punkt „die richtige Wirtschaft durch nachhaltigen Konsum unterstützen“ erweitern.
    -> echte Hilfe zur Selbsthilfe, statt nur „Tropfen“ auf heiße Steine zu verteilen 😉

    zu Punkt „5. Von zu Hause aus Bäume pflanzen und Wald schützen“:
    -> vielfältige Pflanzungen aller Art, überall wo es möglich ist!
    Wenn nicht möglich, sollten Möglichkeiten geschaffen werden, auch in Betonwüsten. Möglichst verbunden mit gleichzeitiger Nahrungsproduktion.