Grill- und Kaminanzünder selber machen – Mit Kerzenresten und Eierkarton

Foto: Kathrin Inerle / Utopia

Wenn Grill- und Kaminanzünder beim Grillabend fehlen, wird es mühsam, das Feuer in Gang zu bringen. Diese einfache Anleitung zeigt, wie du sie selber machen kannst.

Wenn du Grill- und Kaminanzünder selber machst, sparst du dir einerseits Geld – andereseits sind sie eine gute Alternative zu chemischen Anzündern. Bei der Verbrennung von chemischen Grillanzündern werden oft gesundheitsschädliche, potenziell krebserregende Stoffe freigesetzt. Synthetische Grillanzünder sind zudem nicht gerade umweltfreundlich: Sie bestehen meist aus Kerosin, Petroleum oder N-Paraffin – alles Erdölprodukte. Noch dazu sparst du wertvolle Ressourcen und vermeidest beispielsweise Plastikmüll, der bei gekauften Anzündern anfällt. Außerdem bergen diese selbstgemachten Grillanzünder weniger Unfallrisiken als zum Beispiel Spiritus oder Benzin, welche oft zum Grillanzünden verwendet werden.

Grillanzünder selber machen: Das brauchst du

Wenn du Grillanzünder selber machen möchtest, benötigst du Sägespäne.
Wenn du Grillanzünder selber machen möchtest, benötigst du Sägespäne.
(Foto: CC0 / Pixabay / LUM3N)
  • großer Eierkarton
  • circa 200 g Wachsreste
  • Sägespäne
  • Topf
  • altes, großes Glas
  • Schaschlikspieß

Wenn du diese Grillanzünder selber machen willst, brauchst du Wachs – am besten verwendest du alte Wachsreste von Kerzen. Damit schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe: Du verwendest die wertvollen Wachsreste weiter und sie landen nicht im Müll. Sägespäne fallen in örtlichen Schreinerein, Tischlereien, beim Upcycling von Möbeln, beim Holzhacken oder Schnitzen an. Im Winter oder Frühjahr während der Holzernte findest du sie auch in vielen Wäldern. Wer Haustiere hat, kann das Einstreu aus Holz verwenden.

Anleitung für selbst gemachte Grill- und Kaminanzünder

So sieht ein fertiger selbstgemachter Grillanzünder aus.
So sieht ein fertiger selbstgemachter Grillanzünder aus.
(Foto: Utopia/ K. Inerle)

So stellst du deine eigenen Grillanzünder aus Kerzenresten her:

  1. Befülle das Glas mit den Kerzenresten.
  2. Erhitze parallel Wasser in einem Topf.
  3. Nimm den Topf vom Herd und stelle das Glas hinein. Achtung: Das Wachs muss langsam schmelzen, da es je nach Zusammensetzung Feuer fangen könnte. Das Wasser sollte also nicht zu heiß sein und auf keinen Fall kochen – auch, damit keine Wasserspritzer im Wachs landen. Wachs schmilzt schon bei Temperaturen um 40 Grad.
  4. Verteile währenddessen die Sägespäne in den Mulden des Eierkartons.
  5. Ist das Wachs flüssig, gieße es in die Mulden und drücke die Sägespäne etwas hinein.
  6. Warte, bis das Wachs richtig fest ist. Das kann bis zu zwei Stunden dauern.
  7. Schneide den Eierkarton mit einem Messer oder einer Schere auseinander. Jede Eiermulde ergibt eine Portion des Anzünders.

Übrigens: Mit Eierkartons kannst du nicht nur Grill- und Kaminanzünder herstellen, sondern auch basteln. Mehr dazu: Basteln mit Eierkarton: So verleihst du ihm neues Leben.

Weitere Tipps für nachhaltiges Grillen

Beim Anfeuern der Anzünder und der Kohle solltest du auf geringe Rauchentwicklung achten.
Beim Anfeuern der Anzünder und der Kohle solltest du auf geringe Rauchentwicklung achten.
(Foto: CC0 / Pixabay / kaboompics)

Wenn das Feuer zu wenig Luft bekommt, entwickelt sich starker, teilweise giftiger Rauch. Dies kannst du vermeiden, indem du gezielt Luft zufächerst (zum Beispiel mit einer Luftpumpe). Zudem ist in handelsüblichem Kerzenwachs häufig Paraffin enthalten. Wenn es verbrennt, kann ebenfalls giftiger Rauch entstehen, der nicht eingeatmet werden sollte. Dem kannst du entgegenwirken, indem du darauf achtest, welche Kerzen du kaufst. Mehr Informationen zu Schadstoffen in Kerzen und ökologischen Alternativen findest du in unserem Kerzen-Ratgeber.

Natürlich kannst du für selbstgemachte Grillanzünder auch andere Materialien wiederverwenden, die sonst im Abfall landen würden. Zum Beispiel kannst du verwendete Streichhölzer oder Klopapierrollen sammeln und verarbeiten. Auch alte Bienenwachstücher eignen sich gut. Unser Tipp: Vor allem die Weihnachtszeit eignet sich gut, um Material für die Anzünder zu sammeln. So kannst du neben den Streichhölzern auch nicht vollständig verbrannte Adventskerzen aufbewahren.

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(2) Kommentare

  1. Wer keine Sägespäne zur Verfügung hat, kann auch Kiefernzapfen nehmen. Die nehme ich zusammen mit Wachs zum Anzünden meines Ofens. Geht prima. Kiefernzapfen ins Wachs tauchen und trocknen lassen. Fertig.