Grillen, aber nachhaltig: 10 Tipps von Grillkohle bis Vegetarisch

Grillfehler
Foto © Utopia.de/Christian Riedel

Endlich ist Sommer, endlich können wir grillen. Doch auch das geht umweltschonender und nachhaltiger – mit den folgenden Tipps von Bier bis Grillkohle für ein nachhaltiges Grillen.

1. Nachhaltig grillen nur mit heimischer Grillkohle

Bevorzuge beim Grillen unbedingt heimische Holzkohle, möglichst aus heimischen Buchen. Andernfalls kommt sie aus fernen Ländern in Afrika und Südamerika, oft aus illegaler Abholzung. Dort aber wird der Regenwald gebraucht, weil der unser Klima bewahrt.

Vier spannende nachhaltigere Holzkohle-Alternativen:

Sie alle basieren auf landwirtschaftlichen Abfällen. Olivenkerne, Weinreben und Maisspindeln haben dabei kürzere Transportwege als Kokosnuss und sind daher vorzuziehen.

Achte bei konventioneller Grillkohle auf Holz-Siegel wie …

  • FSC (von NABU und BUND empfohlen),
  • PEFC (vom Landwirtschaftsministerium empfohlen, von NABU und BUND nicht empfohlen) oder
  • Naturland (empfohlen von NABU und BUND),

… die alle für nachhaltigere Holzwirtschaft stehen. Allerdings ist das auch hier nur sinnvoll, wenn die Grillkohle wenigstens aus europäischen Laubwäldern stammt.

Grillkohle aus FSC-zertifiziertem Holz zum Grillen nehmen
Grillkohle aus FSC-zertifiziertem Holz (Foto © Utopia/aw)

Der BUND empfiehlt, auf ein Naturland-Siegel zu achten – wir haben (bislang) nur eine Grillkohle damit gefunden: Nero Grillkohle NativeDoch auch ein Öko-Test-Hinweis kann hilfreich sein, etwa bei der Grillkohle von proFagus aus heimischem Buchenholz, die auch PEFC-zertifiziert ist.

Bei Grillkohle verspricht das DIN-Prüfzeichen DIN EN 1860-2 weniger Giftstoffe und weist darauf hin, dass ein gewisser Mindeststandard bei Qualität und Umweltbelastung eingehalten wurden: Kohle mit Hinweis DIN EN 1860-2 darf nicht aus alten Möbeln oder Ähnlichem hergestellt werden und keine Rückstände von Holzschutzmitteln, Lacken oder sonstigen Fremdstoffen enthalten.

Nur Mindeststandard: Grillkohle mit DIN EN 1860-02
Nur Mindeststandard: Grillkohle mit DIN EN 1860-02 (Foto © Utopia/aw)

Was nicht ausreicht, sind Angaben wie …

  • „kein Tropenholz“,
  • „Naturprodukt“,
  • „natürlicher Herkunft“,
  • „aus bewirtschafteten Forstbeständen“.

Ohne Siegel als Beleg sind diese gesetzlich nicht klar geregelten Aussagen wenig bis nichts wert. Mehr Tipps:

2. Den Grill natürlich anzünden

Benzin und ähnliches zu verwenden, bringt jährlich Tausende ins Krankenhaus – verzichte einfach darauf. Chemische Anzünder riechen nicht nur schlecht, sie enthalten auch viele chemische Stoffe.

Achte fürs nachhaltige Grillen auf natürliche Anzünder aus Holz, etwa mit Wachs. Auch bei Grill-Anzündern gibt es FSC-zertifizierte Produkte. Oder du machst die Grillanzünder gleich selber. Plane 20 Minuten für das Anzünden ein, dann drängt niemand zur Eile. Erst wenn der Anzünder abgebrannt ist, darf das Grillgut auf den Grill.

3. Grillen nur mit Mehrweg statt Einweg

Immer öfter bieten Supermärkte, Discounter, Baumärkte, Tankstellen und Shops wie Amazon windige Wegwerf-Grills an. Ja, die kosten nur wenige Euro und auch mit ihnen kann man grillen. Aber sie müssen schon nach einmaliger Benutzung weggeworfen werden – so wird das Grillen zur ökologischen Sünde.

Ein guter Grill hält viele Jahre. Es muss ja nicht gleich ein Weber-Grill sein. Ein Blick auf den angesagten „Lotusgrill“ lohnt: Er grill geruchsarm und verbraucht weniger Kohle, benötigt allerdings Batterien. Kaufen** z. B. bei Amazon oder Galeria.de.

Einen Grill kannst du dir auch gemeinsam mit Freund:innen anschaffen und so die Kosten teilen oder du kaufst ihn gebraucht. Wir haben verschiedene Grills miteinander verglichen: Kugel, Gas, Elektro & mehr: Wie nachhaltig ist welcher Grill?

Grillschalen aus Alu sind gesundheitsschädlich. Davor warnte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Essen aus Alu-Schalen ist gefährlich, weil das Metall in die Speisen übergeht (PDF). Dabei gibt es gute Alternativen, um Feta, Fisch und frisches Gemüse ohne Alufolie zu grillen.

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Besser als beschichtete Pappe: Geschirr aus gepressten Palmblättern (Fotos: Leef)

Gleiches gilt für Wegwerfgeschirr: Porzellan ist immer noch das nachhaltigste Geschirr. Wenn das beim Grill-Picknick nicht in Frage kommt, dann sollte man wenigstens nachhaltigeres Wegwerfgeschirr verwenden, zum Beispiel biologisch abbaubares.

Verschiedene Hersteller bieten Geschirr aus gepressten Palmblättern an (zum Beispiel Bioeinweggeschirr.de): Es ist zwar nicht unendlich lange verwendbar, aber mehrfach verwendbar, weil spülbar. Das Palmblatt-Geschirr ist unbehandelt und wurde ohne chemische Zusatzstoffe produziert, es kann wie normales Laub auf dem Kompost entsorgt werden.

Vegetarisch Grillen – ziemlich lecker
Vegetarisch Grillen – ziemlich lecker (Foto: © zi3000 - Fotolia.com)

Lies auch: 6 Gründe gegen den Einweggrill und Grilleimer statt Wegwerfgrill.

4. Nachhaltig grillen nur mit Bio-Fleisch

Was nützt der beste Grill für mehrere Hundert Euro, wenn der Feuermeister das billigste Discounter-Fleisch für ein paar Cent auf den Rost legt?

Utopia rät: Achte auf gutes Fleisch von hoher Qualität und meide fertig marinierte Billigware, die abgepackt im Regal liegt. Kaufe regionale Ware und Bio, achte auf Bioland-, Naturland- oder Demeter-Zeichen, sie versprechen artgerechtere Tierhaltung. Grille lieber weniger, dafür aber besseres Fleisch. Vermeide Grillfehler – darüber freuen sich auch die Gäste!

Und: Achte bei Fisch auf Siegel wie MSC, ASC, FOTS.

5. Grillen ohne Fleisch: vegetarisch und vegan

Es gibt inzwischen zahlreiche vegetarische und vegane Grillwürste. Auch pures Gemüse vom Grill schmeckt lecker, beispielsweise mit Sonnenblumenöl (beim Grillen: lieber kein Olivenöl) marinierte Zucchini oder Paprika!

Vegetarisch und vegan grillen geht auch
Vegetarisch und vegan grillen geht auch (Foto © Utopia.de/Christian Riedel)

Lies dazu auch unseren Beitrag Vegetarisch grillen – so schmeckt’s auch ohne Fleisch und wirf einen Blick in die Bildergalerie Die 10 besten veganen Grillwürste.

6. Mit den richtigen Saucen nachhaltig grillen

Grillsaucen kannst du entweder selbst machen – dazu brätst du beispielsweise gewürfelte Paprika und Tomaten mit Zwiebeln, Kräutern und ggfs. Knoblauch in Olivenöl an, lässt das auskühlen und schmeckt es mit Pfeffer, Salz, Zitronensaft ab.

Wir haben drei Rezepte für dich:

Es gibt aber inzwischen auch viele Bio-Grillsaucen, etwa von Byodo, Lebensbaum, Sanchon, Zwergenwiese u.v.a.

7. Grillen lieber ohne Müll

Pappteller? Plastikbesteck? Papierservietten? Aluminiumfolie? Diese Zeiten sind hoffentlich vorbei. Zumindest ist gerade endlich EU-weit das Einwegplastik-Verbot in Kraft getreten.

Ganz normales Besteck und Geschirr zum Grillen machen vielleicht etwas mehr Mühe, dafür deutlich weniger Müll. Müllvermeidung beginnt schon beim Einkaufen. Wie du abgepackte Lebensmittel vermeidest, liest du hier: Verpackung vermeiden im Supermarkt: 15 Tipps

8. Salate zum Grillen – leckere Rezepte

Saisonale Salate machen nicht nur satt, sie sind auch gesünder, als noch eine dritte oder vierte Veggie-Wurst zu essen. Wer ordentliche Salate zum Grillen liefert, kann die Fleischmenge und so den ökologischen Fußabdruck reduzieren. Mit einem leckeren Kartoffelsalat bleibt niemand hungrig!

Hier findest du eine Übersicht über viele unserer Grill-Rezepte, darunter auch viele Salate. Klick einfach auf den Kasten:

 9. Vorsichtig grillen ist nachhaltig grillen

Rauchfrei grillen ist besser …
Rauchfrei grillen ist besser … (Foto: © Ingo Bartussek - Fotolia.com)

Wer unbedingt im Freien kochen und speisen will, sollte beim Grillen auf Brandschutz achten und darauf, dass der Grill am Ende der Party wirklich kalt ist. Die meisten Städte zeigen auf ihren Webseiten an, wo öffentliches Grillen erlaubt ist – und natürlich sollte jeder seinen Müll wieder mitnehmen und selbst entsorgen. Auch der nachhaltige Umgang mit den Nachbarn ist ratsam: Grillen führt oft zu Rechtsstreitigkeiten, und am ressourcenschonendsten ist es, diesen aus dem Weg zu gehen.

Mehr Infos: Wo ist grillen erlaubt? – So nimmst du Rücksicht auf Mensch und Natur

Gib deinen Nachbar:innen Bescheid und lade sie ein, dann gibt’s weniger Ärger. Verwende einen geruchsarmen Grill und achte darauf, weniger Rauch zu produzieren – typisch etwa, wenn Fett in die Grillkohle tropft.

10. Was Leckeres dazu trinken

Beim Grillen ist es nicht egal, was zu zum leckeren Essen trinkst. Denn viele Biere sind mit Glyphosat belastet, selbst Craft-Biere. Das ist in der Landwirtschaft gang und gäbe und schwer zu meiden, nur Bio-Biere gehen dem Herbizid mit Absicht aus dem Weg. Daher empfehlen wir dir 5 Bio-Bier-Marken, die du kennen solltest.

Bonus: Nachhaltig saubermachen

Und nach dem Grillfest? Hier erfährst du, wie du den Grillrost nachhaltig reinigst.

Grillen, aber nachhaltig: 10 Tipps von Grillkohle bis Vegetarisch

Weiterlesen auf Utopia.de: 

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