Weihnachtsbäume: ohne Gift – aus der Region

Weihnachtsbäume: ohne Gift – aus der Region
Foto: Helgi Quelle: photocase.com

Bald werden wieder mehr als 28 Millionen Weihnachtsbäume ihren kurzen, aber glanzvollen Auftritt in deutschen Wohnzimmern haben. Klar, ein Christbaum ist keine nachhaltige Tradition – aber eine, auf die kaum jemand verzichten mag. Die Freude am Weihnachtsfest wollen wir niemanden nehmen. Darum zeigt Utopia, wie Sie einen möglichst guten Weihnachtsbaum bekommen und welche Baumart Sie bevorzugen sollten.

Bis in die fünfziger Jahre stammten alle Weihnachtsbäume von „drauß‘ vom Walde“. Heute kommen mehr als 80 Prozent der Weihnachtsbäume von großflächigen Plantagen, großen Monokulturen, die praktisch ohne Nutzen für das umgebende Ökosystem sind. Damit sie dort möglichst effizient wachsen und zum Fest schön symmetrisch, dicht benadelt und in sattem Grün daherkommen werden sie meist mit umweltschädlichem Dünger, Unkrautvernichtungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln bearbeitet. Böden und Gewässer können dadurch nachhaltig geschädigt werden – und Sie holen sich mit Ihrem Weihnachtsbaum einen Chemiecocktail ins Haus, der Ihre Gesundheit gefährden kann.

Zwei Wege zu einem guten Weihnachtsbaum

  1. Zertifizierte Öko-Weihnachtsbäume

    Wenn Sie auf den Chemiecocktail in Ihrem Haus verzichten wollen, kaufen Sie am besten einen ökologisch zertifizierten Weihnachtsbaum. Die Umweltorganisation Robin Wood aktualisiert jedes Jahr ein Verzeichnis, das deutschlandweit Anbieter listet, deren Bäume mit Bio-, Bioland-, Naturland-, Demeter- oder FSC-Siegel ausgezeichnet sind.

  2. Weihnachtsbäume aus regionaler Forstwirtschaft

    In vielen Regionen ist es aber schwierig, einen zertifizierten Öko-Christbaum zu finden. Eine andere Möglichkeit sind Bäume aus regionaler Forstwirtschaft. Forstämter und Waldbauern bieten natürlich erzeugte Weihnachtsbäume an, die entweder ohnehin beim Durchforsten von Wäldern anfallen oder auf Sonderflächen wie Hochspannungstrassen hochgezogen werden. Ohne entsprechende Siegel (siehe oben) ist der Einsatz von Pestiziden in der regionalen Forstwirtschaft zwar nicht ausgeschlossen, kommt aber in den genannten Fällen üblicherweise nicht vor.

    Durch den Kauf von regional erzeugten Christbäumen unterstützen Sie die heimischen Forstbetriebe und ersparen sich und der Umwelt unnötige Transportwege (Mindestens drei Millionen Bäume werden pro Jahr nach Deutschland importiert, vorzugsweise aus Dänemark, Ungarn und Polen. Auf proplanta.de finden Sie regionale Weihnachtsbaumanbieter in ihrer Nähe (auch mit Angeboten zum Selberschlagen).

Tipps und Warnungen

Die Nordmanntanne gilt als beliebtester Weihnachtsbaum, wächst aber ursprünglich gar nicht bei uns. Entscheiden Sie sich lieber für eine heimische Fichte, Kiefer oder Tanne.

In vielen Bundesländern weisen regionale Siegel auf die Herkunft eins Baumes hin. Wenn ein Baum keinerlei Herkunftssiegel trägt, fragen Sie besser nach.

Stoßen Sie den Weihnachtsbaum vor dem Kauf mehrmals kurz auf den Boden: Rieseln Nadeln, ist er nicht mehr frisch. Zu Hause am besten den Baum ins Wasser stellen und ihn an einem kühlen Ort – Keller, Garage, Terrasse – lagern.

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(46) Kommentare


  1. Wir haben unseren gestern leider wieder weggeräumt, eig sollte man ihn immer viel länger stehen lassen. Da wir im schönen bayerischen Wald wohnen, haben wir das Glück direkt zu einem Waldbesitzer zu fahren, uns der Baum auszusuchen und dann mit zunehmen! 🙂

  2. In der Zeitung entdeckte ich heute ein dpa-Foto, auf dem sich ein Elefantenkind im Berliner Zoo vergnügt in Nadelgrün von Weihnachtsbäumen wälzt. In der Bildunterschrift erfährt man u.a.: “ Traditionell werden die beim Verkauf übrig gebliebenen Weihnachtsbäume als aromatische Leckerbissen im Zoo verfüttert.“

    ‚Hoffentlich kein aromatischer Gift-Cocktail fürs herzallerliebste Elefantenkind‘ schiebt sich mir da leider gedanklich zwischen die gelesenen Zeilen.

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