Wer seinen Körper entwässert, kann so Wassereinlagerungen entgegenwirken. Sie entstehen, wenn das körpereigene Transportsystem gestört ist. Hier erfährst du, welche Hausmittel wirken.
Manchmal braucht der Körper beim Entwässern etwas Unterstützung. Der moderne Alltag bedingt oftmals, dass wir uns zu wenig bewegen und dafür zu viel sitzen oder stehen müssen. Dann kann sich mitunter Wasser im Gewebe ansammeln. Die Beine werden schwer und du fühlst dich aufgedunsen.
Mit gesunder Ernährung und ausreichender Bewegung kannst du deinen Körper wieder ins Gleichgewicht bringen. Anderes sieht es allerdings aus, wenn die Wassereinlagerungen krankheitsbedingt sind. Dann ist zunächst einmal ärztlicher Rat gefragt, bevor du zu Hausmitteln greifst, um den Körper zu entwässern.
Warum kann sich der Körper nicht immer selbst entwässern?
Der Körper hat zum Entwässern im Grunde ein eigenes System – das Lymphsystem. Es durchzieht den Körper ähnlich wie die Blutbahnen und transportiert alles ab, was nicht in den Blutkreislauf gelangen soll. Das medizinische Portal Leading Medicine Guide nennt als Beispiele etwa Gewebewasser, weiße Blutkörperchen (Lymphozyten) oder die Stoffwechselendprodukte der Zellen. Über dieses Transportsystem befreit sich der Körper auch von Krankheitserregern wie Viren oder Bakterien.
Wenn das Lymphsystem gestört ist, kann sich mitunter Flüssigkeit im Gewebe stauen. An der betroffenen Körperstelle schwillt die Haut an und es kann zu einem Lymphödem kommen. Das Medizinportal DocCkeck erläutert, dass vor allem die Beine davon betroffen sein können. Häufig sind die Wassereinlagerungen nur vorübergehend, zum Beispiel, wenn du lange stehen oder sitzen musst. Das Blut staut sich dann in den Beinen, die Flüssigkeit bleibt im Gewebe “hängen” und die Beine oder Fußknöchel schwellen an.
Beim weiblichen Körper lagert sich während der zweiten Hälfte des Zyklus vermehrt Wasser im Gewebe ein. Während der Periode werden diese Einlagerungen automatisch wieder ausgeschieden. Das sind dann die Tage, in denen du dich schwer fühlst und vielleicht enganliegende Kleidung nicht richtig passen will.
Leidest du jedoch längere Zeit unter Wassereinlagerungen, kann das ein Zeichen sein, dass dein Lymphsystem überlastet ist. Das kann durch einen ungesunden Lebensstil bedingt sein, aber auch auf eine Erkrankung hindeuten. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, durch Anpassen der Lebensweise den Körper zu entwässern.
Den Körper entwässern: Ursachen für Wassereinlagerungen
(Foto: CC0 / Pixabay / Greyerbaby)
Krankhafte Wassereinlagerungen können die verschiedensten Ursachen haben – nicht immer solltest du deshalb selbst versuchen, den Körper zu entwässern. Bei Krankheiten oder Funktionsstörungen des Körpers solltest du zunächst eine ärztliche Diagnose einholen und dir Ratschläge geben lassen, wie du die Therapie unterstützen kannst.
Schwellen die Beine häufig an, obwohl du dich regelmäßig bewegst, solltest du testen lassen, ob du eventuell unter einer Durchblutungsstörung oder Lymphstörungen leidest. Zu letzteren zählen:
- Venenschwäche
- Probleme mit den Lymphgefäßen
- Venenthrombose
Auch bei einem sogenannten Lipödem, einer Störung der Fettverteilung im Körper, können sich Wasseransammlungen bilden. Diese Krankheit betrifft vor allem Frauen.
Gründe für Wassereinlagerungen können auch Hormonstörungen sein:
- Schilddrüsenunterfunktion
- Diabetes
- Schwangerschaft
- Wechseljahre
Schwere Organ- und Stoffwechselerkrankungen können ebenso dazu führen, dass sich Wasser in deinem Körper einlagert:
- Herzerkrankungen
- Erkrankungen der Leber
- Nierenschwäche
- Krebsleiden
Zudem können verschiedene Medikamente Schuld an deinen Wassereinlagerungen sein:
- Hormonpräparate
- Verhütungsmittel
- Diuretika
- Antirheumatika
- Aspirin, Ibuprofen
- Kortison
Durch Verletzungen oder Entzündungen können die Wassereinlagerungen auch die Gelenke betreffen. Bei geschwollenen Gelenken solltest du dich in ärztliche Behandlung begeben.
Den Körper mit der richtigen Ernährung entwässern
(Foto: CC0 / Pixabay / kaboompics)
Deinen Körper über die Ernährung zu entwässern, funktioniert unter anderem mit diesen Hausmitteln:
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Trinke genug Wasser. Klingt widersprüchlich, hilft aber: Wenn du genug trinkst, verringerst du die Wassereinlagerungen in deinem Körper. Wenn du hingegen zu wenig Flüssigkeit aufnimmst, versucht dein Körper, das wenige Wasser zu speichern. Übertreibe es aber auch nicht, denn zu viel zu trinken kann zu einem Natriummangel führen. Dein Durstgefühl hilft dir, eine gesunde Balance zu finden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 1,5 Liter stilles Wasser oder ungesüßten Kräutertee. Trinke nur mehr, wenn du Sport treibst oder bei warmem Wetter schwitzt.
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Reduziere Kohlenhydrate. Kohlenhydrate, darunter auch Zucker, werden als Glycogen in den Muskeln und in der Leber gespeichert. Leider zieht der Nährstoff in dieser Form viel Wasser: Für jedes Gramm Glycogen werden drei Gramm Wasser gespeichert. Das ist auch der Grund dafür, dass Menschen bei einer Low-Carb-Diät so schnell an Gewicht und Körperumfang verlieren: Sie lagern wenig Glycogen ein und somit auch weniger Wasser.
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Reduziere Alkohol. Alkohol ist ein Zellgift, das dehydriert: Es verursacht Schweißausbrüche und fördert den Harndrang. Die Giftstoffe des Alkohols stören den Stoffwechsel: Die Niere ist damit beschäftigt, den Alkohol auszuscheiden. So bleibt wenig Energie, um das Wasser im Körper zu regulieren – mit der Folge, dass es sich im Gewebe ansammeln kann.
- Mehr Magnesium und Vitamin B6. Vor allem Frauen, die vor ihrer Periode unter starken Beschwerden leiden, sollten diese Nährstoffe vermehrt zu sich nehmen. Magnesium und Vitamin B6 reduzieren beide nachweislich Wassereinlagerungen bei Frauen mit PMS. Erfahre hier, welche Lebensmittel einen hohen Gehalt an Magnesium und Vitamin B6 haben.
Hilft salzarme Ernährung dabei, den Körper zu entwässern?
Das Natrium, das du über Salz in deiner Nahrung zu dir nimmst, ist eines der wichtigsten Elektrolyte in deinem Körper. Wenn die Konzentration in deinem Körper zu hoch ist, kann das dazu führen, dass sich Wasser im Gewebe sammelt – Natrium erhöht die totale Menge an Wasser in deinem Körper jedoch nachweislich nicht. Salz zu reduzieren, hilft dir also nicht beim Entwässern des Körpers.
Weitere Methoden, um den Körper zu entwässern
(Foto: CC0 / Pixabay / sasint)
Mit einem gesunden Lebensstil kannst du zusätzlich zur Ernährung deinen Körper beim Entwässern unterstützen.
- Regelmäßig Sport machen. Bewegung löst nicht nur akute Einlagerungen in den Beinen, der Schweiß treibt auch das Wasser aus deinem Körper. Wenn du Sport machst, leitet dein Körper außerdem Wasser in die Muskeln, um den Blutfluss zu erhöhen. Die Muskeln “saugen” das Wasser sozusagen aus dem Gewebe auf, woraufhin sich bloß die Muskeloberfläche vergrößert.
- Ausreichend Schlafen. Gesunde Nieren sorgen für die Entgiftung des Körpers und regeln den Wasserhaushalt. Beim Schlafen werden die sogenannten sympathischen Nerven in den Nieren aktiviert, die den Salz- und Wasserhaushalt regulieren. Laut einer Studie kann schlechter und sogar zu langer Schlaf die Filtrierfunktion der Nieren verschlechtern und das Risiko für Krankheiten erhöhen.
- Stress reduzieren. Einfacher gesagt, als getan. Stress erhöht das Hormon Cortisol, das in der Folge das antidiuretische Hormon (ADH) ausschüttet. Dieses Hormon ist direkt dafür verantwortlich, den Wasserhaushalt in unserem Körper zu regulieren. Die Gründe für dauerhaften Stress sitzen meist tiefer und sollten an der Wurzel angepackt werden. Doch mit ein paar einfachen Methoden kannst du den Stress zumindest reduzieren.
- Massage & Wechselduschen. Vor allem bei Durchblutungsproblemen in den Beinen kann eine Massage mit den Fingerspitzen, mit Faszienrollen oder mit Massagebällen den Lymphfluss anregen. Eine sogenannte Lymphdrainage kannst du in einer physiotherapeutischen Praxis auch professionell durchführen lassen. Prima eignet sich zum Entwässern des Körpers auch eine Wechseldusche, denn sie fördert die Durchblutung und aktiviert das Lymphsystem.
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Überarbeitet von Martina Naumann
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