Kopfschmerzen nach Sport: Ursachen und was dagegen hilft

Foto: CC0/pixabay/sweetlouise

Kopfschmerzen nach dem Sport bedeuten nicht zwangsläufig, dass du krank bist. Sie zeigen lediglich, dass dein Körper eine Pause braucht. Hier liest du, was du selbst tun kannst, damit du wieder Spaß am Sport hast.

Kopfschmerzen nach dem Sport: Belastungskopfschmerzen

Du hast gerade trainiert und was für deine Gesundheit getan und dann sind da: Kopfschmerzen. Experten nennen Kopfweh dieser Art Belastungskopfschmerzen.

Die International Headache Society klassifiziert Belastungskopfschmerzen als primäre Kopfschmerzen, die nicht durch eine andere Krankheit verursacht sind. Dagegen zählen zum Beispiel die Kopfschmerzen, die dich bei einer Erkältung quälen, zu den sekundären Kopfschmerzen.

Belastungskopfschmerzen haben folgende Merkmale:

  • Die Belastungskopfschmerzen treten meistens kurz nach dem Sport auf oder manchmal auch schon während du trainierst.
  • Die Schmerzen halten zwischen wenigen Minuten bis zu ein paar Stunden an. Allerdings kann es auch mal einen ganzen Tag dauern, bis die Kopfschmerzen wieder nachlassen.
  • Typisch für den Belastungskopfschmerz ist, dass der Schmerz auf beiden Kopfseiten pulsiert oder am Hinterkopf sitzt.

Die Experten der International Headache Society grenzen den Belastungskopfschmerz klar von anderen primären Arten ab, wie zum Beispiel Spannungskopfschmerzen oder Migräne.

Kopfschmerzen nach dem Sport sind oft harmlos

Kopfschmerzen nach dem Sport vergehen meist schnell wieder.
Kopfschmerzen nach dem Sport vergehen meist schnell wieder. (Foto: CC0/pixabay/pheee)

Die Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin berichtet von einer Untersuchung der Uni Giessen. Diese hat gezeigt, dass Belastungskopfschmerzen nach dem Sport bei etwa 60 Prozent aller Sportler und Freizeitsportlern gelegentlich auftreten.

Laut den Medizinern sind Kopfschmerzen nach dem Sport zunächst einmal kein Symptom für eine Krankheit. Die genauen medizinischen Gründe für die Belastungskopfschmerzen sind noch nicht geklärt. 

Die Forscher vermuten, dass es kurzzeitig zu einem höheren Druck im Kopf kommt oder dass nach der Anstrengung der Blutrückfluss über die Kopfvene gestört ist.

Kopfschmerzen ernst nehmen

Kopfschmerzen nach dem Sport können allerdings auch ein Hinweis auf eine Erkrankung sein:

In vereinzelten Fällen waren die Kopfschmerzen der Sportler, die die Universität Giessen untersucht hatte, ein erstes Anzeichen für ernsthafte Krankheiten wie Herzleiden oder Diabetes. Daher solltest du die Kopfschmerzen nach dem Sport erst nehmen und sie aufmerksam beobachten.

Achte auf diese Anzeichen:

  • Hast du regelmäßig nach dem Sport Kopfschmerzen oder treten sie zunehmend früher auf, während du noch trainierst?
  • Verspürst du einen plötzlichen stechenden Schmerz?
  • Dir ist übel oder musst du dich sogar übergeben?

Falls einige dieser Punkte auf dich zutreffen, dann vereinbare umgehend einen Termin mit deinem Arzt.

Kopfschmerzen nach dem Sport: Dann können sie auftreten

Extremer Sport in den Bergen kann Kopfschmerzen hervorrufen.
Extremer Sport in den Bergen kann Kopfschmerzen hervorrufen. (Foto: CC0/pixabay/stokpic)

Kopfschmerzen nach dem Sport können sowohl bei Frauen und Männern auftreten, die gelegentlich Sport treiben, als auch bei Berufssportlern.

Sie sind kein Zeichen für Alter, so sind sogar häufiger Sportler unter 35 Jahren betroffen. Die Studie der Universität Giessen berichtet vermehrt von jüngeren Patienten und verweist dafür auch auf eine Norwegische Studie mit rund 1.800 Teilnehmern. In einer weiteren Studie zu dem Thema mit 300 Teilnehmern lag das Durchschnittsalter sogar bei 22 Jahren.

Im Grunde können die Kopfschmerzen nach jeder anstrengenden körperlichen Arbeit und bei allen Sportarten auftreten.

Bei einigen Sportarten berichteten die Sportler in der Studie der Universität Giessen häufiger über Kopfschmerzen. Jedoch untersuchten die Mediziner nur 30 Sportler, die sich wegen ihrer Beschwerden an die Klinik der Universität wandten. Daher sind statistisch relevante Aussagen über die Häufigkeit bei den Sportarten in der Studie schwierig. Vermutlich bilden die Sportarten einfach nur ab, wie häufig sie in der Bevölkerung vorkommen. So sind beispielsweise Laufen oder Krafttraining einfach bei Freizeitsportlern beliebter. Aus dieser größeren Anzahl von Sportlern ist es daher eher wahrscheinlich, dass sich jemand wegen seiner Beschwerden bei der Klinik meldete.

  • Laufen
  • Krafttraining im Studio
  • Radfahren
  • Schwimmen
  • Tennis / Squash
  • Triathlon
  • Kickboxen

Die Kopfschmerzen können vermehrt nach dem Sport auftreten wenn:

  • du besonders viel trainierst oder dich beim Sport richtig auspowerst.
  • es draußen heiß, sehr schwül oder die Ozonbelastung in der Luft sehr hoch ist.
  • du in den Bergen unterwegs bist. Je höher du bist, desto geringer ist der Sauerstoffgehalt in der Luft.
  • du beim Sport nicht richtig atmest oder dich beim Training unbemerkt verspannst.

So kannst du Kopfschmerzen nach dem Sport vorbeugen

Wenn du Kopfschmerzen während des Sports spürst, leg eine Pause ein.
Wenn du Kopfschmerzen während des Sports spürst, leg eine Pause ein. (Foto: CC0/pixabay/MabelAmber)

Die Sofortmaßnahme bei Belastungskopfschmerzen ist Ruhe: Dein Körper braucht eine Pause, um sich zu erholen.

  • Treten die Kopfschmerzen auf, während du Sport treibst, dann unterbrich dein Training und ruhe dich aus. Nach kurzer Zeit sollten die Kopfschmerzen von alleine besser werden.
  • Hast du öfter nach dem Sport Kopfschmerzen, dann gönne dir eine längere Pause ohne Sport. Vielleicht musst du dein Training langsamer angehen.
  • Überprüfe deine Bewegungsabläufe mit einem qualifizierten Trainer. So kannst du eventuelle Fehler in der Körperhaltung oder Technik entdecken, die zu Verspannungen führen können.

So wie die medizinischen Gründe noch nicht klar eingegrenzt sich, können auch die Auslöser sehr individuell sein. Am besten versuchst du selbst, für dich den Auslöser einzugrenzen. Beobachte ob du ein Muster entdeckst, wann die Kopfschmerzen nach dem Sport auftreten.

Wenn du deinen Körper beim Sport überlastest, kann er unter anderem auch mit Kopfschmerzen reagieren. Probiere deshalb aus, ob die Kopfschmerzen auch auftreten, wenn du im aeroben Bereich trainierst – also mit niedriger Pulsfrequenz.

  • Um herauszufinden, bei welcher Pulsfrequenz auch jemand ohne nennenswerte Kondition seinen Körper nicht überfordert, gibt es einen Trick. Die Apotheken-Umschau gibt dafür als Faustregel folgende Formel an: Ziehe von 180 dein Alter ab.
  • Steigt deine Herzfrequenz weit über diesen Wert, reicht der Sauerstoff oft nicht mehr aus, um den Bedarf deines Körpers zu decken. Er braucht den Sauerstoff, um aus den Kohlehydraten Glykose und somit Energie zu gewinnen. Wird der Sauerstoff knapp, kann das dazu führen, dass sich Milchsäure bildet und die Muskeln übersäuern. Du merkst es daran, dass du am nächsten Tag einen Muskelkater hast.

Kopfschmerzen nach dem Sport können auch ein Zeichen dafür sein, dass du unterzuckert bist.

  • Nimm dir zum Training eine Banane oder getrocknetes Obst, wie Feigen oder Aprikosen mit. So füllst du den Energiespeicher durch den Fruchtzucker schnell wieder auf.
  • Alternativ kannst du dir einen selbst gemachten Müsliriegel zubereiten, den du zum Sport mitnimmst.
  • Auch Nüsse sind ein guter Snack für Sportler. Sie enthalten wichtige Mineralstoffe, wie Magnesium, Calcium oder Kalium, die du durch den Schweiß verloren hast.

Kopfschmerzen nach dem Sport: trinken ist wichtig

Selbst gemixte Elektrolyte helfen bei Kopfschmerzen nach dem Sport.
Selbst gemixte Elektrolyte helfen bei Kopfschmerzen nach dem Sport. (Foto: CC0/pixabay/PhotoMIX-Company)

Wenn du zu wenig trinkst, kann das ebenfalls Kopfschmerzen nach dem Sport auslösen.

  • Bei schweißtreibenden Trainings solltest du Wasser dabei haben, damit du die ausgeschwitzte Flüssigkeit ersetzen kannst und nicht dehydrierst.
  • Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, 1,5 Liter pro Tag zu trinken. Bei heißem Wetter oder wenn du Sport treibst, solltest du bis zu einem Liter zusätzlich zu dir nehmen.
  • Die Apotheken-Umschau rät Freizeitsportlern zu stillem Mineralwasser mit einem hohem Gehalt an Natrium.
  • Viele der handelsüblichen isotonischen Sportgetränke enthalten hingegen zu viel Zucker und zu wenige Mineralstoffe.

Du kannst dir das Sport-Getränk auch selber mixen:

  • Die Apotheken Umschau empfiehlt Apfel- oder Johannisbeersaft. Verdünne sie im Verhältnis 1 zu 2 mit Mineralwasser. Die Fruchtschorle gibt deinem Körper Elektrolyte zurück und füllt den Wasserhaushalt wieder auf.
  • Auch einen elektrolytischen Drink kannst du dir einfach selbst zusammen mixen: Gib einige Spritzer frischen Zitronensaft und eine Prise Salz zu einem Liter Leitungswasser. Wenn du magst kannst du auch Traubenzucker im Wasser auflösen. So erhält dein Körper wichtige Mineralien zurück, die du beim Sport ausgeschwitzt hast.

Achtung: Du kannst auch zu viel trinken. Das Ärzteblatt warnt Sportler davor, mehr zu trinken als sie Durst verspüren. Zu viel Wasser im Blut kann die Konzentration der Mineralstoffe zu sehr verdünnen. Vor allem ein solcher Natriummangel kann zu Kopfschmerzen führen. Eine Studie aus den USA beschreibt, dass Sportler den Flüssigkeitsverlust oftmals überschätzen und in kurzer Zeit zu viel trinken. Dadurch sind die Nieren überfordert und können das Wasser nicht schnell genug wieder ausscheiden. Es kommt zu einer gefährlichen Verdünnung der Mineralstoffe im Blut.

In extremen Fällen, kann zu wenig Natrium im Blut sogar Bewusstseinsstörungen hervorrufen, die Ärzte mit einer Kochsalzinfusion behandeln müssen.

Weiterlesen auf Utopia.de:

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.