Kräuselkrankheit: So schützt du deinen Pfirsichbaum

Kräuselkrankheit
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Die Kräuselkrankheit tritt besonders häufig bei Pfirsichen auf und kann schnell die gesamte Ernte zerstören. Wir zeigen dir, wie du die Krankheit erkennst und wie du deinen Pfirsichbaum schützen kannst.

Für Hobbygärtner ist die Kräuselkrankheit extrem lästig. Denn hat sie den Pfirsichbaum erst einmal befallen, lässt sich die Krankheit kaum noch eindämmen. Auch Aprikosen- und Nektarinenbäume sind häufig betroffen. Am besten ergreifst du bereits vorbeugende Maßnahmen, um zu verhindern, dass dein Obst an der Kräuselkrankheit erkrankt.

Ursachen und Symptome der Kräuselkrankheit

Besonders die Blätter und Knospen des Pfirsichbaums sind anfällig für die Kräuselkrankheit.
Besonders die Blätter und Knospen des Pfirsichbaums sind anfällig für die Kräuselkrankheit. (Foto: CC0 / Pixabay / leoleobobeo)

Verursacht wird die Kräuselkrankheit durch einen Pilz namens „Taphrina deformans“. Dieser ist so robust, dass ihm selbst ein langer Winter nichts anhaben kann. Besonders in nassen Wintermonaten setzt sich der Erregerpilz in den Blatt- und Blütenknospen fest. Die ersten Symptome erkennst du meistens erst im April:

  • Neu austreibende Blätter kräuseln sich. (Dieses Symptom tritt auch häufig auf, wenn dein Pfirsichbaum von Blattläusen befallen wird.)
  • Im zweiten Stadium verfärben sich die Blätter gelbgrün bis rötlich und bilden Blasen aus.
  • Später wirft der Pfirsichbaum die Blätter komplett ab.

Die Kräuselkrankheit befällt vor allem die Blätter des Pfirsichbaums. Früchte und Zweige bleiben meistens unbeschadet. Doch durch die abgeworfenen Blätter kann der Baum die Photosynthese nicht mehr ausreichend betreiben und wird dadurch immer schwächer. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, kommt sie außerdem jedes Jahr wieder. Deshalb lohnt es sich, wenn du bereits frühzeitig die Blätter untersuchst.

Pfirsichbäume vorsorglich vor der Kräuselkrankheit schützen

Wenn du die Kräuselkrankheit verhindern willst, solltest du deinen Pfirsichbaum an einen sonnigen und geschützten Standort pflanzen.
Wenn du die Kräuselkrankheit verhindern willst, solltest du deinen Pfirsichbaum an einen sonnigen und geschützten Standort pflanzen. (Foto: CC0 / Pixabay / MAKY_OREL)

Bei der Kräuselkrankheit gilt: Vorbeugen ist die beste Medizin. Wenn du einen neuen Pfirsichbaum kaufst oder einpflanzt, solltest du einige Hinweise beachten, die deine Ernte schützen können:

  • Der richtige Standort: Der Erregerpilz der Kräuselkrankheit gelangt mit dem Regenwasser leicht in die Knospen und zwischen die Blätter. Pflanzt du deinen Pfirsichbaum an einen sonnigen Ort, der auch noch gut vor Wind und Regen geschützt ist, kannst du verhindern, dass sich der Pilz ausbreitet. Ein überdachter, heller Standort ist zum Beispiel ideal.
  • Pfirsichbaum regelmäßig schneiden: Wächst die Krone deines Pfirsichbaums zu dicht, trocknen die Zweige nach dem Regen nicht schnell genug ab. In dieser feuchten Umgebung kann sich die Kräuselkrankheit schnell ausbreiten. Deshalb solltest du deinen Baum regelmäßig beschneiden und vor allem dicht stehende Äste auslichten.
  • Pfirsichbaum regelmäßig düngen: Bekommt dein Pfirsichbaum regelmäßig zusätzliche Nährstoffe, kann er sich besser gegen die Kräuselkrankheit wehren. Versorge ihn immer mal wieder mit etwas organischem Dünger oder Kompost. So wird der Baum widerstandsfähiger.
  • Pfirsichbaum unterpflanzen: Den schattigen Platz unter dem Pfirsichbaum kannst du mit Knoblauch, Kapuzinerkresse oder Meerrettich unterpflanzen. Durch sie wächst der Baum besser und kräftiger.
  • Richtig gießen: Wenn du deinen Pfirsichbaum gießt, solltest du darauf achten, dass du nur den Boden wässerst und kein Wasser auf die Blätter gelangt.

Mit resistenten Pfirsichsorten vorbeugen

Pfirsichsorten mit weißem Fruchtfleisch sind in der Regel widerstandsfähiger gegen die Kräuselkrankheit.
Pfirsichsorten mit weißem Fruchtfleisch sind in der Regel widerstandsfähiger gegen die Kräuselkrankheit. (Foto: CC0 / Pixabay / _Alicja_)

Einige Pfirsichbäume sind weniger anfällig für die Kräuselkrankheit. Vor allem weißfleischige Sorten sind generell widerstandsfähiger gegen den Erregerpilz, obwohl du auch hier nicht auf einen zusätzlichen Pflanzenschutz verzichten solltest.

Die folgenden Pfirsichsorten werden weniger häufig von der Kräuselkrankheit befallen:

  • Fidela
  • Amsen
  • Roter Ellerstädter
  • Weinbergpfirsich
  • Benedicte
  • Revita

Ackerschachtelhalm-Brühe: Hilfe bei Kräuselkrankheit

Aus Ackerschachtelhalmen kannst du einen natürlichen Pflanzenschutz gegen die Kräuselkrankheit herstellen.
Aus Ackerschachtelhalmen kannst du einen natürlichen Pflanzenschutz gegen die Kräuselkrankheit herstellen. (Foto: CC0 / Pixabay / jggrz)

Ist dein Pfirsichbaum von der Kräuselkrankheit befallen, solltest du nicht direkt zu chemischen Bekämpfungsmitteln greifen, da diese oft sehr aggressiv sind und deinem Baum schaden können. Schonender kannst du die Krankheit mit einer Brühe aus Ackerschachtelhalmen behandeln. Die heimische Heilpflanze wächst in beinahe jedem Garten und soll deine Pflanzen stärken. Am besten sammelst du die Halme im August, da der Wirkstoff in dieser Zeit besonders hoch konzentriert ist.

Das benötigst du für die Ackerschachtelhalm-Brühe:

  • 1 Kilogramm Ackerschachtelhalme
  • 10 Liter Wasser

So funktioniert’s:

  1. Lege das frisch gepflückte Kraut in einem großen Eimer mit zehn Litern Wasser. Lass es etwa 24 Stunden lang einweichen.
  2. Fülle das Kraut in einen Topf und koche es anschließend eine halbe Stunde lang auf. Wenn du keinen Topf hast, der groß genug ist, kannst du diesen und die folgenden Schritte einfach mit kleineren Töpfen wiederholen.
  3. Lasse die Ackerschachtelhalme abkühlen und gieße die Brühe durch ein feines Sieb ab.
  4. Verdünne den Pflanzenschutz, indem du einen Teil Brühe mit fünf Teilen Wasser mischst. Anschließend kannst du deinen Pfirsichbaum mit der Lösung gießen.

Tipp: Ackerschachtelhalm-Brühe hilft auch bei Malvenrost, Blattfleckenkrankheiten und Spinnmilben.

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