Vegane Müllermilch: Wir haben uns die Neuheit näher angesehen

Müller vegane Produkte
Foto: Lisa Ammer / Utopia

Die Molkerei Müller dürfte vielen wegen ihrer Milchprodukte bekannt sein, zum Beispiel „Müllermilch“ und Milchreis. Jetzt geht das Unternehmen mit einer veganen Produktlinie einen neuen Weg. Wir haben uns einige der veganen Drinks und Desserts von Müller genauer angesehen.

Einigen mag schon aufgefallen sein: Es gibt zunehmend vegane Produkte im Handel. Vor allem bei den Lebensmitteln steht vegan und vegetarisch hoch im Kurs. Daher ist nicht überraschend, dass nun auch Firmen pflanzliche Produkte herstellen, die bislang eher durch tierische Produkte bekannt waren, darunter auch die Molkerei Müller. Ursprünglich ist Müller 1896 als als kleines Molkereiunternehmen in Aretsried gestartet. Inzwischen ist aus dem Molkereibetrieb eine europaweit agierende Unternehmensgruppe geworden, zu der unter anderem auch die Marken Weihenstephan und Naturfarm gehören. Das Unternehmen hat seit den 70er Jahren eine enorme Marktmacht entwickelt und ist stetig expandiert. Die Bemühungen bezogen sich jedoch immer auf den Markt konventioneller Lebensmittel; Bio-Erzeugnisse sind für die Unternehmensgruppe keine Option, wie es scheint.

Nun weicht das Molkereiunternehmen etwas vom bisherigen Ansatz ab: Erstmals bietet Müller rein pflanzliche Produkte an, für alle, die sich vegan ernähren oder häufiger auf tierische Produkte verzichten wollen. Im neuen Sortiment befinden sich altbekannte Produkte, nur eben auf rein pflanzlicher Basis. So zum Beispiel ein veganes Getränk oder ein veganes Reisdessert, die der bekannten „Müllermilch“ und dem „Milchreis“ der Molkerei nachempfunden sind.

Hinter dem Schritt, nun auch vegane Alternativen anzubieten, lassen sich eher ökonomische Gründe vermuten. Auf der eigenen Website spricht das Unternehmen zudem davon, dass sich pflanzenbasierte Produkte als „ein anhaltender Trend“ erweisen und dass Müller der entsprechenden Zielgruppe passende Produkte zur Verfügung stellen möchte. Von tierethischen oder ökologischen Beweggründen gibt es (zumindest seitens Firmenkommunikation) keine Spur.

Was steckt in den veganen Produkten von Müller?

Müller bleibt den ursprünglichen Produkten gewissermaßen treu. Die Molkerei geht nicht unter die Bäcker, sie stellt weiterhin Getränke und Desserts her – nur auch auf pflanzlicher Basis.

Der „Vegan Drink“ besteht zum Großteil aus Wasser und Hafer, wie wir es auch von Haferdrinks kennen. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil ist Zucker. Je nach Geschmacksrichtung werden dem Getränk unterschiedliche Aromen zugefügt, zum Beispiel Vanille. Noch ein wenig Rapsöl, Stärke, färbendes Pflanzenkonzentrat (aus Karotte) und der Vanille-Drink ist fertig. Wie bei einigen anderen veganen Produkten sind dem veganen Drink von Müller Vitamine zugesetzt, zum Beispiel B1, B6 und B12.

Der „Vegan Reis“ ist – anders als der pflanzliche Drink – nicht aus Hafer, sondern aus Kokos. Ein Hauptbestandteil des Desserts ist Kokosmilch, die mit Wasser, Reis und Zucker zur veganen Version des bekannten Milchreis gemischt wird. Je nach Geschmacksrichtung werden Kirschen, Äpfel, Aromen, färbende Pflanzenkonzentrate und ähnliche Zutaten zugefügt, zum Beispiel zur Verdickung oder Säureregulation.

Vegan ist „im Trend“ – auch bei Molkereien

Keine Frage, vegan ist im Kommen und wird offensichtlich nicht wieder verschwinden. Das haben inzwischen auch viele Firmen erkannt, die ursprünglich aus einer ganz anderen Ecke kommen. Es gibt vegane Joghurts, pflanzliche Aufstriche, vegane Käsealternativen und vieles mehr. Was sich vor einigen Jahren noch mühsam gestaltete, ist für viele Veganer:innen inzwischen einfacher – nämlich: pflanzliche Alternativen zu tierischen Produkten (im Supermarkt um die Ecke) zu finden.

Oft handelt es sich bei den veganen Alternativen aber um Produkte, die stark verarbeitet sind und eine lange Zutatenliste haben. Im konkreten Fall der Müller-Produkte enthalten die tierischen Nahrungsmittel jedoch ähnliche Zusätze wie die veganen Varianten. Wer Zusatzstoffe meiden will, sollte also weder zum Fertigprodukt aus Milch noch aus Pflanzen greifen.

Utopia meint: Es ist begrüßenswert, dass immer mehr Firmen vegane Produkte herstellen und pflanzliche Alternativen anbieten. Besonders, wenn es sich um Unternehmen handelt, deren Geschäft bislang Produkte tierischen Ursprungs sind. Es ist jedoch nicht zu erwarten, dass zum Beispiel Müller in absehbarer Zeit das gesamte Sortiment auf rein pflanzliche Lebensmittel umstellt. Letztendlich ist es also persönliche Abwägung jeder einzelnen Person, ob man die Bestrebungen solcher Firmen nach pflanzlichen Alternativen fördern will oder ob man auf Vegan-Pioniere setzt, die zum Beispiel ein rein veganes Sortiment anbieten.

Bei veganen Produkten empfehlen wir ebenfalls, dass sie Bio-zertifiziert sind. Auch hier findet sich ein wachsendes Angebot in den Regalen, vor allem in Bio-Supermärkten. Auf die veganen Müller-Produkte trifft ebenso wenig zu, dass diese Bio-zertifiziert sind, wie auf die Milchprodukte des Unternehmens.

Weniger Müll durch Plastikverpackungen verursachst du übrigens, wenn du dein veganes Reisdessert selbst machst. Das geht aus nur wenigen Zutaten und du kannst dabei zum Beispiel auch selbst bestimmen, wieviel (oder wie wenig) Zucker du verwenden möchtest.

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