Nori-Algen: So gesund und nachhaltig sind sie wirklich

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Sushi hat sie bekannt gemacht: die Nori-Algen. Warum sie im Trend sind, wie sie angebaut werden und was an ihrem Ruf als „Superfood“ dran ist, erfährst du hier.

Von den zahlreichen Algenarten kennen wir nur sehr wenige in der Küche – zum Beispiel die Nori-Algen.
Von den zahlreichen Algenarten kennen wir nur sehr wenige in der Küche – zum Beispiel die Nori-Algen.
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Nori-Algen – oder kurz nur Nori – gehören zu den bekanntesten Speisealgen. Als Nori-Blätter sind sie ein wesentlicher Bestandteil von Sushi. Du kannst sie aber auch für Salate und Suppen nutzen – sowie für verschiedene japanische Rezepte. Darüber hinaus gibt es viele Kosmetikprodukte mit Algen, zum Beispiel Masken und Cremes.

Laut dem Magazin GEO werden jährlich 400.000 Tonnen Nori-Algen geerntet. Insgesamt beträgt die Ernte von essbaren Algen über neun Millionen Tonnen. Sie stammen vor allem aus Japan, China, den Philippinen und Korea – aber auch in der Bretagne und Kalifornien werden Algen kultiviert. Gerade in Japan sind Algenfarmen eine gute Alternative zu traditionellen Farmen, weil es an landwirtschaftlichen Anbauflächen mangelt.

Nori-Algen gehören zu den Rotalgen, einer Algenklasse, die aus über 4.000 Arten besteht und die überwiegend im Meer vorkommt. In unseren Meeren gibt es die Nori-Algen nicht, aber nahe Verwandte gibt es auch in der Nordsee, auf Helgoland und an den Küsten Großbritanniens, so der rbb. (Link zur Audiodatei)

Neben Nori-Algen gibt es viele weitere Speisealgen wie zum Beispiel Grünalgen. Zu ihnen zählt beispielsweise Ulva, der sogenannte Meeressalat – er gilt in Frankreich als Delikatesse. Außerdem gibt es Zuckertang und Braunalgen wie Wakame, welche Bestandteil der japanischen Misosuppe sind. All diese Arten gehören zu den Makroalgen, also großblättrige Algen aus vielen Zellen. Darüber hinaus gibt es noch Mikroalgen wie Spirulina-Algen und Chlorella, die häufig als Nahrungsergänzungsmittel vermarktet werden.

Nährwerte und Inhaltsstoffe von Nori-Algen

Was aussieht wie grüner Salat, ist ein Salat aus Algen.
Was aussieht wie grüner Salat, ist ein Salat aus Algen.
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Die Nori-Alge erfreut sich vor allem bei Veganer*innen großer Beliebtheit – denn sie enthält das Vitamin B12, das sonst fast nur in tierischen Produkten zu finden ist. Wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) erklärt, ist allerdings noch nicht geklärt, ob das Vitamin in Nori-Algen eine hohe Bioverfügbarkeit hat. Das heißt, es ist unklar, wie viel von dem Vitamin in den Algen unser Körper verwerten kann. Eine finnische Studie spricht für die Alge als Vitamin-Lieferant: Im Rahmen der Untersuchung hatte eine Gruppe von Veganer*innen über einen längeren Zeitraum Nori-Algen oder/und Chlorella verzehrt – sie hatten einen doppelt so hohen B12-Gehalt im Blut wie die vegane Kontrollgruppe. Neben Vitamin B12 enthalten Nori-Algen weiter B-Vitamine wie Folsäure und Beta-Carotin.

Auf Algenprodukten wirst du häufig Warnhinweise zum hohen Jodgehalt von Speisealgen entdecken. Jod ist ein Spurenelement, das unser Körper zwar braucht, das in zu großen Mengen aber zu einer Schilddrüsenproblemen führen kann. Allerdings haben Nori-Algen laut dem Bundeszentrum für Ernährung einen eher geringen und daher unproblematischen Jodgehalt – anders als ihre Verwandten, die Braunalgen. Wenn du die Algen vor dem Verzehr in Wasser einweichst und abspülst, kannst du den Jodgehalt weiter verringern.

Beachte: Menschen mit Schilddrüsenproblemen sollten auf den Verzehr von Algen verzichten oder vorher Rücksprache mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin halten.

Vom Jod- und Vitamin-B12-Gehalt abgesehen, enthält die Nori-Alge ähnliche Nährstoffe wie ihre Verwandten. 100 Gramm enthalten im Schnitt:

  • 318 Kilokalorien
  • 11g Eiweiß
  • 4g Fett
  • 53g Kohlenhydrate

Der genaue Gehalt kann allerdings stark schwanken, je nach Anbau und Erntezeit. Nori-Algen sind also kalorienarm und enthalten viele Proteine. Sie versorgen den Körper mit Omega-3-Fettsäuren sowie wichtigen Mineralstoffen wie Natrium, Kalium, Magnesium und Eisen. Dazu enthalten sie viele Ballaststoffe (neun Gramm pro 100 Gramm).

Stiftung Warentest weist außerdem darauf hin, dass Nori-Algen laut einer Untersuchung häufig mit Schwermetallen und Schadstoffen belastet sind. Daher solltest du beim Kauf darauf achten, dass du Produkte kaufst, die den Jodgehalt, ihre Herkunft und eine maximale Verzehrmenge angeben.

So werden Nori-Algen angebaut

Nori-Algen bekommst du in der Regel nur in getrockneter Form.
Nori-Algen bekommst du in der Regel nur in getrockneter Form.
(Foto: CC0 / Pixabay / F_A)

Nori-Algen werden in Tanks vorgezogen. Darin lagern die Sporen ungefähr fünf Monate lang auf Austernschalen. Dann werden sogenannte Seeding Nets (auf Deutsch „Ansaatnetze“) in den Tank gehängt und das Wasser für 20 bis 60 Minuten in Bewegung gehalten. Das wühlt die Sporen auf und bewirkt, dass sie sich im Netz festhängen. Danach platzieren die Farmer*innen die mit Sporen besetzten Netze im Meer.

Im ersten Monat nach der Aussaat wachsen die Algen nur etwa einen Zentimeter. Dann beschleunigt sich ihr Wachstum massiv, sie können innerhalb von zwei Wochen bis zu 15 Zentimeter länger werden. Nach fünfzig Tagen haben sie eine Länge von 15 bis 20 Zentimeter erreicht. Nach der Ernte werden die Nori-Algen sofort getrocknet und zu Blättern zurecht geschnitten.

Wie nachhaltig sind Nori-Algen?

Die Nori-Algen, die wir im Supermarkt kaufen oder im Restaurant serviert bekommen, stammen in der Regel aus Südostasien. Sie haben also meistens einen langen Transportweg hinter sich. 

Greife am besten auf ein Produkt mit Biosiegel zurück. Laut dem Bundeszentrum für Ernährung setzt die EU-Öko-Verordnung voraus, dass die Bio-Algen aus Gewässern mit hoher ökologischer Qualität stammen und nachhaltig bewirtschaftet werden. Beim Bio-Verband Naturland gelten unter anderem noch strengere Anforderungen an die Wasserqualität – auch soziale Standards werden berücksichtigt. Nori-Algen mit Bio-Siegel findest du im Bioladen

Laut GEO haben Algen einen positiven Effekt auf das Klima: Sie entziehen der Luft dreimal so viel Kohlenstoffdioxid wie Nutzpflanzen – und können damit viele Treibhausgase binden. Unumstritten sind sie allerdings nicht, weil zu viele Algen laut Spektrum zur Algenblüte führen können: Damit wird die Massenvermehrung von Algen in nährstoffreichen Gewässern bezeichnet. Diese Algen sterben dann ab, sinken zum Grund und werden von Bakterien zersetzt. Das ist ein aerober Prozess, das heißt, die Bakterien verbrauchen dabei Sauerstoff. Dadurch sterben zahlreiche andere Lebewesen, die vom Sauerstoff im Gewässer abhängig sind. Das Gewässer wird zur toten Zone. Hinzu kommt, dass sich unter den Algenteppichen Gase bilden können, die giftig und schädlich fürs Klima sind. Manche Algen produzieren auch selbst Giftstoffe.

Wie sich die Kultivierung von Speisealgen auf das Klima auswirkt, positiv wie negativ, ist noch wenig erforscht. Wird sie nachhaltig betrieben, kann die Algenzucht regional angebaute, klimafreundliche und nährstoffreiche Lebensmittel produzieren. Auch als Treibstoff für Autos, als Rohstoff für Kleidung und als Verpackungsmaterial sind Algen im Gespräch.

Lies auch: Algen im Essen, in Kleidung und Kosmetik – das Material der Zukunft?

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