Carotin: Müssen es wirklich Kapseln und Tabletten sein?

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Carotin-Tabletten sollen unsere Haut schützen und als „Schönheitskapseln“ für die „Schönheit von innen“ sorgen. Doch ist es wirklich nötig, Carotin zu supplementieren oder können wir unseren Bedarf auch auf natürliche Weise decken?

Was sind Carotine?

Carotine sind sekundäre Pflanzenstoffe und gehören zur Gruppe der Carotinoide. Sie sind der Grund für die rote, gelbe oder orange Färbung von verschiedenen Obst- und Gemüsesorten. Synthetisch hergestellt werden sie deshalb auch gern als Lebensmittelfarbe eingesetzt. Der Name stammt vom lateinischen Wort „carota“, was „Karotte“ bedeutet und damit auf den bekanntesten Carotin-Lieferanten anspielt.

Es existieren über 600 Carotin-Varianten, von denen circa 60 durch den menschlichen Organismus in Vitamin A umgewandelt werden können. Das sogenannte Beta-Carotin besitzt die höchste Vitamin A-Aktivität und ist deshalb der bekannteste und wichtigste Vertreter der Carotine. Da es eine wichtige Vorstufe des Vitamin A ist, wird es auch als Provitamin A bezeichnet.

Wozu brauchen wir Carotin?

Beta-Carotin wird zu Vitamin A umgewandelt und hat als solches eine große Bedeutung für unser Sehorgan.
Beta-Carotin wird zu Vitamin A umgewandelt und hat als solches eine große Bedeutung für unser Sehorgan. (Foto: CC0 / Pixabay / cocoparisienne)

Die wichtigste Funktion der Carotine ist ihre zellschützende (antioxidative) Wirkung: Carotine beseitigen freie Sauerstoffradikale im Gewebe und schützen uns dadurch vor schädlichen Umwelteinflüssen, wie Infektionen und UV-Strahlen. Carotin ist außerdem maßgeblich an der Stärkung unseres Immunsystems beteiligt.

Werden Carotine durch den Stoffwechsel umgewandelt, erfüllen sie als Vitamin A weitere entscheidende Funktionen. Allgemein bekannt ist die Bedeutung für unsere Sehkraft. Bestimmt hat jeder schon einmal den Spruch gehört „Oder hast du schon mal einen Hasen mit Brille gesehen?“ Was viele jedoch nicht wissen ist, dass wir ohne Vitamin A überhaupt nicht in der Lage wären, irgendetwas zu sehen. Die Blick-Impulse, die auf unsere Augen treffen, müssen erst zum Gehirn weitergeleitet werden und dort zu richtigen Bildern verarbeitet werden. Diese Weiterleitung würde ohne Vitamin A gar nicht erst stattfinden. Bei einem Vitamin-A-Mangel kann es deshalb tatsächlich zu Sehstörungen, wie Nachtblindheit oder Verringerung der Sehschärfe, sowie zu sehr trockenen Augen kommen.

Eine weitere bekannte Funktion des Vitamin A ist seine Bedeutung für unsere Haut. Trockene, gereizte oder sehr empfindlichen Haut kann ein Zeichen von Vitamin-A-Mangel sein, da dieses maßgeblich am Aufbau der Haut beteiligt ist. Vitamin A ist außerdem wichtig für die Stabilität unserer Knochen und die Funktionstüchtigkeit unserer Schleimhäute.

Welche Lebensmittel enthalten Carotin?

Möhren zählen zu den bekanntesten Carotin-Lieferanten.
Möhren zählen zu den bekanntesten Carotin-Lieferanten. (Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign)

Auf dem Markt der Nahrungsergänzungsmittel wird mit Carotin-Tabletten als dem „Sonnenschutz von Innen“, „Hilfe bei der Aktivierung der Bräune“ oder „Heilmittel gegen trockene Haut“ geworben. Wenn du jedoch jeden Tag verschiedene Obst- und Gemüsesorten in deine Ernährung integrierst, wirst du deinen Bedarf an Carotin auch ohne Tabletten und Kügelchen decken können. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt die empfohlene tägliche Carotin-Zufuhr bei zwei bis vier Milligramm.

Als Faustregel gilt, dass alle roten, gelben oder orangen Obst- und Gemüsearten einen hohen Anteil an Carotin aufweisen. Dazu zählen z.B.:

Doch auch viele grüne Gemüsesorten versorgen deinen Körper mit Carotin. Die Farbe des Carotins wird dabei von dem Grün des hohen Chlorophyll-Gehalts überlagert. Grünkohl weist den höchsten Carotin-Gehalt aller Lebensmittel auf: Schon 25 bis 40 Gramm decken deinen Tagesbedarf. Auch Spinat, Rucola, Wirsing oder Feldsalat sind Beispiele für carotinhaltige Gemüsearten.

Damit dein Körper das Carotin entsprechend verwerten kann, solltest du die genannten Gemüse- und Obstsorten immer mit etwas (hochwertigem) Fett zu dir nehmen. Du kannst z.B. Gemüse in etwas Öl oder Butter anbraten, Oliven- oder Leinöl über deinen Salat geben oder ein paar Nüsse und Samen über deinen Obstsalat streuen. Um die Verwertung deinem Körper nochmals zu erleichtern, solltest du die Lebensmittel außerdem lang genug kauen oder auch püriert bzw. als Saft genießen.

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