Schimmel an Lebensmitteln: Ab in den Müll oder auf den Teller?

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Wenn Lebensmittel Schimmel bilden, stellt sich oft die Frage, ob man sie noch essen kann oder lieber wegwerfen sollte. Wir haben eine Übersicht für dich zusammengestellt, wie du mit verschiedenen schimmelbefallenen Lebensmitteln umgehen solltest.

Wenn wir auf Lebensmitteln einen weißen, grauen oder grünlichen Belag entdecken, stehen wir vor der Entscheidung: Kann das noch auf den Teller oder sollte es besser gleich in den Müll? 

Wichtig zu wissen ist, dass es verschiedene Arten von Schimmelpilzen gibt – einige von ihnen bilden giftige Mykotoxine. Diese Schimmelpilzgifte sind Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) können sie bei Menschen und Tieren bereits in geringen Mengen gesundheitsschädlich wirken. Schimmelsporen gelangen entweder durch Einatmen oder durch den Verzehr schimmliger Lebensmittel in den Körper. Eine hohe oder häufige Einnahme dieser Stoffe kann laut dem BfR Auswirkungen auf Leber und Nieren, das Immunsystem oder die Schleimhäute haben und sogar krebserregend wirken. Vor allem Menschen mit einer Schimmelpilzallergie, Kinder, Schwangere und Personen mit einem geschwächten Immunsystem sollten besonders vorsichtig sein. Was du tun kannst, wenn du versehentlich Schimmel gegessen hast, erfährst du in unserem Artikel Schimmel gegessen: Was du jetzt beachten solltest.

Lebensmittel, besonders die wasserhaltigen, bieten einen idealen Nährboden für Schimmel. Wir haben eine Liste für dich zusammengestellt, damit du weißt, welche Lebensmittel du bei Schimmelbefall sofort entsorgen solltest und welche unter Umständen noch essbar sind.

Richtlinien bei Schimmelbefall von Lebensmitteln

Weggeworfene Lebensmittel kannst du zu Kompost weiterverarbeiten.
Weggeworfene Lebensmittel kannst du zu Kompost weiterverarbeiten.
(Foto: CC0 / Pixabay / Ben_Kerckx)

Grundsätzlich gilt:

  • Auch bei geringem Schimmelbefall: Schimmel solltest du in keinem Fall essen
  • Schimmlige Lebensmittel solltest du sofort entsorgen beziehungsweise schimmlige Stellen sofort und großzügig wegschneiden. Denn Schimmel verbreitet sich durch Berührung und über die Luft und Schimmelsporen sind im Entstehen oftmals (noch) nicht sichtbar. Es ist daher besser, kein unnötiges Risiko einzugehen.
  • Wenn Schimmel an der Oberfläche eines Lebensmittels sichtbar wird, hat er häufig bereits auch das Innere befallen.
  • Wasserreiche Lebensmittel solltest du selbst dann wegwerfen, wenn sie nur leicht von Schimmel befallen sind. Mykotoxine breiten sich in wasserreichen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse sehr schnell aus. Gleiches gilt für Lebensmittel, die aus wasserreichem Obst oder Gemüse hergestellt sind, wie zum Beispiel Kompott oder Säfte.
  • Wenn du dir unsicher bist, wirf das schimmlige Lebensmittel lieber weg. Im schlimmsten Fall kann der Schimmel gesundheitsschädlich sein.
  • Untersuche angrenzendes Obst oder Gemüse. Wasche es sicherheitshalber ab und reibe es anschließend trocken. Schneide gegebenenfalls die Stelle, die in der Nähe des Schimmels war, weg und verzehre den Rest sofort. Sollte sich der Schimmel bereits ausgebreitet haben, entsorge alle betroffenen Lebensmittel.
  • Verschimmelte Lebensmittel darfst du keinesfalls an Tiere verfüttern. Schimmel ist für sie genauso schädlich wie für Menschen.

Lebensmittel, die du bei Schimmelbefall wegwerfen solltest

Vor allem wasserreiche Lebensmittel solltest du bei Schimmelbefall komplett entsorgen.
Vor allem wasserreiche Lebensmittel solltest du bei Schimmelbefall komplett entsorgen.
(Foto: CC0 / Pixabay / Shutterbug75)
  • Obst und Gemüse: Wasserhaltiges Obst und Gemüse und daraus hergestellte Produkte wie Säfte oder Kompott solltest du bereits bei kleinem Schimmelbefall komplett entsorgen. Festere Sorten wie zum Beispiel Karotten, Kartoffeln, Blumenkohl, Äpfel und Bananen kannst du in der Regel großzügig vom Schimmelbefall befreien und den Rest verzehren. 
  • Zitrusfrüchte: Für Zitrusfrüchte wie Zitronen, Mandarinen oder Orangen gilt dasselbe wie für wasserreiches Obst und Gemüse. Leider musst du die ganze Frucht wegwerfen.
  • Milch und Milchprodukte: Produkte wie Joghurt, Quark oder Frischkäse solltest du ebenfalls komplett in den Müll werfen, wenn sie schimmeln. Gleiches gilt für Milchalternativen und daraus hergestellte Produkte.
  • Käse: Weichkäse, Schnittkäse und Frischkäse gehört bei Schimmelbefall komplett in den Biomüll. Eine Ausnahme ist Hartkäse: Ist er nur oberflächlich befallen, kannst du den Schimmel großflächig entfernen. Ist auch das Innere betroffen, entsorgst du besser den ganzen Käse. Nicht zu verwechseln ist ein Befall von „wildem“ Schimmel mit einem gewollten Zusatz von Edelschimmel in manchen Käsesorten.
  • Wurst und Fleisch: Schimmlige Wurst- und Fleischwaren solltest du in den meisten Fällen komplett entsorgen. Nur bei luftgetrockneten Produkten wie Schinken oder Salami am Stück kannst du den Schimmel einfach wegschneiden. Schimmligen Aufschnitt dagegen solltest du immer wegwerfen, auch wenn es sich um getrocknete Wurstwaren handelt. Auch bei Fleischwaren gibt es allerdings Sorten wie Edelsalami, bei denen Edelschimmel den Geschmack verfeinert.
  • Konfitüren und Marmelade: Sorten mit niedrigem Zuckergehalt oder Zuckerersatz wie Süßstoff solltest du komplett entsorgen, wenn sie schimmeln. Bei Sorten mit hohem Zuckergehalt ist es zwar möglich, nur die befallene Stelle großzügig zu entfernen. Allerdings rät das BfR dazu, schimmlige Konfitüre oder Marmelade grundsätzlich in den Müll zu werfen.
  • Brot: Ist bei einem Brotlaib oder geschnittenem Brot Schimmel zu sehen, solltest du das Produkt komplett entsorgen. Zumeist haben sich dann schon im Inneren die Schimmelsporen ausgebreitet.
  • Nüsse: Bei Nüssen gilt besondere Vorsicht. Verdorbene Nüsse enthalten häufig Aflatoxin, ein starkes Pilzgift. Dieses entsteht vor allem durch feuchte Lagerung. Bei Nüssen mit längeren Transportwegen solltest du daher besonders vorsichtig sein und diese vor dem Verzehr auf verdorbene Nüsse untersuchen. Egal ob der Kern oder die Schale befallen ist: Schimmlige Nüsse solltest du komplett wegwerfen. Gegebenenfalls sogar leider die ganze Packung.
  • Getreide und Saaten: Schimmel auf Getreide ist zumeist bereits auf dem Feld oder durch die Lagerung entstanden. Hier solltest du die ganze Packung entsorgen. Zu den anfälligen Sorten zählen zum Beispiel Dinkelkerne, Weizenkleie, Sesam oder Mohn. Auch Mehl kann von Schimmel befallen werden, zum Beispiel wenn es zu warm oder zu feucht gelagert wird.
  • Trockenfrüchte: Schimmlige Trockenfrüchte gehören ebenfalls komplett in den Müll. Aber Achtung: Häufig handelt es sich bei weißem Belag auf Trockenfrüchten nur um Zuckerablagerungen. Für Schimmel sprechen beispielsweise feine weiße Härchen. Häufig zeigt sich Schimmel bei Trockenfrüchten in Form von schwarzen Punkten im Inneren.
  • Gewürze: Wie bei Nüssen entsteht bei schimmelnden Gewürzen der hochgiftige Stoff Aflatoxin. Wirf betroffene Gewürze darum komplett weg. Schimmel entsteht zum Beispiel, wenn du die Gewürzbehälter über das dampfende Gericht hältst: Wärme und Feuchtigkeit begünstigen Schimmelwachstum. 

Tipps, um Schimmel an Lebensmitteln vorzubeugen

Mit unseren Tipps kannst du deine Lebensmittel vor Schimmel bewahren.
Mit unseren Tipps kannst du deine Lebensmittel vor Schimmel bewahren.
(Foto: CC0 / Pixabay / pasja1000)

Die meisten Lebensmittel, die von Schimmel befallen sind, müssen also leider komplett weggeworfen werden. Damit du unnötige Lebensmittelverschwendung vermeiden kannst, möchten wir dir hier einige Tipps an die Hand geben, wie du Schimmel vorbeugen kannst.

  • Gezieltes Einkaufen: Kaufe nur so viel, wie du wirklich brauchst. Ein Einkaufszettel kann dir dabei helfen. Vielleicht ist es eine Option für dich, vor deinem Einkauf die Gerichte der Woche festzulegen und nur die dafür erforderlichen Zutaten zu kaufen.
  • Lebensmittel richtig lagern: Grundsätzlich gilt es, Lebensmittel sauber, trocken und kühl zu lagern. Wärme und Feuchtigkeit begünstigen Schimmelwachstum. Zum Beispiel sollten Mehl und Getreide trocken und Milchprodukte stets kühl gelagert werden. Gemüse und Obst sollte locker gelagert werden. Mehr Tipps bekommst du unter anderem in unseren Artikeln Vorräte richtig lagern und die optimale Kühlschrank-Temperatur einstellen und 10 Lebensmittel, die du nicht im Kühlschrank lagern solltest.
  • Ethylen: Manche Lebensmittel wie Äpfel und Tomaten stoßen große Mengen des Reifegases Ethylen aus. Dieses beschleunigt den Reifungsprozess danebenliegender Obst- oder Gemüsesorten. Wähle die Nachbarn also bewusst aus. Welche Sorten du besser voneinander fernhalten solltest, kannst du im Artikel Obst und Gemüse gemeinsam lagern – oder getrennt? nachlesen.
  • Sauberkeit: Wische regelmäßig Flächen und Behälter aus, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Brotkrümel begünstigen beispielsweise Schimmelbefall im Brottopf. Entferne sie daher regelmäßig und wische den Behälter, in dem du Brot aufbewahrst, mit Essigwasser aus. Auch den Kühlschrank solltest du regelmäßig auswaschen. Darin sammelt sich an manchen Stellen oft Wasser und damit Feuchtigkeit. Achte darauf, anschließend alles wieder gut zu trocknen.
  • Aufmerksamkeit: Weist Obst oder Gemüse bereits beim Kauf Druckstellen oder Beschädigungen auf, solltest du diese Exemplare schnellstmöglich verzehren oder zumindest fern von anderen Lebensmitteln lagern. Untersuche deine Lebensmittel regelmäßig auf Schimmelbefall.
  • Resteverwertung: Mach aus Lebensmitteln, die bald schlecht werden, rechtzeitig ein leckeres Gericht. Aus alten Brotresten kannst du zum Beispiel Arme Ritter zubereiten. Beachte zur weiteren Inspiration unsere Artikel Mit Resten kochen: Rezeptideen für Speisereste vom Vortag und Resteessen: 3 Rezepte gegen Lebensmittelverschwendung.

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    (1) Kommentar

    1. Wie sieht es mit Maronen aus? (im Netz?)
      Liegen oft schon im Laden schimmelig in der Kiste.
      Was passiert, wenn man die Maronen kocht und dabei eine schimmlige dabei war?