Öko, regional, gemietet: Alternativen zum klassischen Weihnachtsbaum

Weihnachtsbaum-Alternativen: bio, regional oder mieten
Foto: © kallejipp / photocase.com

Weihnachtsbäume wachsen meist in Monokulturen, werden mit Pestiziden behandelt oder kommen aus dem Ausland. Das schadet nicht nur der Umwelt, sondern auch der eigenen Gesundheit. Utopia stellt nachhaltige Alternativen zum klassischen Weihnachtsbaum vor.

Etwa vier Millionen der fast 30 Millionen verkauften Weihnachtsbäumen in Deutschland haben weite Transportwege hinter sich – sie kommen aus Nachbarländern wie Dänemark, Ungarn, Österreich, Polen oder Tschechien. Der Großteil der Bäume wächst zwar bei uns, allerdings meist in eigens angelegten Weihnachtsbaumkulturen.

Auf diesen Plantagen wird kräftig gespritzt und gedüngt: Insektizide, Herbizide und Mineraldünger, damit der Christbaum möglichst gerade wächst und sich die Nadeln intensiver grün färben. Das ist schädlich für Böden und Gewässer – und mit einem gespritzten Weihnachtsbaum holst du dir einen Chemiecocktail direkt ins Wohnzimmer.

Das muss nicht sein. Es gibt umweltschonende und nachhaltige Alternativen zum klassischen Weihnachtsbaum.

Zertifizierter Öko-Weihnachtsbaum

Die Unterschiede bei Öko-Weihnachtsbäumen: Sie wachsen in Mischkulturen, was sie weniger anfällig für Insekten-Schädlinge macht. Die Flächen werden nicht mit Herbiziden bespritzt, sondern oft halten Schafe die Pflanzen zwischen den Bäumen kurz. Zwei gute Extras: Durch das wählerische Fressverhalten der Schafe werden die Bäume nicht gefährdet und der Kot sorgt für eine zusätzliche Düngung.

Weihnachtsbäume aus ökologischen Weihnachtsbaumkulturen erkennt man am FSC-, Naturland- oder Bioland-Siegel. Eine bundesweite Liste der Anbieter von Öko-Weihnachtsbäumen gibt es bei der Umweltschutzorganisation Robin Wood.

Mehr lesen: Weihnachtsbäume: ohne Gift – aus der Region

Regionaler Weihnachtsbaum

Der beliebteste Weihnachtsbaum der Deutschen ist die Nordmanntanne. Was viele nicht wissen: Sie wächst ursprünglich gar nicht bei uns. Es ist also besser, sich für eine regionale Baumart zu entscheiden – eine Fichte, Kiefer oder Tanne. Wer in einer Gegend wohnt, in der es keine zertifizierten Öko-Weihnachtsbäume zu kaufen gibt, entscheidet sich also am besten für einen aus der eigenen Region. Der Einsatz von Pestiziden ist ohne Siegel zwar nicht ausgeschlossen, kommt aber in der regionalen Forstwirtschaft deutlich seltener vor.

Der NABU empfiehlt, auf Bäume von sogenannten Sonderflächen (unter Strom- oder auf Leitungstrassen) zurückzugreifen, da diese Flächen Teil der regionalen Forstbetriebe sind. Wer sich für so einen Baum interessiert, fragt am besten beim Förster oder Forstamt nach. Dort kann man oft auch Bäume bekommen, die ohnehin beim Durchforsten von Wäldern anfallen. Manche Waldbesitzer bieten in der Weihnachtszeit auch die Möglickeit, einen Christbaum selber zu schlagen.

Hier findest du regionale Weihnachtsbaumanbieter in deiner Nähe  – auch zum Selberschlagen.

Bessere Weihnachtsbäume: öko, regional, zum Mieten, selbstgemacht
Vielleicht gibt es ja auch in deiner Nähe die Möglichkeit, einen Weihnachtsbaum selbst zu schlagen? (Foto: CC0 Public Domain / Unsplash.com)

Fairer Weihnachtsbaum

Zertifiziert faire Christbäume – das garantiert die Zertifizierung und das Unternehmen “Fair Trees“: faire Arbeitsbedingungen und Entlohnung für die Samenpflücker, umweltschonenden Anbau und schadstoffarme Weihnachtsbäume.

Der Großteil des Saatguts für die Weihnachtsbaumproduktion stammt aus Georgien. Die Zapfenpflücker arbeiten dort meist unter gefährlichen Bedingungen. Fair Trees verbessert die Arbeitsbedingungen: Die Pflücker bekommen einen angemessenen Lohn und sichere Kletterausrüstungen. Zudem unterstützt die Fair Tree Foundation örtliche Gemeinden in Georgien, etwa im Bereich Bildung, Gesundheit oder Umwelt.

Fair Trees Weihnachtsbäume werden in ganz Europa verkauft, alle Stadtorte in Deutschland findest du auf der Website.

Fair Trees im Video:

Einen Weihnachtsbaum mieten

Einige lokale Baumschulen, Förstereien und Gärtnerein bieten inzwischen die Möglichkeit, einen Christbaum zu mieten anstatt zu kaufen. Der Christbaum kommt im Topf, nach einer langsamen Gewöhnung an die wärmere Temperatur stellst du ihn über die Feiertage ins Wohnzimmer und hinterher holt ihn der Vermieter wieder ab. Der Baum wird eingepflanzt und kann weiter wachsen. Auch einige Versandhändler und Eventagenturen beiten diese Service inzwischen an. Allerdings solltest du auch beim Weihnachtsbaum-Mieten darauf achten, woher die Bäume stammen und ob sie mit Pestiziden behandelt wurden. Informiere dich einfach mal im Internet, ob es in deiner Gegend eine Möglichkeit gibt, Weihnachtsbäume zu mieten.

Das Unternehmen Happy Tree hat im vergangenen Jahr Schlagzeilen gemacht mit seinem Weihnachtsbaum-Mietservice: Die Bäumchen tragen die Zertifizierungen “Fair Trees“ und „Fair Seeds“, welche faire Arbeitsbedingungen und Entlohnung für die Samenpflücker, umweltschonenden Anbau und schadstoffarme Weihnachtsbäume garantieren. Nach Weihnachten wurden die Bäume in einer Baumschule wieder eingepflanzt. Doch leider kann man dort dieses Jahr keine Weihnachtsbäume mieten, auf der Website erklären die Unternehmer, die Bäume bräuchten noch ein Jahr „um zu alter Stärke zurückzufinden. Jedoch „freuen sich unsere Happy Trees jetzt schon, in 2017 wieder mit euch Weihnachten zu verbringen.“

Eine Tanne im Topf zuhause ziehen

Apropos Baum im Topf: Es ist nicht ganz einfach, aber man kann seinen Weihnachtsbaum auch einfach zu Hause heranzüchten. Dabei gilt es allerdings ein paar Dinge zu beachten: Der Baum sollte schon im Topf gewachsen sein, wenn man ihn kauft. Falls du ihn nach Weihnachten in den Garten pflanzen möchtest, sollte er nicht größer als 1,20 Meter sein, dann wächst er besser an. Man sollte den Baum nicht länger als zehn Tage im Zimmer stehen haben – und das an einem möglichst kühlen Standort. Zur Pflege: die Nadeln am besten mehrmals täglich mit Wasser einsprühen und den Baum ungefähr jeden zweiten Tag gießen.

Zudem braucht er nach seinem Auftritt als Weihnachsbaum ein bisschen Zeit, um sich wieder an die kalten Temperaturen draußen zu gewöhnen. Am besten ist es also, den Baum zum Beispiel in der Garage oder im Treppenhaus bis zum Frühjahr aufzubewahren und erst nach dem Frost wieder ins Freie zu stellen oder einzupflanzen.

Weihnachtsbaum mal ganz anders

Es geht auch ganz ohne grüne Nadeln: Wer wenig Platz hat, klebt sich den Weihnachtsbaum zum Beispiel an die Wand – aus echten Zweigen, aus buntem Masking Tape oder als Baum-Druck auf einem Poster. Du kannst dir aber auch ein Modell selber bauen oder basteln: zum Beispiel aus Holz oder aus einzelnen Ästen. Das Internet ist voll mit schönen Ideen!

Nachhaltiger Baumschmuck

Passend zum Öko-Weihnachtsbaum gibt es statt Anhängern und Lametta aus Kunststoff auch nachhaltigen Baumschmuck: selbstgebastelte Papiersterne, bemalte Anhänger aus Salzgebäck oder Tannen- und Kiefernzapfen, Samen und getrocknete Fruchtringe. Mit etwas Übung kannst du auch Strohengel und -sterne basteln. Um auch bei der Beleuchtung des Baumes Energie zu sparen, am besten LED-Lichterketten verwenden.

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(10) Kommentare

  1. liebes utopia-team,
    wenn ihr im teasertext schreibt, zitat: „Weihnachtsbäume kommen oft aus dem Ausland“ und dann im text zitat: „Zehn Prozent der rund 30 Millionen verkauften Weihnachtsbäumen in Deutschland haben weite Transportwege hinter sich“ – dann gibt es da einen widerspruch – eigentlich müsste es also heissen, die weitaus meisten weihnachtsbäume, die in deutschland verkauft werden kommen auch aus deutschland und nur sehr wenige aus dem ausland. für mich klingen die zahlen nach einem sehr regionalen produkt. wenn auch die allermeisten natürlich nicht ökologisch angebaut werden. warum verzerrt ihr das so? nur wegen des aufmerksamkeitseffekts?

  2. Wäre es nicht gänzlich umweltfreundlicher, ökologischer, nachhaltiger, etc. KEINEN Weihnachtsbaum anzuschaffen?
    Es werden Jahr für Jahr Millionen Bäume gezüchtet, damit sie für ein paar Tage in den Wohnzimmern stehen und anschließend dann regelrecht weggeschmissen werden.

  3. Das Selberziehen eines ausgewachsenen Baumes ist m.E. viel zu aufwendig, die Alternative für drinnen kann eine Zimmertanne sein.

    Hatten wir jahrelang, wächst langsam und kann trotz der schwächlichen Äste geschmückt werden. Dafür ist es echtes Grün, hübsch anzuschauen und über die Jahre pflegeleicht. Obwohl sie als eher schwierige Zimmerpflanze gilt. Zugegeben, die Zimmertanne ist und wird in der üblichen Lebenserwartung kein Baum, interessant finde ich die Nachzucht über „Beerntung“ einer Mutterpflanze, kann man m.E. als nachhaltige Methode verstehen.

  4. Unser diesjähriger Weihnachtsbaum hat das Frühjahr, den Sommer und den Herbst über im Garten in der Erde gewohnt, wo seine Zweige und Wurzeln sich entfalten durften. Vor einer Woche, wurde er vorsichtig ausgegraben, in einen deutlich größeren Topf als im vergangenen Jahr gekauft, gepflanzt, steht jetzt noch draußen im Freien und er wird uns zu Weihnachten im Wohnzimmer für ein paar sehr wenige Tage Hallo sagen!, eh er wieder nach draußen darf, wo’s ihm weit besser gefällt.

  5. Wir holen unseren Weihnachtsbaum auch immer im Nachbarort und fällen ihn sogar selbst. Das machen wir bereits seit einigen Jahren zusammen mit der ganzen Family eine Woche vor Weihnachten und ist mittlerweile eine wunderschöne Tradition geworden (so tut man was für die Umwelt und die Regionale Wirtschaft)

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