Test Grüner Tee: keiner ohne Schadstoffe, aber Bio ist besser

Foto: Binh Giang (PD)

Grüner Tee: noch ein Genussmittel — oder schon eine Schadstoff-Brühe? Ein aktueller Test von Stiftung Warentest zeigt, dass man bei vielen grünen Tees schon um seine Gesundheit fürchten muss.

Ob lose, in Beuteln oder Kapseln – keiner von 25 grünen Tees im Test ist nach Angaben von Stiftung Warentest frei von Schadstoffen. Sieben sind sogar so stark belastet, dass sie „mangelhaft“ abschneiden, sieben weitere schaffen nur ein „ausreichend“. Für Teetrinker lässt sich ein Gesundheitsrisiko bei einigen Schadstoffen nicht ausschließen.

Bio ist kein Allheilmittel, aber besser: Nur fünf Produkte im Test waren nur sehr gering belastet, vier dieser fünf „guten“ Grüntees waren im Test Bioprodukte. Zwei weitere Bio-Tees schnitten beim Test „befriedigend“ ab, drei „ausreichend“. Einer der schlechtesten Tees im Schadstofftest war offenbar ein loser Tee aus dem Asia-Laden. Die Tester fanden hier von einem Pestizid höhere Rückstände als zulässig — dieser Tee hätte nicht einmal verkauft werden dürfen.

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Test Grüner Tee: das sind die fünf „Guten“

  • Der Beutel-Tee Allnatura Grüntee Sencha, Bio, der auch in unserer Bestenliste Grüner Tee Rang 4 belegt, Preis etwa 3,85 €/100g.
  • Der Beutel-Tee Teekanne Hochland Grüner Tee, ohne Bio-Siegel, Preis etwa 6,25 €/100g.
  • Der Beutel-Tee Gepa Grüntee Ceylon, Bio & Fairtrade, der unserer Bestenliste Grüner Tee Platz 5 belegt, Preis etwa 7,40 €/100g.
  • Der Kapsel-Grüntee Nestlé Special.T Sencha Shizuoka (Bio, ca. 13,20€/100g)
  • Der Matcha-Tee Emcur Bio Matcha (Bio, 83€/100g).

Die meisten Tees unserer Bestenliste Grüner Tee kamen bei „Test“ nicht vor, auch die drei bei uns führenden Grüntees Sonnentor Grüntee (Platz 1), Yogi Tea Grüner Tee (Platz 2) oder Lebensbaum Grüntee (Platz 3).

Grüner Tee: Risiko ab zwei Tassen pro Tag

Die Stiftung Warentest untersuchte insgesamt 25 grüne Tees auf deren Schadstoffbelastung. Besonders auffällig waren die potenziell krebserregenden Substanzen Pyrrolizidinalkaloide und Anthrachinon. Einen gesetzlichen Grenzwert für Pyrrolizidinalkaloide gibt es nicht, aber eine Tageszufuhr, die als wenig bedenklich gilt.

So sollte ein 60 kg schwerer Erwachsener langfristig nicht mehr als 0,42 Mikrogramm täglich aufnehmen. Bei sechs Produkten im Test würde dieser Wert schon mit einer beziehungsweise zwei Tassen täglich überschritten. Eine akute Gesundheitsgefahr bestehe zwar nicht, so Stiftung Warentest, doch ein Risiko lasse sich nicht ausschließen, wenn Teetrinker dauerhaft hochbelastete Produkte trinken.

Stiftung Warentest 10/2015
Test 2015/10 (Bild: Stiftung Warentest)

Alle Tees im Test waren mit Anthrachinon belastet. Den gesetzlich festgelegten Höchstgehalt überschreitet zwar keiner der grünen Tees, doch das Getränk sollte natürlich dennoch so wenig wie möglich davon enthalten. Der ausführliche Schadstofftest Grüner Tee erscheint in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift „Test“ (ab 25. September am Kiosk) und ist auch unter www.test.de abrufbar.

Übrigens: Grüner Tee raubt uns, ebensowenig wie Kaffee, keineswegs die Flüssigkeiten. Der getrunkene Grüntee zählt als zur Flüssigkeitsbilanz dazu. Weil der grüne Tee aber koffeeinhaltig ist, sollte man ihn nicht zu oft als Durstlöscher trinken.

Kalten, grünen Tee mitnehmen? Geht zum Beispiel in Edelstahl-Trinkflaschen.

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(6) Kommentare

  1. Das ist schon traurig wenn man sich bei Bioprodukten , hier insbesondere Grüner Tee, nicht mal mehr auf pestizidfreie Produkte verlassen kann. Da muss ich wohl als Freund des Grünen Tees Umdenken und Alternativen suchen .

  2. Allgemein sollte man vor allem Wasser trinken und nur Tee wie Saft, Milch und Cola ab und zu.
    Dann ist auch eine Schadstoffbelastung nicht weiter tragisch.
    Die Dauer- und Kannentrinker sollten bedenken, dass alle Kräuter und Extrakte auf irgendeine Art und Weise wirken und auch unangenehme Nebeneffekte, die die positiven Effekte überwiegen können.

  3. RISIKO AB 2 TASSEN PRO TAG!!!
    …und wieso ist niemand im Knast? wieso Gift noch in Regalen?
    Ist mal wieder typisch – „wir haben doch einmal getestet, wer nicht mitbekommen hat, ist selber schuld“
    …und ab zu dem nächsten Test