Neuer Bericht: Die fünf größten Risiken für die Menschheit

Foto: © Samir Belhamra - pexels.com

Einmal im Jahr veröffentlicht das Weltwirtschaftsforum seinen Risikobericht – eine Einschätzung über die größten Gefahren für die Welt. In diesem Jahr stehen erstmals in der Geschichte des Berichts ökologische Bedrohungen im Vordergrund.

Kriege, Wirtschaftskrisen oder chronische Krankheiten: Für seinen Risikobericht analysiert das Weltwirtschaftsform (WEF) die größten Bedrohungen für die Menschheit. Mehr als 750 Expert*innen und Entscheidungsträger*innen haben dafür Risiken aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Technologie, Umwelt und Gesellschaft bewertet.

Schon seit 15 Jahren veröffentlicht das WEF den Risikobericht – 2020 sind die Ergebnisse allerdings anders als sonst: Zum ersten Mal zählen die fünf größten langfristigen Risiken allesamt zu den Umweltproblemen.

WEF-Risikobericht: Die Top-10 der größten Risiken

Das WEF teilt die Risiken in seinem Bericht in verschiedene Kategorien ein: Es gibt langfristige und kurzfristige Risiken, die die Expert*innen hinsichtlich ihrer Wahrscheinlichkeit und Schwere beurteilen. Die Top-10 der langfristigen Risiken mit hoher Wahrscheinlichkeit sind in diesem Jahr:

  1. Wetterextreme
  2. Scheitern beim Klimaschutz
  3. Naturkatastrophen
  4. Artensterben
  5. Vom Menschen verursachte Umweltkatastrophen
  6. Datenbetrug oder Datendiebstahl
  7. Cyber-Attacken
  8. Wasserkrisen
  9. Globales Regierungsversagen (Das Unvermögen globaler Institutionen, wirtschaftliche, geopolitische oder Umwelt-Aspekte zu lösen)
  10. Vermögensblasen

Die Risiko-Einschätzungen des WEF im Zeitvergleich

„Es ist das erste Mal in der Geschichte der Umfrage, dass eine Kategorie alle der fünf ersten Plätze besetzt. Aber trotz der Notwendigkeit, ehrgeiziger im Klimaschutz zu sein, haben die Vereinten Nationen gewarnt, dass die Länder vom Kurs abgekommen sind, was ihre Ziele im Pariser Klimaabkommen angeht“, sagt Borge Brende, der Präsident des Weltwirtschaftsforums.

Wie sehr sich die wahrgenommenen Risiken in diesem Jahr gewandelt haben, zeigt ein Vergleich mit den Risikoberichten von 2010 und 2015:

WEF, Weltwirtschaftsforum, Risikobericht, Klimawandel
Top-5-Risiken im Zeitvergleich (Grafik: Utopia)

Utopia meint: Klimakrise, Artensterben, Umweltverschmutzung: Gut, dass inzwischen selbst führende Wirtschaftsexpert*innen den Ernst der Lage anerkennen – und Umweltprobleme zu den größten Risiken für die Menschheit erklären. Bleibt zu hoffen, dass Unternehmen und politische Entscheidungsträger*innen Konsequenzen daraus ziehen und sich stärker für Umwelt- und Klimaschutz einsetzen. Aber auch jeder Einzelne kann etwas tun:

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(2) Kommentare

  1. Klimawandel – was mich nachdenklich macht!
    Vorneweg möchte ich klarstellen: der menschengemachte Klimawandel ist Fakt.
    Was mich jedoch im Hinblick auf die weltweit eingeschlagene Klimapolitik nachdenklich macht, ist folgendes:
    1. Als seinerzeit das 2- resp. 1,5-Grad-Ziel verabschiedet wurde, war noch nicht hinreichend bekannt, dass durch das Auftauen der Permafrostböden nochmals eine riesige Menge an CO2 resp. Methan in die Atmosphäre entweichen wird. Das heißt, die bis dato diskutierten Szenarien der Erderwärmung werden noch viel bedrohlicher! Es kommt alles noch viel schlimmer!
    2. Das Ziel der CO2-Neutralität bis 2030 oder 2050 oder bis wann auch immer besagt ja, dass bis dahin der „Zufluss“ an CO2 den „Abfluss“ übersteigt und erst dann ein Gleichgewicht hergestellt ist – allerdings auf einem Niveau, dass wesentlich höher als heute ist! Im Vergleich mit einem Überschwemmungsgebiet, in das jährlich mehr Wasser hinein- als herausläuft, bedeutet Wasserneutralität in 10 oder mehr Jahren: heute steht das Wasser den betroffenen Bewohnern bis zum Hals. Bei erreichter Wasserneutralität sind sie längst abgesoffen! Und für eine solche Neutralität lassen sich die Politiker feiern?
    3. Die eingeschlagene Klimapolitik setzt auf Individualisierung und wendet sich vorwiegend an die Verbraucher: sie sollen ihren CO2-Fußabdruck gefälligst reduzieren durch Verzicht auf auf fossiler Energie basierenden Produkten und Dienstleistungen wie Fliegen, Autofahren, Fleisch essen etc. Alles nachvollziehbar und vernünftig. Aber wäre es nicht erfolgversprechender, anstatt 8-10 Milliarden Menschen von einem solchen Verzicht zu überzeugen, die maximal einige tausend bzw. zehntausend relevanter Besitzer und Ausbeuter der fossilen Energiereserven zu „überzeugen“ – und sei es mit Nachdruck -, ihre Fördermengen nachhaltig nach unten zu fahren?

    Was tun? Klimaschutzziele weiter verschieben? Auf die nächste Eiszeit warten? Sich anpassen?
    Diese Frage hat sich auch Singer-Songwriter Sigismund Ruestig gestellt:
    //youtu.be/s7Ivdm2-ZCQ

    //youtu.be/-q0gF597WEA

    //youtu.be/LpxSXYw9tC0
    Viel Spaß beim Anhören.