Essie, Maybelline & Co: Weichmacher im Nagellack kann unfruchtbar und dick machen

Nagellack enthält Weichmacher, die unfruchtbar und dick machen können
Foto: © Unsplash / William Iven

Eine neue Studie untersucht 3000 Nagellacke – mehr als die Hälfte enthält den Weichmacher TPHP, der durch die Nägel in den Körper eindringen kann. Der Weichmacher kann den Stoffwechsel und das Hormonsystem beeinflussen.

Ein Forscherteam der Duke University in North Carolina und der US-amerikanischen Environmental Working Group (EWG) untersuchte im Rahmen einer aktuellen Studie insgesamt 3000 Nagellacke – in jedem zweiten der getesteten Produkte fand sich Triphenylphosphat (TPHP). TPHP ist ein Weichmacher, der beispielsweise auch für die Herstellung von Plastiktüten oder Feuerschutzmittel in Autobauteilen verwendet wird. Kosmetik-Hersteller nutzen ihn für Nagellacke, weil er den Lack flexibler und länger haltbar macht.

Weichmacher gelangt über den Nagellack in unseren Körper

Um zu beweisen, dass der Weichmacher über die Nägel in den Körper eindringt, untersuchten die Forscher den Urin von 26 Frauen, die sich die Nägel zehn bis vierzehn Stunden zuvor mit TPHP-haltigen Lacken lackiert hatten. Das Ergebnis: Der Wert des Stoffwechselprodukts (DPHP), das sich im Körper als Reaktion auf den Weichmacher TPHP bildet, war um das Siebenfache erhöht. Mit anderen Worten: TPHP aus Nagellack gelangt in unsere Körper.

Welche Nagellacke den bedenkliche Weichmacher enthalten, lässt sich in dieser Liste der betroffenen Produkte herausfinden. Auffällig dabei: Vor allem teurere Lacke von Marken wie Essie oder Maybelline sind darunter. Und: Bei durchsichtigem Nagellack ist der TPHP-Wert meist besonders hoch.

Unfruchtbarkeit und erhöhtes Risiko für Fettleibigkeit

Das erste Problem mit TPHP: Es kann den Stoffwechsel durcheinander bringen. Der Weichmacher signalisiert dem Körper, dass Fett und Kalorien schlechter abgebaut werden sollen. Es gibt mehrere Hinweise darauf, dass TPHP die Gewichtszunahme verstärken und somit das Risiko für Fettleibigkeit erhöhen kann.

Bei TPHP handelt es sich um einen so genannten „endokrinen Disruptor“. Dieser beeinflusst das Gleichgewicht des Hormonsystems und der Fettspeicherung – dadurch kann eine Gewichtszunahme begünstigt werden. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung bestätigt, dass „endokrine Disruptoren“ den Hormonhaushalt verändern und somit die Gesundheit schädigen können.

Diese Veränderung des Hormonsystems kann sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken: Weichmacher wie TPHP können, wenn sie vom Körper aufgenommen werden, die Fruchtbarkeit vermindern.

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(2) Kommentare

  1. Nichts, was neu wäre. Es sind auch andere bedenkliche Chemikalien – sowohl was die Umweltverträglichkeit als auch die Auswirkungen auf den Menschen betrifft – in Nagellacken enthalten.
    Ich selbst bin in puncto dekorative Kosmetik sowieso kulturpessimistische Boykotteuse, aber ich habe eine Tochter. Diese kam schon mit 3 1/2 aus dem Kindergarten und wollte Nagellack, wie ihre Freundin. Ein hartes „Nein“ und auch die Erklärung, dass das Zeug Gifte enthält wollte sie nicht gelten lassen, immerhin hatten ja einige Mädels das Zeug sowohl auf Finger- als auch Fußnägeln.
    Mit 5 1/2 kam sie dann mit einer Mitgebsel-Tüte vom 6. Geburtstag einer anderen Freundin: da war sich tatsächlich Nagellack drin. Ich böse Mutter habe dann aber die Nutzung verboten. Mit knapp 8 durfte sie dann mal einen Lack, dessen zutatenliste halbwegs ok war nutzen.
    Unter dem Aspekt übrigens ein sehr passender Tippfehler in der 2. Überschrift: Nagelleck… Ich sehe häufig kleine Mädels, die schon mit 2 Jahren von den Eltern wie Püppchen aufgerüscht werden an ihren lackierten Fingernägeln lutschen und Kauen. Und kommt mir jetzt nicht mit „ist sicher Kinderkosmetik“. Die Inhaltsstoffe sind die selben, nur die Verpackung ist für die Kleinen ansprechend mit beliebten Lizenz-Figuren dekoriert.

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