„Kaputt gemolken“: So viele Kühe müssen jedes Jahr in Deutschland für unsere Milch sterben

Foto: CC0 Public Domain/Pixabay

Glückliche Kühe, die friedlich auf einer grünen Wiese grasen? Die Realität in der konventionellen Milchindustrie sieht anders aus: Die Tiere werden unter miserablen Bedingungen gehalten und müssen Unmengen Milch abgeben – viele Milchkühe halten das nicht lange aus.

Milch von konventionellen Anbietern stammt nicht vom idyllischen Bauernhof, sondern aus Hochleistungsbetrieben – so viel dürfte den meisten bekannt sein. Wie schlimm die Zustände in den Anlagen sind, zeigt eine Zahl, die der Bayerische Rundfunk (BR) recherchiert hat.

Dem BR zufolge werden in Deutschland jedes Jahr rund 1,7 Millionen Milchkühe aussortiert. Sie werden geschlachtet oder in der Tierkörperverwertung entsorgt. Der Grund: Die Kühe sind krank, verletzt, oder geben nicht mehr genug Milch ab – damit sind sie für die Milchproduktion wertlos.

8.000 Kilogramm Milch pro Kuh

Dass jedes Jahr so viele Kühe krank werden oder Verletzungen bekommen, ist allerdings kein Wunder: Laut dem BR muss eine Kuh heute doppelt so viel Milch produzieren als noch in den 70er-Jahren – rund 8.000 Kilogramm im Jahr. Diese Mengen schwächen die Tiere, wodurch sie sich Entzündungen oder Stoffwechselkrankheiten zuziehen.

Die hohe Milchproduktion wirkt sich auch auf die Lebenserwartung der Tiere aus: Früher seien Milchkühe 15 bis 20 Jahre alt geworden, heute nur noch fünf bis sechs Jahre alt. Die Berliner Landestierschutzbeauftragte Diana Plange sagte dem BR, die Tiere würden regelrecht „kaputt gemolken“. Die geschwächten Kühe heißen in der Branche auch „Downer“.

Ein schlimmes Ende für die Milchkühe

Tragisch sind aber nicht nur die Zustände in den Milchbetrieben, sondern auch der Umgang mit ausgedienten Milchkühen kurz vor ihrem Lebensende: Oft werden sie quer durch Deutschland zu spezialisierten Schlachthöfen oder Entsorgungsanlagen transportiert – und müssen dabei noch mehr leiden.

Auf verdeckten Aufnahmen aus dem vergangenen Jahr sieht man, wie die Tiere geschlagen und mit Elektroschockern gestoßen werden. Tiere, die nicht mehr laufen können, werden mit einer Art Schleppseil rücksichtslos aus dem LKW heraus durch den Raum gezogen – als wären sie Gegenstände und keine Lebewesen.

Über den eigenen Milchkonsum nachdenken

Die Recherchen des BR machen einmal mehr deutlich, warum es bei Milchprodukten so wichtig ist, auf Bio-Qualität zu achten. Am besten sind Produkte von den Bio-Anbauverbänden Demeter, Bioland und Naturland – sie haben deutlich strengere Kriterien was  Tierwohl angeht als das reguläre EU-Bio-Siegel.

Außerdem empfiehlt es sich auch, über den eigenen Konsum von Milchprodukten nachzudenken: Muss es wirklich so viel sein, gibt es Alternativen zu Milch? Bei Fleisch- und Milchprodukten gilt generell: Weniger ist mehr.

Mehr zum Thema: Plusminus-Dokumentation „Das Geschäft mit den kranken Kühen“

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(6) Kommentare

  1. Ich kann nicht glauben, dass ihr hier für Biomilch Werbung macht! Milchkühe werden genauso geschlachtet am Ende ihres Daseins wie andere auch. Und mit „Ende ihres Daseins“ meine ich das vom Menschen ausgesuchte Ende, nach einem Leben, in dem sie Jahr für Jahr schwanger wurden, nur um mehr Milch zu produzieren. Ihr Kalb wird der Kuh im Durschnitt ein bis zwei Wochen nach der Geburt weggenommen. Kühe haben jedoch eine Gruppendynamik und das Wegnehmen macht diese kaputt. Ganz zu schweigen von dem unendlichen Schmerz, den die Mutter durchmacht.

    Noch eine Kritik hier: wie wäre es denn, mal Überschriften zu machen, die nicht Clickbait ähneln? Einfach mal wie im „normalen“ Journalismus auch, dann würden auch mehr Leute das anklicken.

  2. Nichtmenschlich: Bio-Vergewaltigung, Bio-Kindesraub (Säuglinge-> Kälber), Bio-Kindermord (männliche Säuglinge->Kälber), Bio-Vergewaltigungsopfer-Mord… alles gut!

    Menschlich: Bio-Vergewaltigung, Bio-Kindesraub (Säuglinge), Bio-Kindermord (männliche Säuglinge), Bio-Vergewaltigungsopfer-Mord… auch alles gut?

    Darüber hinaus: Bio-Klimawandel-/katastrophe (Milch/Milchprodukte… teils weitaus KATASTROPHAL klimaschädlicher als Fleisch, und allein Fleisch ist bereits eine GIGANTISCHE Katastrophe… und nicht „nur“ bzgl. Klimawandel-/katastrophe), Bio-Umweltzerstörung…

  3. Milch = Säuglingsnahrung! Säuglingsnahrung für Säuglinge! Mensch etwa 1 Jahr (+/-) Säugling! Menschlicher Säugling – menschliche Mutter – menschliche Säuglingsnahrung! Mensch >1+ kein Säugling! Erwachsener Mensch auch kein Säugling! Säuglingsnahrung einer Kuh, Katze, Ratte, Maus, Giraffe… eines Schweins, Hundes, Elefanten, Löwen, Tiger, Nilpferds… NUR für den Säugling DIESES nichtmenschlichen Säugetiers! WAS ist daran eigentlich so schwer zu verstehen???

  4. Ich möchte hier entgegen der vorherigen Verfasser für mehr Toleranz werben. Es gibt nun mal Menschen, die möchten gerne Milchprodukte konsumieren. Ich halte es daher für richtig, diesen anzuraten a) weniger Milchprodukte zu sich zu nehmen und b) diese in BIO Standard zu erwerben. Die Alternative wäre, dass diese weiterhin auf konventionell erzeugte Produkte zurückgreifen. Hier gilt die Devise: Jeder Schritt in die richtige Richtung ist zu würdigen und besser als gar keine Veränderung. Mit den teilweise sehr militanten Ansichten von Veganern erreicht man in der Regel genau das Gegenteil: Nämlich dass Menschen sich herabgesetzt und belehrt fühlen und befürchten, die viel zu hohen Erwartungen von derart militanten Veganern nie erfüllen zu können. Die Folge ist dann, dass das Verhalten gar nicht geändert wird. Toleranz funktioniert in beide Richtungen, d.h. genauso wie ein Vegetarier oder Veganer Toleranz für sein Verhalten erwarten darf, sollte auch ein Konsument von Fleisch und Milchprodukten dies erwarten dürfen. Zu einer vielfältigen Gesellschaft gehört nämlich auch, andere Meinungen zu akzeptieren und auszuhalten und nicht nur seine Weisheit als die einzig wahre zu begreifen. Beste Grüße

  5. Wie grausam wir Menschen doch sind !
    Toleranz ! Wenn Menschen gerne Tiere misshandeln möchten, halte ich es daher für richtig, ihnen dazu zu raten sie doch etwas weniger zu misshandeln …
    Jeder Schritt in die richtige Richtung ist zu würdigen …

    Wenn die Tiermisshandler*innen nicht aufhören Tiere misshandeln zu lassen, sind die vegan lebenden Menschen dafür verantwortlich !

    Wer keine Tiermisshandlung, also kein Gewalt toleriert ist militant !

    Eine Leichenesser*in und Babytieremisshandler*in sollte Toleranz für ihr/sein Verhalten erwarten dürfen …

    Zu einer vielfältigen Gesellschaft gehört nämlich auch, Gewalttätigkeiten zu akzeptieren und nicht einfach nur für Gewaltfreiheit zu sein …

    Toleranz für Gewalt ist keine Toleranz, sondern Gewalt!
    Speziesismus und Karnismus sind ein (legales) Verbrechen !!!

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